Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika


Diplomarbeit, 2009

179 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Kinderarmut in Deutschland
2.1. Einleitung
2.2. Definition von Armut und Kinderarmut
2.3. Formen der Armut
2.3.1. Relative und absolute Armut
2.3.2. Bekämpfte und verdeckte Armut
2.3.3.Langzeit- und Kurzzeitarmut
2.3.4. Deprivations- und Dispositionsarmut
2.3.5. Alte und neue Armut
2.3.6. Globalisierungsarmut
2.4. Ursachen der Familienarmut
2.5. Auswirkungen der Armut auf die Kinder
2.5.1. Gesundheitliche Auswirkungen
2.5.2. Psychosoziale Folgen
2.5.3. Gesellschaftliche Konsequenzen
2.5.4. Auswirkungen im Bildungsbereich
2.6. Wahrnehmung der Armut durch die Kinder
2.7. Bewältigungsstrategien in Armutssituationen
2.8. Maßnahmen gegen Kinderarmut
2.8.1. Familienpolitische Armut
2.8.2. (Weiter-) Bildungsmaßnahmen
2.8.3. Gleichberechtigungsmaßnahmen
2.8.4. Sozialpädagogische Maßnahmen
2.8.5. Maßnahmen im Gesundheitsbereich
2.8.6. Sonstige Maßnahmen
2.8.7. „Die Arche“
2.9. Zwischenfazit zu Kinderarmut in Deutschland

3. Kinderarmut in Südamerika
3.1. Einleitung
3.2. Ursachen der Armut und Kinderarmut
3.3. Auswirkungen der Armut auf die Kinder
3.4. Straßenkinder in Südamerika
3.5. Wahrnehmung und Bewältigung der Armut durch die Kinder
3.6. Präventionsmöglichkeiten und Handlungs-Maßnahmen
3.6.1. Internationale Maßnahmen gegen die Armut in Südamerika
3.6.2. Nationale Maßnahmen
3.6.2.1.Staatliche Ma ß nahmen
3.6.2.2. Private Einrichtungen
3.6.3. Persönliche Meinung
3.7. Zwischenfazit Kinderarmut in Südamerika

4.Gegenüberstellung
4.1. Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika
4.2. Straßenkinder in Deutschland und Straßenkinder in Südamerika

5. Persönliches Resümee

Literarturverzeichnis

1.Vorbemerkung

Kinderarmut ist ein Phänomen, das in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Sowohl in Deutschland als auch in allen anderen Ländern auf der Welt ist das Thema präsent und nicht mehr zu verleugnen. Während man Armut, und in diesem Zusammenhang auch Kinderarmut, bis in die 80er Jahre hinein nur mit der Armut in der Dritten Welt verband und man die Armut auch nur in diesem Zusammenhang kannte, hat sich das Bewusstsein dem Thema Armut gegenüber in den letzten Jahren extrem verändert. Überall auf der Welt steigen die Armutsquoten, so auch die Zahl der Hauptbetroffenen, die Anzahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen. Die Formen und Auswirkungen der Armut variieren in den einzelnen Ländern jedoch erheblich, ebenso die Ursachen, die zu diesem Umstand führen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass das Thema weltweit sehr präsent ist und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden müssen.

In diesem ersten Teil der Diplomarbeit möchte ich erläutern, warum ich über das Thema Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika schreibe. Ich möchte darstellen, was ich mit dieser Arbeit für mich persönlich herausfinden und festhalten möchte. Am Ende dieses Teiles möchte ich den Aufbau der Arbeit vorstellen.

Während meines Studiums habe ich kaum Informationen zum Thema Armut und Kinderarmut in Deutschland erhalten; es gab keine Seminare, die das Thema behandelten oder auch nur in irgendeiner Weise erwähnten. Erst in meinem Hauptstudium wurde ein Seminar angeboten, in welchem eine Sitzung zu dem Thema Kinderarmut in Deutschland abgehalten wurde. Da mich dieses Thema sehr interessierte, gestaltete ich mit einigen anderen Kommilitonen diese Sitzung in dem Seminar und referierte unter anderem über dieses Thema. Bei der Recherche für dieses Referat wurde mir erst einmal bewusst, wie extrem weitverbreitet Kinderarmut in Deutschland überhaupt ist und welche

Folgen und Auswirkungen ein solcher Armutszustand für die Betroffenen haben kann.

Als ich mir langsam Gedanken über meine Diplomarbeit und das Thema dafür machte, kam mir gleich die Idee über Kinderarmut in Deutschland zu schreiben. Dies bot sich zum einen aufgrund meiner Interesse, meinen bisherigen Recherchen und meinem bisherigen Wissen zu diesem Thema an. Andererseits ist das Thema momentan sehr aktuell und auch in den Medien stark präsent, was für mich einen weiteren Grund darstellt dieses Thema in der Diplomarbeit aufzugreifen, da man die Möglichkeit hat es mit aktuellen Zahlen und Berichten zu belegen. Schwierigkeiten bereitete mir eher der Aufbau der Arbeit beziehungsweise was ich überhaupt alles in der Arbeit thematisieren möchte. Letztlich kam mir der Gedanke, Kinderarmut in Deutschland der Kinderarmut in einem Entwicklungsland bzw. einem Dritte Weltland gegenüberzustellen. Die Idee für eine solche Gegenüberstellung resultiert aus einer persönlichen Interesse von mir, da ich vor einiger Zeit beschlossen habe, nach meinem Studium für etwa ein halbes Jahr in ein Dritte Weltland zu reisen und dort aktiv in der Entwicklungshilfe mitzuarbeiten. So habe ich nun die Gelegenheit vorab einiges über die Lebensbedingungen und Armutszustände in Entwicklungsländern theoretisch in Erfahrung zu bringen. Ich habe mich für eine Gegenüberstellung mit Südamerika, also einem gesamten Teilkontinent und keinem einzelnen Land, entschieden, da die Lebensverhältnisse in den meisten Ländern Südamerikas relativ gleich sind und ich mich deshalb nicht auf ein einzelnes solches Land beschränken wollte.

In der Arbeit möchte ich darstellen, wie unterschiedlich die Definitionen der Armut, und speziell der Kinderarmut, in den unterschiedlichen Teilen der Welt, auf der einen Seite Deutschland, einer Industrienation und einem der reichsten Länder der Welt und auf der anderen Seite einem Entwicklungsgebiet und einem der ärmeren Regionen weltweit, sind. Ich möchte die unterschiedlichen Formen der Armut und ihre Ursachen aufzeigen, sowie die Auswirkungen auf die betroffenen Familien und besonders auf die Kinder. Außerdem werde ich auf die unterschiedlichen Bewältigungsmöglichkeiten und –strategien der betroffenen Kinder eingehen und letztlich entsprechende Maßnahmen zur

Bewältigung des Problems der Kinderarmut vorstellen, aber auch einige persönliche Ideen zur Bekämpfung von Armut bzw. zur Milderung der negativen Auswirkungen darstellen.

Die Arbeit besteht hauptsächlich aus zwei Teilen: Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika. Beide Teile werde ich mit einer Einleitung beginnen, welche die aktuellen Zahlen der Kinderarmut enthält, aber auch die Entwicklung der Armut/Kinderarmut aufzeigt. In dem Kapitel, Kinderarmut in Deutschland, folgt ein Abschnitt zu den unterschiedlichen Definitionen zum Thema Armut und Kinderarmut, gefolgt von einem Teil bezüglich der diversen Formen der Armut. Nach der Darstellung der Hauptursachen einer Armutssituation und den Auswirkungen eines Lebens in Armut für die betroffenen Kinder, werde ich auf die Wahrnehmung einer solchen Situation aus Sicht der Kinder eingehen. Anschließend stelle ich die bevorzugten Bewältigungsmöglichkeiten der Kinder dar, bevor ich letztendlich auf die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen eingehe. Abschließend folgt ein Zwischenfazit zum Thema Kinderarmut in Deutschland, welches nochmals die wichtigsten Ergebnisse widerspiegelt. Im Kapitel zum Thema Kinderarmut in Südamerika folgt direkt nach der Einleitung die Darstellung der Ursachen für die Armutssituation. Anschließend stelle ich auch in diesem Teil die Auswirkungen einer solchen Situation für die Kinder dar. Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Thema Straßenkinder in Südamerika. Ich greife diesen Punkt, welcher im eigentlichen Sinne eine Folge der Armut darstellt, in einem eigenen Abschnitt auf, da das Phänomen der Straßenkinder eine der weitverbreitesten Auswirkung der Armut in der Dritten Welt ist und ich dieses Phänomen näher beschreiben möchte. Auch in dem Kapitel Kinderarmut in Südamerika folgen Ausführungen bezüglich der Wahrnehmung und Bewältigung der Kinder in einem Zustand der Armut, gefolgt von Handlungsmaßnahmen und Präventionsmöglichkeiten. Auch hier greift ein Zwischenfazit die wichtigsten Ergebnisse dieses Kapitels auf.

