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Schwangerschaftsabbruch bei armutsbetroffenen Frauen. Zugangsbeschränkungen und Selbstbestimmung

Título: Schwangerschaftsabbruch bei armutsbetroffenen Frauen. Zugangsbeschränkungen und Selbstbestimmung

Tesis (Bachelor) , 2021 , 65 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Julia Holzmann (Autor)

Trabajo social
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Wie kann die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession anhand des lebensweltorientierten Konzeptes bestmöglich agieren, um den Struktur- und Handlungsmaximen nach Hans Thiersch in Hinblick auf Schwangerschaftsabbrüche bei armutsbetroffenen Frauen* gerecht zu werden?
Laut der WHO lassen sich Schwangerschaftsabbrüche nicht verhindern, sondern es zwingt Frauen* in die Illegalität. National und lokal betrachtet wird erkennbar, dass demographische und finanzielle Versorgungslücken sowie restriktive Gesetze speziell von Armut betroffene Frauen* erheblich einschränken.

2020 wurde eine neue Regierung angelobt, auf deren über 300-seitigen Regierungsvereinbarung weder Sexualverhütung noch Schwangerschaftsabbrüche thematisiert wurden. Das Thema der Abtreibung ist immer wieder Teil öffentlicher Debatten und es gelang auch eine mediale Präsenz durch eine Gesetzesreform in Polen. Trotz einer Stellungnahme seitens Österreich und der immer wiederkehrenden Aktualität dieser Thematik scheinen sich die unterschiedlichen österreichischen Regierungskonstellationen seit Jahren dagegen zu wehren, sich dieser Materie konkret anzunehmen. Obwohl es keine tragfähige Gegenargumentation gibt, warum Abtreibungen und/oder Verhütungsmittel nicht von der Sozialversicherung übernommen werden sollten, wird dies in Österreich nicht umgesetzt. Diese Ansicht teilt auch der Leiter des Gynmed Ambulatoriums Wien DDr. Christian Fiala. Diese sozialpolitischen Maßnahmen, auch international betrachtet, führen in einigen Fällen dazu, dass ungewollt schwangere Frauen* u. a. neben Geldmangel oder Gesetzeslagen andere Optionen ergreifen müssen, um die Schwangerschaft vorzeitig beenden zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Historischer Rückblick

3.1. Schwangerschaftsabbruch im Nationalsozialismus

3.2. 1945 - 1974

4. Rechtliche Lage in Österreich

5. Medizinische Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch

5.1. Schwangerschaftsalter

5.2. Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

5.3. Operativer Schwangerschaftsabbruch

5.3.1. Saugkürettage

5.3.2. Kürettage

5.3.3. Abbruch nach dem ersten Trimester

6. Mögliche Folgen eines Schwangerschaftsabbruches

6.1. Physische Folgen

6.2. Psychische Folgen

6.2.1. Depression

6.2.2. Angststörung

6.2.3. PTBS

6.2.4. Post Abort Syndrom

7. Status quo

7.1. Österreich

7.2. Tirol/Innsbruck

8. Abtreibung bei von Armut betroffenen Frauen*

8.1. Armut bei Frauen*

8.2. Gesundheit und Armut

8.3. Abtreibung und Armut

9. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession

9.1. Menschenrechte und Abtreibung

9.1.1. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

9.1.2. Europäische Menschenrechtskonvention

9.1.3. EU-Charta der Grundrechte

9.1.4. CEDAW

9.1.5. ICCPR

10. Lebensweltorientierte Sozialarbeit

10.1. Struktur- und Handlungsmaximen

10.2. Struktur- und Handlungsmaximen und der selbstbestimmte Schwangerschaftsabbruch

10.2.1. Mikroebene

10.2.2. Mesoebene

10.2.3. Makroebene

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die restriktiven Bedingungen für armutsbetroffene Frauen*, die einen Schwangerschaftsabbruch anstreben, und analysiert die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, im Rahmen des lebensweltorientierten Konzepts nach Hans Thiersch intervenierend und unterstützend zu wirken.

