Kosel (2005, 10) stellt fest, dass Kinder in der Zeit vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr besonders lernfähig sind, was die Verbesserung der koordinativen Leistungen betrifft. Koordinative Fähigkeiten, die im Grundschulalter erworben werden, sind von großer Bedeutung für Bewegungshandlungen im gesamten späteren Leben. Kosel (2005, 10) sieht die koordinativen Fähigkeiten als Voraussetzung für Bewegungssicherheit an, die wiederum elementar wichtig ist, um unfallträchtige Lebenssituationen bewältigen zu können. Außerdem erscheint es nach Martin et al. (1999, 87) sinnvoll, die koordinativen Fähigkeiten bereits im jungen Grundschulalter zu schulen, da diese Voraussetzung sind, später Bewegungen relativ schnell zu erlernen und zu beherrschen. So ermöglicht eine hohe Ausprägung ein schnelles und qualitativ hochwertiges Sportartenlernen.
Inhaltsverzeichnis
1 THEMA DER UNTERRICHTSEINHEIT/ UNTERRICHTSSTUNDE
2 DIDAKTISCHE ENTSCHEIDUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN
2.1 Zielsetzungen für die Unterrichtsstunde
2.2 Begründungen für die Auswahl des Inhaltes
2.3 Sachanalyse
2.4 Voraussetzungen für den Unterricht
2.4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler
2.4.2 Äußere Voraussetzungen
3 METHODISCHE ENTSCHEIDUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN
3.1 Einstieg/Erwärmung
3.2 Artikulation
3.3 Sozial-, Ordnungs- und Organisationsformen
3.4 Medien, Geräte und Materialien
3.5 Unterrichtsgrundsätze
4 VERKNÜPFUNG DER WISSENS- UND KOMPETENZENTWICKLUNG MIT GEPLANTEN HANDLUNGSSITUATIONEN
5 GEPLANTER UNTERRICHTSVERLAUF
6 ANHANG
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Unterrichtseinheit ist die gezielte Schulung koordinativer Fähigkeiten bei Grundschulkindern durch den Einsatz von Alltagsmaterialien, wobei die vorliegende Stunde den Schwerpunkt auf die kreative Nutzung von Zeitungen legt.
- Schulung koordinativer Fähigkeiten im Grundschulalter
- Einsatz von Alltagsmaterialien (Zeitungen) als Alternative zu klassischen Sportgeräten
- Förderung der Bewegungsfreude durch motivierende Rahmengeschichten
- Methodische Gestaltung von Bewegungslandschaften und Spielsituationen
- Entwicklung von Sachkompetenz im sicheren Umgang mit Materialien
Auszug aus dem Buch
2.3 Sachanalyse
Die koordinativen Fähigkeiten sind von den koordinativen Fertigkeiten abzugrenzen. Bei den Fertigkeiten handelt es sich um konkrete Bewegungshandlungen, die teilweise auch automatisiert sein können. Die koordinativen Fähigkeiten hingegen sind verfestigte, grundlegende Leistungsvoraussetzungen für eine Vielzahl von Bewegungshandlungen.
Die Definitionen der koordinativen Fähigkeiten der verschiedenen Autoren unterscheiden sich. Martin et al. definieren die koordinativen Fähigkeiten wie folgt:
„Koordinative Fähigkeiten sind relativ verfestigte und generalisierte Verlaufsqualitäten spezifischer Bewegungssteuerungsprozesse und Leistungsvoraussetzungen zur Bewältigung dominant koordinativer Leistungsanforderungen.“ (Martin et al., 1999, S. 83)
Weineck zitiert Hirtz und Frey bei seiner Definition der koordinativen Fähigkeiten:
„Die koordinativen Fähigkeiten – Synonym: Gewandtheit – sind Fähigkeiten, die primär koordinativ, d.h. durch die Prozesse der Bewegungssteuerung und -regelung bestimmt werden. Sie befähigen den Sportler, motorische Aktionen in vorhersehbaren (Anpassung) Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen und sportliche Bewegungen relativ schnell zu erlernen.“ (Weineck, 2004, S. 537)
Wesentlich an allen Definitionen ist jedoch die Tatsache, dass die koordinativen Fähigkeiten in enger Wechselbeziehung mit der Bewegungssteuerung und -regelung stehen. Allgemein benötigt man die koordinativen Fähigkeiten, um Situationen zu bewältigen, die ein zielgerichtetes und schnelles Handeln erfordern. Die koordinativen Fähigkeiten können als Grundlage einer guten sensomotorischen Lernfähigkeit gesehen werden. Je besser die koordinativen Fähigkeiten ausgeprägt sind, umso besser, schneller und effektiver können neue und schwierige Bewegungen erlernt werden. Gut ausgeprägte koordinative Fähigkeiten bedingen auch eine ökonomische Bewegungssteuerung, die wiederum Auswirkungen auf die anderen motorischen Grundeigenschaften hat. Für das Neulernen oder auch das Umlernen in späteren Jahren spielt die koordinative Leistungsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Sie dient als Grundlage und ist Voraussetzung, dass solche Lernprozesse in späteren Lebensjahren überhaupt noch realisiert werden können. Auch für die sportartübergreifende Ausbildung spielen die koordinativen Fähigkeiten eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich sporttechnische Fertigkeiten aus anderen Sportarten anzueignen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn eine allgemeine Konditionierung durchgeführt oder ein Ausgleichstraining eingesetzt werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 THEMA DER UNTERRICHTSEINHEIT/ UNTERRICHTSSTUNDE: Definiert das Thema der Schulung koordinativer Fähigkeiten und ordnet die Sportstunde in den Gesamtkontext der Unterrichtseinheit ein.
