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An welchen Stellen lassen sich Merkmale des epischen Theaters in den Dramenkonzeptionen von Heiner Müller: "Germania Tod in Berlin" und Bertolt Brecht: "Das Leben des Galilei" finden?

Eine Ausarbeitung um einen Vergleich zu ziehen

Title: An welchen Stellen lassen sich Merkmale des epischen Theaters in den Dramenkonzeptionen von Heiner Müller: "Germania Tod in Berlin" und Bertolt Brecht: "Das Leben des Galilei" finden?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jasmin Lippert (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Einen sehr gewichtigen Schwerpunkt und einen interessanten Aspekt in der Germanistik und der Literaturwissenschaft setzt die Auseinandersetzung mit Dramen und epischem Theater. Um die Komplexität dramatischer Darstellungen zu analysieren und gewichtige Elemente zu erfassen ist es wichtig, dramentheoretische Aspekte wie inhaltliche Strukturen, Aufbau des Stückes sowie Raum und Zeitverhältnisse zu erkennen und nachzuvollziehen. Für das epische Theater und die gesellschaftliche Herausforderung der Dramengeschichte des 20. Jahrhunderts, steht in Theorie und Praxis der Name Bertolt Brecht. Er organisiert das Verhältnis von dramatischem Text und Theater neu unter der Maxime der Aktivierung des Zuschauers und nimmt somit eine herausragende Stellung in der Entwicklung der Dramentheorie ein. Unter den zahlreichen Stücken Brechts setzt das Werk „Das Leben des Galilei“ durch seine Vielschichtigkeit und Verschiedenartigkeit einen besonderen Akzent. Die dramatische Chronik des Stückes stellt in szenischer Reihung einzelne Stationen von Galileis Leben und Wirken dar. Eine weitere Persönlichkeit der Dramentheorie und Theaterinszenierung neben Bertolt Brecht ist Heiner Müller. Frühzeitig begann Müller mit der Brecht- Lektüre und dieser galt Zeit seines Lebens als Bezugspunkt für ihn. Er orientierte sich an seinen theoretischen Abhandlungen und setzte sie in Theaterinszenierungen um. Eine herausragende Stellung unter den Werken Müllers nimmt das Stück „Germania Tod in Berlin“ ein. In dem Werk führt Müller durch mehrere Jahrhunderte deutscher Geschichte und stellt die politischen Systeme der BRD und DDR auf seine Weise dar.
In meiner Seminararbeit habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die genannten Stücke nach ihrem theoretischen Aufbau und verschiedenen Elementen des epischen Theaters zu untersuchen. Einleitend möchte ich in der Arbeit theoretische Kriterien des epischen Theaters einführen, um dann die genannten Stücke praktisch auf folgende Aspekte zu untersuchen: Die Struktur und Bauform des Dramas, die Figurenkonstellationen, die Thematik und gegebene epische Elemente bzw. Verfremdungseffekte im Drama. Letztendlich möchte ich die ausgearbeiteten Differenzen und Parallelen der Dramen zusammenfassen, um nachzuvollziehen inwiefern Elemente des epischen Theaters in den Werken umgesetzt wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen des epischen Theaters

3. Bertolt Brecht „Das Leben des Galilei“

3.1 Struktur und Bauform des Dramas

3.2 Figurenkonstellationen

3.3 Thematik

3.4 Verfemdungseffekte und epische Elemente

4. Heiner Müller „Germania Tod in Berlin“

4.1 Struktur und Bauform des Dramas

4.2 Figurenkonstellationen

4.3 Thematik

4.4 Verfremdungseffekte und epische Elemente

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und der Vergleich der Dramenkonzeptionen von Bertolt Brechts „Das Leben des Galilei“ und Heiner Müllers „Germania Tod in Berlin“ hinsichtlich ihrer theoretischen Struktur und der Anwendung spezifischer Merkmale des epischen Theaters.

  • Analyse dramentheoretischer Kriterien und des epischen Theaters bei Brecht und Müller
  • Vergleich der Struktur und Bauform der Dramen sowie der Figurenkonstellationen
  • Untersuchung der thematischen Auseinandersetzung mit historisch-politischen Prozessen
  • Identifikation und Gegenüberstellung eingesetzter Verfremdungseffekte und epischer Elemente
  • Synthese der Gemeinsamkeiten und Differenzen im Hinblick auf die dramatische Umsetzung

Auszug aus dem Buch

3.1 Struktur und Bauform des Dramas

Anders als beim aristotelischen Drama unterteilt Brecht sein Drama nicht in die üblichen 5 Akte, denen einzelne Szenen zugeordnet sind. Es gibt keine Einheit von Ort, Zeit oder Handlung. Das „Leben des Galilei“ besteht vielmehr aus der erzählenden Folge von 15 Szenen bzw. Bildern, welche locker im Zeit- und Raumverhältnis angeordnet sind. Eine chronologische Anknüpfung an das jeweils vorausgegangene Geschehen besteht nicht und der Übergang zu einem neuen Bild ist oftmals an einen Wechsel des Schauplatzes gebunden. Im 13. Bild wird das Jahr 1633 als Zeitpunkt des Widerrufs Galileis angegeben: „Galileo Galilei widerruft vor der Inquisition am 22. Juni 1633 seine Lehre von der Bewegung der Erde.“

