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Unser Tag beginnt, in dem wir eine Runde joggen, zu unserem Frühstück den Computer einschalten und mit unseren Freunden chatten, nebenbei Radio hören und uns von den neuesten News berieseln lassen. Oder wir stellen den Fernseher an und zappen uns durch das Programm bis wir bei unserer Lieblings-Talkshow angekommen sind. In den seltensten Fällen wälzen wir noch die Fachlexika, wo wir doch schneller und mindestens genauso gut im Internet surfen und unser Nichtwissen mit Hilfe von Google auffrischen können. Mit unseren Freunden gehen wir shoppen und kaufen nicht mehr nur Klamotten; oder wir nutzen den einfachen Weg einer Online-Bestellung. Sollten wir etwas in unserem
Geschmack gefunden haben, bezeichnen wir es nicht als toll, sondern als cool. Der Großteil dieser Anglizismen ist den meisten Deutschen bekannt und selbst im Alltag gebräuchlich. Dennoch verzeichnet der deutsche Wortschatz immer mehr Anglizismen, die, weil sie zum Teil sehr neue englische Ausdrücke darstellen, bei vielen Sprachteilhabern unverständlich bleiben … Neben den Arbeiten, die sich vorrangig auf das Schriftsprachliche beziehen, lassen sich dennoch Schriften zu Anglizismen in anderen Kommunikations- und Lebensbereichen verzeichnen: im Fernsehen, in der Werbung und in anderen Wortschatzgebieten. Arbeiten
also, die sich neben der Schriftsprache auch zunehmend an der gesprochenen Sprache orientieren.
Bei meiner Recherche bin ich jedoch auf keine Beiträge zum Gebrauch und Verständnis von Anglizismen speziell in der Radiosprache, folglich der Sprachverwendung durch Moderatoren in ihren Sendungen, aufmerksam geworden ...
In den bisherigen Arbeiten zur Verwendung von Anglizismen wurden die Daten größtenteils einseitig erhoben, da die Analyse auf die Senderseite beschränkt geblieben ist, obwohl der Rezipient Teil der Kommunikation ist ... Aus diesem Grund ist es das Ziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit, den Gebrauch und das Verständnis von Anglizismen bezüglich der gesprochenen Sprache im Rundfunk zu untersuchen...
Das der wissenschaftlichen Hausarbeit zugrunde liegende Korpus besteht aus 30 SPUTNIK Dein Morgen Sendungen ...
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER ANGLIZISMUS: EINE SPRACHWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG
2.1 Der Anglizismus im Kontext von Entlehnungen
2.1.1 Sprachkontakt als Grundlage für Entlehnungsprozesse
2.1.2 Interferenz, Code-switching und Entlehnung
2.1.3 Arten und Formen von Entlehnungen
2.2 Definition des Anglizismus-Begriffs und der verwendeten Entlehnungsarten für die vorliegende Arbeit
2.3 Die Wortbedeutung im Kontext von Anglizismen
2.4 Funktionen von Sprache nach Halliday
2.5 Zusammenfassung
3. DER ANGLIZISMUS: EINE MEDIENWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG
3.1 Massenmedien und Mediensprache
3.1.1 Die Mediensprache als Multiplikator sprachlicher Neuerungen
3.1.2 Stilistische Funktionen von Anglizismen in den Medien
3.2 Das Radio – Entwicklung und Tendenzen
3.2.1 Merkmale und Abgrenzung gegenüber anderen Medien
3.2.2 Das Magazin in Begleitprogrammen
3.2.3 Moderation und Moderationsstil
3.3 Zusammenfassung und Gründe für die Auswahl der Radiosprache als Untersuchungsgegenstand