2 DIDAKTISCHE ENTSCHEIDUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN: Begründet die Auswahl des Inhalts und die Zielsetzung unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen der Schüler und theoretischer sportpädagogischer Grundlagen.
3 METHODISCHE ENTSCHEIDUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN: Erläutert die methodische Planung, den Einsatz von Unterrichtsgrundsätzen sowie die Organisation der Bewegungsphasen und benötigten Materialien.
4 VERKNÜPFUNG DER WISSENS- UND KOMPETENZENTWICKLUNG MIT GEPLANTEN HANDLUNGSSITUATIONEN: Stellt die direkte Verbindung zwischen den angestrebten Sachkompetenzen und den konkreten körperlichen Aktivitäten der Kinder her.
5 GEPLANTER UNTERRICHTSVERLAUF: Präsentiert eine detaillierte tabellarische Übersicht der zeitlichen Planung, der Lehrphasen und der angewandten Sozialformen.
6 ANHANG: Enthält ergänzende Materialien wie die spezifischen Bewegungsaufgaben und die verwendete Rahmengeschichte zur Motivation der Schüler.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Koordination, koordinative Fähigkeiten, Grundschule, Alltagsmaterialien, Zeitungen, Bewegungserziehung, Bewegungssteuerung, Handlungsorientierung, Motivierung, Kindgemäßheit, Sportdidaktik, Bewegungsabläufe, Sportmotorik, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Sportstunde in der Grundschule dar, in der Zeitungen als Alltagsmaterial zur Schulung koordinativer Fähigkeiten eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten im Grundschulalter, der pädagogische Einsatz von Alltagsmaterialien und die methodische Planung eines motivierenden Sportunterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch die spielerische Auseinandersetzung mit Zeitungen koordinative Fertigkeiten zu vermitteln und sie mit neuen Bewegungsarrangements vertraut zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sportdidaktischen Unterrichtsplanung, die auf Fachliteratur zur Bewegungskoordination (z. B. Kosel, Weineck) und den offiziellen Teilrahmenplänen Sport aufbaut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die didaktischen und methodischen Begründungen dargelegt, die Voraussetzungen (Schüler, Örtlichkeiten) analysiert und der geplante Unterrichtsverlauf sowie die Materialauswahl erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Koordination, Alltagsmaterialien, Sportdidaktik, Bewegungsfreude und Handlungsorientierung.
Wie trägt die Rahmengeschichte „Käpt'n Blaubär“ zur Unterrichtsstunde bei?
Die Rahmengeschichte dient als motivierender roter Faden, der die verschiedenen Bewegungsaufgaben miteinander verknüpft und die Kinder aktiv in eine abenteuerliche Lernumgebung einbindet.
Warum wurden Zeitungen als Material ausgewählt?
Zeitungen sind kostengünstig, leicht verfügbar, bieten vielfältige Möglichkeiten für feinmotorische Übungen und ermöglichen ein behutsames Üben von kontrollierten Bewegungsmustern.
- Citation du texte
- Sebastian Stark (Auteur), 2008, Spiel- und Übungsformen mit dem Alltagsmaterial Zeitungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132640