In einem weiteren Kapitel werde ich die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kinderarmut in Deutschland und der Kinderarmut in Südamerika gegenüberstellen. Ich möchte keinen Vergleich der beiden Teile 7 machen, weil ich der Meinung bin, dass ein Vergleich hier unangebracht ist, da die Lebensverhältnisse dieser Regionen, sowie die politischen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten einfach zu unterschiedlich sind.

Abschließend folgt ein persönliches Resümee, in welchem ich nochmals einige Punkte der Arbeit aufgreifen und diskutieren werde und meine eigenen Ansichten darstelle, die als ein persönliches Ergebnis dieser Arbeit betrachtet werden können.

Ich möchte nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Ziel dieser Arbeit nicht in einem Vergleich von Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika besteht. Vielmehr möchte ich einfach verdeutlichen (auch persönlich für mich selbst), wie unterschiedlich die Begrifflichkeiten, Formen und besonders die Auswirkungen von Armut in den unterschiedlichen Teilen der Welt sind, und wie die Kinder diese Situationen wahrnehmen und bewältigen. Weiterhin ist es mir besonders wichtig, die Gefühle und Einstellungen, beziehungsweise die Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen darzustellen und nachvollziehen zu können. Ich möchte darauf hinweisen, welchen unterschiedlichen Zuständen die Kinder und Jugendlichen ausgesetzt sind und wie sie mit diesen Gegebenheiten umgehen. Ich denke, dass ich durch diese Arbeit verdeutlichen kann, dass das Bild eines Kindes bzw. die Vorstellung des Leben eines Kindes sehr different sein kann. Ich denke, durch die Darstellung der beiden Teile werden die Unterschiede deutlich.

2. Kinderarmut in Deutschland

2.1. Einleitung

Laut dem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland der UNICEF aus dem Mai 2008 ist jedes sechste Kind in Deutschland von Armut betroffen.[1] Anhand des Kinderreports 2007, welcher im November 2007 von dem Deutschen Kinderhilfswerk herausgegeben wurde, lässt sich feststellen, dass etwa 14% aller Kinder als arm gelten und heutzutage ungefähr jedes sechste Kinder unter sieben Jahren in einer Familie lebt, die auf Sozialhilfe bzw. Hartz IV - Leistungen angewiesen ist.[2] Nach dem 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, der im Mai 2008 erschienen ist, gelten 13% der Bundesbürger als arm, nochmal so viele müssen mit staatlichen Leistungen vor dem sozialen Abstieg bewahrt werden. Es leben also 26% der deutschen Bevölkerung in Armut oder in einer armutsnahen prekären materiellen Lebenslage.[3] Letztendlich sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut betroffen. Man vermutet, dass die Dunkelziffer weitaus höhere Zahlen von betroffenen Kindern aufweist.

Die Zahlen der Kinderarmut in Deutschland sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Während in den 90er Jahren etwa sieben bis neun Prozent der Kinder in Deutschland als arm galten, waren es im Jahr 2004 bereits 13,3 % - also etwa 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche.[4] Kinder sind in der heutigen Zeit in viel stärkerem Maße von Armut betroffen als Erwachsene. Jedoch sind es die Kinder und Jugendlichen, die an ihrer Situation nichts ändern können, sie sind in diesem Fall von ihren Eltern abhängig, sie geraten unverschuldet in die Armutssituation.

Armut wird häufig als eine Phase im Lebenslauf betrachtet, die auch wieder vergeht. In vielen Fällen lässt sich diese Ansicht auch bestätigen, denn es kann schnell passieren, nicht nur bei Risikogruppen, sondern auch bei Mitgliedern der Mittelschicht, dass man kurzfristig in die Armut oder in eine prekäre Situation abrutscht, sei es durch eine kurzzeitige Arbeitslosigkeit oder auch aufgrund gesundheitlicher Probleme und deren zwingende Einschränkungen. Eine Armutssituation kann sich aber auch längerfristig über mehrere Jahre hinweg ziehen. In solchen Fällen kann diese Situation beträchtliche Auswirkungen und Konsequenzen für die Betroffenen haben. Denn Armut bedeutet nicht nur materiell über wenig Geld zu verfügen, sie beinhaltet auch eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten zu allen möglichen Lebenslagen, sei es sozialer, emotionaler oder kultureller Natur. Vor allem für die betroffenen Kinder und Jugendlichen kann Armut weitreichende Folgen haben. Durch die Armut sind ihre Entwicklungs-, Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten massiv eingeschränkt. Sie verfügen häufig nur über mangelnde Bildungsmöglichkeiten, eine Tatsache, die die betroffenen Kinder und Jugendlichen in einem Teufelskreis enden lassen kann, welcher die Armut einer Generation auf die nächste Generation weitervererben kann. Auf den Aspekt des Teufelskreises werde ich im Verlauf dieser Arbeit nochmals ausführlicher eingehen.

Das Thema Armut wird erst seit den 70er Jahren in der Politik aufgegriffen und diskutiert. Allerdings gab es auch schon vorher extreme Armutsfälle, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Nachkriegsarmut in den 50er Jahren, welche sich durch akute Wohnungsnot, Hungermärsche und Kältetote kennzeichnete, wurde recht schnell durch das darauf folgende Wirtschaftswunder abgelöst. Der ehemalige Bundeskanzler Ludwig Erhard verkündete 1957 die Konjunkturschwankungen durch Vollbeschäftigung zu stärken und den privaten Reichtum zu maximieren.[5] Tatsächlich waren eine Reihe von neuen Arbeitsplätzen und eine Steigerung des privaten Wohlstandes die Folge. Natürlich gab es trotz dem gesteigerten Wohlstand aber weiterhin Menschen, die in Armut lebten, allerdings waren dies im Gegensatz zu den Nachkriegsjahren nur sehr wenige. Die Regierung war der Meinung diese geringe Restgröße von Armut in Deutschland mit der 1957 eingeführten Rentenreform und dem Bruttosozialhilfegesetz von 1961 beherrschbar zu machen, und entsprechende Sozialleistungen nur noch in äußersten Notlagen gewähren zu müssen. In den nachfolgenden Jahren verschwand das Thema Armut aus den Diskussionen der Politik. Weiterhin existierende Armut wurde verdrängt und verleugnet bis dies in den 70er Jahren nicht mehr möglich war, weil die Anzahl der Menschen, die in Armut lebten, erheblich gestiegen war und man diesem Problem Abhilfe schaffen musste.

Bis in die 70er Jahre hinein herrschte eine Sozialversicherungspolitik, die die Mitglieder und Wähler der Sozialpolitik begünstigte. Die wirklich armen Menschen, nämlich alte verwitwete und geschiedene Frauen, kranke und behinderte Menschen blieben den Vorteilen einer solchen Politik außen vor. Diese erwerbsunfähigen Menschen stellten also bis in die 70er Jahre hinein die überproportional von Armut betroffene Risikogruppe dar. In den 80er Jahren hat sich die Risikogruppe für ein Leben in Armut jedoch gewandelt. Nun stellten nicht mehr die erwerbsunfähigen Menschen eine Risikogruppe dar, sondern eher erwerbsfähige junge Erwachsene, welche von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Da nun eher junge Erwachsene in Armut leben, steigt natürlich auch die Anzahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen, da diese von der Einkommenssituation ihrer Eltern abhängig sind und somit durch deren Arbeitslosigkeit mit von der Armut betroffen sind. Die Kinder sind also für ihre Situation nicht selbst verantwortlich zu machen. Die Verschiebung der hauptsächlich von Armut betroffenen Menschen wird in der Forschung und Literatur als neue Armut bezeichnet.

Christoph Butterwegge, ein Politik- und Sozialwissenschaftler, der sich sehr mit dem Thema Kinderarmut auseinandersetzt und schon zahlreiche Werke zu diesem Themengebiet veröffentlicht hat, spricht in seinen Aufzeichnungen zu den Hintergründen für die Armut, und in diesem Zusammenhang auch für die

Kinderarmut, von einem Paternoster – Effekt: „In dem Maße wie die einen nach oben gelangen, geht es für die anderen nach unten. Mehr denn je gibt es ein soziales Auf und Ab, das Unsicherheit und Existenzangst für eine wachsende Zahl von Menschen mit sich bringt.“[6] Die Gesellschaft spaltet sich zunehmend in Arm und Reich. Langfristig gesehen, kann es durchaus passieren, dass die Mittelschichtgesellschaft in Deutschland ausstirbt und die Bevölkerung entweder arm oder reich ist.

Welchen Anteil die Globalisierung an der Armutssituation in Deutschland trägt, wird in dem Teil über die Ursachen für die Armut ausführlich erläutert.

