Die gesetzliche Rentenversicherung steckt seit vielen Jahren in der Krise. Dies liegt vor allem in der demografischen Entwicklung Deutschlands begründet, in der eine zunehmende Alterung der Gesellschaft sichtbar wird. Sinkende Geburtenrate und immer längere Lebenserwartungen führen zu immer weniger Beitragszahlern und eine immer größer werdende Gruppe von Rentenbeziehern, was die gesetzliche Rentenversicherung aufgrund des Umlageverfahrens vor ein finanzielles Problem stellt. Somit wird das Rentenniveau langfristig weiter sinken und die gesetzliche Rente zur alleinigen Alterssicherung nicht mehr ausreichen. Aus diesem Grund gewinnt die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung, wobei in diesem Kontext allerdings viel zu häufig das Problem der Inflation unberücksichtigt bleibt. Gerade bei einer langfristigen Kapitalanlage zur Alterssicherung kann Inflation zu hohen realen Rendite- oder sogar Vermögensverlusten führen, weshalb Investoren sich gegen diese Inflationsrisiken absichern sollten. Am Kapitalmarkt besteht daher ein großes Angebot an Anlagealternativen, die im unterschiedlichen Maße gegen Inflation schützen, wobei jedoch nicht jede gleichermaßen zur Altersvorsorge geeignet ist.
Die noch sehr junge Assetklasse der inflationsindexierten Anleihen schützt nahezu perfekt gegen Inflation und ist aus diesem Grund gerade zum langfristigen Vermögensaufbau z.B. im Rahmen der privaten Altersvorsorge geeignet. Aber nicht nur aufgrund des Inflationsschutzes ist eine Anlage in inflationsindexierte Anlagen zu empfehlen. Auch aus Diversifikationsgesichtspunkten ist eine Aufnahme inflationsindexierter Anleihen in ein Altersvorsorgeportfolio sinnvoll, da sie aufgrund der geringen oder sogar negativen Korrelation gegenüber anderen Assetklassen zur Risikoreduktion des Gesamtportfolios beitragen. Allerdings stehen Inflationsanleihen auch bei der Rendite konventionellen Anleihen häufig in nichts nach. Untersuchungen haben gezeigt, dass inflationsindexierte Anleihen bei gleicher Rendite eine signifikant geringere Volatilität gegenüber konventionellen Anleihen aufweisen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist allen Personen zu raten im Rahmen ihrer privaten Altersvorsorge auch in inflationsindexierte Anleihen z.B. in Form kostengünstiger ETFs zu investieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inflation
3 Charakterisierung inflationsindexierter Anleihen
3.1 Der Markt für inflationsindexierte Anleihen
3.2 Die Funktionsweise inflationsindexierter Anleihen
4 Analyse der Einsatzmöglichkeiten inflationsindexierter Anleihen
4.1 Analyse der Vorteilhaftigkeit inflationsindexierten Anleihen gegenüber konventionellen Nominalzinsanleihen
4.2 Analyse der Vorteilhaftigkeit inflationsindexierten Anleihen im Portfoliokontext
4.3 Risiken und Probleme einer Anlage in inflationsindexierte Anleihen
4.4 Investitionsmöglichkeiten in inflationsindexierte Anleihen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung inflationsindexierter Anleihen als Instrument zur privaten Altersvorsorge, um den inflationsbedingten Wertverlust von Ersparnissen zu begrenzen und das Rendite-Risiko-Profil privater Portfolios zu optimieren.
