In allzu bewegten Zeiten wie den heutigen ist strategisches Vorgehen mehr gefragt denn je. Dazu müssen verschiedene Szenarien nach bestem Wissen und Gewissen gegeneinander aufgewogen werden. Als ausschlaggebende Messgröße für den Erfolg der eigenen strategischen Überlegungen kann im Anschluss unter anderem die Performance herangezogen werden. Wie gut lässt sich also die Performance mit Hilfe von strategischen Modellen wie der Balanced Scorecard oder darauf aufbauender dynamischer Systeme beeinflussen?
Die vorliegende Hausarbeit klärt zunächst grundlegende Begriffe, um eine Einordnung der folgenden Konzeptionen zu erleichtern. Darüber hinaus wird die Balanced Scorecard eingeführt und anschließend gezeigt, weshalb eine Erweiterung mit Hilfe von dynamischen Systemen sinnvoll ist. Im Anschluss zeigt eine Fallstudie anhand von verschiedenen Kennzahlen und Perspektiven in beiden Konzepten die Vorgehensweise und die unterschiedlichen Ausprägungen auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Modell
2.2 System
2.3 Simulation
2.4 Performance-Treiber
3. System Dynamics
3.1 Grundlagen
3.2 Modellierungsprozess
4. Balanced Scorecard
4.1 Eigenschaften
4.2 Perspektiven
5. Case Study
5.1 Fallbeschreibung
5.2 Anwendung Balanced Scorecard
5.3 Anwendung System Dynamics
5.3.1 Ausgangsmodell nach Sterman
5.3.2 Erweitertes Modell zur Fallstudie
5.3.3 Auswertung / Simulation
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Balanced Scorecard zur Performance-Steuerung von Unternehmen ausreicht und wie eine Erweiterung durch dynamische Systeme, konkret System Dynamics, komplexere Zusammenhänge validierbar und steuerbar machen kann.
- Grundlagen der Systemtheorie und Modellbildung
- Methodik der Balanced Scorecard und ihre Grenzen
- System Dynamics als Ansatz zur dynamischen Unternehmensmodellierung
- Analyse eines Fallbeispiels zur Markttransformation
- Integration von Simulationen in strategische Entscheidungsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen
Historisch entstammt System Dynamics der Konzeptforschung für Servomechanismen, welche bereits während des Zweiten Weltkriegs benötigt wurden. Als ein zentraler Erkenntnisgewinn gilt, dass die Interaktion zwischen den Systemkomponenten einen entscheidenden Einfluss auf das System hat. Auf dieser Basis bildete sich die Informations-Rückkopplungs-Theorie, welche den Gedanken der Wertigkeit der Interaktion wieder auffasst. Systeme werden in dieser Theorie also vorrangig durch Rückkopplungen der Systemelemente beeinflusst und weniger durch die absoluten Ausgangswerte der einzelnen Elemente.
Rückkopplungen folgen dabei zwei Arten:
x Positive Rückkopplungsschleifen
x Negative Rückkopplungsschleifen
Innerhalb dieser Rückkopplungsschleifen treten ggf. Verzögerungen und Verzerrungen auf und es bestehen Verbindungen zwischen den Schleifen. Daneben zeigt sich ähnlich wie in makroökomischen Modellen ein sich selbst verstärkender Effekt, welcher zu eskalierenden positiven Wachstumsprozessen oder negativen Schrumpfungsprozessen führt.
Neben diesem theoretischen Grundgerüst bildet ein System aus Differentialgleichungen die mathematische Basis für System Dynamics. Die Veränderungen im Zielsystem ergeben sich durch die Veränderungen der Gleichungen im Zeitverlauf ausgehend von einem gegebenen oder gesetzten Ist-Zustand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung zur Performance-Messung in dynamischen Zeiten und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Modell, System, Simulation und Performance-Treiber definiert.
3. System Dynamics: Es werden die theoretischen Grundlagen und der Modellierungsprozess von System Dynamics erörtert.
4. Balanced Scorecard: Dieses Kapitel behandelt die Eigenschaften und die vier Perspektiven der Balanced Scorecard.
5. Case Study: Eine detaillierte Fallstudie demonstriert die Anwendung der Balanced Scorecard und deren Ergänzung durch System Dynamics anhand eines Marktmodells.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass dynamische Systeme notwendig sind, um Wechselwirkungen in Unternehmen besser abzubilden und strategisch zu bewerten.
Schlüsselwörter
Performance-Analyse, Balanced Scorecard, System Dynamics, Modellierung, Simulation, Unternehmensführung, Strategie, Rückkopplung, Kennzahlen, Fallstudie, Unternehmenswert, Markttransformation, Differentialgleichungen, Entscheidungsfindung, Strategisches Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Methoden der Unternehmenssteuerung und untersucht, wie man Performance-Treiber durch unterschiedliche Modellierungsansätze validieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Balanced Scorecard zur strategischen Planung und System Dynamics als dynamischer Modellierungsansatz für komplexe Unternehmenseinflüsse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Grenzen der statischen Balanced Scorecard durch die Einbeziehung dynamischer Systeme überwunden werden können, um eine bessere Grundlage für strategische Entscheidungen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine Kombination aus Literaturanalyse zur Theoriebildung und eine simulative Fallstudie basierend auf den Modellen von Forrester und Sterman.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung beider Methoden sowie die praktische Umsetzung und Simulation eines Fallbeispiels zum Absatzmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Performance-Analyse, System Dynamics, Balanced Scorecard, Simulation, Rückkopplung und strategisches Management.
Warum reicht die Balanced Scorecard allein nach Ansicht des Autors nicht aus?
Die Balanced Scorecard kann komplexe, dynamische Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Unternehmensperspektiven nicht abbilden, was wichtige strategische Einblicke erschwert.
Welche Rolle spielt die Simulation innerhalb der Arbeit?
Die Simulation dient dazu, theoretische Annahmen mit Hilfe von Zahlenmaterial zu untermauern und verschiedene Szenarien für die Unternehmensführung bewertbar zu machen.
Was genau berechnet das erweiterte System-Dynamics-Modell im Fallbeispiel?
Das Modell berechnet die Transformation von potenziellen Nachfragern zu echten Kunden und leitet daraus basierend auf Erstkauf- und Nachkaufraten Umsätze sowie den Unternehmenswert ab.
- Arbeit zitieren
- Eric Drößler (Autor:in), 2022, Nicht-lineare dynamische Systeme als Ansatz zur Validierung von Performance-Treibern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325155