2.2. Definition von Armut und Kinderarmut

Wie schon in der Einleitung erwähnt, wurde das Thema Armut lange Zeit verdrängt und tabuisiert. Der Staat hat sich nicht damit beschäftigt, es gab keinerlei Forschung zu diesem Thema und auch keine einheitliche Definition dazu. Erst in den 90er Jahren hat sich die deutsche Armutsforschung schlagartig entwickelt und ausgebreitet. Aber trotz dem neuen Interesse für dieses Thema ist es bis zum heutigen Tag sehr schwierig Armut zu definieren, da sie sehr schwer zu messen und zu operationalisieren ist. Aus diesem Grund gibt es viele verschiedene Definitionen zu diesem Begriff und auch sehr unterschiedliche Messkonzepte. Das Problem dieser ganzen unterschiedlichen Messkonzepte liegt darin, dass sie im Vergleich mit den Ergebnissen der anderen Konzepte zur Bestimmung von Armut, zu teilweise ganz unterschiedlichen Ergebnissen über das Ausmaß der Armutspopulation kommen. Aus diesem Grund kann man auch keine eindeutige Zahl der betroffenen Menschen in Armut nennen.

In der Armutsforschung unterscheidet man heute zwischen eindimensionalen und mehrdimensionalen Armutsdefinitionen.

Bei dem eindimensionalen Armutsbegriff handelt es sich um eine auf das Einkommen bezogene festgelegte Grenze. Demnach lebt man in Deutschland in Armut, wenn das monatliche Einkommen bei weniger als 50% des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens liegt. Das Nettoäquivalenzeinkommen wird errechnet, indem das Markteinkommen, also das Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit, aus selbstständiger Tätigkeit und aus Vermögen einschließlich des Mietwerts selbstgenutzten Wohneigentums, zuzüglich laufender Transfers und abzüglich der Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung und Steuern durch die Summe der bedarfsgewichteten Haushaltsmitglieder geteilt wird.[7] Das Nettoäquivalenzeinkommen wird nach der Skala der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ermittelt, um es international vergleichbar zu machen. Nach dieser Skala erhält der Haupteinkommensbezieher den Gewichtsfaktor 1,0. Alle anderen Haushaltsmitglieder, die 14 Jahre und älter sind, haben den Faktor 0,5 und Kinder unter 14 Jahren erhalten den Faktor 0,3. Bei einer Familie mit einem 15jährigen und einem achtjährigen Kind wird das Haushaltseinkommen also nicht durch vier, sondern durch 2,3 geteilt. Der Äquivalenzwert ergibt sich somit aus dem Gesamteinkommen eines Haushaltes und der Anzahl und dem Alter der davon lebenden Personen. Im Jahr 2005 betrug das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen 18.778,00 Euro, d.h. monatlich 1.564,83 Euro. Hat man nur 40% des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens zur Verfügung lebt man in extremer Armut und bei 60% des mittleren Einkommens befindet man sich im prekären Wohlstand, einer Vorstufe der Armut. In anderen EU-Ländern liegen diese Schwellwerte etwas anders, die hier genannten Zahlen beziehen sich auf Deutschland. Da sich die genannten Prozentwerte in der Regel auf den Median[8] des Nettoäquvalenzeinkommens beziehen, und in einer Gesellschaft wie unserer eine ohnehin schon wohlhabende Bevölkerung immer reicher und die ärmere Gesellschaft immer ärmer wird, entsteht das Problem, dass der Median in solch einem Fall immer gleich bleibt, obwohl sich die absoluten Zahlen der Armutssituation doch verändern.

Obwohl in den letzten Jahren deutlich wurde, dass man bei der Armutsdefinition auch andere Aspekte des gesellschaftlichen Lebens einbeziehen muss, orientiert man sich bei der Armutsdefinition in Deutschland überwiegend an der Einkommenssituation der Familien, da diese wesentlich einfacher zu erfassen ist (sogenannter Ressourcenansatz). Hier ist eine gewisse Objektivität gegeben, ganz im Gegensatz zu der Erfassung der einzelnen Lebenslagen, wo subjektives Empfinden der einzelnen Betroffenen eine entscheidende Rolle spielt. Seit einigen Jahren wird jedoch auch vermehrt auf die Bedeutung des mehrdimensionalen Armutsbegriffes bei der Betrachtung von Armut hingewiesen, und auch immer mehr in die Armutsdefinition miteinbezogen. Bei dem mehrdimensionalen Armutsbegriff handelt es sich um den sogenannten

Lebenslagenansatz. Der Lebenslagenansatz ist wesentlich komplexer als der Ressourcenansatz, denn er berücksichtigt die tatsächliche Versorgungslage in den verschiedenen Lebensbereichen. Also was steht in den einzelnen Lebenslagen, u.a. Ernährung, Bildung, Wohnraum, Gesundheit und soziale Netzwerke tatsächlich zur Verfügung.

Häufig wird Armut auch mit Sozialleistungen gleichgesetzt. Demnach ist jeder arm, der staatliche Leistungen bezieht. Dies kann man aber nicht so pauschal sagen, denn in diesem Fall muss auch darauf geachtet werden, wie hoch die staatlichen Leistungen in den einzelnen Fällen sind. Bezieht man staatliche Hilfen, ist man aber in jedem Fall armutsgefährdet und befindet sich in dem Risiko schnell in die Armut abzusinken.

Generell muss bei der Definition von Armut und Kinderarmut das verfügbare Einkommen (in der Familie), aber auch die Situation in den einzelnen Lebenslagen berücksichtigt werden. Es ist sehr wichtig, dass der Ressourcenansatz und der Lebenslagenansatz bei der Betrachtung von Armutslagen, vor allem bei der Kinderarmut, miteinander verbunden werden und beide Ansätze Anwendung finden. Dies ist so wichtig, da die monetären Ressourcen nicht immer die Lage widerspiegeln, die tatsächlich besteht. Eine rein an der materiellen Situation einer Familie orientierte Armutsdefinition, schließt eine Vielzahl von Ressourcen, die bei der Armutsbewältigung in Anspruch genommen werden (z.B. humane Ressourcen wie Bildung, Persönlichkeitsmerkmale usw., soziale Ressourcen wie Beziehungen und soziale Netzwerke und auch die Wohnsituation und die damit verbundene Infrastruktur) nicht mit ein.

Außerdem weiß man nie, wie viel des monatlichen Einkommens für die Kinder aufgebracht wird. Denn auch wenn Familien über nur ein geringes Einkommen verfügen, kann es durchaus sein, dass die Kinder in kaum einer Lebenslage benachteiligt sind, da die Betroffenen über eine gute Haushaltsführung, ein intaktes Familienleben und ein gutes soziales Netzwerk verfügen und somit die materiellen Armutserscheinungen durch die Familie und die Freunde ausgeglichen und kompensiert werden können. Andererseits kann es jedoch auch sein, dass eine Familie über ausreichend monetäre Ressourcen verfügt, aber dennoch in einigen Lebenslagen depriviert ist, da sie z.B. kaum soziale Kontakte und Beziehungen hat und aufgrund eines solchen fehlenden sozialen Netzwerkes isoliert lebt. Ich möchte hier verdeutlichen, dass Geld zwar einen großen Einfluss auf die Armutssituation hat, aber man auch bei ausreichendem Einkommen „arm“ sein kann, in solch einem Fall spricht man von emotionaler Armut.

Weiterhin müssen bei der Armutsdefinition auch Faktoren wie die berufliche Situation (erwerbstätig, arbeitslos), die familiäre Situation (Anzahl der Haushaltsmitglieder, Alleinerziehende, Anzahl der Kinder) und auch eventuelle Gründe für die Armutssituation (Trennung der Ehepartner, mögliche Schulden) berücksichtigt werden.

Christoph Butterwegge zitiert in seiner Arbeit „Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen“, eine Bremer Forschungsgruppe, die Armut als eine Phase im Lebenslauf beschreibt. „Armut ist nicht mehr ein fester Zustand oder eine Eigenschaft von Personen bzw. Personengruppen, sondern zunächst ein Ereignis, eine Phase im Lebenslauf, die sich nicht notwendig als Zugehörigkeit zu einer sozialen Randgruppe verfestigen muss. Armut ist >verzeitlicht< und >biographisiert< und, in der Folge, auch mehr als früher >sozial entgrenzt<.“[9] Ich persönlich stimme dieser Aussage im Großen und Ganzen auch zu, denn Menschen, die in Armut geraten sind, haben im Sozialstaat Deutschland einigermaßen gute Chancen, diese Situation nach einer kurzen Dauer wieder zu verlassen. Leider gibt es aber in den letzten Jahren verstärkt Belege dafür, dass sich eine Armutssituation vermehrt zu einem Teufelskreis entwickelt, in dem sich die Armut von Generation zu Generation weitervererbt und somit arme Kinder ihr Leben nicht mehr einer solchen Situation entkommen. Wie sich ein solcher Teufelskreis entwickelt und warum die betroffenen Menschen so schnell nicht wieder aus ihm herauskommen können, wird im Verlauf dieser Arbeit noch ausführlicher dargestellt.