4. DAS GESAMTKORPUS – SPUTNIK DEIN MORGEN
4.1 Der Sender MDR SPUTNIK: Programmprofil und –format
4.2 Die Morning-Show: SPUTNIK Dein Morgen
4.3 Methodisches Vorgehen
4.3.1 Beschreibung des Korpus
4.3.2 Analysekriterien und Hypothesen
4.3.2.1 Entlehnungsart
4.3.2.2 Wortbildung
4.3.2.3 Bedeutung
4.3.2.4 Integration von Anglizismen
4.3.2.5 Metafunktionen von Sprache
4.3.2.6 Stilistische Funktionen von Anglizismen
4.3.3 Statistische Grundlagen
5. QUALITATIVE ANALYSE
5.1 ENTLEHNUNGSART
5.1.1 Direkte Entlehnung
5.1.1.1 Fremdwort
5.1.1.2 Lehnwort
5.1.1.3 Exotismus
5.1.2 Mischkomposita
5.1.3 Indirekte Entlehnung
5.1.3.1 Scheinentlehnung/Pseudoanglizismus
5.1.3.1.1 lexikalische Scheinentlehnung
5.1.3.1.2 semantische Scheinentlehnung
5.1.3.2 Internationalismus
5.1.4 Neologismus
5.2 WORTBILDUNG
5.3 BEDEUTUNG
5.3.1 Anglizismen mit deutscher Entsprechung
5.3.2 Anglizismen ohne deutsche Entsprechung
5.3.3 Bedeutungsveränderung
5.3.3.1 Bedeutungserweiterung
5.3.3.2 Bedeutungsverengung
5.3.3.3 Bedeutungsverschiebung
5.3.3.4 Bedeutungsübertragung
5.4 INTEGRATION
5.4.1 Genus der substantivischen Anglizismen
5.4.1.1 nächst liegende deutsche lexikalische Entsprechung
5.4.1.2 morphologische Struktur
5.4.1.3 Analogiebildung
5.4.1.4 Sonstige Kriterien
5.4.2 Flexion substantivischer Anglizismen nach der Pluralform
5.4.3 Deklination substantivischer Anglizismen
5.4.4 Konjugation der verbalen Anglizismen
5.4.5 Flexion der adjektivischen Anglizismen
5.5 METAFUNKTIONEN
5.5.1 Ideational function
5.5.2 Interpersonal function
5.5.3 Textual function
5.6 STILISTISCHE FUNKTIONEN
5.6.1 Kolorit
5.6.1.1 Lokalkolorit
5.6.1.3 Sozialkolorit
5.6.2 Sprachliche Ausdruckskraft
5.6.2.1 Auffälligkeit
5.6.2.2 Bildhaftigkeit
5.6.2.3 Wortspiel
5.6.2.4 Ausdrucksverstärkung
5.6.2.4.1 Paraphrase
5.6.2.4.2 Emphase
5.6.2.5 Ausdrucksvariation
5.6.3 Sprachökonomie
5.6.3.1 Kürze
5.6.3.2 Präzision
5.6.4 Expressivität
5.6.4.1 Ton
5.6.4.2 Affekt
5.6.4.2.1 Aufwertung
5.6.4.2.2 Abwertung
5.6.4.2.3 Euphemismus
5.7 INFOTAINMENT
5.7.1 Information
5.7.2 Unterhaltung
5.8 BESONDERHEITEN
5.8.1 Code-switching
5.8.1.1 Intra-sentential Code-switching
5.8.1.2 Inter-sentential Code-switching
5.8.2 Aussprache
5.9 BEISPIELANALYE
6. QUANTITATIVE ANALYSE
6.1 ENTLEHNUNGSART
6.2 WORTBILDUNG
6.3 BEDEUTUNG
6.4 INTEGRATION VON ANGLIZISMEN
6.5 METAFUNKTIONEN VON SPRACHE
6.6 STILISTISCHE FUNKTIONEN VON ANGLIZISMEN
6.7 INFOTAINMENT
6.8 ABSOLUTE HÄUFIGKEITEN UND ANGLIZISMEN PRO SEKUNDE
7. ERGEBNISSE UND ZUSAMMENFASSUNG DER QUALITATIVEN UND QUANTITATIVEN ANALYSE
8. REZEPTION VON ANGLIZISMEN: EIN FRAGEBOGEN
8.1 Vorausgehende Fragestellung
8.2 Form des Fragebogens
8.2.1 Formulierung der Fragen und Antwortalternativen
8.2.2 Begleitschreiben
8.3 Inhalt des Fragebogens
8.3.1 Auswahl der Anglizismen für den Fragebogen
8.3.2 Thematische Bereiche
8.3.2.1 Fragen zur Denotation
8.3.2.2 Fragen zur Konnotation
8.3.2.3 Fragen zur Einstellung
8.4 Durchführung: Anzahl der Befragten und Rücklauf
8.5 Auswertung der Fragebögen
8.5.1 Auswertungskriterien
8.5.2 Soziodemographische Daten
8.5.2.1 Verteilung nach Altersgruppen
8.5.2.2 Verteilung nach Geschlecht
8.5.2.3 Verteilung nach dem Schulabschluss und der Berufswahl
8.5.2.4 Verteilung nach Englischkenntnissen
