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Erich Maria Remarques Beteiligung am Film "Der letzte Akt" (1955) und die Rezeption in der deutschen und internationalen Presse

Title: Erich Maria Remarques Beteiligung am Film "Der letzte Akt" (1955) und die Rezeption in der deutschen und internationalen Presse

Bachelor Thesis , 2022 , 42 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Alina Kohl (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Obwohl "Der letzte Akt" in Deutschland und Österreich eher gemischte Reaktionen bei seinem Publikum auslöste, wurden im Ausland große Erfolge verbucht. Die Kinoproduktion wurde in 52 Ländern verkauft und ist damit der erfolgreichste deutschsprachige Nachkriegsfilm seiner Zeit, während "Der letzte Akt" in Deutschland nach kurzer Zeit aus den Kinos verschwand und als kommerzieller Misserfolg gilt.

Die Forschungsfrage dieser wissenschaftlichen Arbeit zielt auf diese Diskrepanz ab, indem journalistische Beitrage zum einen aus Deutschland und Österreich und zum anderen aus dem Ausland herangezogen und anschließend in ihrem Inhalt verglichen werden. Denn vor und nach der Uraufführung wurden journalistische Artikel verschiedener Zeitungen und/oder Zeitschriften zu der Kinoproduktion veröffentlicht, die nach der Intention der Mitwirkenden fragten und auf Basis dieser im Vorhinein eine konkrete Haltung zu der Produktion einnahmen. Auch nach der Premiere verstummten die Debatten um den Film nicht und es wurde sich weiterhin seitens der Presse klar zu dem Filmprojekt positioniert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausarbeitung ist die Beteiligung Erich Maria Remarques an dieser Kinoproduktion, sodass zunächst der deutsche Schriftsteller vorgestellt wird. Daraufhin folgen Informationen zu "Der letzte Akt", durch die Vorstellung der Filmdaten, der Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte und der Einführung in das dazugehörige Drehbuch von Remarque als Autor. Weiter spielen die Intentionen und Absichten der Parteien (Remarque — Regisseur Pabst, Produzent Szokoll) an der Teilhabe des Projekts eine beachtliche Rolle, sodass diese für jede Instanz untersucht und herausgestellt werden. Denn die verschiedenen Zielsetzungen sind für die Formung des Endprodukts, sowie der anschließenden Kritik an diesem, nicht unerheblich. Unter Einbeziehung verschiedener Gesichtspunkte werden im letzten Schritt, bezogen auf die Erinnerungskultur in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, Gründe für die unterschiedliche Rezeption im In- und Ausland herausgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erich Maria Remarque — Werke und Leben des Schriftstellers

3. Der letzte Akt (1955): Filmdaten

3.1. die Entstehungsgeschichte

3.2. das Drehbuch von Remarque

4. Zielsetzungen und Intention der Mitwirkenden

4.1. Intention von Remarque als Autor

4.2. Intentionen von Produzent Szokoll und Regisseur G.W. Pabst

5. Rezeption in der deutschen und internationalen Presse

5.1. nationale Rezeption

5.2. internationale Rezeption

6. Die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland zeigt sich in der Kritik

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der nationalen und internationalen Rezeption des Spielfilms "Der letzte Akt" (1955). Dabei analysiert die Arbeit die politischen Intentionen der Mitwirkenden — insbesondere von Erich Maria Remarque, Regisseur G.W. Pabst und Produzent Carl Szokoll — und setzt diese in den Kontext der deutschen Nachkriegs-Erinnerungskultur, um zu erklären, warum das Projekt in Deutschland als kommerzieller Misserfolg galt, während es international Erfolge erzielte.

  • Beteiligung und politische Intentionen von Erich Maria Remarque am Filmprojekt
  • Konflikte in der Drehbuchgestaltung und künstlerischen Vision zwischen den Beteiligten
  • Vergleich der zeitgenössischen Presse-Kritiken aus Deutschland, Österreich und dem Ausland
  • Einfluss der deutschen Nachkriegs-Erinnerungskultur auf die Filmrezeption

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Dem deutschsprachigen Film Der letzte Akt (1955) wurde die Aufgabe zugesprochen, sich den letzten Tagen Hitlers geschichtlich und dokumentarisch anzunehmen und die wirklichen Geschehnisse im „Führerbunker“ in Berlin Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 auf Leinwand zu reproduzieren. Dementsprechend wird bereits zu Beginn des Spielfilms der Text „Dieser Film erzählt die Geschichte einer Zeit, wie sie war und nie mehr wiederkehren darf. Berichte der Überlebenden und geschichtliche Quellen lieferten den Stoff für die Gestaltung des Drehbuches.“ eingeblendet.

Wenige Tage nach der Premiere am 28. April 1955 positionierte sich der Journalist Paul Hühnerfeld in dem Wochenblatt Die Zeit unter der Headline „Der letzte Akt - ein Film. Das Inferno wurde zur Groteske“ mit folgenden Worten zu der Kinoproduktion: „Herausgekommen ist ein Film von trauriger, verballhornter Groteske […], der das Phänomen des unter den Trümmern von Berlin allmählich in Blut und Dreck erstickenden Nazismus dem hysterischem Gelächter des Publikums preisgibt.“

Ganz anders scheint der Film auf die Variety Film Reviews zu wirken, sodass die Leserschaft des renommierten Unterhaltungs- bzw. Boulevardmagazins in New York am 04. Mai 1955 auf folgendes Resümee stießen: „‚Der Letzte Akt‘ packs a powerful impact from start to end. Film is probably as close to the truth as any historical presentation of this sadistic, mad fanatic can be. […] And the production from its horrible beginning to its agonizing end, is a deeply moving one.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Films "Der letzte Akt" ein, skizziert die konträre nationale und internationale Rezeption im Jahr 1955 und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.

