Diese Hausarbeit basiert auf dem Blockseminar „Die Rolle des DOSB in der BRD“. In diesem Seminar haben wie einen Überblick über die vielen verschiedenen Aufgabenbereiche des DOSB gesprochen, unter anderem auch über den Stellenwert des Dopings im Leistungssport. Der DOSB ist der Dachverband des deutschen Sports und hat somit auch die Aufgabe die Grundsteine des Sports zu schützen und zu sichern. Darunter fallen auch Fairness und Chancengleichheit. Zwei Themenbereiche, die durch Doping missachtet werden und es eine Aufgabe des DOSB ist, sich um die Sicherung dieser Werte zu kümmern.
Der Sport hat sich in den letzten Jahren enorm verändert und weiterentwickelt. Es gibt eine sehr große Auswahl an Sportarten und selbst Weltmeisterschaften gibt es inzwischen in fast allen sportlichen Betätigungen. Sportler schaffen es immer höher, weiter, schneller, stärker und länger, was auf ein Phänomen zunehmender Dopingproblematik hinweisen könnte. Doping ist in fast allen Sportarten, Schichten und Nationen vorzufinden und stellt damit sportethische Werte in Frage, insbesondere seit der Sport zum Wirtschaftsgut und Sportler zu Kleinunternehmern geworden sind. Häufig stehen finanzielle Interessen im Vordergrund und lassen moralische Ansprüche in den Hintergrund wandern.
Diese Hausarbeit erarbeitet die Schwierigkeiten und Tücken des Dopingkontrollsystems. Schon im Seminar haben wir über diese Problematik gesprochen und haben versucht herauszuarbeiten, welche Verbände und Systeme aufeinander abgestimmt sein müssen, um eine Regelung im Kampf gegen Doping zu finden. Dieses Thema fand ich sehr interessant und wollte mehr über den Kampf gegen Doping erfahren. Da der Themenkomplex aber sehr groß ist und den Umfang dieser Arbeit weit übertreffen würde, habe ich versucht das Thema ein wenig einzugrenzen, in dem ich mich nach einer kurzen Einführung in den Themenkomplex Doping, hauptsächlich auf das (logistische) Problem der Dopingkontrollen beziehe.
Nachdem zunächst der Begriff Doping definiert wird, werden dem Leser die Kontrollsysteme der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) und der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) erklärt und anschließend die Problematik der Überprüfung von Athleten näher erläutert. Es folgt ein Ausblick über die bevorstehenden Veränderungen im Dopingkontrollsystem und auch über die präventive Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition Doping
3 Die Organisationen
3.1 WADA
3.2 NADA
4 Das Doping- Kontrollsystem
5 Probleme der Kontrolle
6 Ein Ausblick
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und logistischen Schwierigkeiten innerhalb des Dopingkontrollsystems im Leistungssport. Dabei wird analysiert, inwiefern bestehende Strukturen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Verbänden sowie Institutionen wie WADA und NADA ausreichen, um die sportethischen Werte von Fairness und Chancengleichheit effektiv zu schützen und Manipulationsversuche erfolgreich zu unterbinden.
- Historische Entwicklung und Begriffsbestimmung von Doping
- Aufgaben und Funktionsweise der WADA und NADA
- Analyse der logistischen Probleme bei Dopingkontrollen
- Die Rolle der Prävention und aktuelle Änderungen der Regelwerke
Auszug aus dem Buch
Probleme der Kontrolle
Der Missbrauch von Medikamenten, Methoden und Präparaten führt in der Welt der Leistungs- und Fitnesssportler zu großen Problemen. Zwei besonders gravierende sind wohl die Schädigung der Gesundheit und die unfairen Verhältnisse zwischen antrainierten Spitzenleistungen und denjenigen, die ausschließlich durch Manipulation des Körpers erlangt wurde. Bei den Zuschauern und den ungedopten Sportlern selbst entsteht eine quälende Ungewissheit, ob die bestaunten Leistungen der Weltklasseathleten auf ehrliche Weise erbracht wurden und tatsächlich die Früchte harten Trainings sind. Doping ist ein weit verbreitetes Problem, das bei weitem nicht nur die Hochleistungssportler, die bei internationalen Wettbewerben teilnehmen, überzeugen. Auch Jugendliche, Senioren und Fitnesssportler stehen unter dem Einfluss der Manipulation. Interessante Beispiele in den Medien stammen immer wieder aus den Sportarten Leichtathletik und Radsport; dort, wo sogar Senioren dopen, um ihren vielleicht lange erträumten Titel schließlich im hohen Alter zu erlangen.
