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Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten

Der Fall Schmitthenner

Titel: Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Mia-Maris Müller (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das NS-Regime wurde durch zahlreiche Gräueltaten geprägt. Doch wie konnten NS-TäterInnen die Taten vor sich selbst rechtfertigen. Diese Frage nach der Schuldabwehr soll in dieser Arbeit am Beispiel des Militärhistorikers, Rektors der Uni Heidelberg und badischen Kultusministers Paul Schmitthenner erörtert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fall Paul Schmitthenner

3. Psychoanalytische Betrachtung der Schuldabwehr

4. Schmitthenners Lebenserinnerungen

4.1 Haltung zum Antisemitismus

4.2 Verhältnis zur NSDAP

4.3 Wehrpolitische Rednertätigkeit und Ideologie

4.4 Amtliche Stellungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten am Beispiel von Prof. Dr. Paul Schmitthenner. Das primäre Ziel ist es, die moralische Schuldabwehr und Rechtfertigung eigener Handlungen im Nationalsozialismus zu analysieren, um aufzuzeigen, wie NS-Akteure ihre Taten kollektiv und individuell durch Täter-Opfer-Umkehr und Schuldrelativierung zu legitimieren versuchten.

  • Analyse der psychoanalytischen Dynamik der Schuldabwehr
  • Untersuchung von Schmitthenners antisemitischer Haltung
  • Bewertung der wehrpolitischen Ideologie und Propaganda
  • Dekonstruktion von Rechtfertigungsnarrativen im Entnazifizierungsprozess

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die deutsche Erinnerungskultur um den Holocaust bildet eine Konstante in der Kulturpolitik: Ziel ist Aufarbeitung der Geschichte, um eine Versöhnung mit den Opfern zu ermöglichen. Doch diese werden vermehrt Studien publiziert, die eine gelungene Entnazifizierung widerlegen. So thematisiert u.a. in der Vorstudie „Die Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) hinsichtlich möglicher personeller und sachlicher Kontinuitäten zur Zeit des Nationalsozialismus“ eine personelle Kontinuität: NS – Belastete diffundierten in die bundesdeutschen staatstragende Strukturen. Dies ordnet sich in die allgemeine historische Betrachtung ein; so beurteilt der Historiker Frank Engehausen die Spruchkammerverfahren als gescheiterte Entnazifizierungsmaßnahme, da Angeklagte trotz nachweisbarer Schuld „nur“ als Mitläufer klassifiziert worden wären. Dazu komme, dass die Verteidigungsstrategien eine reflektierte Auseinandersetzung mit der persönlichen Schuld verhindern würden, da sie ihre Handlungen rechtfertigen mussten. Doch wie rechtfertigten NS – Belastete ihre Taten?

Die vorliegende Arbeit soll die erwähnten Verteidigungsstrategien am Beispiel des NS – Belasteten Prof. Dr. Paul Schmitthenner untersuchen. Schuld soll dabei nicht unter juristischen, sondern unter moralischen Gesichtspunkten verstanden werden – als Verantwortung für Unrecht, das aus den eigenen Taten und Handlungen resultiert und gegen eine allgemeine übergeordnete Moral verstößt. Schmitthenner dient als repräsentativer Fall, da er ab 1933 mittlere politische Ämter sowie von 1938 bis 1945 den Rektoratsposten der Universität Heidelberg innehatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten und Darlegung der zentralen Fragestellung am Beispiel von Paul Schmitthenner.

2. Der Fall Paul Schmitthenner: Zusammenfassung des Lebenswegs Schmitthenners, unter besonderer Berücksichtigung seiner politischen Karriere und akademischen Laufbahn zwischen 1918 und 1963.

3. Psychoanalytische Betrachtung der Schuldabwehr: Erläuterung der psychologischen Mechanismen des Antisemitismus und der Schuldabwehr, sowie der Dynamik der Täter-Opfer-Umkehr.

4. Schmitthenners Lebenserinnerungen: Detaillierte Prüfung seiner Selbstwahrnehmung anhand von vier Schwerpunkten: Antisemitismus, NS-Bezug, Wehrpolitik und amtliche Funktion.

5. Fazit: Synthese der Ergebnisse zur Schuldabwehr, welche eine durchgängige Strategie der Relativierung und Selbstinszenierung als Opfer belegt.

Schlüsselwörter

Paul Schmitthenner, Nationalsozialismus, Schuldabwehr, Antisemitismus, Entnazifizierung, Täter-Opfer-Umkehr, NS-Belastete, Erinnerungskultur, wehrpolitische Erziehung, Spruchkammerverfahren, Ideologie, moralische Verantwortung, NS-Karriere, Universität Heidelberg, Relativierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen, mit denen sich NS-Belastete nach 1945 ihrer moralischen Verantwortung entzogen haben, am Beispiel des Politikers und Akademikers Paul Schmitthenner.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Schuldabwehr, der Antisemitismus, die instrumentelle Nutzung des Rektoratpostens sowie die nachträgliche Legitimierung politischer Handlungen während der NS-Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verteidigungsnarrative Schmitthenners zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie diese ideologisch motiviert waren, um die persönliche Schuld zu relativieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit nutzt eine biographische Analyse von Primärquellen, insbesondere Schmitthenners Lebenserinnerungen, in Kombination mit einer psychoanalytischen Interpretation von Schuldabwehrmechanismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Schuldabwehr und eine empirische Fallstudie, die Schmitthenners Haltung zum Antisemitismus, zur NSDAP und zu seinen offiziellen Ämtern untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Täter-Opfer-Umkehr, Schuldabwehr, NS-Ideologie und moralische Verantwortung geprägt.

Inwiefern spielt der Antisemitismus eine Rolle in Schmitthenners Verteidigung?

Schmitthenner bedient sich des sekundären Antisemitismus, indem er Schuld auf die Alliierten oder die Juden selbst projiziert, um sein eigenes Handeln als Reaktion auf äußere Umstände darzustellen.

Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich seiner Rolle als Rektor?

Die Untersuchung macht deutlich, dass Schmitthenner seine Rektorenrolle nachträglich als notwendige, fachlich motivierte Tätigkeit darstellte, während er seine ideologische Konformität mit dem NS-Regime bewusst ausblendete.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten
Untertitel
Der Fall Schmitthenner
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Zentrum für Europäische Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
NS Prozesse
Note
1,7
Autor
B.A. Mia-Maris Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
27
Katalognummer
V1324573
ISBN (PDF)
9783346809018
ISBN (Buch)
9783346809025
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NS Prozesse Nationalsozialismus Paul Schmitthenner Antisemitismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Mia-Maris Müller (Autor:in), 2022, Verteidigungsstrategien von NS-Belasteten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324573
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Leseprobe aus  27  Seiten
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