Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Malaria, die nicht nur in Entwicklungsländern eine Rolle spielt, sondern mit der medizinisches Personal auch in Europa zu kämpfen hat.
Es wird der Frage nachgegangen, welche geschichtlichen Hintergründe die Malaria hat und wie die Menschen damals dieses Krankheitsbild therapiert und der Krankheit vorgebeugt haben. Außerdem wird behandelt, welche prophylaktischen Möglichkeiten es gegen die Malaria gibt, wie wirksam diese sind und ob es schon einen wirksamen Impfstoff gegen diese Weltkrankheit gibt. Ein Schwerpunkt liegt auf den Tätigkeiten, mit denen Pflegepersonal bei der Pflege Malariaerkrankter konfrontiert ist.
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurden in einer umfangreichen Literaturrecherche Fachbücher, Fachzeitschriften, Forschungsartikel im Internet und fachspezifische englische Studien durchsucht und das Wesentliche herausgefiltert. Zusätzlich wurden drei halbstandardisierte Leitfaden-Interviews mit Menschen, die die Malaria persönlich erlebt haben, durchgeführt.
Es zeigt sich, dass schon die Menschen in der Antike das Krankheitsbild der Malaria kannten und Wege fanden, mit ihr umzugehen. Auch heute gibt es viele Möglichkeiten, um das Risiko einer Erkrankung zu senken und es werden derzeit einige Impfstoffkandidaten erforscht und ihre Wirksamkeit erprobt.
Die Interviews mit den Malariabetroffenen lieferten weitere interessante Informationen, beispielsweise wie sie diese Krankheit erlebt haben und welche Maßnahmen ihnen Erleichterung gebracht haben.
Es wird offensichtlich, wie umfangreich das Thema der Malaria und ihrer Prophylaxe- und Therapiemöglichkeiten ist und wie viel noch zu erforschen wäre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Definition der Malaria
4. Übertragung und Infektionszyklus
4.1. Zyklus in der Anophelesmücke (sexuelle Phase = Sporogonie)
4.2. Zyklus im Menschen (asexuelle Phase = Schizogonie)
5. Verbreitung und Häufigkeit
5.1. Geografische Verbreitung
5.1.1. Afrika
5.1.2. Asien
5.1.3. Mittel- und Südamerika
5.1.4. Ozeanien
5.1.5. Europa, Nordamerika und Australien
5.2. Häufigkeit der Malaria
5.2.1. Häufigkeit in Österreich:
5.2.2. Häufigkeit in Vorarlberg
6. Formen der Malaria und ihre Klinik
6.1. Malaria tropica
6.2. Malaria tertiana
6.3. Malaria quartana
6.4. Malaria bei besonderen Risikopatienten
6.4.1. Malaria bei Schwangeren
6.4.2. Malaria bei Kindern
7. Malaria und die Menschheitsgeschichte
7.1. Altertum
7.2. Griechische Antike
7.3. Römisches Reich
7.4. Mittelalter
7.5. Frühe Neuzeit
7.6. Das 19. Jahrhundert
7.7. Neuzeit
8. Therapie und Pflege
8.1. Einordnung in Therapiegruppen
8.2. Behandlung der Grundsymptome
8.2.1. Pflege bei Fieber (Menche 2004: S 274f)
8.2.2. Pflege bei anderen Grundsymptomen
8.3. Supportive Therapie bei komplizierter Malaria tropica
8.3.1. Hypoglykämie:
8.3.2. Anämie:
8.3.3. Gerinnungsstörungen:
8.3.4. Nierenversagen:
8.3.5. Lungenfunktionsstörungen:
8.3.6. Azidose:
8.3.7. Herz- und Kreislaufstörungen:
8.3.8. Zerebrale Malaria:
8.3.9. Blutaustauschtransfusion:
8.4. Patientenbeobachtung
8.5. Medikamentöse Malariatherapie
8.5.1. Chinin
8.5.2. Artemisin
8.5.3. Mefloquin