2. Erich Maria Remarque — Werke und Leben des Schriftstellers: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Überblick über Remarques Werdegang, seine Kriegserfahrungen und sein Selbstverständnis als Schriftsteller, um eine Grundlage für seine Beteiligung an dem Filmprojekt zu schaffen.

3. Der letzte Akt (1955): Filmdaten: Hier werden die technischen Produktionsdaten, die Besetzung sowie die Entstehungsgeschichte des Drehbuchs und der Rekonstruktionsprozess der ursprünglichen Ideen detailliert erläutert.

4. Zielsetzungen und Intention der Mitwirkenden: Dieses Kapitel beleuchtet die divergierenden politischen und künstlerischen Ambitionen von Remarque, Szokoll und Pabst bei der Konzeption und Umsetzung des Films.

5. Rezeption in der deutschen und internationalen Presse: Eine detaillierte Gegenüberstellung der zeitgenössischen Kritiken zeigt die deutliche Differenz zwischen der ablehnenden Haltung in Deutschland und Österreich sowie der positiven Resonanz im Ausland.

6. Die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland zeigt sich in der Kritik: Diese Analyse setzt die negative Rezeption im Inland in den Kontext der deutschen Erinnerungskultur nach 1945 und erklärt die Ablehnung als Symptom eines mangelnden Aufarbeitungsprozesses.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Film aus heutiger Sicht als wichtiges geschichtsträchtiges Dokument, das frühzeitig zur notwendigen Aufklärungsarbeit in Deutschland beitrug.

Schlüsselwörter

Der letzte Akt, Erich Maria Remarque, G.W. Pabst, Carl Szokoll, Rezeption, Nationalsozialismus, Vergangenheitsbewältigung, Hitler, Nachkriegsfilm, Filmgeschichte, Erinnerungskultur, Drehbuch, Antikriegsfilm, Presseberichterstattung, Neonazismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte des Kinofilms "Der letzte Akt" aus dem Jahr 1955, wobei besonderer Wert auf die Unterschiede zwischen der negativen Aufnahme in Deutschland und Österreich und der international positiven Kritik gelegt wird.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Beteiligung von Erich Maria Remarque, die unterschiedlichen politischen Intentionen der Filmemacher sowie der Kontext der deutschen Erinnerungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte erklären, warum der Film im Inland auf Ablehnung stieß und commercial scheiterte, während er international als bedeutendes künstlerisches Werk Anerkennung fand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Analyse journalistischer Quellen aus dem In- und Ausland sowie auf die Auswertung biografischer und filmhistorischer Dokumente.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Films, die Intentionen der Beteiligten und stellt diese den tatsächlichen Kritiken gegenüber, bevor er die gesellschaftlichen Abwehrmechanismen in Deutschland beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Entmythologisierung, politische Intention, Erinnerungskultur und der Name des Autors Erich Maria Remarque.

Warum war der Film in Deutschland ein kommerzieller Misserfolg?

Viele zeitgenössische Zuschauer und Kritiker empfanden die Darstellung Adolf Hitlers und das Thema des Nationalsozialismus in der 1955er Gesellschaft noch als tabuisiert oder als Angriff auf das nationale Selbstbild, was zu einer ablehnenden Haltung führte.

Welche Rolle spielte Remarque bei der Konzeption des Films?

Remarque verfasste als Autor das Drehbuch und war bestrebt, eine politische Aufklärung über das NS-Regime zu leisten und eine "Entmythologisierung" Hitlers voranzutreiben, stieß dabei jedoch mit Regie und Produktion zusammen.

Wie unterscheidet sich die internationale Kritik von der deutschen?

Während in Deutschland vor allem die politische Intention und die vermeintliche "historische Korrektheit" diskutiert wurden, lobte die internationale Presse stärker die filmischen Qualitäten, die Atmosphäre und die schauspielerischen Leistungen.

Welche Bedeutung kommt dem Film aus heutiger Sicht zu?

Heute wird der Film als wichtiges, geschichtsträchtiges Dokument bewertet, das bereits 1955 den Mut bewies, sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus zu befassen.

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Details

Title
Erich Maria Remarques Beteiligung am Film "Der letzte Akt" (1955) und die Rezeption in der deutschen und internationalen Presse
College
University of Osnabrück
Grade
2,2
Author
Alina Kohl (Author)
Publication Year
2022
Pages
42
Catalog Number
V1324752
ISBN (PDF)
9783346809445
ISBN (Book)
9783346809452
Language
German
Tags
erich maria remarques beteiligung film rezeption presse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alina Kohl (Author), 2022, Erich Maria Remarques Beteiligung am Film "Der letzte Akt" (1955) und die Rezeption in der deutschen und internationalen Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1324752
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