  • Zugangsbarrieren und Versorgungslücken bei Schwangerschaftsabbrüchen in Österreich
  • Die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit und den Zugang zu medizinischer Versorgung
  • Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession im Kontext ungewollter Schwangerschaften
  • Theoretische Anwendung der Handlungsmaximen nach Thiersch auf Mikro-, Meso- und Makroebene
  • Politische Mandate und der Bedarf an strukturellen Reformen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

2020 wurde eine neue Regierung angelobt, auf deren über 300-seitigen Regierungsvereinbarung weder Sexualverhütung noch Schwangerschaftsabbrüche thematisiert wurden (vgl. Die neue Volkspartei & Die Grünen, 2020). Das Thema der Abtreibung ist immer wieder Teil öffentlicher Debatten und es gelang auch eine mediale Präsenz 2020/21 durch eine Gesetzesreform in Polen, welche die Möglichkeiten für legale Schwangerschaftsabbrüche weitgehend einschränkte. Österreich bezog dazu Stellung, etwa durch die EU-Abgeordnete Mag.a Evelyn Regner (SPÖ), welche darauf hinwies, dass dies eine Menschenrechtsverletzung darstelle und eine deutliche Einschränkung der Selbstbestimmung von Frauen* sei (vgl. APA OTS, 2021). Trotz dieser Stellungnahme und der immer wiederkehrenden Aktualität dieser Thematik scheinen sich die unterschiedlichen österreichischen Regierungskonstellationen seit Jahren dagegen zu wehren, sich dieser Materie konkret anzunehmen (vgl. Fiala, 2015, S. 10).

Obwohl es keine tragfähige Gegenargumentation gibt, warum Abtreibungen und/oder Verhütungsmittel nicht von der Sozialversicherung übernommen werden sollten, wird dies in Österreich nicht umgesetzt. Diese Ansicht teilt auch der Leiter des Gynmed Ambulatoriums Wien DDr. Christian Fiala, welcher als Experte* in den Bereichen Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Österreich gilt. Selbstkosten für eine Abtreibung haben enorme Auswirkungen vor allem auf benachteiligte Gesellschaftsgruppen wie etwa armutsbetroffene Frauen* (vgl. Lex, 2014). Diese sozialpolitischen Maßnahmen, auch international betrachtet, führen in einigen Fällen dazu, dass ungewollt schwangere Frauen* u. a. neben Geldmangel oder Gesetzeslagen andere Optionen ergreifen müssen, um die Schwangerschaft vorzeitig beenden zu können. Dies führt zu Eingriffen, die den medizinischen und hygienischen Standards, welche für einen sicheren Abbruch notwendig wären, nicht entsprechen (vgl. Amnesty International, 2019).

Laut WHO fanden zwischen den Jahren 2015 bis 2019 durchschnittlich jährlich weltweit 24,4 Millionen unsichere Abtreibungen unter gefährlichen Bedingungen statt, wobei fast alle Todesfälle durch Sexualaufklärung und durch Zugänge zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen sowie kostenfreien Verhütungsmitteln verhindert werden hätten können. Einschränkende Gesetze wie etwa Selbstkostenbeiträge und Gewissensklauseln für Ärzt*innen bilden Zugangsbarrieren, wodurch sich Frauen* auf unsichere Abtreibungen einlassen, obwohl Abtreibungsverbote und Zugangsbeschränkungen Schwangerschaftsabbrüche nicht verhindern, sondern Frauen* in die Illegalität zwingen (vgl. WHO, 2020).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der aktuellen politischen Situation in Österreich bezüglich Abtreibung und die Herleitung der Fragestellung zur Rolle der Sozialen Arbeit.

2. Begriffsbestimmung: Definition der in der Arbeit verwendeten Fachbegriffe und wissenschaftlichen Sprachweise im Kontext von Schwangerschaftsabbrüchen.

3. Historischer Rückblick: Überblick über die geschichtliche Entwicklung und die gesetzliche Regulierung von Schwangerschaftsabbrüchen von der Antike bis 1974.

4. Rechtliche Lage in Österreich: Darstellung der geltenden Gesetze wie der Fristenlösung und der Auswirkungen der Paragraphen 96-98 des Strafgesetzbuches.