8.5.4. Chloroquin
8.5.5. Resistenzen
8.5.6. Wegweiser für neue Medikamente
8.6. Meldepflicht
9. Möglichkeiten der Prophylaxe
9.1. Expositionsprophylaxe (Mückenschutz)
9.1.1. Allgemeine Maßnahmen
9.1.2. Repellents
9.1.3. Moskitonetze
9.1.4. Insektizide
9.1.5. ITN (Insecticid-treated nets)
9.2. Chemoprophylaxe
9.2.1. Regelmedikation
9.2.2. Notfallmedikation
9.2.3. Kritische Meinungen über Chemoprophylaxe
9.3. Immunoprophylaxe
9.3.1. SPf66
9.3.2. RTS,S/AS02D
9.4. Alternative nichterforschte Methoden
9.4.1. Wie sich Missionare in Senegal zu helfen wissen
9.4.2. Pflanzliche Produkte
10. Interviews mit Malariabetroffenen
10.1. Interview mit Ernst (85 Jahre)
10.2. Interview mit Natalie (25 Jahre)
10.3. Interview mit Maximilian (20 Jahre)
10.4. Diskussion der Interviews
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die Verbreitung sowie die klinischen Formen der Malaria und beleuchtet insbesondere die für das Pflegepersonal relevanten Aspekte bei der Betreuung Erkrankter. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis über Prophylaxe- und Therapiemöglichkeiten zu vermitteln und das subjektive Erleben der Krankheit durch Experteninterviews zu verdeutlichen.
- Geschichtliche Hintergründe und Bedeutung der Malaria als Weltkrankheit
- Klinische Differenzierung und Gefahrenpotenziale der verschiedenen Malariaformen
- Pflegerische Maßnahmen und supportive Therapie bei Malariaerkrankungen
- Präventionsstrategien und aktuelle Forschung zu Medikamenten und Impfstoffen
- Qualitative Analyse subjektiver Erfahrungen durch Betroffeneninterviews
Auszug aus dem Buch
7.4. Mittelalter
Ein arabischer Poet aus dem 10. Jahrhundert, Al Mutanabbi, der den Nahen Osten zwischen Bagdad und Kairo durchstreifte, hat aus eigener Erfahrung in einem erschütternden Gedicht die periodisch wiederkehrenden Fieberanfälle der Malaria als die nächtlichen Besuche einer heimlichen Geliebten geschildert. Hier der Anfang des Gedichts:
„Es ist, als schämte sich meine Besucherin,
denn sie besucht mich nur bei Dunkelheit.
Ich habe für sie alles vorbereitet,
das Bett, die Kissen und was sonst noch
zu ihrer Behaglichkeit dienen könnte.
Aber sie verzichtet darauf und übernachtet in einem Knochen.
Die Haut wird zu eng für uns beide,
so dass kein Platz für sie und für mich darinnen ist.
Dann quält sie mich mit verschiedenen Leiden.
Wenn sie mich verlässt, fühle ich mich
Wie nach einer Waschung, um eine Sünde los zu sein.
Ich erwarte die Zeit ihrer Rückkehr
Ohne Sehnsucht, doch gespannt wie jemand,
der des Grauen harrt, dem er nicht zu entrinnen vermag.
Sie hält ihr Wort, sie kommt pünktlich.
Aber ihre Treue ist ein böses Omen,
zumal ihr Wortbruch keinen Schaden verursachen würde…“
Petrus Damiani, ein Bischof, nahm 1058 einen Posten nicht an, wegen der Fieberseuchen.
„Das römische Fieber“, schrieb er, „maß sich ein unverjährbares Recht auf den Körper des Menschen an. Wen es einmal befallen hat, den verlässt es nicht mehr, solange er lebt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die globale Bedeutung der Malaria ein und stellt die Notwendigkeit dar, dass auch Pflegepersonal in Europa über diese Krankheit informiert ist.
