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Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers als Basis überkonfessionell-interspiritueller Geistlicher Begleitung

Zur Kompatibilität von Grundlagen, Zielen und Wirkfaktoren

Title: Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers als Basis überkonfessionell-interspiritueller Geistlicher Begleitung

Master's Thesis , 2008 , 74 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrike Fell (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers ist ein psychologischer Ansatz, kein religiös-geistlicher. Sowohl die Psychologie und die darin gründenden Psychotherapie- und Beratungsansätze als auch die Religionen und die in ihnen entwickelten Formen Geistlicher Begleitung befassen sich jedoch gleichermaßen mit Aspekten menschlichen Heil-Seins. Kennzeichnend für die Geistliche Begleitung ist, dass sie den Menschen darin unterstützen will, einen für ihn als ganzen Menschen in seiner – das macht den geistlich-religiösen Anteil aus – Transzendenzbezogenheit heilsamen Weg zu finden und zu gehen.

Religion ist auch in Westeuropa seit geraumer Zeit nicht mehr gleichbedeutend mit christlicher Religion. Andere religiöse Traditionen fassen mehr und mehr Fuß. Zunehmend wachsen Menschen andererseits inzwischen ganz ohne religiöse Anbindung auf. Und doch verspüren weiterhin viele eine Anziehung des Religiösen oder Spirituellen und sind auf der Suche. Dies stellt auch neue Anforderungen an die Geistliche Begleitung. Vor diesem Hintergrund wird in der vorliegenden Arbeit der Frage nachgegangen, ob und inwieweit der Personzentrierte Ansatz eine Basis sein kann für eine überkonfessionell-interspirituelle Geistliche Begleitung.

In einem ersten Abschnitt wird zunächst der Personzentrierte Ansatz als solcher mit Blick auf Menschenbild, Zielsetzung und Wirkfaktoren in Grundzügen dargestellt. In einem zweiten Abschnitt folgen dann wesentliche Grundzüge der Ansätze Geistlicher Begleitung in den großen religiösen Traditionen, also der „Angebote“, sich mit persönlicher Transzendenzbezogenheit auseinander zu setzen, die traditionell zur Verfügung stehen und die die Grundlage auch einer überkonfessionell-interspirituell ausgerichteten Geistlichen Begleitung sind. Verbindende und trennende Aspekte im Vergleich zum Personzentrierten Ansatz werden aufgezeigt. In einem dritten Abschnitt werden dann auf der Basis des zuvor Untersuchten die Grundbedingungen einer überkonfessionell-interspirituellen Geistlichen Begleitung behandelt und hinsichtlich ihrer Kompatibilität mit dem Personzentrierten Ansatz betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers

2.1. Das dem Personzentrierten Ansatz zugrunde liegende Menschenbild

2.2. Ziel des Personzentrierten Ansatzes

2.3. Wirkfaktoren

3. Geistliche Begleitung in den großen religiösen Traditionen

3.1. Geistlichen Begleitung – eine begriffliche Abgrenzung

3.2. Geistliche Begleitung, Religion und Menschenbild

3.3. Geistliche Begleitung in den monotheistischen Religionen

3.3.1. Christentum

3.3.1.1. Geistliche Begleitung im Christentum

3.3.1.2. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

3.3.2. Judentum

3.3.2.1. Geistliche Begleitung im Judentum

3.3.2.2. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

3.3.3. Islam

3.3.3.1. Geistliche Begleitung im Islam

3.3.3.2. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

3.4. Geistliche Begleitung in den mystisch-weisheitlichen Religionen Asiens

3.4.1. Hinduismus

3.4.1.1. Hinduismus im Überblick

3.4.1.2. Geistliche Begleitung im Hinduismus

3.4.1.3. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

3.4.2. Buddhismus

3.4.2.1. Buddhismus im Überblick

3.4.2.2. Geistliche Begleitung im Buddhismus

3.4.2.3. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

3.4.3. Daoismus

3.4.3.1. Daoismus im Überblick

3.4.3.2. Geistliche Begleitung im Daoismus

3.4.3.3. Bezug zum Personzentrierten Ansatz

4. Überkonfessionell-interspirituelle Geistliche Begleitung

4.1. Zum Begriff

4.2. Welt- und Menschenbild

4.2.1. Ein pluralistisches Welt- und Menschenbild auf der Basis der Religionen?

4.2.2. Grundzüge eines religionspluralistischen Welt- und Menschenbilds

4.2.3. Das religionspluralistische Welt- und Menschenbild und der Personzentrierte Ansatz

4.3. Ziel der überkonfessionell-interspirituellen Geistlichen Begleitung

4.4. Wirkfaktoren

4.4.1. Spirituelle Praxis

4.4.2. Begleitung

4.4.2.1. Aufmerksamkeit als Grundvoraussetzung der Begleitung

4.4.2.2. Besondere Anforderungen an die überkonfessionell-interspirituelle Begleitung

4.4.2.3. Empathie und Verstehen

4.4.3. Die Wirkfaktoren in Vergleich zum Personzentrierten Ansatz

5. Zusammenschau

6. Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kompatibilität des Personzentrierten Ansatzes nach Carl R. Rogers mit den Grundlagen, Zielen und Wirkfaktoren überkonfessionell-interspiritueller Geistlicher Begleitung, um eine theoretische Basis für eine Begleitungsform zu schaffen, die über konfessionelle Grenzen hinausgeht.

  • Grundlagen des Personzentrierten Ansatzes (Menschenbild, Wirkfaktoren)
  • Geistliche Begleitung in den monotheistischen und asiatischen Religionen
  • Konzept und Zielsetzung überkonfessionell-interspiritueller Begleitung
  • Das religionspluralistische Welt- und Menschenbild
  • Kompatibilitätsanalyse zwischen Personzentriertem Ansatz und Geistlicher Begleitung

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1. Geistliche Begleitung im Christentum

Im Christentum – West- wie Ostkirche – hat die Geistliche Begleitung eine lange Tradition, die zurückgeht auf die Zeit der Wüstenväter (und auch einiger -mütter) des frühen Christentums. Sie entstammt damit einer monastischen Tradition.

Das Menschenbild der Väter und Mütter der Wüste war von der Grundannahme geprägt, dass „jeder Mensch in seiner konkreten Situation und Verfasstheit ... zur Selbst- und Gotteserkenntnis berufen“ und die entsprechende Entwicklung auf dieses Ziel hin zu fördern sei (Plattig 2001, S. 26). Es geht im alten Mönchtum in der Geistlichen Begleitung in erster Linie nicht um „die Überwindung von Konflikten, die Heilung seelischer Defekte, die Anleitung zu einem moralisch guten Leben, sondern es ist die Hinführung zur Kontemplation, zur Begegnung mit Gott, zur Schau Gottes“ (Bäumer/Plattig 1998, S. 84). Und Anselm Grün (2002, S. 118) führt dazu aus: „Es ist ein mystischer Weg, auf dem die Väter ihre Schüler begleiten. Es geht ihnen nicht zuerst um den moralisch richtigen Weg, nicht zuerst um die Verwirklichung des Willens Gottes und um die richtigen Entscheidungen, sondern um das Einswerden mit Gott.“

Als wesentliche Aufgabe auf diesem Weg sehen die Väter und Mütter der Wüste die Auseinandersetzung mit den Gedanken (logismoi), womit „Vorstellungen und Ideen, ... bestimmte Absichten, Pläne, Intentionen, Wünsche, Einfälle, Gefühle, Motive, Stimmungen“ (Plattig 2001, S. 26) gemeint sind. Ziel der Auseinandersetzung ist die Befreiung von Abhängigkeiten von diesen. „Zunächst wird keine Bewertung vorgenommen, alle Gefühle und Bedürfnisse, alle Sehnsüchte und Stimmungen des Menschen haben ein Recht zu sein, sie haben einen Sinn“ (Plattig 2001, S. 26). Selbsterkenntnis steht zunächst im Vordergrund, aus der dann die Gotteserkenntnis erwächst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Schnittstellen zwischen psychologischer Begleitung und Spiritualität vor dem Hintergrund einer interspirituellen Ausrichtung zu beleuchten.

2. Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers: Dieses Kapitel stellt das humanistische Menschenbild Rogers, seine Ziele wie die "fully functioning person" und die wesentlichen Wirkfaktoren der Beziehungsgestaltung dar.

