Es erfolgt die Analyse der folgenden Fallstudie unter Hinzunahme einer wissenschaftlichen Grundlage: Die Sternengruppe des Kindergartens St. Martin plant für die kommenden vier Wochen das Projekt „Die Feuerwehr“. Mit diesem Thema beschäftigen sich die ErzieherInnen und die 25 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Ausarbeitung eines methodisch-didaktischen Konzepts zum Thema „Die Feuerwehr“. Im Zuge dessen werden zum einen die verschiedenen Altersgruppen und individuellen Anforderungen der Kinder und zum anderen die Ansprüche des neuseeländischen Curriculums „Te Whäriki“ berücksichtigt. Im zusätzlichen Fokus stehen in der Fallbearbeitung die Jungen Lars (4 Jahre) und Patrick (5 Jahre), die Auffälligkeiten in der sozial-emotionalen Entwicklung und daraus resultierend einen Förderbedarf vorweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Fallbeschreibung
2. Methodik und Didaktik im Kontext des Curriculums „Te Whäriki“
2.1 Das neuseeländische Curriculum „Te Whäriki“
2.2 Methodisch-didaktische Konzeptausarbeitung im Sinne des Te Whäriki
3. Projektausarbeitung zum Thema „Die Feuerwehr“ - Methodik und Didaktik
3.1 Organisatorische Vorplanung für die Konzeptausarbeitung
3.2 Thema Retten
3.3 Thema Bergen
3.4 Thema Löschen
3.5 Thema Schützen
4. Evaluation zu Entwicklungsfortschritten im geförderten Bereich.
4.1 DESK (3 - 6) R als Erfassungsinstrument
4.2 Beobachtungsbogen zur Erfassung von Entwicklungsrückständen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern (BEK) von Mayr
5. Resümee und Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf die Ausarbeitung eines methodisch-didaktischen Konzepts zum Projektthema „Die Feuerwehr“ ab, welches die Anforderungen des neuseeländischen Curriculums „Te Whäriki“ integriert, um die individuellen Bildungsbedarfe der Kinder, insbesondere bei zwei Jungen mit Förderbedarf, ganzheitlich zu adressieren.
- Implementierung des Curriculums „Te Whäriki“ in der frühkindlichen Praxis.
- Strukturierung der Projektthemen „Retten, Bergen, Löschen, Schützen“.
- Einsatz von indirekter Didaktik und Handpuppen als Lernimpulse.
- Evaluation durch das Entwicklungsscreening DESK (3 - 6) R.
- Spezifische Beobachtung und Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen (BEK).
Auszug aus dem Buch
3.1 Organisatorische Vorplanung für die Konzeptausarbeitung
Als Anlass für die Projektdurchführung werden das bevorstehende Osterfest und das Osterfeuer gewählt. So lässt sich ein Zugang über das Thema „Feuer“ einleiten, der in der Lebenswelt der Kinder verortet ist. Das Konzept erstreckt sich auf vier Wochen und ist thematisch an das Brandschutzkonzept des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachen und Nordrhein-Westfalen angelehnt. Es werden entsprechend der unterschiedlichen Altersstrukturen mehrere Gruppen gebildet, um die altersspezifischen Kompetenzen der Kinder optimal zu fördern: mindestens jeweils zwei Gruppen der drei- bis vierjährigen Kinder und jeweils zwei Gruppen mit fünf- bis sechsjährigen Kindern. Zusätzlich mischen sich die Gruppen für bestimmte Aufgaben, damit die Kinder sich im Sinne des sozialen Lernens unterstützen können.