Im darauf folgenden 14. Bild empfängt Gailileo den Besucher Andrea Sarti neun Jahre später. „1633- 1642. Galileo Galilei lebt in einem Landhaus in der Nähe von Florenz, bis zu seinem Tod ein Gefangener der Inquisition“, so wird das 14. Bild eingeführt. Die beiden Bilder folgen unmittelbar aufeinander, der Schauplatz des Geschehens wurde jedoch einem Ortswechsel von Rom zum Landhaus Galileis in Florenz unterworfen. Auch die Zeitstruktur ist enorm ausgedehnt, da zu Beginn des 14. Bildes die Inquisition in Rom bereits neun Jahre zurück liegt. Zu der fehlenden Abhängigkeit von Zeit- und Raumstruktur in den Brechtschen Werken äußert sich Marianne Kesting wie folgt: „Brecht drückt damit aus, dass der epische Dramatiker unabhängig von Ort und Zeit, sich die Ereignisse und Situationen, je nachdem, was er zeigen will, verfügbar machen und so dem Zuschauer die Zusammenhänge zeigen kann. Es ist ihm also möglich, die Simultaneität der Ereignisse aufzuzeigen, die Handlung zu wiederholen und von einem anderen Blickpunkt zu überprüfen, die Handlung zu unterbrechen und zu kommentieren.“ Insgesamt bietet Brecht in dem Werk häufig wechselnde Schauplätze und ausgedehnte Zeitstrukturen: Bsp: Bild 1: Schauplatz und Jahr- Padua 1609, Bild 2: Schauplatz- Venedig, Bild 6: Schauplatz und Jahr- Rom 1616, Bild 11: Schauplatz und Jahr- Rom 1616.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des epischen Theaters in der Germanistik und definiert die Zielsetzung des Vergleichs zwischen den Dramen Brechts und Müllers.

2. Theoretische Grundlagen des epischen Theaters: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung und die zentralen theoretischen Konzepte des epischen Theaters, insbesondere unter Bertolt Brecht, ein.

3. Bertolt Brecht „Das Leben des Galilei“: Eine detaillierte Untersuchung des Stücks hinsichtlich Struktur, Figuren, Thematik sowie spezifischer epischer Gestaltungsmittel und Verfremdungseffekte.

4. Heiner Müller „Germania Tod in Berlin“: Analyse des Dramas von Heiner Müller unter Anwendung der gleichen Kriterien wie bei Brecht, inklusive einer Betrachtung des Fragmentcharakters und der Montage.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel zieht ein Resümee der gemeinsamen Merkmale und grundlegenden Unterschiede in der Anwendung epischer Theatertechniken bei beiden Autoren.

Schlüsselwörter

Episches Theater, Bertolt Brecht, Heiner Müller, Das Leben des Galilei, Germania Tod in Berlin, Dramentheorie, Verfremdungseffekt, Dialektik, Struktur, Figurenkonstellation, Literaturwissenschaft, Geschichtsbild, politische Systeme, Szenenbau, Historisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Merkmale des epischen Theaters anhand der Stücke „Das Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht und „Germania Tod in Berlin“ von Heiner Müller.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Struktur und Bauform der Dramen, die Figurenkonstellationen, die inhaltliche Thematik sowie die Verwendung epischer Elemente und Verfremdungseffekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es herauszufinden, an welchen Stellen sich Merkmale des epischen Theaters in den genannten Dramenkonzeptionen finden lassen und wie diese durch die Autoren umgesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der die Dramen anhand definierter theoretischer Kriterien des epischen Theaters systematisch untersucht und einander gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung beider Stücke nach identischen Kategorien: Struktur, Figuren, Thematik und ästhetische Gestaltungsmittel wie Verfremdungseffekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Episches Theater, Dramentheorie, Verfremdungseffekt, Dialektik, Brecht, Müller und die Analyse historischer sowie gesellschaftspolitischer Strukturen im Drama.

Inwiefern unterscheiden sich die Figurenkonstellationen bei Brecht und Müller laut dieser Arbeit?

Während Brecht seine Figuren als repräsentative, gesellschaftlich geprägte Typen mit Entwicklungspotenzial anlegt, nutzt Müller meist Verhaltenstypen ohne Individualcharakter, die kaum eine Entwicklung durchlaufen.

Welche besondere Rolle spielt die „Doppelstruktur“ in Müllers „Germania Tod in Berlin“?

Die Szenen sind in Zweiergruppen angeordnet, wobei jeweils eine historische oder surreale Szene mit einer Alltagsszene aus der DDR gepaart wird, um Kontinuität und Spiegelungen zu erzeugen.

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Details

Title
An welchen Stellen lassen sich Merkmale des epischen Theaters in den Dramenkonzeptionen von Heiner Müller: "Germania Tod in Berlin" und Bertolt Brecht: "Das Leben des Galilei" finden?
Subtitle
Eine Ausarbeitung um einen Vergleich zu ziehen
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Germanistik)
Course
Das epische Theater II
Grade
2
Author
Jasmin Lippert (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V132848
ISBN (eBook)
9783640415359
ISBN (Book)
9783640411801
Language
German
Tags
Stellen Merkmale Theaters Dramenkonzeptionen Heiner Müller Germania Berlin Bertolt Brecht Leben Galilei Eine Ausarbeitung Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Lippert (Author), 2007, An welchen Stellen lassen sich Merkmale des epischen Theaters in den Dramenkonzeptionen von Heiner Müller: "Germania Tod in Berlin" und Bertolt Brecht: "Das Leben des Galilei" finden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132848
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