3. Geistliche Begleitung in den großen religiösen Traditionen: Hier werden unterschiedliche religiöse Ansätze der Begleitung in monotheistischen und asiatischen Religionen analysiert und in Bezug zum Personzentrierten Ansatz gesetzt.

4. Überkonfessionell-interspirituelle Geistliche Begleitung: Das Kapitel entwickelt die theoretische Basis für eine Begleitung, die über einzelne Konfessionen hinausgeht, und diskutiert Weltbilder sowie notwendige Wirkfaktoren.

5. Zusammenschau: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des Personzentrierten Ansatzes als hilfreiche Basis für eine überkonfessionell-interspirituelle Geistliche Begleitung.

6. Persönliches Fazit: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Reflexion der Autorin über die Kompatibilität der beiden Disziplinen und die Grenzen einer rein personzentrierten Vorgehensweise in diesem speziellen Kontext.

Schlüsselwörter

Personzentrierter Ansatz, Carl R. Rogers, Geistliche Begleitung, Spiritualität, Interspiritualität, Wirkfaktoren, Menschenbild, Religionspluralismus, Selbstkonzept, Aktualisierungstendenz, Transzendenz, Achtsamkeit, Beziehungsgestaltung, Beratung, Persönlichkeitsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit der psychologische Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers eine geeignete wissenschaftliche Basis für eine überkonfessionell-interspirituelle Geistliche Begleitung bilden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Personzentrierte Ansatz, die Analyse verschiedener religiöser Begleitungstraditionen, das Konzept der Interspiritualität und die Frage nach der Kompatibilität dieser Ansätze.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, theoretische Grundbedingungen für eine Geistliche Begleitung zu formulieren, die Menschen bei ihrer spirituellen Suche unterstützt, ohne sie auf ein spezifisches religiöses Dogma festzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender psychologischer und religiöser Konzepte. Empirische Untersuchungen wurden nicht durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Rogers dargestellt, danach erfolgt eine detaillierte Analyse der Begleitungsansätze in Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Daoismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Personzentrierter Ansatz", "Interspiritualität", "Geistliche Begleitung", "Transzendenz" und "Wirkfaktoren" geprägt.

Wie unterscheidet sich die Geistliche Begleitung von einer rein psychologischen Beratung?

Während die psychologische Beratung primär die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung fokussiert, stellt die Geistliche Begleitung den Menschen in seiner persönlichen Gott- oder Transzendenz-Bezogenheit in das Zentrum.

Welche Rolle spielt die "spirituelle Praxis" in der überkonfessionellen Begleitung?

Die spirituelle Praxis wird als essenzieller Wirkfaktor und "Technologie der inneren Veränderung" angesehen, die neben der zwischenmenschlichen Begleitbeziehung notwendig ist, um die spirituelle Entwicklung zu fördern.

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Details

Title
Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers als Basis überkonfessionell-interspiritueller Geistlicher Begleitung
Subtitle
Zur Kompatibilität von Grundlagen, Zielen und Wirkfaktoren
College
University of Hagen  (Kurt Lewin Institut (KLI) in Kooperation mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e. V. (GwG))
Course
Weiterbildender Masterstudiengang: Personzentrierte Beratung (Master of Counselling)
Grade
1,0
Author
Ulrike Fell (Author)
Publication Year
2008
Pages
74
Catalog Number
V132665
ISBN (eBook)
9783640389445
ISBN (Book)
9783640389759
Language
German
Tags
Religion Geistliche Begleitung Spiritualität spirituelle Entwicklung geistliche Entwicklung Personzentrierter Ansatz Carl Rogers Wüstenväter Buddhismus Daoismus Taoismus Hinduismus Islam Judentum Christentum geistliches Leben interspirituell Interspiritualität interreligiös Theologie Psychologie psychologische Beratung Kirche Sufismus Personzentrierte Gesprächsführung Personzentrierte Beratung Counselling Counseling interreligiöser Dialog Theologie der Religionen Psychologie und Religion Transpersonale Psychologie Humanistische Psychologie spirituelle Praxis Meditation Kontemplation Transzendenz Carl R. Rogers Rogers Gesprächspsychotherapie klientenzentriert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Fell (Author), 2008, Der Personzentrierte Ansatz nach Carl R. Rogers als Basis überkonfessionell-interspiritueller Geistlicher Begleitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132665
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