Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Blockchain im Zahlungsverkehr. Anhand einer Analyse ausgewählter Kriterien wie Geschwindigkeit, Kosten, Sicherheit, Verfügbarkeit, Transparenz und Skalierbarkeit, und der daraus resultierenden Ergebnisse, ergibt sich die Erkenntnis einer Eignung der Blockchain-Technologie im Rahmen grenzüberschreitender Zahlungen. Daraufhin werden Handlungsempfehlungen für Finanzintermediäre herausgearbeitet.
Transaktionen mithilfe traditioneller Zahlungssysteme sind mit Gebühren, Hürden und Verzögerungen behaftet, während Unternehmen immer schnellere und reibungslosere Lösungen fordern. Dabei ist der Zahlungsverkehr ein hochkomplexer Prozess und zeichnet sich durch die Involvierung einer großen Anzahl an Intermediären aus, die kostenintensive Ressourcen in Anspruch nehmen. Hierbei bezieht sich der Zahlungsverkehr auf jegliche Übertragung von Buchgeld zwischen mehreren Wirtschaftssubjekten. Als Antwort auf die Finanzkrise 2007/2008 und dem daraus resultierendem Vertrauensverlust der Anleger in die Finanzmärkte, entwickelte sich ein größeres Interesse an der Blockchain-Technologie, welche sich durch einen Wertetransfer ohne Involvierung von Intermediären charakterisiert. Hierzu funktioniert die Technologie grundsätzlich wie eine dezentrale Datenbank, die Transaktionen digital dokumentiert und sich dadurch von den traditionellen Zahlungssystemen unterscheidet. Aktuell befinden sich die Banken in Deutschland im digitalen Wandel und investieren, laut einer Studie von Sopra Steria, massiv in diese Blockchain-Technologien.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Theoretische Grundlagen des Zahlungsverkehrs
1.1 Abgrenzung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs
1.2 Theoretische Hintergründe des Korrespondenzbankensystems
1.3 Aktuelle Herausforderungen im internationalen Zahlungsprozess
2 Konzeptionelles Verständnis der Blockchain-Technologie
2.1 Einordnung der Blockchain in den Zahlungsverkehr
2.2 Funktionsweise der Blockchain
2.3 Anforderungen an zukünftige Zahlungssysteme
3 Analyse der Blockchain
3.1 Kriterienbasierte Analyse des Blockchain-basierten Zahlungssystems
3.2 Kritische Würdigung des Blockchain-basierten Zahlungssystems
3.3 Herausarbeitung von Handlungsempfehlungen für Finanzinstitute
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Eignung der Blockchain-Technologie als innovatives Zahlungssystem im internationalen Zahlungsverkehr, gemessen an den Herausforderungen des etablierten Korrespondenzbankensystems.
- Kritische Analyse des traditionellen Korrespondenzbankensystems und dessen Limitierungen.
- Konzeptionelles Verständnis von Blockchain-Technologie und DLT im Kontext von Zahlungsverkehr.
- Vergleichende Bewertung beider Systeme anhand definierter Kriterien (Geschwindigkeit, Kosten, Sicherheit, etc.).
- Ableitung strategischer Handlungsempfehlungen für Finanzinstitute zum Umgang mit Blockchain-Lösungen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Kriterienbasierte Analyse des Blockchain-basierten Zahlungssystems
Hinsichtlich der Geschwindigkeit ist feststellbar, dass sich die Abwicklungszeit in Prozess A erheblich vom Prozess B unterscheidet. Vom initiierenden Zahlungsauftrag bis zum Empfang beim Zahlungsempfänger vergehen in Prozess A oftmals bis zu fünf Tage. Prozess A bedarf grundsätzlich einer Betrachtung von zwei Seiten. Zunächst hinsichtlich der Nachrichtenverarbeitung über die SWIFT-Infrastruktur, die einige Sekunden zwischen den Banken in Anspruch nimmt, und zusätzlich hinsichtlich der endgültigen Abwicklung im Korrespondenzbankensystem über die Nostro-Konten. Die Abwicklungszeit ist außerdem abhängig von weiteren Faktoren wie Zeitverschiebung, repetitive Compliance-Checks der zwischengeschalteten Intermediäre oder wohlmöglich auftretende Irrtümer im Überweisungsauftrag, die zu einer Verlängerung der Abwicklungszeit beitragen. Hierzu ist feststellbar, dass je mehr Intermediäre in der Zahlungskette zwischengeschaltet sind, desto mehr nimmt der komplette Zahlungsprozess Zeit in Anspruch.