2. Methodik: Der Forschungsansatz kombiniert ein umfangreiches Literaturstudium mit drei qualitativen Interviews, um theoretische Erkenntnisse mit subjektivem Erleben zu verknüpfen.
3. Definition der Malaria: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen, Erreger und die sozioökonomische Tragweite der Infektionskrankheit weltweit.
4. Übertragung und Infektionszyklus: Detaillierte Darstellung des biologischen Kreislaufs zwischen der Anophelesmücke und dem menschlichen Wirt.
5. Verbreitung und Häufigkeit: Analyse der geografischen Risikogebiete sowie statistische Einblicke in die Fallzahlen in Österreich und Vorarlberg.
6. Formen der Malaria und ihre Klinik: Unterscheidung der verschiedenen Malariaformen (tropica, tertiana, quartana) und deren spezifische Symptome und Risikofaktoren.
7. Malaria und die Menschheitsgeschichte: Ein historischer Abriss von der Antike bis in die Neuzeit, der den Umgang der Menschen mit der „Geißel der Menschheit“ dokumentiert.
8. Therapie und Pflege: Zentrales Kapitel, das pflegerische Interventionen bei Fieber und Komplikationen sowie aktuelle medikamentöse Therapieansätze behandelt.
9. Möglichkeiten der Prophylaxe: Übersicht über Maßnahmen zur Mückenabwehr (Expositionsprophylaxe), medikamentöse Vorsorge (Chemoprophylaxe) und den Stand der Impfstoffforschung.
10. Interviews mit Malariabetroffenen: Fallbeispiele, die das persönliche Leid und die Bedeutung individueller Pflege eindrücklich widerspiegeln.
11. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Forschungsergebnisse und Appell zur Unterstützung weltweiter Hilfsprojekte wie „Nothing But Nets“.
Schlüsselwörter
Malaria, Anophelesmücke, Tropenmedizin, Pflege, Plasmodium falciparum, Fieber, Prophylaxe, Therapie, Gesundheitsvorsorge, Reisemedizin, Immunoprophylaxe, Chinin, Chemoprophylaxe, Weltkrankheit, Infektionsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Malaria als Tropenkrankheit, wobei der Fokus sowohl auf der medizinischen Theorie als auch auf den pflegerischen Anforderungen bei der Betreuung erkrankter Patienten liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Biologie des Erregers, die historische Entwicklung der Krankheit, moderne Präventions- und Therapiemethoden sowie das subjektive Erleben von Betroffenen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Pflegepersonal und interessierten Laien ein fundiertes Verständnis der Krankheit zu vermitteln, um im Ernstfall besser reagieren zu können und eine optimale Betreuung zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Verfasserin wählte eine Kombination aus einer systematischen Literaturrecherche (Fachbücher, Studien) und qualitativen Leitfaden-Interviews mit drei Personen, die eine Malaria überlebt haben.
Was wird im pflegerischen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt praxisnah die Pflege bei Fieberzuständen, den Umgang mit Komplikationen, unterstützende Maßnahmen sowie die Bedeutung von psychosozialer Betreuung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Malaria tropica, Anopheles, Prophylaxe, Pflegemaßnahmen und die unterschiedlichen Therapieformen wie Chinin oder moderne Stand-by-Medikation.
Welche Rolle spielt die Reiseberatung für das Pflegepersonal?
Pflegende fungieren oft als erste Ansprechpartner bei Fragen zu Auslandsreisen; die Arbeit unterstreicht, wie wichtig es ist, über Schutzmöglichkeiten und lokale Gegebenheiten in Endemiegebieten informiert zu sein.
Wie gehen die Betroffenen im Interview mit ihrer Erkrankung um?
Die Interviews zeigen sehr individuelle Reaktionen: Während manche die Krankheit fast wie eine Grippe wegsteckten, erlebten andere lebensbedrohliche Verläufe auf Intensivstationen.
- Quote paper
- Mirjam Grabher (Author), 2009, Malaria die Königin der Tropenkrankheiten. Prophylaxe- und Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132411