In diesem Paper sollen zwei Mitteilungen der Kommission zum Europäischen Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010 zusammengefasst werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Zwischenbewertung vom 11. Juni 2007. Einige Hintergrundinformationen erleichtern die bessere Einordnung.
Inhaltsverzeichnis
1) Hintergrund
2) Bestandteile des Aktionsplans: KOM(2004) 416 vom 09. Juni 2004
3) Zwischenbewertung des Aktionsplans: KOM(2007)314 vom 11. Juni 2007
4) Bewertung
5) Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Europäischen Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010 zusammenfassend darzustellen und insbesondere die Zwischenbewertung aus dem Jahr 2007 kritisch zu kontextualisieren. Dabei wird untersucht, inwieweit die gesetzten Ziele in den Bereichen Informationsaustausch, Forschung und Politikgestaltung erreicht wurden und welchen Herausforderungen sich die Europäische Kommission in diesem Spannungsfeld gegenübersteht.
- Hintergrund und Entstehung der SCALE-Strategie
- Analyse der Maßnahmen des Aktionsplans KOM(2004) 416
- Untersuchung der Zwischenbilanz KOM(2007)314
- Evaluierung der praktischen Umsetzung und politischer Hemmnisse
Auszug aus dem Buch
1) Hintergrund
Die Europäische Union trägt mit ihrem Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010 der Tatsache Rechnung, dass immer mehr Krankheiten auf Umweltfaktoren zurückführbar scheinen. Beispielhaft sei hier der Zusammenhang zwischen Asthma und Luftverschmutzung genannt.
Der Aktionsplan ist Teil einer allgemeinen Europäischen Strategie für Umwelt und Gesundheit SCALE (seit 2003) und will vorrangig Zusammenhänge zwischen bestimmten Krankheiten und Umweltverschmutzung wissenschaftlich fundiert herausarbeiten, um darauf aufbauend Maßnahmen ergreifen zu können. SCALE bedeutet dabei Science, Children, Awareness Raising, Legal Instruments und Evaluation. Die fünf Kernelemente der Strategie sind also das Schaffen einer wissenschaftlichen Grundlage für die Wechselbeziehungen zwischen Schadstoffen und Krankheiten, Kinder als besonders gefährdete Personengruppe, das Schaffen eines Problembewusstseins bei Interessenvertretern und Öffentlichkeit, die Anpassung der EU-Gesetzgebung sowie regelmäßige Überprüfungsverfahren.
Im ersten Zyklus der Strategie konzentriert sie sich auf folgende vier Krankheiten: Atemwegserkrankungen bei Kindern, Asthma und Allergien; neurotoxische Entwicklungsstörungen; Krebs bei Kindern; Hormonstörungen. Die verdächtigen Umweltfaktoren sind hier: Luftqualität, Dioxine, Schwermetalle, elektromagnetische Felder, spezielle Stoffe, die Hormonstörungen verursachen sowie städtische Umgebungen im Allgemeinen.
Die Strategie hat eine internationale Komponente, denn Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Krankheiten bei Kindern sind derzeit auch bei der WHO ein ganz großes Thema; die EU hat die Vertretung der Mitgliedstaaten übernommen.
Der Aktionsplan von 2004 wird von Umweltorganisationen und dem Europäischen Parlament, insbesondere den Grünen, als unzureichend und zu theorielastig bezeichnet, hat sich sogar scherzhaft schon die Bezeichnung „Inaction-Plan“ verdient. Die Gesetzesinitiativen seien dürftig. Deshalb hat das Europäische Parlament im Jahr 2005 den Aktionsplan mit großer Mehrheit abgelehnt. Da es sich nur um ein Konsultationsverfahren handelte, ändert das jedoch nichts am Bestehen des Aktionsplans. Des weiteren wurde der Führungswille der EU bei der WHO-Regionalkonfernz zum Thema vermisst.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Europäischen Strategie für Umwelt und Gesundheit (SCALE) und die politische Kritik am Aktionsplan.
2) Bestandteile des Aktionsplans: KOM(2004) 416 vom 09. Juni 2004: Hier werden die 13 zentralen Maßnahmen des ursprünglichen Plans in den Bereichen Informationsaustausch, Forschung und Politik vorgestellt.
3) Zwischenbewertung des Aktionsplans: KOM(2007)314 vom 11. Juni 2007: Dieses Kapitel analysiert die Fortschritte zur Halbzeit des Aktionsplans, wobei insbesondere Forschungserfolge und die Umsetzung von Informationssystemen betrachtet werden.
4) Bewertung: Abschließend erfolgt eine kritische Einordnung der politischen Wirksamkeit des Aktionsplans unter Berücksichtigung der Interessenkonflikte zwischen Umweltschutz und Wirtschaftslobby.
5) Quellen: Auflistung der verwendeten offiziellen Mitteilungen der Europäischen Kommission und weiterführender Informationen.
Schlüsselwörter
Umwelt und Gesundheit, Europäischer Aktionsplan, SCALE-Strategie, Zwischenbewertung, Europäische Kommission, Umweltpolitik, Forschung, Biomonitoring, Risikobewertung, Gesundheitspolitik, Umweltrisiken, Nachhaltigkeit, Schadstoffe, EU-Recht, Lobbyismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Europäischen Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010 sowie dessen Zwischenbewertung durch die Europäische Kommission im Jahr 2007.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren und menschlichen Krankheiten, die wissenschaftliche Forschung dazu sowie die Umsetzung politischer Maßnahmen auf EU-Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine zusammenfassende Darstellung der Strategie und eine kritische Einordnung der Fortschritte sowie der politischen Hindernisse bei der Umsetzung des Aktionsplans.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse offizieller Mitteilungen der Europäischen Kommission (KOM-Dokumente) und ergänzenden Hintergrundinformationen aus dem politischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der ursprünglichen Aktionsplan-Bestandteile, eine Bilanzierung der Zwischenergebnisse von 2007 und eine Bewertung der Wirksamkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Umwelt und Gesundheit, SCALE-Strategie, EU-Politik, Risikobewertung und Forschungskoordination.
Warum wird der Aktionsplan oft als „Inaction-Plan“ bezeichnet?
Die Bezeichnung spiegelt die Kritik von Umweltorganisationen und Teilen des Europäischen Parlaments wider, die die Maßnahmen als zu theorielastig und die Gesetzesinitiativen als zu dürftig empfanden.
Welche Rolle spielt die Industrie bei diesem Aktionsplan?
Die Europäische Kommission steht laut der Arbeit unter erheblichem Druck durch Lobbyisten, insbesondere der chemischen Industrie, was die Umsetzung strenger Regulierungen oder Verbote verlangsamt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Mitgliedstaaten?
Die Mitarbeit der Mitgliedstaaten wird als dürftig beschrieben, was beispielsweise daran deutlich wird, dass ein aufgelegtes Ausbildungsprogramm für Fachleute nicht in Anspruch genommen wurde.
Wie ist die Zukunft des Aktionsplans einzuschätzen?
Die Autorin vermutet, dass große Gesetzesvorhaben erst nach 2010, also im nächsten Zyklus der Strategie, realistisch umgesetzt werden können.
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- Tatjana Böttger (Author), 2008, Der Europäische Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132627