Walter Hanesch, Professor für Sozialpolitik im Fachbereich Sozialpädagogik an der Fachhochschule Darmstadt, hat in einer seiner Arbeiten zum Thema Armut eine Definition entwickelt, die ich ziemlich treffend finde und die einen solchen Zustand annähernd darstellt. „Armut ist eine extreme Form sozialer Ungleichheit, wobei die Lebenslage von Individuen, Haushalten oder Gruppen im Verhältnis zum durchschnittlichen Lebensstandard einer Gesellschaft betrachtet wird.“[10]

Bei der Kinderarmut handelt es sich um eine Familienarmut. Kinder geraten unverschuldet in einen solchen Zustand, aufgrund ihrer familiären Situation und deren Probleme. Häufig wird gesagt, Kinder machen arm, da die staatlichen Leistungen (Kindergeld, Erziehungsgeld u.ä.) nicht den tatsächlichen Bedarf, welcher für die Kinder aufgebracht werden muss, decken, aber trotzdem können die Kinder nichts für diesen Zustand. Man kann den Kindern keine Schuld an einem Armutszustand zuweisen.

Im Zusammenhang mit dem Thema Armut fallen häufig Begriffe wie prekärer Wohlstand, Benachteiligung, Deprivation und multiple Deprivation. Ich möchte diese Begriffe im Folgenden kurz erläutern.

Prekärer Wohlstand bezeichnet eine Vorstufe der (Einkommens-)Armut, es meint nicht eine aktuelle Notlage. Befindet man sich in einer prekären Wohlstandssituation kann es durchaus sein, dass man bereits staatliche Transferleistungen bezieht, diese sind jedoch nicht so hoch und auch nicht so überlebensnotwendig wie in einer aktuellen Armutssituation. Prekärer Wohlstand meint eine armutsnahe Situation, in welcher das Risiko höher ist, in einen Armutszustand zu gelangen, als bei Familien, die sich nicht in einer prekären Situation, sondern in der Mittelschicht befinden.

Benachteiligung wirkt sich durch eine gewisse Ungleichheit aus. Wer benachteiligt ist, kann in gewissen Lebenslagen nicht „mithalten“. Somit werden ihm gewisse Lebensstandards verwehrt. Benachteiligungen können im materiellen wie auch im immateriellen Bereich auftreten, v.a. fallen sie im Bildungsbereich der betroffenen Personen auf. Benachteiligung kann man durchaus als extreme Einschränkung verstehen.

Auch der Begriff Deprivation tritt häufig im Zusammenhang mit dem Begriff Armut auf. Deprivation meint im eigentlichen Sinne Ausgrenzung. Im Zusammenhang mit Armut bedeutet Deprivation die Beeinträchtigung oder Ausgrenzung aus einem Lebensbereich aufgrund der sehr begrenzten Einkommenssituation. Häufig tritt auch der Begriff „multiple Deprivation“ auf, welcher eine Beeinträchtigung in mehreren Bereichen darstellt.

Diese Begriffserläuterungen wurden in der AWO – ISS – Studie zur Formulierung des kindgerechten Armutsbegriffs nochmals aufgegriffen und erklärt.

Die AWO – ISS – Studie, welche von der Arbeiterwohlfahrt und dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik durchgeführt wurde und die erste Längsschnittuntersuchung (1997 – 2005) zum Thema Kinderarmut in Deutschland darstellt, enthält Dimensionen, welche für die Erfassung von Armut bei Kindern notwendig sind. Bei dieser Studie ging es darum, einen kindgerechten Armutsbegriff zu formulieren, der nicht nur das Einkommen der Familie in Betracht zieht, sondern vor allem die Lebenssituation und die Lebenslage des Kindes selbst beschreibt. Dieser Begriff muss also mehrdimensional sein und muss das Armutsempfinden der Kinder enthalten. Aus diesem Grund wurden im Zuge dieser Studie Kinder selbst über ihren Armutszustand befragt.

Um die Entwicklungsmöglichkeiten armer Kinder zu bewerten, wurden folgende Dimensionen aufgestellt, die bei der Betrachtung von Armut unter Kindern eine besonders wichtige Rolle spielen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(graphische Darstellung aus: Gerda Holz, Frühe Armutserfahrungen und ihre Folgen – Kinderarmut im Vorschulalter, in: Margherita Zander, Kinderarmut, Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis, Wiesbaden, 2005, Seite 97)

Diese fünf Dimensionen ermöglichen es, die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen einzuschätzen. Auf der Grundlage des kingerechten Armutsbegriffes wurden folgende drei Lebenslagentypen entwickelt: Wohlergehen, Benachteiligung und multiple Deprivation. Von Wohlergehen spricht man, wenn keine der genannten Lebenslage Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Kindes aufweist. Bei einer Benachteiligung sind in zwei der genannten Lebenslagen Auffälligkeiten zu finden und von einer multiplen Deprivation spricht man, wenn in mindestens drei der Lebenslagen massive Beeinträchtigungen der Entwicklung des Kindes vorzufinden sind.

Spricht man von Armut, spricht man auch immer von Benachteiligung und Deprivation, allerdings bedeuten Benachteiligung und Deprivation nicht immer Armut, Armut ist nur ein Risikofaktor für Deprivation. Wie schon oben erwähnt können auch nichtarme Menschen in bestimmten Lebenslagen depriviert sein.

2.3. Formen der Armut

In Deutschland unterscheidet man zwischen vielen verschiedenen Formen der Armut. Die bekanntesten Formen der Armut sind die relative und absolute Armut, sowie die bekämpfte und verdeckte Armut.

2.3.1. Relative und absolute Armut

Relative Armut bezeichnet man auch als Einkommensarmut. Diese Form der Armut betrifft die meisten Menschen, die in Deutschland in Armut leben. Sie liegt vor, wenn Menschen, gemessen an den mittleren Standards der deutschen Gesellschaft, über zu geringe finanzielle Ressourcen verfügen. Demnach unterliegen sie einem unterdurchschnittlichen Lebensstandard und können, aufgrund ihres finanziellen Mangels, am gesellschaftlichen Leben nur eingeschränkt teilhaben. So können betroffene Menschen an sozialen Aktivitäten, wie z.B. an Kino- und Theaterbesuchen oder an Klassenfahrten nur bedingt teilnehmen.

Die relative Form der Armut wird auch als Sozialnot bezeichnet. Menschen, die in einem solchen Zustand leben, befinden sich immer in einer benachteiligten Position im Gegensatz zu der übrigen, nichtarmen Gesellschaft.

Von der absoluten Armut spricht man, wenn Menschen nicht genügend Mittel zum physischen Überleben haben, d.h. wenn ihre finanziellen Mittel nicht zur Bestreitung des Lebensunterhaltes ausreichen. Der Begriff meint auch eine absolute Existenznot. Menschen, die von absoluter Armut betroffen sind, leben, laut dem ehemaligen Präsidenten der Weltbank, Robert Strange McNamara, der absolute Armut definierte, in einem Zustand völliger Entbehrungen. Sie müssen um ihr Überleben kämpfen, außerdem ist ihr Leben von Verwahrlosung und Entwürdigung geprägt.[11] Die Folge dieser Form von Armut ist häufig der qualvolle Tod (z.B. durch Verhungern oder Verelendung).

Diese Form der Armut tritt vor allen in Entwicklungsländern und Dritte Weltländern auf. In einem Industriestaat wie Deutschland tritt diese Form eigentlich nicht auf, da der Staat die betroffenen Menschen in solch einem Fall finanziell unterstützt.

2.3.2. Bekämpfte und verdeckte Armut

Eine weitere Form der Armut ist die sogenannte bekämpfte Armut. Diese meint Personen und Haushalte, deren Sozialhilfeberechtigung durch Behörden anerkannt ist und die somit entsprechende finanzielle und auch immaterielle Leistungen erhalten. Die finanziellen Leistungen erfolgen vom Staat in Form von Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Grundsicherung. Immaterielle Leistungen werden von den Betroffenen nur bedingt angenommen, darunter fallen unter anderem Hilfen von wohltätigen Einrichtungen wie von Suppenküchen, Tafeln oder auch Kleiderkammern. Durch diese genannten Maßnahmen wird versucht die Auswirkungen und Konsequenzen von Armut abzumildern.

Unter die verdeckte Armut fallen einkommensarme Personen und Haushalte, die eigentlich einen Anspruch auf staatliche finanzielle
Unterstützungsleistungen haben, diese aber aufgrund von Schamgefühlen oder anderen Gründen, z.B. Unwissenheit bezüglich solcher
Unterstützungsmaßnahmen, nicht in Anspruch nehmen. Diese Form der Armut stellt eine Dunkelziffer dar – man weiß nicht genau wie viele Menschen hiervon betroffen sind, da sie in keiner offiziellen Sozialhilfestatistik auftauchen. Hierbei handelt es sich immer um Schätzungen.

In diesem Zusammenhang gibt es noch die Unterscheidung zwischen latenter und evidenter Armut. Latente Armut bezeichnet die versteckte und somit die verdeckte Armut, während die evidente die offensichtliche Armut darstellt, also vor allem den Zustand von Obdachlosen und BettlerInnen, eben Menschen, denen man augenscheinlich ansieht, dass sie über zu geringe Ressourcen (materiell und immateriell gesehen) verfügen. Meiner Meinung nach, kann man bei Menschen, die von relativer Armut betroffen sind, nicht unbedingt sagen, dass sie evident arm sind, da man es ihnen nicht unbedingt ansieht, dass sie von Armut betroffen sind.

