Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Regelkonzeption von Wittgenstein und Searle nachweisen?

Eine Ausarbeitung um einen Vergleich zu ziehen


Studienarbeit, 2005

12 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Regelkonzeption nach Wittgenstein
2.1 Regelkonzeption nach Searle

3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Regelkonzeption nach Wittgenstein und Searle

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Einen sehr gewichtigen Schwerpunkt und einen interessanten Aspekt in der Politikwissenschaft und den internationalen Beziehungen der Länder setzt die Sprachphilosophie. Um Gesetzestexte und institutionelle Regeln in unserer Gesellschaft zu hinterfragen und um wissenschaftliche Texte zu analysieren und zu interpretieren ist es relevant über Grundkenntnisse der Sprachphilosophie zu verfügen.

Zwei herausragende Theoretiker in der Sprachphilosophie sind Ludwig Wittgenstein und John R. Searle. Ich habe es mir in meiner Seminararbeit zur Aufgabe gemacht, zu untersuchen inwieweit die Regelkonzeptionen in den Theorien der Sprachphilosophie ineinander übergreifen, sich ergänzen, oder konträr zueinander stehen. Ich möchte Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten und letztendlich einen Vergleich ziehen. Ich bemühe mich in meiner Ausarbeitung eigene Beispiele einzubringen, um damit dargestellte Aspekte transparenter zu machen. Obwohl die beiden Schwerpunkte sicherlich sehr viel Stoff für wissenschaftliche Ausarbeitungen und Abhandlungen liefern, werde ich mich nur auf zentrale Aspekte der Regelkonzeption beziehen.

Die Gliederung der Seminararbeit folgt dermaßen, dass in der Einleitung Punkt 1 die Gewichtung der beiden Themen in bezug auf politikwissenschaftliche Aspekte dargestellt und die Fragestellung abgegrenzt und erläutert wird. In Punkt 2 und Punkt 2.1 erfolgt eine Vorstellung der Regelkonzeption von Ludwig Wittgenstein und John R. Searle. In Punkt 3 wird ein Vergleich der Konzeptionen angeführt. In Punkt 4 werden die Ergebnisse zusammengefasst und vorgestellt. Einen Nachweis, der zum Erstellen der Seminararbeit verwendeten Literatur, bietet Punkt 5.

2. Vorstellung des Regelkonzepts nach Wittgenstein

Nach Wittgenstein ist „das Wissen um eine Regel keine notwendige Bedingung für ihre Befolgung.“1 Damit meint er, dass die Fähigkeit Wissen in Worte fassen zu können keine Voraussetzung ist für das Befolgen einer Regel, sondern dass Regeln ihre Existenzberechtigung in ihrer Anwendung erhalten. Ein Beispiel dafür könnte sein, dass ein Mensch anderen Menschen bei einem Tanz zusieht. Obwohl während des Tanzens nicht gesprochen wird und keiner der tanzenden Personen, der außenstehenden Person den Tanz erklärt, kann sie trotzdem imstande sein die Abfolge der Tanzschritte durch bloßes Zusehen zu lernen. Demnach würde sie eine bestimmte Regel (Tanzregel) befolgen, ohne einen Ausdruck für sie zu haben. Diese Art von Regel nennt Wittgenstein Sprachspielregel. Wittgenstein vergleicht den Gebrauch und die Deutung von Regeln mit dem Gebrauch und der Deutung eines Wegweisers. Er nutzt dieses Beispiel um darzustellen, dass der Gebrauch oder die Deutung einer Regel ebenso wie der Gebrauch oder die Deutung eines Wegweisers eindeutig sein kann, er muss aber nicht.2 Damit will Wittgenstein uns verdeutlichen, dass die Anwendung von Sprachregeln3 keinesfalls immer eindeutig zu interpretieren ist, obwohl uns das in unserem alltäglichen Sprachgebrauch häufig so erscheint. „Die Absicht von PU 81- 88 ist nicht, daraus den Schluss zu ziehen, dass die Alltagssprache eben regellos sei, sondern uns zu einer Überprüfung unseres Begriffs davon einzuladen, was es bedeutet einer Regel zu folgen. Um dieses Zieles Willen sollen uns die Abschnitte PU 84- 87 davon überzeugen, dass explizite Regeln gar nicht für die überwältigende Sicherheit sorgen würden, die wir im Sprachgebrauch doch beobachten können“, so Eike Savigny in seiner wissenschaftlichen Darstellung zu Wittgensteins philosophischen Untersuchungen „der Mensch als Mitmensch“.4 In den philosophischen Untersuchungen trifft Wittgenstein viele Aussagen zum Thema Sprachregeln, eine explizite Definition von Sprachregeln findet man jedoch nicht. Es bleibt ungeklärt, was genau Wittgenstein definitiv unter Sprachregeln versteht. Zwölf Feststellungen dazu, was Wittgenstein mit dem Begriff Sprachregeln impliziert, hat Andreas Kemmerling in seinem Aufsatz „Sprachregel und Sprachspiel“ vorgenommen, von denen ich an dieser Stelle einige zentrale Aspekte vorstellen möchte:

[...]


1 Vgl. Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. Frankfurt am Main: 1971. S. 67. PU 82.

2 Vgl. Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. Frankfurt am Main: 1971. S. 109. PU 85.

3 Der Ausdruck „Sprachregeln“ wird an dieser Stelle synonym zu den Ausdrücken der PU „Zeichenregel“ und „Regeln der Sprache verwendet“.

4 Von Savigny, Eike: Der Mensch als Mitmensch. Wittgensteins philosophische Untersuchungen. München: 1996. S. 109.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Regelkonzeption von Wittgenstein und Searle nachweisen?
Untertitel
Eine Ausarbeitung um einen Vergleich zu ziehen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Die linguistische Wende in den internationalen Beziehungen
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V132852
ISBN (eBook)
9783640415380
ISBN (Buch)
9783640411825
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Regelkonzeption, Wittgenstein, Searle, Eine, Ausarbeitung, Vergleich
Arbeit zitieren
Jasmin Lippert (Autor), 2005, Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Regelkonzeption von Wittgenstein und Searle nachweisen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132852

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