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Das Motiv des Fremden in Goethes "Hermann und Dorothea"

Title: Das Motiv des Fremden in Goethes "Hermann und Dorothea"

Term Paper , 2017 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Während andere Dichter und Denker seiner Zeit der Französischen Revolution mit ihren Idealen von liberté, égalité und fraternité positiv gegenüberstanden, war sie für Goethe das „Schrecklichste aller Ereignisse“. Doch genau dieses geschichtliche Ereignis war es, das von Goethe dichterisch aufgegriffen wurde. 1797 veröffentlichte er Hermann und Dorothea – eine Idylle, wie er es zunächst selbst bezeichnete, im Kontext der Französischen Revolution. Doch inwiefern kann es sich noch um eine Idylle handeln, wenn ein so großes geschichtliches Ereignis, welches mit Krieg und Flucht verbunden ist, die Begrenztheit, Behaglichkeit und Statik bedroht? Mit der Französischen Revolution dringt etwas Neues, etwas Fremdes in die Idylle ein, welches die Grenzen aufzubrechen und zu überwinden scheint. Die Hausarbeit geht folglich der Frage nach, wie das Motiv des Fremden in der Idylle sichtbar wird und welchen Einfluss es auf die Veränderung der Gattung Idylle hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Idyllisches in Hermann und Dorothea

3. Das Eindringen des Fremden in die Idylle

3.1 Die Französische Revolution – eine Kleinstadt zwischen Idylle und Krieg

3.2 Die Protagonistin Dorothea – weltbürgerlich und revolutionär

4. Die Gattungsproblematik: Idylle oder Epos?

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Fremden in Johann Wolfgang von Goethes Werk "Hermann und Dorothea" und analysiert, wie dieses Motiv die Transformation der Gattung Idylle im Kontext der Französischen Revolution beeinflusst.

  • Analyse des Idyllischen in Hermann und Dorothea
  • Rolle der Französischen Revolution als Störfaktor der Idylle
  • Die Figur der Dorothea als Repräsentantin des Fremden
  • Diskussion der Gattungsproblematik (Idylle vs. Epos)
  • Verbindung von bürgerlicher Tradition und geschichtlichem Umbruch

Auszug aus dem Buch

Die Protagonistin Dorothea – weltbürgerlich und revolutionär

Dorothea ist neben Hermann die Protagonistin des Werkes. Sie tritt das erste Mal im zweiten Gesang in Erscheinung während des Flüchtlingszuges in der Kleinstadt. Denn Dorothea ist das Dienstmädchen einer vertriebenen Familie und musste vor dem Krieg flüchten. Sie ist ein Teil des Fremden, das in die Idylle eindringt – als Vertriebene der Französischen Revolution. Bereits bei ihrem ersten Auftritt deutet sich jedoch an, dass es sich bei Dorothea um eine starke und eigenständige junge Frau handelt. So ging sie „mit starken Schritten“ (1, 24) neben dem Wagen her und lenkte „die beiden gewaltigen Tiere“ (2, 25). Als Hermann mit seinen Hilfsgütern zu ihr kommt, bekennt sie, dass sie es noch nicht gewohnt sei, von einem Fremden Gaben anzunehmen (2, 28). Sie steht aber zu ihrer Notlage und nimmt die Hilfsgüter von Hermann dankend an (2, 50).

Hermann ist nun von dem Flüchtlingszug, der Folge „der großen Weltereignisse, am stärksten betroffen, weil er sich in Dorothea verliebt.“ Während der Vater nach sozialem Aufstieg strebt und möchte, dass Hermann die reiche Kaufmannstochter heiratet (2, 187 f.), hat sich Hermann bereits für Dorothea entschieden. In dieser Szene lösen sich sowohl Vater, als auch Sohn von dem Beharrenden und Statischem, welches für die Idylle konstitutiv ist. Der Vater durch seinen Aufstiegswillen, der damit ein sich modernisierendes Bürgertum präsentiert und Hermann, der sich gegen die Kaufmannstochter aus der bekannten Nachbarschaft und für die fremde, vertriebene Dorothea entscheidet. Er wählt eine Frau außerhalb der bürgerlichen Idylle. Durch seine Liebe und Entscheidung für das Flüchtlingsmädchen emanzipiert sich Hermann von den Konventionen seines Vaters. Bereits der Pfarrer erkennt gleich, dass Hermann nach der Begegnung mit Dorothea „als veränderter Mensch“ (2, 6) nach Hause kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie das Motiv des Fremden in Goethes Werk "Hermann und Dorothea" die Gattung Idylle transformiert.

