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Gewalt in Thüring von Ringoltingens "Melusine"

Title: Gewalt in Thüring von Ringoltingens "Melusine"

Bachelor Thesis , 2008 , 35 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Terrorismus, Kriege, Attentate - Gewalt ist in den Nachrichten, mit denen uns die modernen Medien überschütten, nahezu allgegenwärtig. Doch diese ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts.
Welche Gewalttat die erste war, ist unmöglich zu rekonstruieren, doch gilt noch heute der Tag, an welchem Kain im 1. Buch Mose 4, 1-16 seinen Bruder Abel erschlug, als derjenige, in welchem die Gewalt "in die Welt kam".
Es verwundert nicht, dass man häufig auch in der Literatur auf verschiedenste Formen von Gewalt trifft. Richtet man den Fokus auf die Literatur des Mittelalters, so fällt auf, dass es verschiedene Gattungen gibt, welche ohne Gewalt gar nicht hätten auskommen können. In Heldenepen, höfischen Romanen, Mären oder Passionsspielen gelten Kriege, Kämpfe, Verbrechen, Folterungen und Hinrichtungen als Hauptinhalte. Doch auch bei anderen Gattungen wie dem Minnesang finden sich beispielsweise auf der Ebene der Metaphorik erstaunlich enge Beziehungen zur Gewalt.
Auch im deutschen Prosaroman "Melusine" des Berners Thüring von Ringoltingen, der auf dem französischen Versroman Couldrettes basiert und am 29. Januar 1456 vollendet wurde, spielt Gewalt eine zentrale Rolle. "Massenmord, Verwandtenmord, Burdermord, Eidbrüche, Freiheitsberaubung des Vaters, Einsetzung von landschädlichen Riesen als Grabwächter" - die Liste der Verbrechen, welche in diesem Werk auftreten, ist gross.
Diese Arbeit macht es sich zur Aufgabe, aufschlussreiche Szenen dieses Werks hinsichtlich Gewalt und deren Darstellung wie auch ihre Einbettung in die Handlung zu untersuchen. Sämtliche Zeilenangaben in dieser Arbeit beziehen sich auf die 2006 von André Schnyder in Verbindung mit Ursula Rautenberg herausgegebene Ausgabe des Romans.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Thematik

2.1 Der Begriff Gewalt

2.2 Gewalt im Mittelalter

2.3 Gewalt und Literatur

3 Die Gewaltakte

3.1 Totschlag Reymonds an seinem Onkel (Z. 120-214)

3.2 Verbrennung des Klosters Maillezais (Z. 1859-1932)

3.3 Tötung Horribels (Z. 2099-2262)

3.4 Die Rache der drei Schwestern (Z. 2526-2594)

3.5 Geffroys Rache am Grafen vom Forst (Z. 2708-2760)

4 Darstellung der Gewalttaten

4.1 Sprachlich

4.2 Inhaltlich

5 Verknüpfungen der Gewaltszenen

5.1 Sprachlich

5.2 Inhaltlich

6 Fazit

7 Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Gewalt im deutschen Prosaroman "Melusine" von Thüring von Ringoltingen, analysiert deren Darstellung und Einbettung in die Handlung sowie die intertextuellen Verknüpfungen spezifischer Gewaltszenen innerhalb der Familie der Lusignan.

  • Analyse von fünf ausgewählten, innerfamiliären Gewaltakten.
  • Untersuchung der sprachlichen und inhaltlichen Darstellung von Gewaltszenen.
  • Diskussion des Gewaltbegriffs im Kontext des Mittelalters und der Literatur.
  • Erforschung der moralischen Bewertung von Gewalt durch den Erzähler und die Figuren.
  • Aufdeckung von strukturellen und inhaltlichen Kettenreaktionen innerhalb der Familiengeschichte.

Auszug aus dem Buch

3.2 Verbrennung des Klosters Maillezais (Z 1859-1932)

Die Verbrennung des Klosters Maillezais durch Geffroy wird im Roman zweimal geschildert. Zum ersten Mal geschieht dies durch den Erzähler (Z. 1859-1932), welcher allwissend ist37, und zum zweiten Mal durch einen Boten (Zeilen 1907-1915). Für die Untersuchung der Gewalttat wird die Version des Erzählers berücksichtigt, da sie ausführlicher ausfällt. Einzig in Bezug auf die Wertung der Gewaltszene wird auch die Schilderung des Boten miteinbezogen.