- Analyse der Funktionsweise inflationsindexierter Anleihen
- Untersuchung der Vorteilhaftigkeit gegenüber konventionellen Anleihen
- Risiko- und Ertragsbetrachtung im Portfoliokontext (Diversifikation)
- Bewertung von Investitionsmöglichkeiten (z.B. ETFs vs. Direktanlage)
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Markt für inflationsindexierte Anleihen
Die Wurzeln der heutigen inflationsindexierten Anleihen reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück, als an die US-Soldaten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges zur Vergütung ihrer Dienste Schuldscheine ausgegeben wurden, deren Rückzahlungswert an einem Korb bestehend aus vier Waren gekoppelt war. Es dauerte allerdings weitere 200 Jahre bis diese Produkte den breiten Finanzmarkt erobern konnten und Hyperinflationsgeplagte Entwicklungsländer wie Brasilien und Argentinien Mitte des 20. Jahrhunderts die ersten inflationsindexierten Staatsanleihen emittierten. Die eigentliche Entwicklung des Inflationsanleihenmarktes begann allerdings erst nach dem Eintritt Großbritanniens im Jahre 1981 und beschleunigte sich zunehmend ab 1997, nachdem die USA und in den Folgejahren weitere Nationen ihre ersten inflationsindexierten Staatsanleihen ausgaben. Ausgehend von 1997 kam es bis zum Jahr 2008 zu einer Verdreizehnfachung der Kapitalisierung des internationalen Inflationsanleihemarktes (s. Anhang 6 und Dar.2). Besonders in den letzten Jahren hat das Wachstum dieses Marktes noch einmal rasant zugenommen und allein seit 2004 zu einer Verdopplung der Marktkapitalisierung geführt, die Anfang 2008 etwa 1,3 Billionen US-$ betrug (s. Dar.2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Krise der gesetzlichen Rente und die Notwendigkeit privater Altersvorsorge, wobei die Relevanz des Inflationsschutzes beim langfristigen Vermögensaufbau hervorgehoben wird.
2 Inflation: Es werden Ursachen und Messmethoden der Inflation erläutert sowie die gravierenden Auswirkungen der Geldentwertung auf die reale Wertentwicklung langfristiger Anlagen veranschaulicht.
3 Charakterisierung inflationsindexierter Anleihen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Anlageklasse nach und erklärt die technische Funktionsweise sowie die Mechanismen des Inflationsausgleichs.
4 Analyse der Einsatzmöglichkeiten inflationsindexierter Anleihen: Hier erfolgt eine kritische Bewertung der Vorteilhaftigkeit im Vergleich zu Nominalzinsanleihen, eine Analyse der Portfolio-Diversifikation sowie eine Diskussion zu Risiken und verschiedenen Investitionsvehikeln.
5 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass inflationsindexierte Anleihen aufgrund ihres nahezu perfekten Inflationsschutzes und zur Risikoreduktion eine sinnvolle Ergänzung in breit diversifizierten Portfolios der privaten Altersvorsorge darstellen.
Schlüsselwörter
Inflation, Inflationsindexierte Anleihen, Realzinsanleihen, Private Altersvorsorge, Kapitalerhalt, Diversifikation, Portfoliomanagement, Nominalzins, Indexratio, Kaufkraftverlust, Break-Even-Inflation, ETFs, Rentenversicherung, Vermögensaufbau, Anleihenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Nutzen inflationsindexierter Anleihen als Anlageinstrument für deutsche Privatanleger, um dem Kaufkraftverlust bei der langfristigen Altersvorsorge entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise dieser speziellen Anleiheform, dem Vergleich zur herkömmlichen Nominalverzinsung sowie deren strategischer Rolle in einem diversifizierten Wertpapierportfolio.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob sich der Einsatz dieser Anleihen zur Absicherung der Altersvorsorge empfiehlt und welche Investitionsmöglichkeiten (wie ETFs) hierfür am besten geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Kapitalmarktanalyse unter Verwendung von ökonomischen Modellen wie der Portfolio-Selection nach Markowitz sowie empirischen Daten zur Marktentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Inflationsursachen, die Wirkungsweise der Indexierung, den Portfoliokontext zur Risikominimierung sowie die spezifischen Risiken wie Bonitäts- oder Fremdwährungsrisiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inflation, Realzinsanleihen, Portfoliomanagement, Kaufkraftverlust und Diversifikation.
Warum wird die direkte Anlage für Privatanleger eher kritisch gesehen?
Die direkte Anlage wird weniger empfohlen, da eine breite Diversifikation über verschiedene Länder und Emittenten hinweg notwendig ist, um spezifische Anleiherisiken zu minimieren.
Welchen Vorteil bieten ETFs gegenüber aktiv gemanagten Fonds in diesem Bereich?
ETFs werden als vorteilhaftere Alternative genannt, da sie durch die Nachbildung eines Index deutlich geringere laufende Kosten verursachen als aktiv gemanagte Produkte.
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- Christoph Ellers (Author), 2009, Einsatzmöglichkeiten inflationsindexierter Anleihen bei der privaten Altersvorsorge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132606