Die zunehmende Digitalisierung in der heutigen modernen Arbeitswelt führt zu einem Wandel von der Hand- zur Kopfarbeit. Das hat zur Folge, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit im Sitzen verrichten. Hinzu kommen gesteigerte Anforderungen, was zusätzlich den Stresspegel erhöht. Bewegungsmangel, Übergewicht und Bluthochdruck sind die Folgen, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen im Jahre 2015 in Deutschland mit 46,4 Mrd. Euro anteilig die höchsten Krankheitskosten und waren die häufigste Todesursache.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Modelle des Gesundheitsverhaltens
2.1. Beispiele für Prädiktionsmodelle
2.1.1. Das Modell gesundheitlicher Überzeugung (HBM)
2.1.2. Die Sozial-kognitive Theorie von Bandura (SKT)
2.2. Beispiel für ein Stadienmodell: das transtheoretische Modell (TTM)
2.3. Beispiel für ein integratives Modell: Das sozial-kognitives Prozessmodell gesundheitlichen Handelns (HAPA)
2.4. Die transaktionale Stresstheorie von Lazarus
3 Betriebliche Gesundheitsförderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
3.1. Unternehmenssituation und Vorhaben
3.2. Verhaltensprävention: Ernährung
3.2.1. Ernährungsberater
3.2.2. Betriebseigene Kantine
3.3. Verhaltensprävention: Bewegung
3.3.1. Jobrad
3.3.2. Betriebseigener Fitnessraum mit regelmäßiger Unterstützung eines Fitnesstrainers
3.3.3. Gruppenlauf – Walking oder Jogging
3.4. Verhaltensprävention: Stressbewältigungsprogramme
3.5. Maßnahmen zur Verhältnisprävention
4 Kritische Diskussion
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie mittelständische Unternehmen durch gezielte, gesundheitspsychologisch fundierte Präventionsmaßnahmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ihren Mitarbeitern reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit stärken können.
- Theoretische Grundlagen von Gesundheitsverhaltensmodellen
- Verhaltenspräventive Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung
- Verhältnispräventive Ansätze am Arbeitsplatz
- Analyse von Umsetzungsfaktoren und betrieblichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.4. Die transaktionale Stresstheorie von Lazarus
Der Begriff Stress wird heutzutage in der Gesellschaft sehr undifferenziert eingesetzt und umschreibt oftmals eine momentane Befindlichkeit, in der sich die Menschen überfordert fühlen. Sie empfinden „Stress“ oder reagieren „gestresst“ auf eine bestimmte Situation.
In der Psychologie gibt es verschiedene Theorien und Herangehensweisen, um „Stress“ zu beschreiben und ihre Entstehung zu erklären. Die bekannteste und einflussreichste ist die transaktionale Stresstheorie, die von Richard Lazarus und Kollegen entwickelt wurde (Lazarus und Folkmann 1984a).
In der transaktionalen Theorie wird die Interaktion zwischen dem Menschen und der Umwelt als Prozess gesehen. Ein weiterer Einflussfaktor bildet die Erfahrungen des Menschen, die er einfließen lässt, um einen Reiz (= Stressor) oder bestimmte Situationen zu bewerten. Eine Stresssituation entsteht erst dann, wenn der Betroffene dem nichts entgegensetzen kann. Das Zusammenspiel zwischen Menschen und Situation, bei dem sich beide gegenseitig beeinflussen, in dem sie sich verändern und entwickeln, wird als Transaktion verstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen moderner Arbeitswelt, zunehmender Digitalisierung und dem Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als führende Kosten- und Todesursache.
2 Modelle des Gesundheitsverhaltens: Dieses Kapitel erläutert wissenschaftliche Modelle wie das HBM, die SKT, das TTM, das HAPA-Modell und Lazarus' Stresstheorie, um Verhaltensänderungen zu verstehen und zu unterstützen.
3 Betriebliche Gesundheitsförderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hier werden konkrete Interventionsmaßnahmen vorgestellt, unterteilt in ernährungsbezogene, bewegungsorientierte und stressbewältigende Empfehlungen sowie strukturelle Optimierungen am Arbeitsplatz.
4 Kritische Diskussion: Die Diskussion analysiert die Herausforderungen bei der Implementierung von BGM-Maßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung individueller Unterschiede und Unternehmensressourcen.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass eine langfristige, strategische Gesundheitsförderung als Investition in das Human Capital zu betrachten ist, die eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter schafft.
Schlüsselwörter
Gesundheitspsychologie, Betriebliche Gesundheitsförderung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Prävention, Verhaltensprävention, Verhältnisprävention, HAPA-Modell, Selbstwirksamkeitserwartung, Stresstheorie, Arbeitsplatzgestaltung, BGM, Mitarbeitergesundheit, Gesundheitsmodell, Resilienz, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in mittelständischen Unternehmen, um der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens mit praktischen Interventionsansätzen in den Bereichen Ernährung, körperliche Aktivität und betriebliches Stressmanagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, langfristig tragfähige und finanzierbare Konzepte zu identifizieren, die Unternehmen dabei helfen, die Gesundheit ihrer Belegschaft zu fördern und gleichzeitig ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf wissenschaftlichen Gesundheitsmodellen und Fachliteratur basiert, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden erst die theoretischen Grundlagen (Modelle) dargestellt und anschließend spezifische Maßnahmen für Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung sowie Verhältnisprävention konkretisiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben den zentralen Begriffen wie Herz-Kreislauf-Prävention und BGM prägen Konzepte wie die Selbstwirksamkeitserwartung und Modelle wie HAPA oder das TTM die Argumentation.
Warum wird das HAPA-Modell besonders hervorgehoben?
Das Modell wird genutzt, um aufzuzeigen, wie durch Planung und die gezielte Stärkung der Selbstwirksamkeit der Übergang von der bloßen Absicht zur tatsächlichen Verhaltensänderung gelingt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Umsetzung?
Die Arbeit betont, dass Maßnahmen erfolgreich sein müssen, ohne emotional anzuecken, und dass eine wertschätzende Unternehmenskultur die Resonanz auf gesundheitsfördernde Programme maßgeblich beeinflusst.
- Quote paper
- Thi Nga Nguyen (Author), 2021, Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung und Reduzierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einem mittelständischen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326051