Zum Einstieg versammelt sich die gesamte Gruppe im Erzählkreis. Die ErzieherInnen haben Feuerwehrhelme und ein Lagerfeuer bereitgestellt, um die räumliche Umgebung als Lernumfeld im Sinne der Prinzipien und Lernfelder des „Te Whäriki“ zu berücksichtigen (Vgl. Carr 2004, S.40). Mit ausgewählten Medien, wie Tablet oder (Bilder)Büchern, wird die Gruppe auf die thematischen Einsatzgebiete „Retten, Bergen, Löschen, Schützen“ eingestimmt. Jede Woche wird eines dieser Themen im Detail behandelt. Dazu wird ritualisiert eine Lerngeschichte durchgeführt, die mithilfe von zwei Handpuppen (Fridulin und Flora) erzählt wird. Durch das wiederkehrende Ritual erhalten die Kinder Sicherheit im Ablauf des Projekts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fallbeschreibung: Einführung in das Projekt „Die Feuerwehr“ im Kindergarten St. Martin und Vorstellung der Zielsetzung sowie der Schwerpunkte der Arbeit.
2. Methodik und Didaktik im Kontext des Curriculums „Te Whäriki“: Erläuterung des neuseeländischen Curriculums und der theoretischen Grundlagen für das methodisch-didaktische Vorgehen.
3. Projektausarbeitung zum Thema „Die Feuerwehr“ - Methodik und Didaktik: Detaillierte Darstellung der vierwöchigen Projektplanung, unterteilt in die thematischen Schwerpunkte Retten, Bergen, Löschen und Schützen.
4. Evaluation zu Entwicklungsfortschritten im geförderten Bereich.: Vorstellung der eingesetzten Messinstrumente DESK (3 - 6) R und BEK zur Erfassung kindlicher Entwicklungsfortschritte und Auffälligkeiten.
5. Resümee und Handlungsempfehlung: Zusammenfassung der Projektergebnisse und Empfehlungen für eine nachhaltige pädagogische Praxis unter Anwendung des Curriculums.
Schlüsselwörter
Feuerwehrprojekt, Te Whäriki, Frühkindliche Bildung, Indirekte Didaktik, DESK (3 - 6) R, BEK, Sozial-emotionale Entwicklung, Projektarbeit, Förderung, Beobachtung, Handlungsspielraum, Lernprozesse, Kindergarten, Inklusion, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodisch-didaktische Planung und Evaluation eines vierwöchigen Feuerwehr-Projekts für eine Kindergartengruppe, wobei das neuseeländische Curriculum „Te Whäriki“ als theoretische Basis dient.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Arbeit fokussiert sich auf die vier Themenbereiche Retten, Bergen, Löschen und Schützen sowie die gezielte Förderung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Ausarbeitung eines Konzepts, das Bildungsansprüche des Curriculums mit den Bedürfnissen der Kinder vereint und eine fundierte Evaluation des Lernfortschritts ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben der Anwendung einer indirekten Didaktik werden standardisierte Diagnoseinstrumente wie das DESK (3 - 6) R und der Beobachtungsbogen von Mayr (BEK) für die Evaluation herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Curriculums, die organisatorische und inhaltliche Umsetzung der vier Projektwochen sowie die wissenschaftliche Begründung der Evaluationsinstrumente.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind die frühkindliche Elementarpädagogik, das Curriculum „Te Whäriki“, die Projektarbeit im Kindergarten und die individuelle Förderung von Kindern.
Warum wird für Lars und Patrick ein gesonderter Beobachtungsbogen verwendet?
Da bei diesen Kindern bereits Auffälligkeiten attestiert wurden, dient der BEK von Mayr dazu, spezifische Defizite im sozial-emotionalen Bereich vertieft zu erfassen und entsprechende Fördermaßnahmen abzuleiten.
Welche Rolle spielt die „indirekte Didaktik“ in diesem Projekt?
Sie ermöglicht es, dass Lerninhalte nicht direkt vorgegeben werden, sondern die Kinder durch die Bereitstellung von Material, Zeit und Raum in einer vorbereiteten Umgebung zum selbstbestimmten Lernen angeregt werden.
- Citation du texte
- Matthias Dede (Auteur), 2022, Das methodisch-didaktische Konzept des „Te Whäriki“ am Projektbeispiel "Die Feuerwehr", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328552