2.3.3. Langzeit- und Kurzzeitarmut

Weiterhin unterscheidet man noch zwischen Langzeitarmut und Kurzzeitarmut. Kurzzeitarmut, auch transitorische oder vorübergehende Armut genannt, beschreibt eine kurzzeitig anhaltende Ressourcenknappheit und dementsprechend eine kurzzeitige Unterschreitung einzelner Mindeststandards. Eine vorübergehende Armut kann zyklisch oder azyklisch sein. Zyklisch meint hier regelmäßig auftretend, z.B. in Zeiten vor der Ernte oder am Ende eines Monates, wenn das Geld knapp wird. Azyklisch meint unregelmäßig und nicht vorhersehbar, z.B. durch einen plötzlichen Arbeitsplatzverlust, Trennung, Scheidung oder Tod eines Ehepartners oder durch sonstige nicht vorhersehbare Katastrophen.

Langzeitarmut, welche man auch als strukturelle Armut bezeichnet, liegt dann vor, wenn man über einen längeren Zeitraum über zu geringe finanzielle Ressourcen verfügt und somit für längere Zeit einzelne Mindeststandards unterschreitet. Diese strukturelle Armut liegt besonders dann vor, wenn man einer gesellschaftlichen Randgruppe angehört, deren Mitglieder alle unter der Armutsgrenze leben und die große Schwierigkeiten haben aus einem solchen Zustand auszubrechen. Bei einer solchen Form der Armut entwickelt sich häufig ein Teufelskreis, d.h. die Armut wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf die nachfolgende Generation übertragen. Dies kann eine Folge mangelnder Bildung, fehlender sexueller Aufklärung oder auch der häufig unzureichenden Wohn- und Infrastruktur sein.

Während die Kurzzeitarmut überwiegend in den westlichen Industrienationen auftritt, ist die strukturelle Armut vor allem in Elendsvierteln und Ländern der Dritten Welt zu finden. Allerdings möchte ich hierbei betonen, dass die Langzeitarmut mittlerweile auch vermehrt in Deutschland vorzufinden ist, vor allem in Form der Weitergabe der Armut an die nachfolgende Generation.

Die Formen Kurzzeit- und Langzeitarmut treten natürlich immer in Verbindung mit einer der vier zuerst genannten Formen (relativ, absolut, bekämpft, verdeckt) auf. Sie beschreiben nur die Dauerhaftigkeit der Armutssituation.

2.3.4. Deprivations- und Dispositionsarmut

In der Literatur tauchen weiterhin Armutsbegriffe wie Deprivations- und Dispositionsarmut auf. Während die Deprivationsarmut den Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben meint, also eine Benachteiligung darstellt, bezeichnet die Dispositionsarmut eine zeitweilige Unterversorgung im gesellschaftlichen Leben aufgrund eines dramatischen Ereignisses in der Familie, z.B. durch die Trennung/Scheidung der Ehepartner, Arbeitsplatzverlust oder auch durch die Geburt eines (weiteren) Kindes.

Die Dispositionsarmut ergänzt die Deprivationsarmut lediglich.[12]

2.3.5. Alte und neue Armut

Abschließend möchte ich noch auf die alte und die neue Erscheinungsform der Armut eingehen.

Die alte Erscheinungsform meint die Übertragung der Armutssituation, also des sozialen Zustandes und auch der Ressourcenknappheit, sowie die Weitergabe des sozialen Status an die nachfolgende Generation. Die Armutssituation wird bei dieser Erscheinungsform als Vererbung angesehen, in der sich die Betroffenen in der Regel mit dem Zustand abgefunden haben und auch keine andere Situation kennen.

Die neue Erscheinungsform der Armut meint einen zeitlich begrenzten, vorübergehenden Zustand, der aufgrund eines familiären Ereignisses (wie schon erwähnt, z.B. durch den Arbeitsplatzverlust oder die Trennung der Ehepartner) eintritt. Die neue Erscheinungsform der Armut reicht bis in die Mittelschicht hinein, da man heutzutage durch ein solches familiäres oder ein gesundheitliches Ereignis schnell unter die Armutsschwelle oder in eine prekäre Lebenslage abrutschen kann, obwohl man sich bisher in einer soliden Mittelschichtsituation befunden hat.

2.3.6. Globalisierungsarmut

Christoph Butterwegge geht in seiner Arbeit, „Kinderarmut in Deutschland.

Ursachen Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen“, auf einen neuen Typ der Armut ein, nämlich die Globalisierungsarmut. Dieser Typ von Armut weist darauf hin, dass das Armutsrisiko bis in die Mittelschicht hineinreicht, immer mehr Menschen in der Mittelschicht von Überschuldung betroffen sind und sie somit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind praktisch von heute auf morgen in die Armut abzusinken. Es ist damit gemeint, dass die Mittelschichtgesellschaft mittlerweile einem ebenso großen Risiko unterliegt, in eine Armutssituation abzurutschen wie die Menschen, die in einer prekären Lebenslage leben. Außerdem verbreitet sich die Lebenslage von Menschen, die bereits in Armut und somit in einem Leben völliger Perspektivlosigkeit, Benachteiligung und Verzweiflung leben, immer weiter.[13]

Es wird hier deutlich, dass es sehr viele unterschiedliche Begriffe für die Formen der Armut gibt, aber letztendlich führen sie doch immer wieder auf ein und dieselbe Tatsache zurück, nämlich dass sie eine Benachteiligung an den gesellschaftlichen Lebensstandards darstellen, und dass man schnell durch unvorhersehbare Ereignisse in eine Armutssituation abrutschen kann.

2.4. Ursachen der Familienarmut

Die Ursachen für eine Armutssituation und somit auch für die Kinderarmut sind sehr vielfältig. Die Hauptursachen liegen jedoch in der Erwerbssituation der Eltern, dem jeweiligen Bildungsstatus der Familie und in der Familienkonstellation im Allgemeinen.

Generell haben kinderreiche Familien mit mehr als drei Kindern, sowie Ein – Eltern – Familien, ein erhöhtes Armutsrisiko. Vor allem junge Eltern mit kleinen Kindern sind besonders stark von Armut betroffen. Im Allgemeinen gilt, je jünger die Kinder sind, desto größer ist das Risiko in Armut zu leben. In Haushalten von Alleinerziehenden, vorwiegend alleinerziehenden Frauen, sind vor allem Klein- und Kindergartenkinder, man sagt Kinder bis zum Alter von sieben Jahren, einem erhöhten Risiko einer möglichen Armutssituation ausgesetzt. In kinderreichen Familien sind dagegen vermehrt ältere Kinder und Jugendliche von Armut betroffen. Dies hängt damit zusammen, dass der Konsum und die Bedürfnisse der Kinder mit dem Alter steigen. Die Jugendlichen sind außerdem einem gewissen Konsumzwang ausgesetzt, mit dem sie mithalten wollen bzw. müssen, um nicht ausgegrenzt zu werden. Das heißt, sie müssen immer die neuste Kleidung tragen, die neusten Computerspiele spielen usw., dies kostet natürlich viel Geld, zu viel für einkommensschwache Haushalte. Bei mehreren Kindern in diesem Alter steigen die entsprechenden Ausgaben.

Außerdem sind Familien mit Migrationshintergrund einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.

Generell leben mittlerweile vor allem junge Menschen im erwerbsfähigen Alter in Armut. Diese Aussage wird durch die offizielle Sozialhilfestatistik deutlich. Demnach weisen Kinder und Jugendliche die höchsten Anteile der Sozialhilfeempfänger auf. Die Haushalte mit Kindern, die finanzielle staatliche Unterstützung erhalten, haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

In Deutschland waren im Juli 2005 13,4% Kinder unter 15 Jahren Sozialgeldempfänger. In Hessen waren es 11,7 %, wobei Offenbach mit 28,7% die Stadt in Hessen mit der höchsten Quote der Sozialgeldempfänger unter 15 Jahren ausmachte.[14]

Es stellt sich nun die Frage, warum immer mehr junge und erwerbsfähige Menschen und somit auch deren Kinder von Armut betroffen sind, da sie doch die Möglichkeit haben, arbeiten zu gehen und somit in der Lage sind, ihr Leben selbst zu finanzieren.

Zum einen spielt hier die Erwerbstätigkeit eine große und entscheidende Rolle. In den vergangenen Jahren war die Arbeitslosenzahl so hoch wie nie zuvor. Besonders seit der Einführung von Hartz IV am 01.01.2005 ist die Anzahl der von Armut betroffenen Kindern extrem angestiegen. Im September 2005 lebten, nach Aussage des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV), etwa 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Armut, 1,5 Millionen Kinder davon auf Sozialhilfeniveau und die Dunkelziffer geht von weiteren 200.000 Kindern aus, die in Armut leben und einen Anspruch auf Sozialleistungen hätten, diesen aber nicht geltend machen. Im Dezember 2004 dagegen lag die Zahl der von Sozialhilfe lebenden Kinder laut der offiziellen Sozialhilfestatistik bei etwa 965.000 Kindern.[15] Somit wird deutlich, dass die Zahl der betroffenen Kinder innerhalb von neun Monaten um 500.000 angestiegen ist. Es stellt sich nun die Frage, warum die Zahl der von Armut betroffenen Kinder seit der Einführung von Hartz IV so dermaßen zugenommen hat.

