Der große fanzösische Philosoph Jean-Paul Sartre war ein Anhänger des Existentialismus und des Marxismus. Beide philosophische/politische Richtungen werden erläutert und es wird - auch mit Sartres Worten - erklärt, wie er gleichzeitig beiden Denkrichtungen angehören kann. Passen diese überhaupt zusammen? Gibt es Widersprüche?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Marxismus
III. Existentialismus
IV. Freiheitsbegriff bei Karl Marx und Jean-Paul Sartre
V. Sartres Weg zum Marxismus und die Verbindung Existentialismus-Marxismus
VI. Sartres Marxismuskritik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Position von Jean-Paul Sartre im Kontext seines Verhältnisses zum Marxismus und Existentialismus. Dabei wird analysiert, wie Sartre diese beiden Strömungen kritisch beleuchtet, welche Rolle der Freiheitsbegriff spielt und inwieweit er eine Synthese oder Abgrenzung zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Bedingtheit vollzieht.
- Grundlagen des Marxismus und Existentialismus
- Vergleich des Freiheitsbegriffs bei Marx und Sartre
- Sartres Entwicklung und Annäherung an den Marxismus
- Kritische Analyse der marxistischen Theorie durch Sartre
- Verhältnis zwischen individueller Verantwortung und kollektiver Bedingtheit
Auszug aus dem Buch
Sartres Weg zum Marxismus und die Verbindung Existentialismus - Marxismus
Im Jahre 1925, Jean-Paul Sartre ist gerade einmal 20 Jahre alt, gibt es an den Universitäten, auch an seiner, keinen Lehrstuhl für Marxismus. Studenten mit kommunistischer Gesinnung geben Acht darauf, diese in der Öffentlichkeit nicht zu offenkundig zu vertreten. Sie trauen sich nicht, sich auf den Marxismus zu stützen, wenn sie eine Seminararbeit schreiben, die meisten wagen es nicht einmal ihn auch nur zu erwähnen. Denn das würde für sie das Nichtbestehen des Kurses, der Prüfungen bedeuten.
Das heißt jedoch nicht, dass die Schriften des Karl Marx gänzlich verboten sind, das Gegenteil war der Fall: es wird den Schülern sogar geraten, seine Werke zu lesen, aber nur aus einem einzigen Grund: um sie dann “zu widerlegen”. Während dieser Zeit liest Jean-Paul Sartre zwei Schriften des Karl Marx: “Das Kapital” und “Die deutsche Ideologie”. Zu diesen beiden Werken sagt Sartre: “Ich verstand alles glänzend und doch absolut nichts. Denn verstehen heißt, sich ändern, über sich selbst hinausgehen: diese Lektüre änderte mich nicht.”
Was ändert ihn dann? Es ist der Marxismus, wie er in der Realität stattfindet, in unserer Welt. All diese Arbeiter, die den wahren Marxismus von innen heraus leben und ihn ebenso ausüben. Dies übt eine unheimliche Faszination auf Sartre aus, man könnte auch sagen, eine unheimliche Anziehungskraft.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das intellektuelle Milieu der 50er Jahre ein und skizziert Sartres Rolle als politisch engagierter Schriftsteller sowie das Ziel der Untersuchung.
II. Marxismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge der marxistischen Gesellschaftstheorie, ihre Entstehung und die Kernmerkmale wie den Klassenkampf.
III. Existentialismus: Es wird die ontologische Basis des Existentialismus nach Sartre dargelegt, insbesondere das Vorrangverhältnis von Existenz vor der Essenz.
IV. Freiheitsbegriff bei Karl Marx und Jean-Paul Sartre: Hier werden die unterschiedlichen Perspektiven auf Freiheit gegenübergestellt, wobei Marx Freiheit als kollektiv und Sartre als absolut-individuell betrachtet.
V. Sartres Weg zum Marxismus und die Verbindung Existentialismus-Marxismus: Das Kapitel beschreibt Sartres persönliche Annäherung an den Marxismus, motiviert durch praktische Erfahrungen und die politische Realität seiner Zeit.
VI. Sartres Marxismuskritik: Sartre hinterfragt die Stagnation der marxistischen Theorie und die Tendenz zur Dogmatisierung, während er gleichzeitig den Marxismus als die Philosophie der Epoche anerkennt.
Schlüsselwörter
Jean-Paul Sartre, Marxismus, Existentialismus, Freiheit, Verantwortung, Klassenkampf, Geschichtsphilosophie, Ontologie, Individuum, Gesellschaft, Selbstentfaltung, politische Philosophie, Empirismus, Entfremdung, Existenzphilosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophische Auseinandersetzung von Jean-Paul Sartre mit dem Marxismus und seine eigene Verortung innerhalb des Existentialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Definitionen von Marxismus und Existentialismus, der Vergleich der Freiheitsbegriffe beider Denker sowie Sartres spezifische Kritik am damaligen Marxismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Sartres Verhältnis zum Marxismus zu klären, seine Kritik daran zu erörtern und die Vereinbarkeit von existentieller Freiheit mit gesellschaftlicher Bedingtheit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten und philosophischen Fachschriften, um Sartres Ansichten und die theoretischen Konzepte von Marx und dem Existentialismus gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in beide Philosophien, den direkten Vergleich der Freiheitsbegriffe sowie eine detaillierte Untersuchung von Sartres persönlicher und fachlicher Marxismuskritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sartre, Marxismus, Existentialismus, Freiheit und Verantwortung bestimmt.
Warum unterscheidet Sartre zwischen dem Marxismus von Marx und dem der stalinistischen Schule?
Sartre kritisiert, dass der Marxismus zu einer starren Ideologie degeneriert sei und seinen ursprünglichen Charakter als offenes Werkzeug zur Analyse der Wirklichkeit verloren habe.
Wie definiert Sartre den Freiheitsbegriff nach seinen Erfahrungen mit den politischen Ereignissen?
Sartre modifiziert seinen Freiheitsbegriff dahingehend, dass er trotz der Anerkennung gesellschaftlicher Bedingtheiten an der individuellen Verantwortung des Menschen festhält.
Wie reagierte Sartre auf das Label "Existentialist"?
Sartre lehnte das Etikett zunächst ab, akzeptierte es aber später, da er erkannte, dass es die Sichtweise der Öffentlichkeit auf seine Philosophie widerspiegelte.
- Citar trabajo
- Sheila Arutjunova (Autor), 2008, Jean-Paul Sartre - Untersuchung seiner Zugehörigkeit zum Marxismus und Existentialismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132450