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Exegese von Mt 15, 21-28

Titel: Exegese von Mt 15, 21-28

Hausarbeit , 2009 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Maike Ebeling (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Handlungsort der Erzählung in Mt 15, 21-28 wird gleich zu Anfang erwähnt: „Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon“ (Mt 21). Durch die Nennung dieser beiden Küstenstädte, die im heutigen Libanon liegen, wird deutlich, dass Jesus sich nach Norden bewegt und sich somit vom jüdischen Boden entfernt. Des Weiteren lässt sich die Zeitspanne sehr gut eingrenzen, denn es muss in dem Zeitraum geschehen sein, in dem Jesus gewirkt hat. Man spricht ihm in den meisten Fällen 3 Jahre zu, in denen er tätig war. Mit dem Blick auf diese Rechnung, spielt sich diese Erzählung in seinem letzten Lebensjahr ab und sie ließe sich auf 32 nach Christi datieren.

Die Umstände sind in keinerlei Hinsicht außergewöhnlich. Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs. Sie entfernen sich zu diesem Zeitpunkt von Galiläa und wandern in Richtung Norden. Vorher fand ein Streitgespräch mit den Schriftgelehrten und Pharisäern statt, bei dem es um die Frage der Reinheit und der Unreinheit ging. Die Erzählung beinhaltet streng genommen drei Dialogpassagen. Der erste erfolgt ab Vers 22 und wird durch das Bitten der kanaanäischen Frau begonnen, der Dialog wird aber durch das Schweigen von Jesus nicht aufgenommen und somit abgebrochen. Der zweite Dialog ereignet sich zwischen Jesus und seinen Jüngern in Vers 23 und 24, in dem die Jünger Jesus bitten die Frau zu heilen. Jesus lehnt diese Bitte allerdings mit einer Metapher ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Literarische Analyse des Textes

2. Form- und Gattungskritik

3. Traditionskritik

4. Der synoptische Vergleich

5. Der historische Ort

6. Auslegung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Untersuchung der Erzählung von der kanaanäischen Frau in Mt 15, 21-28. Hauptziel ist es, die Dynamik zwischen den unterschiedlichen Akteuren – Jesus, der kanaanäischen Frau und den Jüngern – herauszuarbeiten und dabei insbesondere die Rolle des Glaubens sowie die Überwindung religiöser und sozialer Grenzen zu analysieren.

  • Literarische und gattungskritische Einordnung des Textes als Wundererzählung.
  • Untersuchung des synoptischen Vergleichs zwischen Matthäus und Markus.
  • Analyse des historischen Kontextes der Antike im Hinblick auf die Stellung der Frau.
  • Kontrastierung des starken Glaubens der Kanaanäerin mit dem Kleinglauben der Jünger.
  • Deutung der verwendeten Metaphorik und deren Bedeutung für das Verständnis der Heidenmission.

Auszug aus dem Buch

2. Form- und Gattungskritik

Wir schauen auf diese Erzählung geleitet von unserem heutigem Wirklichkeitsverständnis und ordnen sie den Wundererzählungen zu. Die Heilung der Tochter am Ende der Erzählung eckt an unser rationales Denken an und lässt sich mit diesem nicht vereinen. Doch ich möchte hier noch ein wenig weiter gehen und nicht nur bei der Wundererzählung bleiben, denn nach Klaus Berger lässt sich die Geschichte noch präziser unterordnen.

In der Kategorie Deesis/Petitio geht es um Wundererzählungen, die mit einer Bitte beginnen, die von dem Mächtigeren entweder gewährt oder verweigert wird. Im Fall von Mt 15, 21-28 ist die Bittstellerin die kanaanäische Frau, die sich an Jesus, als den Mächtigen wendet. In dieser Kategorie geht es nicht in erster Linie darum Jesus Vollmacht zu zeigen, sondern vielmehr darum, Jesus als Herrn anzuerkennen, was sich durch die Worte „Erbarme dich meiner Jesus, Nachkomme Davids“ (Mt 15, 22) zeigt. Das Petitio hat zudem meist einen positiven Ausgang. Das zeigt sich auch in Mt 15, 21-28, denn durch die Bitte und den Dialog geschieht letztendlich das Wunder.

