„Die Grabungen unter der Peterskirche bieten eine beschränkten Ausschnitt auf einer Nekropole, deren ursprüngliche Ausdehnung sich dadurch nur schemenhaft zu erkennen gibt“ , beschreibt Henner von Heesberg den Befund der Nekropole.
Dass wir uns heute mit der Nekropole beschäftigen können, haben wir v. a. Papst Pius XII. zu verdanken: Er veranlasste im Jahr 1940 das Grab Pius’ X. zu erneuern. Die dazu nötigen Grabungen brachten die ersten Teile der verschollenen Nekropole ans Licht.
Während der Recherche zu dieser Arbeit wurde mir klar, wie schwierig es ist, die genauen Zusammenhänge zwischen einzelnen begrabenen Personen untereinander herauszufinden: Das Grab allein zu betrachten, würde nicht viel bringen; man benötigt Information über die damalige Zeit und deren Riten und Sitten und man muss sich auch mit den umliegenden Gräbern in einem Gräberkomplex wie der Nekropole beschäftigen. „Gleichzeitig sind Grabbauten […] wesentliche Äußerungen des Lebens einer Gesellschaft“ , so dass es unumgänglich ist, diese Informationen herauszusuchen. Weiterhin ist zu beachten, dass auf Grabinschriften die Personen meist immer nur als „ehrenvolle [und; Vf.] liebenswerte Menschen“ dargestellt werden. Es ist also nicht einfach, alle Umstände zu betrachten und am Ende die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Daher werde ich versuchen zuerst einen Blick auf die Nekropole allgemein zu richten, um dann danach das Mausoleum E mit seinen Grabinschriften und deren Übersetzungen näher zu beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Nekropole unter St. Peter zu Rom
3 Das Mausoleum E
3.1 Beschreibung
3.2 Gefundene Inschriften und ihre Übersetzung
3.3 Auswertung der gefundenen Inschriften
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die antike Nekropole unter der heutigen Peterskirche in Rom, mit einem speziellen Fokus auf das Mausoleum E. Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der baulichen Merkmale und der dort gefundenen Grabinschriften Rückschlüsse auf die soziale Struktur, die Bestattungskultur und die verwandtschaftlichen Verhältnisse der dort bestatteten Personen zu ziehen.
- Historische Hintergründe der Ausgrabungen unter St. Peter im Jahr 1940.
- Bauweise, Ausstattung und Bestattungspraxis im Mausoleum E.
- Epigraphische Untersuchung der Inschriften zur Identifikation der Verstorbenen.
- Sozialhistorische Einordnung der Freigelassenen und Sklaven im kaiserzeitlichen Rom.
Auszug aus dem Buch
3.2 Gefundene Inschriften und ihre Übersetzung
1.
PROFETA
HIC
SITUS EST
“Hier ist Profeta begraben.“
2.
D(IS) M(ANIBUS)
AELIAE SATURNINAE
VIXIT ANN(IS) XXXVI MENS(IBUS) II
AELIA AUG(USTI) LIB(ERTA) URBANA
LIBERTAE KARISSIMAE
“Den Totengöttern. Der Aelia Saturnina. Sie lebte 36 Jahre und 2 Monate. Aelia Urbana, des Kaisers Freigelassene ihrer liebsten Freigelassenen.“
3.
D(IS) M(ANIBUS)
URBANO AUG(USTI) VERN(AE)
ADIUTORI TABULARI
RATIONIS PATRIMONI
VIXIT ANNIS XXI M(ENSIBUS) VII D(IEBUS) XXII
TYRANNUS AUG(USTI) LIB(ERTUS)
ET AELIA URBANA
PARENTES
FILIO KARISSIMO
“Den Totengöttern. Dem Urbanus, dem im Haus des Kaisers geborenen Sklaven, dem Gehilfen des Archivars der Vermögensverwaltung. Er lebte 21 Jahre, 7 Monate und 22 Tage. Tyrannus, des Kaisers Freigelassener und Aelia Urbana, die Eltern ihrem liebsten Sohn.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für das Thema und betont die Schwierigkeit, bei der Untersuchung antiker Gräber die sozialen Zusammenhänge zwischen den Verstorbenen korrekt zu interpretieren.
2 Die Nekropole unter St. Peter zu Rom: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entdeckung der Nekropole während der Grabungen 1940 und beleuchtet die Herausforderungen beim Bau der Peterskirche unter Konstantin.
3 Das Mausoleum E: Dieser Teil widmet sich der detaillierten baulichen Beschreibung des Mausoleums E, der Analyse der Inschriften und der historischen Auswertung dieser Funde im Kontext der römischen Bestattungskultur.
4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Komplexität der epigraphischen Analyse und stellt fest, dass trotz lückenhafter Quellenlage wertvolle Einblicke in historische und gesellschaftliche Aspekte der Nekropole gewonnen werden konnten.
Schlüsselwörter
Nekropole, St. Peter, Rom, Mausoleum E, Grabinschriften, Epigraphik, Bestattungskultur, Kaiserzeit, Freigelassene, Sklaven, Aelia Urbana, Titus Aelius Tyrannus, Archäologie, Antike, Grabbeigaben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den archäologischen Funden in der Nekropole unter der heutigen Peterskirche in Rom, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Mausoleum E.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die römische Bestattungskultur des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr., die soziale Stellung von Freigelassenen und kaiserlichen Sklaven sowie die Auswertung von Grabinschriften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand der Inschriften und architektonischen Befunde im Mausoleum E die Lebensverhältnisse und sozialen Netzwerke der dort beigesetzten Personen besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse epigraphischer Quellen (Grabinschriften) und den Abgleich mit archäologischen Befunden sowie bestehender Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt das Mausoleum E baulich und übersetzt sowie analysiert die dort entdeckten vier Inschriften, um Rückschlüsse auf die Familien- und Statusverhältnisse der Verstorbenen zu ziehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Nekropole, St. Peter, Mausoleum E, Grabinschriften, Epigraphik, Freigelassene und römische Bestattungspraxis.
Wer war die Aelia Urbana?
Aelia Urbana war eine Freigelassene des Kaisers, die als Stifterin für Grabinschriften in Erscheinung tritt und eine zentrale Figur im familiären Geflecht des Mausoleums E darstellt.
Welche Besonderheit weist die Inschrift des Urbanus auf?
Die Besonderheit liegt darin, dass Urbanus als Sklave explizit mit einer Berufsbezeichnung ("Gehilfe des Archivars der Vermögensverwaltung") auf seinem Grabstein erwähnt wird, was für Sklaven dieser Zeit sehr ungewöhnlich war.
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- Arne Loewenich (Author), 2007, Die Nekropole unter dem Petersdom - Das Mausoleum E und seine Geheimnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132590