Bevor die neue Hartz IV – Regelung in Kraft getreten ist, gab es für die arbeitslose Bevölkerung in Deutschland die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe. Zusätzlich wurden sogenannte einmalige Leistungen vom Staat gezahlt, etwa für einen neuen Wintermantel oder einen Schulranzen, bei der Einschulung eines Kindes. Mit der Einführung von Hartz IV wurden die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe für erwerbsfähige Personen zu einer Leistung, dem Arbeitslosengeld II (kurz ALG II), zusammengefasst. Es hat somit eine Leistungskürzung stattgefunden. Demnach erhalten arbeitsuchende

Personen zwischen 15 und 65 Jahren, die voll erwerbstätig sind, ALG II. Nichterwerbsfähige Personen (Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht in der Lage sind vorübergehend mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten) und Kinder bis 15 Jahren erhalten Sozialgeld. Das Sozialgeld stellt eine Geldleistung zur Bestreitung des Lebensunterhaltes für die erwerbsunfähigen Angehörigen dar, die mit einem ALG II – Empfänger in einer Bedarfsgemeinschaft leben und keinen Anspruch auf Grundsicherung haben. Die Grundsicherung trat am 01.01.2003 in Kraft. Berechtigt für diese Leistung sind Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, also dauerhaft nicht in der Lage sind täglich mindestens drei Stunden zu arbeiten, sowie Menschen, die sich bereits im Ruhestand befinden und deren Einkommen nicht ausreicht. Die sogenannten einmaligen Sonderleistungen entfallen in dem neuen Hartz IV – Gesetz.

Die Hartz IV – Regelung wurde eingeführt, da man darauf hoffte, die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der nächsten drei Jahre zu halbieren. Dieses Ziel sollte durch eine schnellere Jobvermittlung, die Förderung von Selbständigkeit und durch einen vermehrten Einsatz von Leiharbeitern erreichte werden. In dem Hartz IV – Konzept werden auch Leistungskürzungen bei Nichtaufnahme einer zumutbaren Erwerbstätigkeit, sowie eine verschärfte Zumutbarkeit und flexiblere Bedingungen aufgegriffen.

Durch den Zusammenschluss von Sozial- und Arbeitslosenhilfe waren vor allem die Langzeitarbeitslosen von plötzlichen Einkommensbußen betroffen. Für viele wurden die bisherigen staatlichen Hilfen auf Sozialhilfeniveau abgesenkt. Einem Erwachsenen stehen nun monatlich 351,00 Euro, einem Jugendlichen ab 14 Jahren bis zum Erreichen der Volljährigkeit 281,00 Euro und einem Kind bis zu einem Alter von 14 Jahren 211,00 Euro zu.[16] Diese Leistungskürzungen sollten durch eine schnelle Vermittlung in den Arbeitsmarkt kompensiert werden. Wie im September 2005 jedoch zu verzeichnen war, trat dies in dem erwünschten Maße jedoch nicht ein. Eher das Gegenteil war der Fall: die Zahl der betroffenen Menschen ist gestiegen und hier ist vor allem die erhöhte

Betroffenheit der Kinder darzustellen, denn die neuen Leistungen nach Hartz IV entsprechen in keinem Fall den alten Sozialleistungen. Außerdem sind, wie schon erwähnt, die zusätzlichen einmaligen Sonderleistungen im neuen Hartz IV – Programm auch entfallen. Kinder, die von Hartz IV und Sozialgeld leben müssen, sind im gesellschaftlichen Leben sehr eingeschränkt. Für sie ist vieles nicht möglich, was für andere ganz selbstverständlich ist.

Auch der im Jahr 2005 eingeführte Kinderzuschlag, den Eltern erhalten, wenn deren Einkommen und das zum Lebensunterhalt bereitstehende Vermögen, das diese während der Elternschaft zur Verfügung haben, nicht höher als der ALG II – Bedarf von erwachsenen Personen in einer Bedarfsgemeinschaft ist, verbessert die Situationen der betroffenen Familien, insbesondere die Situation der Kinder, nicht wesentlich. Das Familienministerium rechnete, laut der Expertise „Kinder und Hartz IV: Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II“, des DPWV, mit dem Kinderzuschlag etwa 150.000 Kinder vor Armut bzw. Sozialleistungen bewahren zu können.[17]

Ein weiteres Problem der Armut, welches als Ursache dafür gesehen werden kann, ist weiterhin auf der staatlichen Seite zu finden, und zwar spreche ich hier von dem derzeitigen hohen Maß an Niedriglöhnen und dem daraus resultierenden Phänomen des working poor, sowie der Ungleichverteilung der Einkommen.

Unsere Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Hochleistungsgesellschaft, in der es darum geht immer größere Leistungen zu erbringen. Es entsteht eine völlige Konkurrenz unter den einzelnen Industrien und Konzernen. Um in einem solchen Konkurrenzkampf mithalten zu können, werden die Angestellten durch Gehaltszulagen und Prämien zu Leistung motiviert. Das Problem hierbei ist, dass nun eher wenige Personen eingestellt werden, die absolute Leistungen erbringen müssen, dafür aber entsprechend (teilweise überdurchschnittlich) entlohnt werden, anstatt mehrere Menschen zu beschäftigen, die einen durchschnittlichen Lohn erhalten und so zu einer verbesserten Arbeitslosenzahl beizutragen. Ein weiteres Problem in diesem

Zusammenhang, welches auch durch den zunehmenden Konkurrenzdruck entsteht, besteht darin, dass große Konzerne ihre Aufträge vermehrt in das Ausland abgeben und ihre Ware dort produzieren lassen, da die Produktionskosten und auch die Personalkosten im Ausland teilweise viel günstiger für die Konzerne sind. Somit fallen in Deutschland Arbeitsplätze weg, da die Mitarbeiter in der Produktion nun keine Beschäftigung mehr haben und entlassen werden. Dieser Umstand trägt einen großen Anteil an der aktuellen Armutssituation.

Ein weiteres großes Problem, das zurzeit in Deutschland herrscht, ist der Umstand der Niedriglöhne. Die Menschen gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach, aber dennoch reicht ihr Einkommen nicht zur Bewältigung der Lebensbedürfnisse aus. Häufig leben sie nur knapp über der relativen Armutsgrenze. Es ist nicht selten der Fall, dass Personen noch einer zusätzlichen Beschäftigung nach Feierabend oder am Wochenende, etwa auf 400,00 Euro – Basis, teilweise aber auch „schwarz“, nachgehen müssen, um ihren Lebensstandard halten zu können und nicht auf Sozialleistungen angewiesen sein zu müssen. Die Schicht des working poor (arbeitende Bevölkerung, deren Einkommen nicht zum Lebensunterhalt ausreicht) wächst in Deutschland rapide an.

Der Niedriglohnsektor ist in den USA sehr weit verbreitet. Dort ist es üblich, dass die Menschen neben ihrer Vollzeitstelle noch einem oder zwei weiteren Nebenjobs nachgehen, um genügend Geld für ihre Lebensbedürfnisse zu haben. Da sich dieser Trend nun auch in Deutschland zu entwickeln scheint, spricht man von einer US- Amerikanisierung der Sozialstruktur in Deutschland.[18]

Es wird hier deutlich, dass die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland immer größer wird. Dies hängt vor allem auch mit der Ungleichverteilung der Einkommen ab. Die Geschäftsleute und Manager großer Firmen, die sowieso schon über genügend finanzielle Ressourcen verfügen, werden immer reicher. Die armen Menschen, die sich unterhalb oder knapp über der Armutsgrenze befinden und auch die Personen der Mittelschicht werden immer ärmer bzw. sind verstärkt mit dem Thema Armut konfrontiert, da sie durch plötzlich eintretende Ereignisse in die Armut oder noch weiter in die Armut absinken können. In diesem Fall kann man den Paternoster - Effekt als ein gutes Beispiel nennen. In dem Maße wie es für die einen nach oben geht, geht es für die anderen nach unten. Für die, für die es nach unten geht, nehmen die Symptome der Unsicherheit und der Existenzangst extrem zu.

Die Tatsache, dass sich das Normalarbeitsverhältnis langsam auflöst, stellt eine weitere Begründung für die Armutssituation dar. Die Menschen verfügen immer seltener über ein gesichertes Arbeitsverhältnis. Die Zahl der befristeten und schlecht bezahlten Leiharbeitsplätze nimmt stark zu. Auch werden heutzutage vermehrt Teilzeitarbeitsplätze vergeben. In solchen
Beschäftigungsverhältnissen reicht das Einkommen natürlich in keinster Weise aus, die eigenen Lebensbedürfnisse und die der Familie ausreichend zu befriedigen. Außerdem genießt man nicht die arbeits- und sozialrechtlichen Regelungen, über welche man in einer Vollzeitbeschäftigung verfügt.