Inhalt

Geffroy, der sechste Sohn von Reymond und Melusine, erfährt von einem Boten, dass sein Bruder Froymond Mönch im Kloster Maillezais geworden ist. Darüber wird er derart wütend, dass er wie ein wildes Schwein zu schäumen beginnt, weil sein Bruder in seinen Augen mit dem Eintritt ins Kloster den Ritterstand verachtet. Aus diesem Grund will er das Maillezais und alle darin lebenden Mönche vernichten. Geffroy reitet zum Kloster und bedroht die Mönche mit dem Tod. Obwohl Froymond seinem Bruder versichert, dass er dem Kloster aus freien Stücken beigetreten ist und sich dort sehr wohl fühlt, sperrt Geffroy alle Mönche ins Kloster ein und setzt es in Brand. Sämtliche Mönche kommen aufgrund von Geffroys Brandstiftung um.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung verortet das Thema Gewalt in der Literatur des Mittelalters und führt in den Melusinenroman von Thüring von Ringoltingen ein, wobei die Forschungsfrage nach der Darstellung und Einbettung von Gewalt formuliert wird.

2 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel definiert Gewalt als physischen oder psychischen Zwang und diskutiert den historischen Kontext des Mittelalters sowie die Bedeutung von Gewalt als rotem Faden in der Literatur.

3 Die Gewaltakte: In diesem zentralen Kapitel werden fünf spezifische Gewaltszenen – vom Totschlag Reymonds bis hin zu Geffroys Rache – inhaltlich zusammengefasst, ihre Auslöser identifiziert und die direkten Folgen für die Beteiligten beleuchtet.

4 Darstellung der Gewalttaten: Dieser Abschnitt analysiert sowohl die nüchterne sprachliche Gestaltung der Szenen als auch die inhaltlichen moralischen Wertungen durch den Erzähler und die betroffenen Figuren.

5 Verknüpfungen der Gewaltszenen: Hier werden die inneren Zusammenhänge der Gewalttaten aufgedeckt, wobei insbesondere Rache, Zorn und die Kettenreaktion innerhalb der Familiengeschichte der Lusignan im Mittelpunkt stehen.

6 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Werk strukturell auf Gewalt basiert und zeigt eine Entwicklung hin zur Sühne auf, die eine gewaltlosere Zukunft der Familie andeuten könnte.

7 Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die zur wissenschaftlichen Untersuchung der Thematik herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Gewalt, Melusine, Thüring von Ringoltingen, Mittelalter, Rache, Zorn, Familiengeschichte, Lusignan, Literaturwissenschaft, Gewaltdarstellung, Prolepse, Schuld, Sühne, Struktur, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung, Bedeutung und Verknüpfung von Gewalttaten innerhalb des Melusinenromans von Thüring von Ringoltingen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die literarische Ästhetik von Gewalt, die mittelalterliche Gewaltauffassung, die Motivation der Akteure sowie die erzählerische Strukturierung durch Prolepsen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die aufschlussreichen Szenen des Werks hinsichtlich ihrer Gewaltanwendung, deren Darstellung und der Einbettung in die Gesamthandlung systematisch zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text strukturell und inhaltlich auf Gewaltmotive untersucht und diese in den Kontext der mittelalterlichen Forschung einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der fünf wichtigsten Gewaltakte, deren sprachliche und inhaltliche Darstellung sowie die Analyse ihrer gegenseitigen Verknüpfungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gewalt, Rache, Familiengeschichte, Lusignan, Zorn, Sühne und mittelalterliche Literatur.

Welche Bedeutung kommt der Figur Geffroy zu?

Geffroy wird als die gewalttätigste Figur des Romans dargestellt, dessen Handeln den Kern der destruktiven Kettenreaktionen bildet, gegen Ende jedoch eine Entwicklung durch Reue und Sühne erfährt.

Inwiefern spielt die Figur der Melusine eine Rolle für die Gewalt?

Melusine agiert sowohl als Auslöserin (durch ihr dämonisches Erbe und die Verfluchungen) als auch als moralische Instanz, die bestimmte Taten rechtfertigt oder als notwendig bewertet.

Wie werden die Gewaltszenen sprachlich im Roman vermittelt?

Der Autor beschreibt die Taten auffallend nüchtern und informativ, wobei die Wirkung der Szenen maßgeblich durch Vorausdeutungen (Prolepsen) verstärkt wird.

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Details

Title
Gewalt in Thüring von Ringoltingens "Melusine"
College
University of Bern
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2008
Pages
35
Catalog Number
V132472
ISBN (eBook)
9783640387076
ISBN (Book)
9783640386888
Language
German
Tags
Gewalt Thüring Ringoltingens Melusine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2008, Gewalt in Thüring von Ringoltingens "Melusine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132472
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