8.5.2.5 Verteilung der Hörergewohnheiten
8.5.3 Einstellung zu Anglizismen
8.5.4 Fragen zur Denotation
8.5.5 Fragen zur Konnotation
8.6 Fazit der Befragung
9. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht den Gebrauch und das Verständnis von Anglizismen in der Radiosprache am Beispiel des Senders MDR SPUTNIK. Das Ziel ist es zu analysieren, wie Anglizismen in der gesprochenen Sprache integriert sind, welche stilistischen Funktionen sie erfüllen und inwieweit Hörer unterschiedlicher Altersgruppen diese Wörter im Kontext der Radiosendungen verstehen und interpretieren.
- Analyse von Anglizismen in der deutschen Rundfunksprache
- Untersuchung von Entlehnungsarten und deren Integration
- Evaluation stilistischer Funktionen (nach Pfitzner) und funktionaler Metafunktionen (nach Halliday)
- Empirische Rezeptionsstudie mittels Fragebogen
- Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch, Modernität und Zielgruppenansprache
Auszug aus dem Buch
Die Mediensprache als Multiplikator sprachlicher Neuerungen
Wolfram Wilss (2001) betitelt die Tagespresse „als wichtigst[e] Fremdwortquelle der Gegenwart und als [den] wirkungsvollst[en] Sprachsteuerer der modernen Industriegesellschaft“ (S. 16). Tatsächlich ist die Tagespresse das wohl bedeutendste Medium im Hinblick auf die Einfuhr von Fremdwörtern. Vor dem Hintergrund, dass das Schriftsprachliche meist einprägsamer als das gesprochene Wort ist und die Presse als Massenkommunikationsmittel darauf abzielt, einen möglichst großen Leserkreis zu erreichen, kann man davon ausgehen, dass sich die Verwendung fremdsprachlichen Wortguts schnell in der Gesellschaft verbreitet. Ob diese Fremdwörter längerfristig im deutschen Sprachgebrauch verweilen, hängt dann von der Frequenz ihrer Verwendung in unterschiedlichen Kommunikationssituationen, den Kommunikationspartnern und damit verbundener der Integration in den deutschen Sprachgebrauch ab. Durch die permanent neu geschaffenen Entwicklungen der Medien, liegt es nahe, dass sich die Funk- und Printmedien sprachlichen Neuerungen, im vorliegenden Kontext Anglizismen, bedienen.
Der Hörfunk und das Fernsehen zeigen die Tendenz zur Toleranz gegenüber Abweichungen von der Sprachnorm – der Standardsprache – auf. Sie verwenden zunehmend soziolektale Lexik (z.B. die Jugendsprache) und umgangssprachliche Syntax, beispielsweise die Inversion in Fragesätzen: „’Sie sind von Beruf was?’“. Fernsehen und Rundfunk zeichnen sich gleichermaßen durch die zeitliche Gebundenheit ihrer Beiträge aus, woraus sich schließen lässt, dass Journalisten auf Satzverkürzungen, knappe Erläuterungen, der Verwendung von Metaphern und Wortspielen etc. zurückgreifen (vgl. Brandt, 2000, S. 2163-2164). Aufgrund der Sprachökonomie könnten in dem Falle Anglizismen die Verwendung deutscher Entsprechungen ersetzen. Auch hier hat das Fernsehen gegenüber dem Rundfunk den Vorteil der doppelten Kodierung, indem es den Anglizismus durch das gesprochene Wort zum Ausdruck bringt und gleichzeitig durch die Verwendung von Bildern oder körpersprachlicher Ausdrucksweisen für den Zuschauer zugänglich und verständlich macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache und begründet die Entscheidung für das Medium Radio als Untersuchungsgegenstand.