2. Idyllisches in Hermann und Dorothea: Das Kapitel definiert die Strukturmerkmale der Idylle und untersucht deren Umsetzung sowie die begrenzte Stabilität der bourgeoisen Welt in Goethes Werk.

3. Das Eindringen des Fremden in die Idylle: Hier wird analysiert, wie äußere Einflüsse, insbesondere die Französische Revolution, die behagliche Ordnung der Kleinstadt stören.

3.1 Die Französische Revolution – eine Kleinstadt zwischen Idylle und Krieg: Untersucht wird die Konfrontation der Kleinstadtbewohner mit der durch Flüchtlinge gegenwärtig werdenden Kriegsrealität.

3.2 Die Protagonistin Dorothea – weltbürgerlich und revolutionär: Das Kapitel beleuchtet Dorotheas Rolle als starke, vom Krieg gezeichnete Identifikationsfigur des Neuen und Fremden.

4. Die Gattungsproblematik: Idylle oder Epos?: Dieses Kapitel diskutiert die Einordnung des Werkes zwischen Idyllik und Epik sowie den Begriff des "idyllischen Epos".

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Idylle durch geschichtliche Dynamik aufgebrochen wird, ohne gänzlich zu verschwinden, und die aktuelle Relevanz des Themas wird hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Hermann und Dorothea, Johann Wolfgang von Goethe, Idylle, Französische Revolution, Fremdes, Flucht, Krieg, Gattungsproblematik, Epos, idyllisches Epos, bürgerliches Denken, Transformation, Dorothea, patriarchale Ordnung, Flüchtlingskrise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Eindringen fremder Einflüsse – insbesondere durch die Auswirkungen der Französischen Revolution – das klassische Idyllenkonzept in Goethes Epos „Hermann und Dorothea“ stört und verändert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Gattungsproblematik, das Verhältnis von bürgerlicher Bequemlichkeit zu geschichtlicher Realität, sowie die symbolische Bedeutung der Flucht und des Fremden innerhalb der literarischen Struktur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit erforscht, wie das Motiv des Fremden in der Idylle sichtbar gemacht wird und welchen Einfluss dieses Motiv auf die Transformation der Gattung Idylle nimmt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Textanalyse von "Hermann und Dorothea", ergänzt durch relevante Forschungsliteratur zur Gattungsgeschichte und historischen Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Darstellung idyllischer Momente, der Störung dieser Idylle durch die Französische Revolution, der Charakterisierung Dorotheas als Repräsentantin des Fremden sowie der Diskussion, ob das Werk eher als Idylle oder als Epos zu klassifizieren ist.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind neben dem Werktitel und dem Autor vor allem Idylle, Französische Revolution, Transformation, Epos, Flüchtlingszug, Patriarchat und die Rolle der Protagonistin Dorothea.

Welche Rolle spielt der Brunnen in Goethes Idylle?

Der Brunnen dient als klassisches Element der Idylle, dessen Bedeutung durch Verschmutzung und spätere Spiegelung der Liebenden eine Störung erfährt, welche die Dynamik des Werkes unterstreicht.

Wie verhält sich die Figur Dorothea zum historischen Kontext?

Dorothea verkörpert als Vertriebene der Französischen Revolution das Fremde, das in die deutsche Kleinstadtidylle eintritt. Sie fungiert als Katalysator, da durch sie Hermann politisch reift und die starren Konventionen seines Vaters durchbricht.

Welchen Bezug schlägt der Autor zur aktuellen Flüchtlingskrise?

Im Fazit deutet der Autor an, dass die Thematik der Flucht vor Krieg und die damit verbundene soziale Spannung zwischen Einheimischen und Neulingen eine Parallele zur aktuellen Flüchtlingssituation aufweist, wenngleich die historischen Kontexte verschieden sind.

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Details

Title
Das Motiv des Fremden in Goethes "Hermann und Dorothea"
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
18
Catalog Number
V1325909
ISBN (eBook)
9783346812025
ISBN (Book)
9783346812032
Language
German
Tags
motiv fremden goethes hermann dorothea
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Das Motiv des Fremden in Goethes "Hermann und Dorothea", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325909
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