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Das Spiel als orale Speichertechnik

Title: Das Spiel als orale Speichertechnik

Term Paper , 2008 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Müller (Author)

Communications - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Spiele reflektieren in literalen und oralen Gesellschaften Kultur und dienen in Form fester Regelhaftigkeit als wirkungsvolle Mnemotechnik. Aufgrund der Notwendigkeit von Mnemotechniken kommt dem Spiel besonders in oralen Kulturen durch rituelle Wiederholung, Zweckgebundenheit starke Verankerung in Religion und Kultur eine gesonderte Stellung zu. Die Aussagen werden mit Literaturverweisen begründet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITIONEN

3. DAS SPIEL ALS MEDIUM BEI MARSHALL MCLUHAN

4. KULTUR IN SPIEL: SCHACH UND MONOPOLY

5. DIE BEDEUTUNG DER MNEMOTECHNIKEN

6. SPIELEN UND LERNEN: EIN KURZER BLICK IN DIE SPIELPÄDAGOGIK

7. DIE ROLLE DES SPIELS IN ORALEN KULTUREN

8. DAS SPIEL IN ORALEN UND LITERALEN KULTUREN

9. SCHLUSS

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Spiele in oralen Kulturen als Mnemonik fungieren können, um Wissen über Mythen, Religion und soziale Normen zu speichern und weiterzugeben, und setzt dies in Kontrast zur Funktion von Spielen in literaturbasierten Gesellschaften.

  • Anthropologische und medientheoretische Grundlagen des Spielbegriffs
  • Die Rolle von Marshall McLuhan in der Spieltheorie
  • Kulturvergleichende Analysen von Brettspielen wie Schach und Monopoly
  • Die Bedeutung von Mnemonik und oralen Speichertechniken
  • Vergleich der Spielfunktionen in oralen versus literaturbasierten Kulturen

Auszug aus dem Buch

4. Kultur in Spiel: Schach und Monopoly

An verschiedenerlei Stelle wurde schon behauptet und belegt, dass Gesellschaft sich in den von ihr geschaffenen Texten widerspiegelt und durch sie reproduziert. Wenig abwegig sollte daher die Annahme erscheinen, dass auch Spiele nach bestehenden Gegebenheiten geformt sind, diese wiedergeben und auch etablieren können. Als Speichertechnik für Kultur, Mythen oder soziale Regeln können Spiele nur fungieren, wenn diese Annahme zutrifft. Viele Untersuchungen bestätigen diese These, zwei sollen hier exemplarisch herangezogen und kurz zusammengefasst werden:

Hans Petschar führte 1991 in seiner Dissertation eine interkulturelle Analyse des Schachspiels in Europa, Indien, China und Japan durch. Hierbei ist auffällig, dass sich nicht nur Bezeichnungen - zum Beispiel entspricht der europäische Turm in Indien dem Elefanten - voneinander unterschieden, sondern dass auch die Regeln des Schachspiels, die Möglichkeiten des Spielverlaufs und die entstehenden Machtkonstellationen trotz des gleichen Ursprungs gesellschaftliche Gegebenheiten ausdrücken:

Indien (Saturanga): Die Spielfiguren sind differenzierter als in anderen Schachspielen. Die vier Klassen der indischen Gesellschaft zeigen sich in den vier Spielerpositionen.

China (Xiangqi): Die absolut zentrale Figur des Spiels ist die des Kaisers. Er hat jedoch nur einen sehr geringen Bewegungsspielraum - wie im Kaiserpalast auch.

Japan (Shogi): Geschlagene Figuren werden nicht aus dem Spiel entfernt, sondern übernommen, und das Spiel ist insgesamt dezentralisierter, was Analogien zur japanischen Militäraristokratie im 12. Jahrhundert aufweist. Die ständige Änderung der Machtverhältnisse betont eine gewisse Zeitlichkeit des Spiels.

Europa (Schach): Das Schachspiel bildet eine höfisches europäische Gesellschaft ab. Die Einführung der starken Dame symbolisiert die Macht der Hofdame im mittelalterlichen Europa. Das Spiel ist schneller, wie auch Europa im Vergleich zu den eher traditionalistischen asiatischen Kulturen es war. Ab dem 15. Jahrhundert wurde der König auch recht handlungsunfähig, was seine Stellung im Krieg in der Wirklichkeit ebenso wiedergibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die anthropologische und medientheoretische Relevanz des Spielbegriffs ein und formuliert die Forschungsfrage zur Funktion des Spiels als Mnemotechnik in oralen Kulturen.

