Diese Arbeit widmet sich der Umsetzung der Erbfolge Karl Martells und dessen ältestem Sohn Pippin dem Jüngeren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Konzeption und Umsetzung, da beide Ansätze an die Nachfolgeregelung unterschiedlicher nicht sein könnten und beide aufgrund der Quellenlage und recht eindeutigen Thronfolge seltener als ihre Nachfahren im Mittelpunkt der Geschichtsforschung standen. Dabei geht diese Arbeit chronologisch vor und beleuchtet zunächst kurz die Konzeption der Thronfolge nach merowingischer Tradition, da so die These, die in Ansätzen bei beiden Herrschaftsnachfolgen noch zu erkennen ist und sich lediglich im Laufe der Zeit bis zu Karl dem Großen und späteren karolingischen Königen die Nachfolgeregelung durch ihre wachsende Diskontinuität zu ihnen gekennzeichnet ist.
Mitte des 8. Jahrhunderts beruft sich Pippin der Jüngere auf eine Antwort des Papstes zur von ihm gestellten Frage der rechtmäßigen Königswürde und lässt sich zum König wählen und salben. Diese Stellung erbte er zusammen mit seinen Brüdern Karlmann und Grifo von seinem Vater Karl Martell, der die Stellung militärisch erarbeitete und das Amt des Hausmeiers wieder in die Hände der karolingischen Familie brachte, denen das Amt nach dem so genannten Staatstreich Grimoalds entrissen wurde. Das 8. Jahrhundert endet schließlich mit der Kaiserkrönung Karl des Großen – Sohn Pippin des Jüngeren und erster fränkischer Kaiser. Kaiser Karl war es schließlich, der mehrfach seine Nachfolge zu Lebzeiten schriftlich festhielt und bekannt gab, sie jedoch aufgrund vom frühen Ableben seiner Söhne ändern musste. Mit der zusätzlichen Krönung und Salbung erhielt Karl eine zusätzliche Legitimation, die kein Karolinger vor ihm innehatte – dazu jedoch an dieser Stelle nicht mehr. Festzustellen ist lediglich, dass sich mit der militärischen Übernahme des Hausmeieramtes durch Karl Martell und dessen neu eingeführten Vererbung des Amtes an seine Söhne die Grundlage für den 749/751 folgenden Machtwechsel begründete.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Von den Merowingern zu Karl Martell
- a. Merowingische Thronfolge
- b. Nachfolgeregelung Karl Martells
- III. Von Pippin dem Jüngeren zu Karl dem Großen
- a. Thronfolgeregelung Pippin des Jüngeren
- b. Nachfolgeregelung Karl des Großen
- IV. Darstellung der Thronfolge in der karolingischen Geschichtsschreibung
- V. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Thronfolgeregelungen von Karl Martell und Pippin dem Jüngeren in der frühkarolingischen Zeit. Sie untersucht, wie diese beiden Herrscher die Nachfolge im fränkischen Reich konzipierten und umsetzten, wobei die unterschiedlichen Ansätze und die Besonderheiten der Quellenlage im Fokus stehen. Die Arbeit beleuchtet den Wandel der Thronfolgeregelungen im Vergleich zur merowingischen Tradition und zeichnet die Entwicklung bis zur Zeit Karl des Großen nach.
- Konzeption und Umsetzung der Thronfolgeregelungen von Karl Martell und Pippin dem Jüngeren
- Vergleich der Ansätze zur Nachfolgeregelung in der frühkarolingischen Zeit
- Entwicklung der Thronfolgeregelungen im Vergleich zur merowingischen Tradition
- Einblicke in die Quellenlage und die Herausforderungen der historischen Forschung
- Bedeutung der Thronfolgeregelungen für die politische Entwicklung des fränkischen Reiches
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Thronfolgeregelungen im Frühmittelalter ein und erläutert die Herausforderungen der historischen Forschung in diesem Bereich. Es zeigt die Problematik der unvollständigen Überlieferungen und beleuchtet die Bedeutung mündlicher Traditionen in diesem Kontext.
Kapitel II befasst sich mit der merowingischen Thronfolge und der Nachfolgeregelung Karl Martells. Es analysiert die konzeptionellen Unterschiede und die Besonderheiten der jeweiligen Ansätze.
Im dritten Kapitel wird die Thronfolge Pippins des Jüngeren und die Nachfolgeregelung Karl des Großen beleuchtet. Die Analyse untersucht die Weiterentwicklung der Thronfolgeregelungen und zeigt die Herausforderungen, die sich aus der sich wandelnden politischen Situation ergaben.
Schlüsselwörter
Frühmittelalter, Thronfolge, Karolingische Zeit, Karl Martell, Pippin der Jüngere, Merowinger, Hausmeieramt, Königswürde, Salbung, Geschichtsforschung, Quellenlage, Machtwechsel, Nachfolgeregelung, politische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen zur karolingischen Thronfolge
Wie unterschied sich die karolingische von der merowingischen Thronfolge?
Während die Merowinger auf Geburtsrecht und Tradition setzten, mussten die frühen Karolinger wie Karl Martell ihre Macht erst militärisch und politisch durch das Hausmeieramt legitimieren.
Welche Bedeutung hatte die Salbung Pippins des Jüngeren?
Die Salbung durch den Papst verlieh Pippin eine sakrale Legitimation, die über das bloße Erbrecht hinausging und den endgültigen Machtwechsel von den Merowingern zu den Karolingern besiegelte.
Wie regelte Karl Martell seine Nachfolge?
Karl Martell teilte sein Herrschaftsgebiet unter seinen Söhnen Karlmann und Pippin auf, was die Grundlage für die spätere Königswürde der Familie bildete.
Welche Rolle spielte das Hausmeieramt?
Das Hausmeieramt war ursprünglich ein Verwaltungsamt am Hof, entwickelte sich aber unter den Karolingern zur tatsächlichen Regierungsgewalt, während die merowingischen Könige nur noch formell im Amt waren.
Was war die Herausforderung bei Karl dem Großen?
Karl der Große musste seine Nachfolge mehrfach schriftlich neu regeln, da einige seiner Söhne früh verstarben, was schließlich zur Alleinherrschaft Ludwigs des Frommen führte.
- Arbeit zitieren
- B.A. Lennart Ehlbeck (Autor:in), 2020, Frühmittelalterliche Konzepte der Thronfolgeregelung der frühkarolingischen Thronfolge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1326129