5. Medizinische Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch: Erläuterung der verschiedenen medizinischen Methoden wie medikamentöser Abbruch und operative Verfahren.

6. Mögliche Folgen eines Schwangerschaftsabbruches: Analyse physischer und psychischer Auswirkungen unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Studien.

7. Status quo: Dokumentation der aktuellen Versorgungslage und der spezifischen Situation in Tirol und Innsbruck.

8. Abtreibung bei von Armut betroffenen Frauen*: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Armut, Gesundheit und dem erschwerten Zugang zu professionellen Schwangerschaftsabbrüchen.

9. Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession: Diskussion der theoretischen Einbettung der Sozialen Arbeit in den Menschenrechtsdiskurs und deren Relevanz für die Klientel.

10. Lebensweltorientierte Sozialarbeit: Anwendung der Struktur- und Handlungsmaximen nach Hans Thiersch auf die Beratungspraxis bei Schwangerschaftsabbrüchen.

11. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Aufzeigen von Handlungsbedarfen für die Politik und die soziale Praxis.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Armut, Menschenrechte, Fristenlösung, Zugangsbeschränkungen, Selbstbestimmung, Gesundheitssystem, Beratung, Stigmatisierung, Prävention, Sozialraumbezug, Frauenrechte, Versorgungslücken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, welche Möglichkeiten bestehen, armutsbetroffene Frauen* bei ihrem Wunsch nach einer vorzeitigen Schwangerschaftsbeendigung zu unterstützen, während gleichzeitig strukturelle Barrieren kritisch betrachtet werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die gesundheitliche und finanzielle Situation armutsbetroffener Frauen, der Zugang zu medizinischen Leistungen, die Klärung der menschenrechtlichen Dimension des Themas sowie die Anwendung des lebensweltorientierten Konzepts nach Hans Thiersch.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession das lebensweltorientierte Konzept nutzen kann, um den Struktur- und Handlungsmaximen nach Thiersch gerecht zu werden und Frauen* in dieser prekären Lage professionell zu begleiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, bei der wissenschaftliche Literatur, aktuelle Statistiken sowie rechtliche Grundlagen ausgewertet werden, um die Thematik strukturiert aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst sowohl die historische und rechtliche Einordnung, medizinische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs, Folgenabschätzungen als auch eine detaillierte Analyse auf Mikro-, Meso- und Makroebene hinsichtlich der Unterstützungsmöglichkeiten durch soziale Organisationen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schwangerschaftsabbruch, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Armut, Menschenrechte und strukturelle Versorgungslücken charakterisieren.

Inwiefern spielt der Wohnort eine Rolle für den Zugang zum Abbruch?

Die Arbeit verdeutlicht ein starkes Ost-West-Gefälle in Österreich; während urbane Zentren eine bessere Infrastruktur bieten, gibt es in ländlichen Regionen, wie speziell in Tirol/Innsbruck, massive Versorgungslücken an spezialisierten Fachkräften.

Warum wird die Kostenübernahme durch die Krankenkasse so stark thematisiert?

Die Nicht-Übernahme der Kosten stellt für armutsbetroffene Frauen eine massive Zugangsbarriere dar, die oft zu risikoreichen Entscheidungen führt und die strukturelle Exklusion dieser Personengruppe weiter verschärft.

Final del extracto de 65 páginas  - subir

Detalles

Título
Schwangerschaftsabbruch bei armutsbetroffenen Frauen. Zugangsbeschränkungen und Selbstbestimmung
Universidad
Management Center Innsbruck
Calificación
1,0
Autor
Julia Holzmann (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
65
No. de catálogo
V1328058
ISBN (PDF)
9783346816740
ISBN (Libro)
9783346816757
Idioma
Alemán
Etiqueta
Abtreibung selbstbestimmter Schwangerschaftsabbruch Selbstbestimmung Frauenarmut Lebensweltorientierung Selbstbestimmung Frauenarmut
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Holzmann (Autor), 2021, Schwangerschaftsabbruch bei armutsbetroffenen Frauen. Zugangsbeschränkungen und Selbstbestimmung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328058
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Extracto de  65  Páginas
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