Im Kern dieser Auseinandersetzung sollen die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1960er und 1970er Jahren stehen. Dabei ist am Anfang die Ausgangssituation zu beschreiben, d.h. die gesellschaftliche Situation in der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der Wirtschaftswunderzeiten. Jedoch soll dieser Abschnitt nur einen kurzen Überblick geben. Die Personen und Tendenzen werden eingeführt, die für die zentralen Betrachtungen der Arbeit eine Rolle spielen.
Der zentrale Teil dieser Arbeit setzt sich mit den Jahren 1965 bis 1978 in der Bundesrepublik Deutschland auseinander und beschreibt, welche Einflüsse auf die Gesellschaft gewirkt haben. Ein zentrales Augenmerk wird hierbei auf die Studierende und ihre Aktivitäten gelegt. Allerdings kann das Agieren der „Roten Armee Fraktion“, der Vietnamkrieg und der Regierungswechsel von einer Regierung der Parteien CDU/FDP über eine Große Koalition hin zu einer sozial-liberalen Koalition nicht unberücksichtigt bleiben.
Abschließend soll dargestellt werden, dass die Veränderungen in der Gesellschaft nicht sofort wirkten, sondern zum Teil noch viele Jahre vergehen mussten, bevor ein Wandel bei der Bevölkerung sichtbar wurde. An dieser Stelle soll neben anderem die Gründung der „GRÜNEN“ Berücksichtigung finden, aber auch weitere Effekte, die aus den Veränderungen der 1960er und 1970er Jahre abgeleitet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG
2.1 Grundstein der Demokratie
2.2 Die Republik formt sich
3. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT IN DEN 1950ER UND 60ER JAHREN
3.1 Die Spiegel-Affäre
3.2 Willy Brandt wird Bundeskanzler
3.3 Studentenunruhen (APO, RAF)
4. DIE GESELLSCHAFT HAT SICH VERÄNDERT – DER WANDEL WIRD ZU BEGINN DER 1980ER JAHRE SICHTBAR
5. FAZIT
6. LITERATUR
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Veränderungen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1965 und 1978. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Studierendenbewegungen, der Roten Armee Fraktion (RAF) und politischen Regierungswechseln auf den demokratischen Reifeprozess der Gesellschaft zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Phase als eine Art demokratische „Nachgründung“ verstanden werden kann.
- Gesellschaftlicher Wandel von der Nachkriegszeit bis zu den 1980er Jahren
- Die Rolle der Studentenunruhen und der außerparlamentarischen Opposition (APO)
- Die Entstehung und Entwicklung des Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF)
- Politischer Regierungswechsel und die Ära Willy Brandt
- Herausforderungen der sozial-liberalen Koalition, insbesondere der NATO-Doppelbeschluss
Auszug aus dem Buch
3.3 Studentenunruhen (APO, RAF)
Schon während die Große Koalition noch im Amt war, rumorte es in Deutschland unter den jungen Menschen gewaltig. Einer der Auslöser hierfür war der Besuch des Schah von Persien Reza Pahlevi und seiner Frau im Juni 1967 in Berlin. Der Schah war durch den Sturz der vorherigen Regierung an die Macht gekommen und während er das Schöneberger Rathaus besuchte, wurden Demonstranten von Schah Anhänger, hauptsächlich Agenten des iranischen Geheimdienstes und der deutschen Polizei, niedergeknüppelt. Schon vorher war es zu Protesten der Studierenden gekommen; sie hatten eine außerparlamentarische Opposition gebildet. Diese ging von einer amerikanischen Bewegung gegen den Vietnamkrieg aus und formulierte in Deutschland ihre politische Kritik an der Notstandsgesetzgebung. Außerdem wurden die Hochschulen unter anderem mit der Losung „Unter den Talaren Muff von tausend Jahren“ in die Kritik einbezogen, An dieser Stelle spielte die Entnazifizierung der Universitäten eine zentrale Rolle. Unter den Protestierenden befanden sich viele linke Studenten, die sich unter anderem auch im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) zusammenschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Verfasser erläutert die Motivation für die Arbeit und skizziert den zeitlichen Fokus auf die Jahre 1965 bis 1978 in der Bundesrepublik.
2. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: Dieses Kapitel beschreibt die Ausgangssituation der Gesellschaft nach 1945, die Phase der „Stunde Null“ und die frühe Demokratisierung unter Adenauer.
3. DIE DEUTSCHE GESELLSCHAFT IN DEN 1950ER UND 60ER JAHREN: Hier werden der wirtschaftliche Aufschwung, die Spiegel-Affäre, die Kanzlerschaft Willy Brandts sowie der Aufstieg der Studentenbewegungen thematisiert.
4. DIE GESELLSCHAFT HAT SICH VERÄNDERT – DER WANDEL WIRD ZU BEGINN DER 1980ER JAHRE SICHTBAR: Das Kapitel konzentriert sich auf die Radikalisierung der RAF, die Eskalation des Terrors im „Deutschen Herbst“ sowie die Herausforderungen der Ölkrise und des NATO-Doppelbeschlusses.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Entwicklung der deutschen Demokratie über die behandelten vier Jahrzehnte zusammen und reflektiert die Ausgangsthese über den Wandel der Gesellschaft.
6. LITERATUR: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur zur historischen Einordnung.
Schlüsselwörter
Bundesrepublik Deutschland, Nachkriegsgeschichte, Studentenunruhen, RAF, Rote Armee Fraktion, Willy Brandt, Demokratisierung, Wirtschaftswunder, 1968er Bewegung, APO, NATO-Doppelbeschluss, Gesellschaftswandel, 1970er Jahre, Spiegel-Affäre, politische Kultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland von der Nachkriegszeit bis in die frühen 1980er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte bilden der wirtschaftliche Aufschwung, der studentische Protest, der RAF-Terrorismus und die politische Ära der sozial-liberalen Koalition.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, den gesellschaftlichen Wandel zu untersuchen und zu bewerten, ob die Entwicklungen in den 1970er Jahren als eine Art demokratische Nachgründung der Bundesrepublik betrachtet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die politische Ereignisse und gesellschaftliche Trends anhand von Fachliteratur und historischen Dokumenten rekonstruiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Gesellschaft der 50er und 60er Jahre, der Spiegel-Affäre, der Kanzlerschaft von Willy Brandt sowie den radikalen Auswüchsen der Studentenbewegung bis hin zur RAF-Ära.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Bundesrepublik Deutschland, Demokratisierung, Studentenunruhen, RAF, gesellschaftlicher Wandel und politische Kultur.
Warum spielt die Spiegel-Affäre eine wichtige Rolle?
Die Spiegel-Affäre wird als ein Wendepunkt und Ausgangspunkt für den Rücktritt Adenauers sowie als Beleg für das Funktionieren demokratischer Kontrollmechanismen in den Medien und der Politik angeführt.
Wie bewertet der Autor den „Deutschen Herbst“ 1977?
Der Autor ordnet die Ereignisse als massive Bewährungsprobe für die deutsche Demokratie ein, in der der Staat durch den Kurs von Helmut Schmidt seine Widerstandsfähigkeit gegen Terrorismus beweisen musste.
- Quote paper
- Bjoern Gluesen (Author), 2009, Die Werte der "Kulturrevolution" um 1970, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132673