Das Oligopol ist eine der wichtigsten und interessantesten Marktformen. Teilnehmer dieser Oligopole haben eine hohe Marktmacht und beeinflussen durch ihr Handeln auch das Ergebnis der Anderen stark. Oft wird versucht durch, teilweise unerlaubte Absprachen und Kooperationen, einen höheren Gewinn einzufahren. Dies hat natürlich negative wohlfahrtstheoretische Auswirkungen und erzürnt Verbraucher, die einen höheren Preis für ein Gut bezahlen müssen. Da Oligopole gerade in wichtigen Märkten, wie dem Energie- oder dem Mineralölmarkt auftreten, spielen die Kooperationsformen auch in der Praxis eine große Rolle. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Ausprägungen von erlaubten oder unerlaubten Absprachen und deren Auswirkungen auf das Marktergebnis untersucht. Darunter auch interessante Erscheinungen, wie beispielsweise eine Niedrigstpreisgarantie, welche augenscheinlich betrachtet
zu sehr großem Wettbewerb führt, nach einiger Überlegung aber eher als Absprache zu sehen ist. Diese Analyse erfolgt sehr oft spieltheoretisch, da das Ergebnis eines Unternehmens nicht nur von seiner eigenen Entscheidung, sondern auch von denen der Anderen, am Markt teilnehmenden Unternehmen, abhängt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Implizite Kooperation
2.1.1 Mengenspiel
2.1.2 Preisspiel
2.2 Strategische Allianz
2.3 Kartelle
2.3.1 Die vorteilhafte Außenseiterposition
2.3.2 Preiskartelle bei unterschiedlichen Kosten der Anbieter
2.3.3 Stabilität von Kartellen
2.4 Preisführerschaft
2.4.1 Einordnung
2.4.2 Preisführerschaft durch das kostengünstigere Unternehmen
3 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das kooperative Verhalten von Unternehmen in Oligopolmärkten, wobei der Fokus auf der spieltheoretischen Analyse von erlaubten wie unerlaubten Absprachen und deren Auswirkungen auf das Marktergebnis liegt.
- Analyse von impliziten Kooperationsformen und Signaling-Effekten.
- Untersuchung der Stabilitätsfaktoren von Kartellen und Preiskartellen.
- Bewertung verschiedener Modelle der Preisführerschaft.
- Betrachtung von strategischen Allianzen als Form der Unternehmenskooperation.
Auszug aus dem Buch
2.1 Implizite Kooperation
Unter impliziten Kooperationen zwischen Unternehmen versteht man alle kollusiven Verhaltensweisen, „denen keine explizite Vereinbarung zugrunde liegt.“ Das heißt, ein Parallelverhalten wird durch Signale und nicht durch explizite Absprachen, wie zum Beispiel schriftliche oder mündliche Verträge, erreicht.
Das implizite Kollusionen eine so große Rolle spielen, und damit eine sehr genaue Betrachtung verdienen, liegt vor allem daran, dass explizite Kooperationen durch „wettbewerbspolitische Instanzen mehr oder minder wirksam verfolgt [werden].“ Auch sind explizite Kollusionen nicht immer stabil. Beispielsweise kann es bei Preiskartellen Außenseiter geben, die durch die höheren Preise der Kartellteilnehmer ihren Absatz und Gewinn steigern können. Implizite Signale, wie Niedrigstpreisgarantien, sorgen dann für eine höhere Stabilität, da ein individuelles Verhalten, entgegen den Absprachen, nicht belohnt wird.
Bei der spieltheoretischen Betrachtung ist es wichtig von einer unbekannten Konkurrenzdauer auszugehen, da Spieltheoretiker die implizite Kooperation zu den nicht-kooperativen Strategien zählen und es somit bei bekannter Dauer des Spiels zu keinem kooperativen Verhalten kommen würde. Wir betrachten ein homogenes Duopol mit zwei Anbietern, die jeweils davon ausgehen, der andere handle nach der Trigger-Strategie. Da diese Strategie kein Verzeihen kennt, rechnen die beiden Spieler damit nur einmal einen höheren Gewinn zu machen und später auf die Cournot-Menge und den daraus resultierenden Gewinn, zurückzufallen (bei Mengenstrategie) oder zukünftig keine Gewinne mehr zu machen (bei Preisstrategie).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Marktphänomen des Oligopols ein und erläutert die Bedeutung kooperativen Verhaltens für das Marktergebnis sowie die methodische Herangehensweise.
2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert verschiedene Kooperationsformen wie implizite Kollusion, strategische Allianzen, Kartelle und Preisführerschaft unter spieltheoretischen Gesichtspunkten.