Prozess B hingegen bietet eine kürzere Verarbeitungs- und Abwicklungszeit durch die Anwendung einer digitalen Währung, in diesem Fall Bitcoin. Im Grunde vergehen vom Zahlungsauftrag einige Sekunden, bis dieser in den Pool unbestätigter Transaktionen aufgenommen wird und durchschnittlich zehn Minuten, bis der Block validiert und somit die Transaktion abgewickelt ist. Ebenfalls können sich Fehler beim Zahlungsauftrag einschleichen und somit die Zahlung verzögern, jedoch bietet sich für den Zahlungsbringer die Möglichkeit, eine neue Transaktion für den darauffolgenden Block zu initiieren. Durch die Bitcoin-Technologie ergeben sich durch den Konsensmechanismus deutliche Vorteile hinsichtlich der Transaktionsgeschwindigkeit, wodurch die Involvierung von Intermediären sich erübrigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik traditioneller Zahlungssysteme ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Eignung von Blockchain für den internationalen Zahlungsverkehr.
1 Theoretische Grundlagen des Zahlungsverkehrs: Hier werden die Basiskonzepte des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs, das Korrespondenzbankensystem sowie die aktuellen Herausforderungen definiert.
2 Konzeptionelles Verständnis der Blockchain-Technologie: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der Blockchain, ordnet sie der Distributed Ledger Technologie zu und definiert Anforderungen an moderne Zahlungssysteme.
3 Analyse der Blockchain: Dies ist der systematische Vergleich zwischen dem traditionellen Bankweg (Prozess A) und dem Blockchain-basierten Ansatz (Prozess B) anhand spezifischer Leistungskriterien.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Vergleichsanalyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Blockchain für Finanzinstitute.
Schlüsselwörter
Blockchain, Zahlungsverkehr, Korrespondenzbankensystem, SWIFT, Transaktionsgeschwindigkeit, Transaktionskosten, Sicherheit, DLT, Bitcoin, internationale Zahlungen, Intermediäre, Skalierbarkeit, Kryptografie, Finanzsektor, Disintermediation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit die Blockchain-Technologie als Alternative zum traditionellen internationalen Zahlungsverkehr und dem Korrespondenzbankensystem dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise des derzeit dominierenden SWIFT-basierten Zahlungsverkehrs sowie dem Vergleich mit der Blockchain-Technologie hinsichtlich Effizienz und Sicherheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage: Inwiefern eignet sich die Blockchain im Rahmen des internationalen Zahlungsverkehrs als Zahlungssystem?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die eine kriterienbasierte Analyse durchführt, um zwei unterschiedliche Zahlungsprozesse (Bank vs. Blockchain) gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, ein technisches Verständnis der Blockchain sowie eine detaillierte, kriteriengestützte Analyse und kritische Würdigung und Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Blockchain, Korrespondenzbankensystem, SWIFT, Transaktionsgeschwindigkeit und Disintermediation.
Was ist das zentrale Ergebnis hinsichtlich der Transaktionsgeschwindigkeit?
Während traditionelle Auslandszahlungen über Korrespondenzbanken oft Tage in Anspruch nehmen, bietet die Blockchain eine Abwicklung innerhalb weniger Minuten durch direkte Transaktionsvalidierung.
Welche Herausforderung sieht der Autor bei der Skalierbarkeit der Blockchain?
Die Analyse zeigt, dass die Bitcoin-Blockchain aktuell nicht in der Lage ist, das massive jährliche weltweit abgewickelte Transaktionsvolumen des internationalen Zahlungsverkehrs zu skalieren.
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- Asa Bamarny (Autor), 2022, Einsatz von Blockchain im Zahlungsverkehr, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328929