Bei den Jugendlichen sind es meist vom Trainer vorgeschlagene anabole Steroide für (Hammer-)Werfer oder Sprinter. Ein bekannter Fall ist der des Trainers Thomas Springstein, der Ehemann und Trainer von 400m-Läuferin Grit Breuer. Er stand im Januar wegen dreifachen Dopings von Minderjährigen vor Gericht. Die damals 16-jährigen Mädchen hatten Testosteronpillen erhalten und mussten beim Training unter seinem Beisein Pillen einnehmen. Über die Vorfälle sollte selbstredend Stillschweigen bewahrt werden. Dies stellt ein deutliches Beispiel für Doping von Jugendlichen ohne deren Einwilligung und Wissen dar. Auch im Radsport kommt es häufig zu Dopingfällen bei Schülern und Jugendlichen. Dies wird vor allem dann auffällig, wenn größere Zahlen von Fahrern eines Vereins schlagartig sehr gute Leistungen bringen, was jedoch häufig unerkannt bleibt. Problematisch ist der schmale Grat auf dem man sich bewegt, wenn es um eine Abwägung zwischen Doping und aufbauenden Mitteln geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas im Kontext des DOSB-Seminars und grenzt die Fragestellung auf die logistischen Probleme des Dopingkontrollsystems ein.
2 Definition Doping: Dieses Kapitel definiert den Begriff Doping historisch sowie durch die aktuellen Standards der WADA und IOC, inklusive der Einordnung verbotener Wirkstoffe und Methoden.
3 Die Organisationen: Hier werden die Rollen und Aufgaben der internationalen Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie der nationalen NADA als zentrale Steuerungsorgane beschrieben.
4 Das Doping- Kontrollsystem: Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf und die verschiedenen Arten von Dopingkontrollen sowie die Notwendigkeit der engmaschigen Überwachung im Leistungssport.
5 Probleme der Kontrolle: Die Analyse der Schwachstellen im Kontrollsystem zeigt auf, warum Doping trotz bestehender Maßnahmen nur schwer vollständig zu verhindern und nachzuweisen ist.
6 Ein Ausblick: Der Ausblick thematisiert neue Ansätze in der Prävention, geänderte Strafmaße und verschärfte Melde- bzw. Aufenthaltsregelungen für Athleten.
7 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass eine effektive Eindämmung von Doping nur durch eine Kombination aus Prävention, besserer Vernetzung der Institutionen und konstantem Kontrollaufwand möglich ist.
Schlüsselwörter
Doping, Leistungssport, NADA, WADA, Dopingkontrolle, Prävention, Chancengleichheit, Fairness, Anti-Doping-Code, Whereabouts, Trainingskontrolle, Leistungsmanipulation, Sportethik, Sanktionen, Meldepflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Problematik des Dopings im modernen Leistungssport mit einem spezifischen Fokus auf die logistischen und organisatorischen Schwierigkeiten des aktuellen Dopingkontrollsystems.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Definition von Doping, die Rollen der WADA und NADA, der Prozess der Probenentnahme sowie die Herausforderungen bei der Prävention und Kontrolle von Sportlern.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, vor welchen logistischen und inhaltlichen Tücken das Dopingkontrollsystem steht und welche strukturellen Maßnahmen notwendig sind, um Fairness im Sport dauerhaft zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse basierend auf Seminargrundlagen, Berichten und fachwissenschaftlichen Publikationen, um das Dopingkontrollsystem kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Organisationen, die Abläufe der Dopingkontrollen und die bestehenden Defizite in der Durchführung und Kontrolldichte detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Dopingkontrolle, NADA, WADA, Sportethik, Prävention und Leistungssport zusammenfassen.
Welche Bedeutung kommt der "Whereabouts"-Regelung zu?
Die "Whereabouts" sind entscheidend, da sie eine lückenlose Erreichbarkeit der Top-Athleten für unangemeldete Kontrollen sicherstellen sollen, um Manipulationsversuche zu erschweren.
Warum wird die Prävention als entscheidender Faktor hervorgehoben?
Die Prävention gilt als wichtiger als rein repressive Kontrollen, da sie junge Sportler frühzeitig für die Thematik sensibilisiert und so den Dopingmissbrauch bereits im Vorfeld verhindern kann.
- Quote paper
- Hannah Bühlmann (Author), 2009, Doping - Probleme des Kontrollsystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132409