Zusammenfassend haben wir es also mit einer Wundererzählung zu tun, die unter die Kategorie Petitio fällt. Diese Form ist für das neue Testament allerdings charakteristisch. In dieser Form treten zahlreiche Wundererzählungen auf, die dem gleichen Schema folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Literarische Analyse des Textes: Untersuchung der zeitlichen und geographischen Einordnung der Erzählung sowie der Struktur der Dialogpassagen zwischen den Akteuren.

2. Form- und Gattungskritik: Einordnung der Erzählung als Wundererzählung der Kategorie Petitio und Analyse der zentralen Metaphern.

3. Traditionskritik: Untersuchung der biblischen Bildsprache zu Tieren und geografischen Begriffen sowie deren Bedeutung im Kontext der Messiasankündigung.

4. Der synoptische Vergleich: Gegenüberstellung der matthäischen Erzählung mit der parallelen Stelle bei Markus unter Berücksichtigung der unterschiedlichen theologischen Wirkungsabsichten.

5. Der historische Ort: Analyse der politischen Verhältnisse im Römischen Reich und der soziologischen Stellung der Frau in der antiken Gesellschaft.

6. Auslegung: Eingehende Interpretation der theologischen Kernaussage, insbesondere des Spannungsfeldes zwischen dem Glauben der Frau und dem Kleinglauben der Jünger.

Schlüsselwörter

Matthäus, Mt 15, 21-28, Exegese, Wundererzählung, Kanaanäische Frau, Glaube, Kleinglaube, Heiden, Messias, Metapher, Gattungskritik, Traditionskritik, Synoptik, Antike, Frauengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der biblischen Textstelle Matthäus 15, 21-28, die als die Wundererzählung der Heilung der Tochter der kanaanäischen Frau bekannt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung deckt die literarische Analyse, Form- und Gattungskritik, traditionsgeschichtliche Aspekte, synoptische Vergleiche sowie historisch-kontextuelle Rahmenbedingungen ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Dynamik zwischen den handelnden Akteuren (Jesus, die Frau, die Jünger) zu verstehen und aufzuzeigen, wie sich durch den Glauben der Frau religiöse und soziale Grenzen überwinden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird die historisch-kritische Bibelauslegung angewandt, ergänzt durch literarische, traditionskritische und synoptische Methoden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte exegetische Untersuchung, die den Text formal einordnet, die Unterschiede zum Markus-Evangelium herausarbeitet und die Rolle der Frau und das Verständnis von Wunderglaube und Kleinglaube reflektiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit dreht sich um Begriffe wie Exegese, Matthäus-Evangelium, Wunderglaube, Kleinglaube der Jünger, feministische Bibelauslegung und das Wirken Jesu unter den Heiden.

Warum wird im Text so viel Wert auf die Abgrenzung von "Kindern" und "Hunden" gelegt?

Dies bezieht sich auf die von Jesus verwendete Metapher, welche die Abgrenzung des (jüdischen) Volkes Gottes von den Heiden symbolisiert und als notwendige Hürde dient, um den Glauben der Frau auf die Probe zu stellen.

Was unterscheidet die matthäische Erzählung von der Markus-Fassung?

Matthäus stellt die Abweisung der Frau konsequenter und das Verhalten Jesu abweisender dar, was den Kontrast zwischen dem starken Glauben der Heidin und dem Kleinglauben der Jünger stärker akzentuiert.

Welche Bedeutung hat der "Kleinglaube" der Jünger in dieser Geschichte?

Der Kleinglaube dient als Kontrastfolie zum großen, unerschütterlichen Vertrauen der kanaanäischen Frau; die Jünger scheitern daran, die Not der Frau zu erkennen und ihr mit heilender Zuwendung zu begegnen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Exegese von Mt 15, 21-28
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
2,3
Autor
Maike Ebeling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V1328753
ISBN (PDF)
9783346818195
ISBN (Buch)
9783346818201
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exege
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maike Ebeling (Autor:in), 2009, Exegese von Mt 15, 21-28, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328753
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Leseprobe aus  14  Seiten
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