2. DER ANGLIZISMUS: EINE SPRACHWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Anglizismusforschung, definiert Entlehnungsarten und untersucht die Wortbedeutung sowie Hallidays funktionale Sprachentheorie.
3. DER ANGLIZISMUS: EINE MEDIENWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG: Hier werden Medien als Multiplikatoren sprachlicher Neuerungen beschrieben und die Besonderheiten der Radiosprache sowie des Magazin-Formats im Kontext von Infotainment analysiert.
4. DAS GESAMTKORPUS – SPUTNIK DEIN MORGEN: Das Kapitel stellt das gewählte Korpus vor, beschreibt den Sender und die Morning-Show und erläutert die methodischen Ansätze der Untersuchung.
5. QUALITATIVE ANALYSE: Eine tiefgehende qualitative Untersuchung der Anglizismen im Radioprogramm, unterteilt in Kategorien wie Entlehnungsart, Wortbildung, Bedeutung und Integration.
6. QUANTITATIVE ANALYSE: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der gewonnenen Daten zu Häufigkeiten und Sprachmerkmalen.
7. ERGEBNISSE UND ZUSAMMENFASSUNG DER QUALITATIVEN UND QUANTITATIVEN ANALYSE: Zusammenführung der Ergebnisse aus der qualitativen und quantitativen Analyse zu einem Gesamtbild der Anglizismenverwendung.
8. REZEPTION VON ANGLIZISMEN: EIN FRAGEBOGEN: Detaillierte Beschreibung der Fragebogenerstellung, Durchführung und Auswertung zur Rezeption der Anglizismen durch Hörer unterschiedlicher Altersgruppen.
9. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Abschluss der Arbeit mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Radiosprache, MDR SPUTNIK, Mediensprache, Entlehnung, Semantik, Infotainment, Sprachwandel, Soziolinguistik, Code-switching, Rezeptionsanalyse, Morning-Show, Wortbildung, Sprachökonomie, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss der englischen Sprache auf die deutsche Gegenwartssprache, fokussiert dabei jedoch speziell auf die gesprochene Sprache im Radio.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die sprachwissenschaftliche Einordnung von Anglizismen, die medienwissenschaftliche Analyse der Radiosprache und die empirische Untersuchung der Rezeption durch Hörer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Gebrauch und Verständnis von Anglizismen in der Radiosprache durch Moderatoren zu erforschen und zu klären, ob diese für Hörer verständlich integriert sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine qualitative und quantitative Analyse von Transkripten der Radiosendung "SPUTNIK Dein Morgen" mit einer empirischen Fragebogenstudie unter Probanden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die medienwissenschaftliche Betrachtung des Radios, die empirische Analyse des Korpus sowie die Auswertung des Fragebogens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Anglizismus", "Radiosprache", "Medienlinguistik", "Rezeption" und "Integration" maßgeblich bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Radioanalyse von bisherigen Studien?
Im Gegensatz zu vielen Studien, die sich auf die Schriftsprache oder Presse konzentrieren, betrachtet diese Arbeit gezielt die gesprochene Sprache und bezieht die Rezeption durch die Hörer aktiv ein.
Warum wurde ausgerechnet der Sender MDR SPUTNIK als Korpus gewählt?
Die Wahl fiel auf SPUTNIK aufgrund des Formats der Morning-Show und der Möglichkeit einer Kooperation, sowie der Annahme, dass dieser Sender als "Junge Popwelle" besonders viele Anglizismen verwendet.
Welche Erkenntnisse lieferte die Fragebogen-Auswertung?
Die Auswertung zeigt, dass Anglizismen in der jungen Zielgruppe gut verstanden werden, während ältere Generationen bei bestimmten Fachausdrücken oder Neologismen mehr Schwierigkeiten haben.
- Citation du texte
- Sabrina Zabel (Auteur), 2009, Anglizismen im Radio - Eine medienlinguistische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132634