Eine gesicherte Vollzeitbeschäftigung wird zunehmend zur Ausnahme, da in der Zeit der Digitalisierung und Computerisierung die menschliche Arbeitskraft durch die Computer ersetzt wird. Diese arbeiten exakter, zuverlässiger und sind obendrauf billiger als die menschlichen Arbeiter.

Die Zahl der Arbeitslosen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und hierin sehe ich auch ein großes Problem. Denn je länger und je öfter man arbeitslos ist, desto schwieriger ist es, wieder eine gesicherte Festanstellung zu finden. Häufig hat man dann nur die Möglichkeit eine unterbezahlte Stelle anzutreten oder in einem Leiharbeiterverhältnis zu arbeiten, wobei dann meist wieder das Problem des working poor auftritt. Weiterhin wechseln sich zunehmend die Phasen der Erwerbstätigkeit mit Phasen der Arbeitslosigkeit ab, da es vermehrt befristete Arbeitsverträge gibt, die entweder nur für einen gewissen Zeitraum oder überhaupt nicht weiter verlängert werden. Die Menschen müssen mit einer permanenten Ungewissheit leben, welche gravierende psychische Auswirkungen nach sich ziehen kann.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht in ihrem Wochenbericht Nr. 38/2008 vom 17.09.2008 auf die im Jahr 2007 erhobenen Daten des Sozio – ökonomischen Panels (SOEP) zum Einkommen der Haushalte im Jahr 2006 ein. Demnach ist das Armutsrisiko im Jahr 2006 auf 16,5 % gegenüber 18,0% im Vorjahr gesunken.[19] Das DIW führt diese Tatsache auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit im letzten Jahr zurück. Außerdem habe sich die Spannweite der ungleichverteilten Einkommen nicht weiter vergrößert. Der DGB (Deutsche Gewerkschaftsbund) kritisiert diese Aussagen des DIW allerdings und macht nochmals deutlich, dass Arbeit heutzutage kein Garant mehr gegen Armut sei. Deutschland sei weiterhin das Land mit dem größten Niedriglohnsektor in Kontinentaleuropa.[20]

In einigen Fällen fehlt den arbeitslosen Menschen jedoch auch die Motivation überhaupt arbeiten zu gehen, da die staatlichen Transferleistungen teilweise nicht wesentlich geringer sind als ein mögliches Einkommen. Walter Hanesch spricht in seiner Arbeit: „Armut als Herausforderung für den Sozialstaat“[21], in solch einem Fall von einer „sozialstaatlichen Fehlsteuerung“. Die Transferleistungen fallen in einigen Fällen zu hoch aus, so dass die Menschen keinen Anreiz darin sehen überhaupt zu arbeiten, da sie „genug“ Geld für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung haben ohne arbeiten gehen zu müssen. Diese „missbräuchliche Inanspruchnahme“ staatlicher Leistungen war vor der Einführung von Hartz IV extrem weit verbreitet, hat sich seit der Einführung zwar etwas zum Positiven geändert, besteht aber immer noch.

Beruflich gesehen haben es Frauen weiterhin schwerer als Männer einen Arbeitsplatz zu finden, denn heutzutage hat das Geschlecht immer noch einen gewissen Einfluss auf einen Arbeitsplatz. Männer werden häufig bevorzugt und verdienen für die gleiche Tätigkeit oftmals noch mehr Geld. Die Ungleichheit der beiden Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren zwar extrem verbessert, ist aber dennoch in gewisser Weise spürbar.

Für Frauen wird es vor allem nach dem Mutterschutz häufig zum Problem einen Arbeitsplatz zu finden. Die Tatsache kann besonders für alleinerziehende Frauen zum Verhängnis werden, die auf einen Arbeitsplatz und somit auf eigenes Einkommen angewiesen sind. In diesem Fall sind auch in großem Maße die Kinder von einer möglichen Arbeitslosigkeit der Mutter betroffen.

Neben der Erwerbstätigkeit, die, wie bereits erwähnt, eine der Hauptursache der Armut darstellt, spielt auch der Bildungsstatus eine entscheidende Rolle in einer Armutssituation. Kinder aus einkommensschwachen Familien besuchen sehr häufig die Haupt- oder Realschule und selten ein Gymnasium, während Kinder aus der Mittelschicht eher ein Gymnasium besuchen. Häufig ist dies der Fall, da die Eltern, die in Armut oder einer prekären Situation leben, selbst nur einen geringen Bildungsstatus aufweisen und somit heute nur einer geringqualifizierten Tätigkeit nachgehen und dementsprechend wahrscheinlich nicht so viel Wert auf eine gute Schulbildung ihrer Kinder legen, da ihnen meist überhaupt nicht klar ist, wie wichtig eine gute Schulbildung heutzutage ist. Eltern, die mit ihren Kindern in einer Armutssituation leben und einen geringen Bildungsgrad aufweisen, drängen meist darauf, dass ihre Kinder möglichst schnell einen Beruf erlernen. In manchen Fällen sind sie sehr daran interessiert, dass die Kinder schnell ihr eigenes Geld verdienen und somit auf eigenen Beinen stehen und nicht weiter finanziell von ihnen abhängig sind. Ihnen sind die späteren Auswirkungen, die ihre Kinder betreffen werden, wenn sie keine Berufsausbildung haben, oftmals einfach nicht bewusst. Häufig ist es aber auch der Fall, dass die Kinder, bzw. eigentlich schon die Jugendlichen, selbst so schnell wie möglich selbständig werden wollen, um ihr eigens Geld zu verdienen, da sie aufgrund des Geldmangels ihrer Eltern auf sehr vieles verzichten mussten und sich durch ihre eigene Erwerbstätigkeit ein besseres Leben erhoffen und sich mehr leisten können.

Aus unterschiedlichen Untersuchungen ist zu entnehmen, dass ein gravierender Zusammenhang zwischen der Bildung der Eltern und der der 32

Kinder besteht. Aus diesem Grund möchte ich nun noch einmal auf den schon angesprochenen Teufelskreis zu sprechen kommen, der häufig in einer Armutssituation zu finden ist. Die in der Ursprungsfamilie erworbenen Werte und Einstellungen werden übernommen und weitergelebt. Gerade im Bereich der Bildung hat eine negative Einstellung der Eltern verheerende Folgen für die Kinder, denn die Familie ist ein zentraler Bildungsort. Häufig können sich die Kinder nicht weiter als die Eltern entwickeln, da sie auf ein förderndes Umfeld angewiesen sind, und haben im späteren Berufsleben große Schwierigkeiten Fuß zu fassen. Sie sind aufgrund ihrer geringen Schulbildung später häufig Geringverdiener und leben unterhalb oder knapp oberhalb der Armutsgrenze. Die Armut wird so häufig von Generation zu Generation weitervererbt.

In einer umfassenden Studie hat Annette Lareau herausgearbeitet, dass es grundlegende Unterschiede in den sozialen Schichten bezüglich der kindlichen Frühförderung gibt. Gerade die unteren Schichten sind sich der hohen Bedeutung vom Spiel als Mittel der Aneignung von Fähigkeiten und Wissen im frühen Kindesalter nicht bewusst und fördern ihre Kinder in dieser Hinsicht kaum. Dies führt dazu, dass Kinder häufig schon mit unterschiedlichen Ausgangschancen (Kompetenzen) eingeschult werden.[22] Hierbei wird unter anderem deutlich, dass die sozialen Ressourcen (Eltern) einen starken Einfluss auf die persönliche und schulische Entwicklung der Kinder haben.

Ein weiteres Problem, welches in Verbindung mit einer hohen Schulbildung und einer prekären oder armen Lebenslage besteht, ist, dass man gerade in der Oberstufe und auch im Studium besondere Lernmittel benötigt, die nicht gerade billig sind. Häufig ist man auf einen Computer und einen Internetzugang angewiesen, was sich arme Menschen oftmals einfach nicht leisten können. Diese Tatsache der erhöhten Ausgaben begünstigt oftmals eine Entscheidung die Schule abzubrechen beziehungsweise nach dem ersten Abschluss (Hauptschulabschluss) zu beenden. Hat man keinen oder nur einen geringen Schulabschluss läuft man Gefahr nur einen eher schlecht bezahlten Ausbildungsplatz oder eine gering bezahlte Arbeitsstelle zu bekommen. Somit unterliegt man dem Risiko sein ganzes Leben einen gering bezahlten Job zu haben und weiterhin unter einkommensschwachen Bedingungen und somit nahe oder sogar unter der relativen Armutsgrenze zu leben. Wenn man überhaupt keine Ausbildung macht, kann man sich fast sicher sein irgendwann überhaupt keinen Arbeitsplatz mehr zu finden, nicht einmal einen gering bezahlten Arbeitsplatz und somit von staatlichen Leistungen leben muss. Es wird ersichtlich, dass ein entscheidender Zusammenhang zwischen der Armut und den Bildungschancen liegt. Menschen, die über ein höheres Einkommen verfügen, können sich eher einen PC anschaffen, der für die Schule benötigt wird oder den benötigten Nachhilfeunterricht für die Kinder bezahlen. Kindern aus einkommensschwachen Haushalten stehen solche Möglichkeiten häufig nicht zur Verfügung. Hieraus ergibt sich unter anderem eine Ursache für ungleiche Bildungschancen in unserer Gesellschaft in Deutschland.