2. DEFINITIONEN: Hier werden grundlegende Begriffsdefinitionen von "Spiel" nach Huizinga und Caillois für den medientheoretischen Kontext erarbeitet.

3. DAS SPIEL ALS MEDIUM BEI MARSHALL MCLUHAN: Das Kapitel beleuchtet McLuhans Verständnis von Spielen als Reaktionen auf kulturelle Veränderungen und Medienformen.

4. KULTUR IN SPIEL: SCHACH UND MONOPOLY: Anhand von Schach und Monopoly wird dargelegt, wie gesellschaftliche Strukturen und kapitalistische Logiken in Spielregeln und Spielverläufen manifestiert werden.

5. DIE BEDEUTUNG DER MNEMOTECHNIKEN: Dieses Kapitel erläutert, wie orale Gesellschaften Wissen ohne Schrift speichern und welche Rolle narrative Strukturen dabei spielen.

6. SPIELEN UND LERNEN: EIN KURZER BLICK IN DIE SPIELPÄDAGOGIK: Es wird der Zusammenhang zwischen Spiel, Sozialisierung und dem Erwerb von Fähigkeiten in der pädagogischen Theorie betrachtet.

7. DIE ROLLE DES SPIELS IN ORALEN KULTUREN: Hier wird untersucht, wie Mythen und rituelle Praktiken in Spielen indigener Völker als Speichermedium für kulturelles Wissen fungieren.

8. DAS SPIEL IN ORALEN UND LITERALEN KULTUREN: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Spielfunktionen und die Art der Wissensvermittlung in oralen und schriftsprachlichen Kulturen.

9. SCHLUSS: Die Arbeit fasst zusammen, dass Spiele in oralen Kulturen durch rituelle Wiederholung und inhaltliche Verankerung eine wichtige Funktion als Mnemotechnik einnehmen.

Schlüsselwörter

Spieltheorie, Medientheorie, orale Kultur, Mnemotechnik, kulturelle Speichertechnik, Anthropologie, Marshall McLuhan, Johan Huizinga, Schach, Monopoly, Wissensvermittlung, rituelle Wiederholung, Wissensspeicherung, Pädagogik, Kulturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spiel als ein kulturelles Speichermedium und analysiert, wie Spiele in verschiedenen Gesellschaftsformen zur Tradierung von Wissen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Medientheorie, Anthropologie, Spielpädagogik sowie der kulturvergleichende Aspekt von Spielen als Träger gesellschaftlicher Normen und Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob Spiele speziell in oralen Kulturen als Mnemotechniken dienen können, um Mythen und soziales Wissen zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medien- und kulturtheoretische Analyse, die auf bestehender Literatur (u.a. McLuhan, Huizinga, Caillois) und der Untersuchung konkreter Fallbeispiele basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Spieldefinitionen, medientheoretischen Ansätzen, der Analyse von Brettspielen als kulturelle Spiegel sowie der Bedeutung von Mnemotechniken für das Lernen und Erinnern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Spieltheorie, orale Kultur, kulturelle Speichertechnik, Mnemotechnik und der kulturwissenschaftliche Vergleich zwischen oralen und literaturbasierten Gesellschaften.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Schach in Indien und Europa?

Während das indische Schachspiel (Saturanga) die Klassenstruktur der Gesellschaft abbildet, reflektiert die europäische Variante eine höfische Gesellschaft mit einer starken Dame als zentraler Machtfigur.

Was lässt sich laut der Autorin über das Spiel Monopoly sagen?

Monopoly fungiert als Spiegel des Kapitalismus, wobei der Spielverlauf ökonomische Mechanismen wie den "Aufstieg und Fall" und den Konkurrenzkampf um Ressourcen verdeutlicht.

Warum spielt die Mnemotechnik eine so große Rolle für die Argumentation?

Da orale Kulturen nicht auf schriftliche Dokumente zurückgreifen können, dient das Spiel als rituelle Form dazu, komplexes Wissen und gesellschaftliche Regeln dauerhaft im kollektiven Gedächtnis zu verankern.

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Details

Title
Das Spiel als orale Speichertechnik
College
University of Weimar  (Fakultät Medien)
Course
Einführung in die Medien- und Kulturtheorie
Grade
1,3
Author
Katja Müller (Author)
Publication Year
2008
Pages
11
Catalog Number
V132661
ISBN (eBook)
9783640394692
Language
German
Tags
Spiel Speichertechnik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Müller (Author), 2008, Das Spiel als orale Speichertechnik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132661
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