Vor wenigen Jahrzehnten war die Region am persischen Golf noch relativ unbekannt. Dies änderte sich erst mit der Entdeckung der Erdölvorkommen in diesen Ländern. Zu diesem Zeitpunkt begann der wirtschaftliche und finanzielle Aufschwung in jenen Gebieten. Mittlerweile gehören die Golfstaaten (hier: Bahrain, Kuwait, Katar, Oman, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate) zu den reichsten Ländern der Erde. Eine wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit den Staaten des Golfkooperationsrat (GKR) wäre daher sowohl für die Europäische Union und dem GKR vorteilhaft. Dies liegt vor allem daran, dass die Golfstaaten ca. 28% des Welterdölbedarfs produzieren und 55% der gesamten Erdöl- und Erdgasreserven sich im persischen Golf befinden. Die Europäische Union importiert derzeit ca. 50% ihres gesamten Energiebedarfs, davon rund 20% aus den Golfstaaten. Die GKR-Mitgliedsstaaten wiederum sind derzeit der sechstgrößte Exportmarkt der EU. Allein aus diesen Tatsachen lässt sich eine enorme Bedeutsamkeit für Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem GKR ablesen. Die zwei bis dato wichtigsten Kooperationsabkommen, das „cooperation agreement“ aus dem Jahre 1988 sowie Freihandelsabkommen, welches derzeit noch verhandelt wird, werden in dieser Arbeit kurz vorgestellt.
Diese Arbeit ist in drei Hauptbereiche gegliedert. Im ersten Abschnitt werden die Golfstaaten kurz im Einzelnen erläutert, d.h. kurz auf ihre geschichtliche Entwicklung, ihre sozialen und politischen Strukturen und auf ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten eingegangen. Im zweiten Teil dieser Arbeit wird der Golfkooperationsrat als internationale Organisation näher erklärt. Im dritten Abschnitt werden dann kurz die zwei oben erwähnten Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Golfkooperationsrat definiert.
Folgende Fragen haben mich zu dieser Arbeit inspiriert:
Welche wirtschaftspolitische Bedeutung hat der GKR für die Golfregion bzw. für die EU?
Welche wirtschaftspolitische Bedeutung hätte ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und GKR für jeweils beide Vertragspartner?
Warum konnte in solches Freihandelsabkommen nach 17 Verhandlungsjahren bisher noch nicht abgeschlossen werden?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GOLFSTAATEN
2.1. BAHRAIN
2.2. KUWAIT
2.3. OMAN
2.4. SAUDI ARABIEN
2.5. VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE (VAE)
2.6. KATAR
3. GOLFKOOPERATIONSRAT
3.1. ENTSTEHUNG
3.2. STRUKTUR (ORGANE UND AUFGABEN) DES GKR
3.3. WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE DIMENSIONEN DES GKR
3.3.1. Sicherheits- und Verteidigungspolitik
3.3.2. Wirtschaftspolitik
3.4. GESELLSCHAFTLICHE UND SOZIALE DIMENSION DES GKR
4. EINE WIRTSCHAFTSPOLITISCHE VERBINDUNG MIT DER EUROPÄISCHEN UNION
4.1. KOOPERATIONSABKOMMEN
4.2. FREIHANDELSABKOMMEN
5. RESUMÉE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftspolitische Bedeutung des Golfkooperationsrates (GKR) für die Europäische Union sowie die Chancen und Hindernisse bei der Etablierung eines Freihandelsabkommens. Dabei wird analysiert, inwieweit eine intensivere Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Strukturen realisierbar ist.
- Politische und wirtschaftliche Strukturen der einzelnen Golfstaaten
- Entstehung, Aufgaben und Organe des Golfkooperationsrates
- Sicherheitspolitische Dimensionen und Herausforderungen der Golfregion
- Wirtschaftspolitische Integration und die Rolle der Erdölressourcen
- Stand und Probleme der Verhandlungen zum EU-GKR-Freihandelsabkommen
Auszug aus dem Buch
3.2. Struktur (Organe und Aufgaben) des GKR
„Out of their realization that special relations, characteristics and similar regimes link them; out of their belief in the importance of establishing close coordination in all spheres, expecially the economic and social ones; out of their belief in common destiny and unity of objectives; and out of their desire to realize coordination, integration and closer relations in all spheres, the UAE (United Arab Emirats), the State of Bahrein, the Kingdom of Saudi-Arabia, the Sultanate of Oman, the State of Qatar and the State of Kuwait have decided to establish an organization that will deepen and bring closer relations, ties and cooperation among its members in various spheres. The organization shall be called the Co-operation Council for the Arab States of the Gulf. Its headquaters will be in Riyad, Saudi-Arabia. The Council will be the vehicle by means of which the maximal extent of coordination, integration and closer relations shall be realized. It shall also draw up regulations covering the economy, finance, education, culture, social affairs, health, communications, information, passports and nationality, travel, transport, trade, customs, haulage and legal and legislative affairs“51
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der geopolitischen und wirtschaftlichen Relevanz der Golfstaaten für die EU sowie Definition der Forschungsfragen und Hypothesen.
2. GOLFSTAATEN: Detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung, der politischen Systeme und der sozioökonomischen Bedingungen der sechs einzelnen Golfstaaten.
3. GOLFKOOPERATIONSRAT: Analyse der Entstehungsgeschichte, der Organisationsstruktur sowie der sicherheits- und wirtschaftspolitischen Ziele des Rates.
4. EINE WIRTSCHAFTSPOLITISCHE VERBINDUNG MIT DER EUROPÄISCHEN UNION: Bewertung der bestehenden Kooperationsabkommen und der langjährigen, komplexen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen.
5. RESUMÉE: Verifizierung der aufgestellten Hypothesen und Fazit zur Notwendigkeit einer umfassenden EU-Strategie für die Region.
Schlüsselwörter
Golfstaaten, Golfkooperationsrat, GKR, Europäische Union, Freihandelsabkommen, Wirtschaftspolitik, Sicherheitspolitik, Erdöl, Energiebedarf, Kooperationsabkommen, Regionalintegration, Wohlfahrtsstaat, Politische Stabilität, Handelsliberalisierung, Naher Osten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen den Golfstaaten, organisiert im Golfkooperationsrat (GKR), und der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die interne Struktur der Golfstaaten, die Rolle des GKR als regionale Organisation sowie die komplexen Handelsbeziehungen zur EU.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die wirtschaftspolitische Bedeutung des GKR zu bewerten und zu hinterfragen, warum ein Freihandelsabkommen mit der EU nach 17 Jahren noch nicht abgeschlossen werden konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Auswertung von Literatur, Berichten internationaler Organisationen und aktuellen politischen Dokumenten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der einzelnen Golfstaaten, eine detaillierte Untersuchung der GKR-Strukturen sowie eine Analyse der wirtschaftlichen Verbindung zur EU.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Golfkooperationsrat, Freihandelsabkommen, Wirtschaftsintegration, Sicherheitspolitik und Energieversorgung.
Welche Rolle spielt die Sicherheitspolitik für den GKR?
Die Sicherheitspolitik ist ein zentraler Grund für die Gründung des GKR, da die Staaten aufgrund ihrer geringen militärischen Kapazitäten und regionaler Konflikte auf externe Unterstützung angewiesen sind.
Warum gestalten sich die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen so schwierig?
Die Verzögerungen liegen an bürokratischen Hürden, unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen, internen Instabilitäten in der Golfregion und einem teilweise vorhandenen Misstrauen zwischen den Verhandlungspartnern.
- Quote paper
- Nicole Blaschitz (Author), 2008, Golfstaaten und GCC, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132907