In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob aus neuropsychologischer Sicht die Anwendung des ILF-Neurofeedbacks zielführend scheint und diese Methode eine sinnvolle Erweiterung des Behandlungsspektrums bei ADHS darstellen könnte.
Um sich der Thematik zu nähern, soll zunächst das Störungsbild ADHS mit seinen neurologischen und neuropsychologischen Grundlagen erläutert werden. Nachfolgend sollen die in den Leitlinien genannten Neurofeedbackverfahren SMR, Theta-Beta Training und SCP kurz beschrieben und das ILF-Neurofeedback ausführlich dargestellt werden. Schließlich sollen Studien
betrachtet werden, welche sich mit der Frage der Wirksamkeit von ILF-Neurofeedback bei ADHS beschäftigen, die Ergebnisse zusammengefasst und interpretiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. ADS/ ADHS
2.1 Neurologische Grundlagen
2.2 Neuropsychologische Grundlagen
3. Grundlagen des Neurofeedbacktrainings
3.1 SMR-Neurofeedback
3.2 Theta-Beta Training
3.3 SCP-Neurofeedback
3.4 ILF-Neurofeedback
4. Aktuelle Studienlage zu ILF-Neurofeedback
5. Auswertung der Ergebnisse
6. Diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht auf der Grundlage existierender neuropsychologischer und neurologischer Erkenntnisse, inwieweit die Anwendung von ILF-Neurofeedback eine zielführende Methode zur Behandlung von ADHS darstellen kann. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob das Verfahren eine sinnvolle Erweiterung des therapeutischen Spektrums bietet.
- Grundlagen des Störungsbildes ADHS
- Neurobiologische und neuropsychologische Erklärungsmodelle
- Vergleich gängiger Neurofeedback-Verfahren
- Mechanismen und Anwendung des ILF-Neurofeedbacks
- Kritische Analyse aktueller Studien zur Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
3. Grundlagen des Neurofeedbacktrainings
Neurofeedback stellt eine spezielle Form des Biofeedbacks dar, bei der die Hirnstromaktivität mittels EEG gemessen, in Frequenzbänder zerlegt und dem Patienten zurückgemeldet wird; der Patient soll mittels operanter Konditionierung lernen, die Aktivitätsniveaus zu beeinflussen (vgl. Drüge, 2016). Liegt die Frequenz im gewünschten Frequenzband, wird der Patient, der auf den Feedbackbildschirm schaut, „belohnt“, je nach Neurofeedbacksystem z.B. über ein klares, scharfes Bild, einen deutlichen Ton oder über eine bestimmte Bewegung auf dem Bildschirm. Als Frequenzbänder werden werden die verschiedenen Geschwindigkeiten bezeichnet, in denen Potenzialverschiebungen stattfinden, welche über die Stärke der Aktivierung der Pyramidenzellen des Kortex gemessen werden können (vgl. Haus et al., 2017, S. 18).
Vereinfacht gesagt wird über das EEG gemessen, in welcher Geschwindigkeit die Neuronen elektrische Impulse senden, diese Geschwindigkeiten werden bestimmten Frequenzbereichen (= Frequenzbändern) zugeordnet und dem Patienten zurückgemeldet. Die Frequenzbänder werden in Hertz (Hz) angegeben, wobei Hertz im Zusammenhang mit EEG die Häufigkeit pro Sekunde meint (vgl. Krämer, 2005, S. 204).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Prävalenz von ADHS ein und stellt die Relevanz des ILF-Neurofeedbacks als potenzielle Therapieergänzung innerhalb des multimodalen Behandlungsansatzes dar.
2. ADS/ ADHS: Hier werden die klinischen Diagnosekriterien und die neurobiologischen sowie neuropsychologischen Grundlagen der Störung umfassend erläutert.
3. Grundlagen des Neurofeedbacktrainings: Das Kapitel erläutert die technischen Prinzipien des Neurofeedbacks und differenziert zwischen SMR-, Theta-Beta-, SCP- und dem speziellen ILF-Neurofeedback.
4. Aktuelle Studienlage zu ILF-Neurofeedback: In diesem Teil werden ausgewählte Studien zum ILF-Neurofeedback hinsichtlich ihres Vorgehens und ihrer Ergebnisse tabellarisch und deskriptiv gegenübergestellt.
5. Auswertung der Ergebnisse: Eine kritische Analyse der Studienlage erfolgt hier unter besonderer Berücksichtigung von Stichprobengrößen, Kontrollgruppendesigns und potenziellen Interessenkonflikten.
6. Diskussion: Das Fazit abwägend betrachtet die Wirksamkeit des ILF-Neurofeedbacks und konstatiert, dass eine abschließende Bewertung aktuell aufgrund mangelnder Evidenz nicht möglich ist.
Schlüsselwörter
ADHS, Neurofeedback, ILF-Neurofeedback, EEG, Selbstregulation, Gehirnaktivität, Aufmerksamkeit, Impulsivität, Neuropsychologie, Forschungsstand, Therapieansatz, Evidenz, SMR, SCP, Theta-Beta-Training.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des ILF-Neurofeedbacks als therapeutische Methode bei ADHS, unter Berücksichtigung der neurologischen Grundlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die ADHS-Diagnostik, neurobiologische Erklärungsmodelle, diverse Neurofeedback-Verfahren sowie eine kritische Auswertung aktueller Wirksamkeitsstudien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob das ILF-Neurofeedback neuropsychologisch fundiert als sinnvolle Erweiterung des ADHS-Behandlungsspektrums betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit vorliegenden Studien, um den aktuellen Wissensstand zum ILF-Neurofeedback zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Störungsbildes, die Funktionsweise von Neurofeedback-Prozessen sowie die Analyse von Studien, die sich mit dem ILF-Verfahren beschäftigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen ADHS, ILF-Neurofeedback, Selbstregulation, EEG-Methodik und neuropsychologische Wirkmechanismen.
Inwiefern beeinflussen Anbieter von Neurofeedback-Geräten die Studienlage?
Die Arbeit weist darauf hin, dass einige der untersuchten Studien Interessenkonflikte aufweisen, da sie entweder von Instituten finanziert wurden, die Ausbildungskurse anbieten, oder Mitarbeiter der Gerätehersteller direkt an den Studien beteiligt waren.
Warum ist eine abschließende Bewertung des ILF-Neurofeedbacks schwierig?
Die Bewertung ist schwierig, da die Wirkungsmechanismen von ADHS und die spezifische Wirkung des ILF-Neurofeedbacks wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind und oft Kontrollgruppen in Studien fehlen.
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- Nadine Fehr (Author), 2022, ILF-Neurofeedback. Eine sinnvolle Therapieoption bei AD(H)S?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325014