2.1 Implizite Kooperation: Dieses Kapitel behandelt kollusives Verhalten ohne explizite Verträge und erläutert die Stabilität dieser Strategien mittels Spieltheorie.
2.1.1 Mengenspiel: Untersuchung der Kooperation bei Mengenfestlegungen und der Ableitung des kritischen Diskontfaktors für stabiles Verhalten.
2.1.2 Preisspiel: Analyse der Preisstrategien in Duopolen unter Berücksichtigung von Kapazitätsbeschränkungen und Preiskämpfen.
2.2 Strategische Allianz: Erörterung der Kooperation unabhängiger Unternehmen zur Markterschließung und deren Einfluss auf den Wettbewerb.
2.3 Kartelle: Definition und Arten von Kartellen mit Fokus auf der Maximierung gemeinsamer Gewinne durch explizite Preisabsprachen.
2.3.1 Die vorteilhafte Außenseiterposition: Analyse der Anreizstrukturen für Unternehmen, das Kartell zu verlassen, um als Preisanpasser zu agieren.
2.3.2 Preiskartelle bei unterschiedlichen Kosten der Anbieter: Diskussion der Schwierigkeiten bei der Kartellbildung, wenn Grenzkosten der Anbieter stark divergieren.
2.3.3 Stabilität von Kartellen: Zusammenstellung von Kriterien, die die Stabilität eines Kartells fördern, wie Markttransparenz und Marktzutrittsbarrieren.
2.4 Preisführerschaft: Darstellung der Marktsituation, in der ein Anbieter die Preise vorgibt, an denen sich andere orientieren.
2.4.1 Einordnung: Systematisierung der Preisführerschaft in explizite, implizite und barometrische Formen.
2.4.2 Preisführerschaft durch das kostengünstigere Unternehmen: Untersuchung der Dynamik, wenn das effizienteste Unternehmen die Preisführerschaft übernimmt.
3 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Auswirkungen von Oligopol-Kooperationen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit kartellrechtlicher Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Oligopol, Kooperation, Spieltheorie, Kartell, Preisführerschaft, Kollusion, Marktmacht, Cournot-Duopol, Diskontfaktor, Wohlfahrtstheorie, Markttransparenz, Preisspiel, Mengenspiel, Strategische Allianz, Wettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Formen kooperativen Verhaltens von Unternehmen in Oligopolmärkten und deren Auswirkungen auf die Marktpreise und die Wohlfahrt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Absprachen, die Stabilität von Kartellen sowie die Mechanismen der Preisführerschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Ausprägungen erlaubter und unerlaubter Absprachen im Oligopol zu untersuchen und mittels spieltheoretischer Ansätze zu analysieren, wie Unternehmen ihr Marktergebnis beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf mikroökonomische Theorien und spieltheoretische Modelle, wie etwa das Trigger-Strategie-Modell oder die Analyse von Grenzkosten und Grenzerlösen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von impliziter Kooperation, strategischen Allianzen, der detaillierten Kartelltheorie (inklusive Stabilitätskriterien) und verschiedenen Modellen der Preisführerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Oligopol, Spieltheorie, Kartellbildung, Preisführerschaft, Kollusion und Marktmacht.
Warum spielt die Anzahl der Anbieter eine entscheidende Rolle für die Stabilität eines Kartells?
Die Stabilität sinkt oft mit der Anzahl der Teilnehmer, da bei einer größeren Anzahl an Anbietern der Anreiz für den Einzelnen wächst, als Außenseiter durch Preisunterbietung den eigenen Gewinn zu maximieren.
Was unterscheidet die barometrische von der dominanten Preisführerschaft?
Bei der barometrischen Preisführerschaft folgen mehrere Anbieter einem Akteur, wobei der Führer auch wechseln kann; die dominante Preisführerschaft hingegen basiert auf einer dauerhaften Überlegenheit eines Anbieters, der den Markt maßgeblich beeinflusst.
Warum ist die Stabilität von Kartellen bei unterschiedlichen Kostenstrukturen so schwer zu erreichen?
Da unterschiedliche Kosten zu verschiedenen gewinnmaximalen Preisen führen, ist eine Einigung über einen einheitlichen Kartellpreis erschwert; oft sind Ausgleichszahlungen notwendig, um alle Parteien im Kartell zu halten.
- Quote paper
- Nikolai Vogl (Author), Patrick Zwingel (Author), 2009, Kooperatives Verhalten im Oligopol und dessen Auswirkungen auf das Marktergebnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132431