Anhand der KIM – Studie 2006[23] wird deutlich, dass zwar sehr viele Kinder und Jugendliche über einen eigenen PC verfügen oder zumindest Zugang zu einem Computer innerhalb der Familie haben und auch das Internet benutzen können. Dennoch wird deutlich, dass Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 1500,00 Euro monatlich im Vergleich zu Haushalten, die über 2500,00 Euro monatlich zur Verfügung haben, zu 20% weniger mit einem Computer und zu 30% weniger mit einem Internetzugang ausgestattet sind.[24a] Wenn ein Computer und auch ein Internetzugang vorhanden sind, müssen die Kinder immer noch lernen, diesen zu bedienen. Und auch hier wird aus der KIM – Studie 2006 ersichtlich, dass die Eltern eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung dieser Kenntnisse haben. Allerdings haben die Eltern, die über ein geringes monatliches Einkommen verfügen, oftmals nicht die notwendigen Kenntnisse den Kindern diese Kompetenzen zu vermitteln, während dies bei besser verdienenden Eltern schon der Fall ist. Die Kim – Studie 2006 belegt weiterhin auch, dass die einkommensschwachen Haushalte das Internet eher unterhaltungsorientiert nutzen (z.B. eher Chaträume besuchen), während Haushalte mit höherem Einkommen das Internet eher informationsorientiert nutzen (z.B. eher Online – Enzyklopädien, wie Wikipedia), aufsuchen.[24b]

Die Familienform hat auch einen entscheidenden Einfluss auf die Armutssituation in einer Familie. Kinder stellen in unserer Gesellschaft einen Hauptgrund für Verarmungsprozesse dar. Wie schon erwähnt, sind vor allem kinderreiche Familien mit mehr als drei Kindern einem erhöhten Risiko ausgesetzt in Armut zu leben. Denn mit jedem Kind, das geboren wird, muss das Familieneinkommen für eine weitere Person ausreichen. Somit haben die übrigen Familienmitglieder immer einen entsprechenden Anteil weniger übrig.

Eine Elternschaft ist generell mit einem materiellen Nachteil verbunden, da die Leistungen, die man vom Staat aufgrund eines neuen Familienmitgliedes erhält, in keinster Weise den Ausgaben entsprechen, welche mit dem Kind aufkommen. Vor allem, wenn die Kinder älter werden, steigen die Kosten für die Eltern, denn mit dem Alter steigen auch die Konsumbedürfnisse der Kinder. Die Kinder sind einem gewissen Konsumzwang, der in den Medien publiziert wird, ausgesetzt. Wenn sie diesem Zwang nicht folgen und nicht immer die neuste Kleidung tragen oder die neusten PC – Spiele haben, laufen sie Gefahr von ihren Klassenkameraden ausgegrenzt zu werden.

Wenn man sich für Nachwuchs entscheidet und Kinder bekommt, fällt in der Regel in den ersten drei Jahren zusätzlich ein Gehalt weg, da einer der beiden Eltern in den Erziehungsurlaub geht. Kinder erschweren die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, da sich ein Elternteil um das Kind kümmern muss. Nicht jeder hat die Möglichkeit das Kind tagsüber zu den Großeltern zu bringen oder die finanziellen Mittel zur Verfügung, eine Tagesmutter zu engagieren. In der Regel besteht erst wieder die Möglichkeit für einen Elternteil, zumindest einer Teilzeit-bzw. Halbtagesbeschäftigung nachzugehen, wenn das Kind in den Kindergarten kommt. Allerdings kosten die Kindergartenplätze Geld, welches einkommensschwache Familien vielleicht nicht aufbringen können.

[...]


[1] Vgl. http://www.unicef.de/5497.html, Der UNICEF – Bericht zur Lage von Kindern in Deutschland: Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse (Stand: 18.07.2008)

[2] Jürgen Borchert, Befunde und Diagnosen zur Kinderarmut in Deutschland, in: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Kinderreport Deutschland 2007, Freiburg, 2007, Seite 10

[3] Vgl. http://www.harald-thome.de/media/files/Dies%20und%20das/Berichtsentwurf_19_Mai_3_ARB-00-Gesamt.pdf, Lebenslagen in Deutschland, Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Mai 2008, Seite XXI (Stand: 17.08.2008)

[4] Vgl. http://www.unicef.de/5497.html, Der UNICEF – Bericht zur Lage von Kindern in Deutschland: Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse (Stand: 18.07.2008)

[5] Vgl. Christoph Butterwegge, Hintergründe der (Kinder-) Armut in Deutschland, in: Zenz, Winfried M., Bächer, Korina, Blum-Maurice, Renate, Die vergessenen Kinder. Vernachlässigung, Armut und Unterversorgung in Deutschland, Köln, 2002, Seite 11

[6] Christoph Butterwegge, Armutsforschung, Kinderarmut und Familienfundamentalismus, in: Christoph Butterwegge, Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 26

[7] Vgl. http://www.bpb.de/wissen/S4LO2Q,0,0,Verteilung_der_Netto%E4quivalenzeinkommen_auf_die_ Bev%F6lkerung.html, Bundeszentrale für politische Bildung, Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen die Bevölkerung (Stand: 04.08.2008)

[8] Median ist der Punkt, der eine Fallgruppe in zwei gleich große Hälften teilt

[9] Stephan Leibfried u.a., Zeit der Armut, a.a.O., Seite 298, in: Christoph Butterwegge, Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000 Seite 29

[10] Walter Hanesch, Armut als Herausforderung für den Sozialstaat, in: Christoph Butterwegge; Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 221

[11] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Armut, 1.1.1. Definitionsansätze, absolute Armut (Stand: 17.07.2008)

[12] Vgl. Christoph Butterwegge, Armutsforschung, Kinderarmut und Familienfundamentalismus, in: Christoph Butterwegge; Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 221, Seite 49

[13] Vgl. Christoph Butterwegge, Armutsforschung, Kinderarmut und Familienfundamentalismus, in: Christoph Butterwegge; Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 221, Seite 48

[14]/[15] Vgl. http://www.der-paritaetische.de/uploads/tx_pdforder/Zu-wenig-fuer-zu-viele-expertise_2005_ 02.pdf, Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Expertise: Kinder und Hartz IV: Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II, Berlin, 24.August 2005, Seite 3 ff. (Stand: 17.08.2008)

[16] siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/ALG2 (Stand: 02.01.2009)

[17] Siehe: http://www.der-paritaetische.de/uploads/tx_pdforder/Zu-wenig-fuer-zu-viele-expertise_2005_02 .pdf, Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Expertise: Kinder und Hartz IV: Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II, Berlin, 24.August 2005, Seite 18 (Stand: 17.08.2008)

[18] Vgl. Christoph Butterwegge, Armutsforschung, Kinderarmut und Familienfundamentalismus, in: Christoph Butterwegge, Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 48

[19] Vgl. http://www.diw.de/documents/publikationen/73/88782/08-38-1.pdf, Joachim R. Frick, Markus M. Grabka, Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 38/2008, Niedrigere Arbeitslosigkeit sorgt für weniger Armutsrisiko und Ungleichheit, Seite 556 (Stand: 30.08.2008)

[20] Vgl. Zeitungsartikel: „Studien: Sinkende Arbeitslosigkeit verringert auch das Armutsrisiko. Wirtschafts-experten entfachen wieder Debatte um Mindestlohn / Mehr Geld für Kinder gefordert“, in: Hanau Post 17.09.2008

[21] Vgl. Walter Hanesch, Armut als Herausforderung für den Sozialstaat, in: Christoph Butterwegge, Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen, Frankfurt am Main, 2000, Seite 230

[22] Vgl. Nadia Kutscher, Digitale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung bei Kindern, in: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Kinderreport Deutschland 2007, Freiburg, 2007, Seite 99

[23] die KIM – Studie (Kinder und Medien) untersucht jährlich die Mediennutzung von Kindern in

Deutschland

[24]a Vgl. Nadia Kutscher, Digitale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung bei Kindern, in: Deutsches

Kinderhilfswerk e.V., Kinderreport Deutschland 2007, Freiburg, 2007, Seite 101 ff.

[24]b Vgl. Nadia Kutscher, Digitale Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung bei Kindern, in: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Kinderreport Deutschland 2007, Freiburg, 2007, Seite 101 ff.

Ende der Leseprobe aus 179 Seiten

Details

Titel
Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Sozialpädagogik)
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
179
Katalognummer
V132895
ISBN (eBook)
9783640386543
ISBN (Buch)
9783640386994
Dateigröße
1283 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der erste Teil der Diplomarbeit "Kinderarmut in Deutschland" wurde mit sehr gut bewertet.
Schlagworte
Kinderarmut, Deutschland, Südamerika
Arbeit zitieren
Diplompädagogin Jessica Deckenbach (Autor), 2009, Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132895

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Kinderarmut in Deutschland und Kinderarmut in Südamerika



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden