Jugendtourismus in der Destination Millstätter See

Bezugnehmend auf Cross-Selling als Distributionstool, Web 2.0 als Marketingtool und die neuen Jugendtrends


Bachelorarbeit, 2009

65 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

V. Kurzfassung

VI. Abstract

Teil I: Adaptierte Bachelorarbeit 1

1. Einleitung und Problemdarstellung anhand eines provokativen Beispiels mit anschließender Forschungsfrage

2. Die Destination Millstätter See

3. Cross-Selling
3.1 Schritte um ein erfolgreiches Cross-Selling-Produkt zu erhalten
3.2 Beispiele für Cross Selling durch die Destination Millstätter See
3.2.1 Beispiel 1: We have the beach – bring your ball
3.2.2 Beispiel 2: your ticket to activity

4. Veränderung der Reisemotive von Jugendlichen – Fokussierung auf neue Trends
4.1 Neue Trends entstehen
4.1.1 Die wichtigsten Jugendtrends im deutschsprachigen Raum für den Tourismus

5. Jugendorientierte Kommunikation im Web 2.0
5.1 Ein Überblick über die für den Tourismus relevantesten Anwendungen im Web 2.0
5.1.1 Weblogs
5.1.2 Podcasts
5.1.3 Soziale Netzwerke
5.1.4 Online-Video und -Foto Portale
5.1.5 Zahlen zu den Anwendungen im Web 2.0
5.2 Beispiele zur Nutzung von Web 2.0 als Tool für die Destination Millstätter See
5.2.1 around the lake – der jugendblog zum millstättersee©
5.2.2 Facebook – S´cool Sport Millstätter See©

6. Fazit 1.Teil

Teil II: Bachelorarbeit

7. Empirische Analyse des Jugendtourismus in der Destination Millstättersee bezugnehmend auf Cross-Selling als Distributionstool und Web 2.0 als Marketingtool
7.1 Forschungshypothesen
7.2 Methoden der empirischen Analyse
7.3 Gang der Untersuchung
7.4 Online-Fragebogen zum Thema „Jugendtourismus“
7.4.1 Untersuchungsobjekt
7.4.2 Erhebungsmethodik
7.4.3 Aufbau des Fragebogens
7.4.4 Darstellung der Ergebnisse
7.5 Die facebook-Kampagne „Millstätter See“
7.5.1 Workflow der facebook-Kampagne
7.5.2 Einrichten des Profiles
7.5.3 Generieren von Content
7.5.4 Besucher und Profilfreunde generieren
7.5.5 Update des Profils
7.5.6 Das Kampagnenergebnis

8. Prüfung der Arbeitshypothesen
8.1 Arbeitshypothese I
8.2 Arbeitshypothese II
8.3 Arbeitshypothese III

9. Schlussfolgerungen und Fazit zum empirischen Teil dieser Arbeit

VII. Literaturverzeichnis

Monographien

Beiträge in Sammelbänden

Diplomarbeiten/Dissertationen

Elektronische Medien

Sonstige Quellen

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lageplan Millstätter See (Quelle: Millsätter See Tourismus GmbH, 2008)

Abbildung 2: Sport / Gfk (Quelle: Gfk, 2007)

Abbildung 3: Informationssuche Web 2.0 (Quelle: Österreich Werbung 2007)

Abbildung 4: Screenshot Facebook; Santner 2009

Abbildung 5: Flyer Sportwoche; Santer 2009

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Sportarten der Region

Tabelle 2: Frage 1, Altersverteilung, Santner 2009

Tabelle 3: Frage 2, Santner 2009

Tabelle 4: Frage 3, Santner 2009

Tabelle 5: Frage 5, Santner 2009

Tabelle 6: Frage 5, Santner 2009

Tabelle 7: Frage 6, Santner 2009

Tabelle 8: Frage 7, Santner 2009

Tabelle 9: Frage 8, Santner 2009

Tabelle 10: Frage 9, Santner 2009

Tabelle 11: Frage 10, Santner 2009

Tabelle 12: Frage 11, Santner 2009

Tabelle 13: Frage 12, Santner 2009

Tabelle 14: Frage 13, Santner 2009

Tabelle 15: Frage 14, Santner 2009

Tabelle 16: Linksammlung; Santner 2009

IV. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

V. Kurzfassung

Jugendtourismus in der Destination Millstätter See findet in den letzten Jahren hauptsächlich in der Form von Schul- bzw. Jugendsportwochen statt. Um diese jugendlichen Gäste auch nach diesem Aufenthalt zu erreichen, werden, als Distributionstool Cross-Selling und als Marketingtool verschiedenste Anwendungen des Web 2.0 erklärt und Fallbeispiele für die Nutzung dieser Instrumente gegeben. Weiters werden die Veränderungen bei Jugendtrends durchleuchtet und für den Jugendtourismus relevante Punkte näher beschrieben. Diese näher erklärenden Punkte beziehen sich einerseits auf Fallbeispiele des Cross-Selling und andererseits auf die Umsetzung der Web 2.0 Aktivitäten.

VI. Abstract

In recent years youth tourism in the destination Millstätter See happens mainly in the form of school- and youthsports-weeks. To keep these young guests related to the destination even after this week, the author achieved cross-selling as a distribution tool and –as a marketing tool- a variety of Web 2.0 applications and explains examples for the use of these instruments. Furthermore, the author explains the changes in youth-trends and for youth tourism-related issues in more details. These described points relate in one case to examples of cross selling and in another case to the implementation of Web 2.0 activities.

Teil I: Adaptierte Bachelorarbeit 1

Nachfolgend wird der hier vorliegenden zweiten Bachelorarbeit – nämlich die Texteile ab Seite 24 –nochmals die Bachelorarbeit 1 vorangestellt, um Bezüge zwischen den beiden eigenständigen Arbeiten zu ermöglichen. Diese Texteile wurden möglicherweise vom Autor gegenüber der Abgabeversion der Bachelorarbeit 1 verändert und stimmen nicht mehr mit der begutachteten Version der Bachelorarbeit 1 überein. Die begutachtete Bachelorarbeit 1 ist am Studiengang elektronisch dokumentiert und jederzeit einsehbar. Gegenstand der Begutachtung der vorliegenden Bachelorarbeit 2 sind ausschließlich die Textteile ab Seite 24 im vorliegenden Dokument.

1. Einleitung und Problemdarstellung anhand eines provokativen Beispiels mit anschließender Forschungsfrage

In der hier vorliegenden Arbeit möchte der Autor ganz speziell auf die Situation im Jugendtourismus in der Destination Millstätter See eingehen und herausfinden, wie man diese verbessern kann. Derzeit besuchen jedes Jahr mehrere 1000 Schüler die Destination Millstätter See im Zuge der Schulsportwochen. Diese Jugendlichen kommen aus ganz Österreich, Deutschland, Tschechien und in geringen Anteilen aus Italien. Schulsportwochen sind für Schüler in Österreich verpflichtend. Um den Lesern und -innen die Situation begreifbar zu machen und erste Ideen zur Weiterentwicklung dieses Potentials zu geben, sollen anhand eines frei erfundenen Beispiels die Umstände erklärt werden:

Eine 30 Personen umfassende Schülergruppe aus Wien fährt in der zweiten Maiwoche nach Seeboden am Millstätter See um dort die Schulsportwoche zu verbringen. Man bezieht das Quartier in einem 3-Sterne-Hotel im Ortszentrum. Die Unterbringung erfolgt in 4- und 6-Bett-Zimmern. Das Angebot für die Schüler beinhaltet Sportkurse, Vollpension im Hotel, sowie einen Veranstaltungsabend. Das Alter der Gruppe variiert großteils zwischen 16 und 18 Jahren. Die Jugendlichen sind von Ihrer Schule dazu angehalten einen Sportkurs zu belegen, um überhaupt an der Sportwoche teilzunehmen. Durch einige der Sportkurse, wie etwa Mountainbiken oder Segeln, lernen die Schüler die Umgebung und die Landschaft der Region kennen. Abends bei gemütlichen Spaziergängen durch den Ort, oder bei einem, Getränk in einem Lokal erkunden sie auch die vorhandenen Unterhaltungsmöglichkeiten sowie die Infrastruktur. Am Ende geht es dann nach einer Woche wieder nach Hause in die Großstadt und die Sportwoche in Seeboden ist gewesen!

Zwei Wochen später kauft sich einer der Schüler eine Jugendzeitschrift (z.b. Bravo[1]). Im hinteren Teil der Zeitschrift befindet sich eine Foto-Story. Inhalt dieser Geschichte ist eine Liebesromanze mit allem Hin und Her, in welcher sich eine Schülerin in einen Surflehrer verliebt. Als der Schüler diese Geschichte liest, erkennt er auf den Fotos die Sportschule wieder, in welcher er selber erst vor Kurzem war! Interessiert entdeckt er am Ende der Foto-Story einen Hinweis auf einen Fotoblog[2], in welchem Schüler, welche auf Sportwoche in der Destination Millstätter See waren, ihre eigenen

Impressionen veröffentlichen können und diese auch kommentieren! Diese Fotos werden täglich von mehreren 100 Usern angesehen und auch kommentiert und steigern so die Bekanntheit der Destination unter Jungendlichen! Mittels dieses Fotoblogs können Jugendliche auch direkt auf die Buchungsseite der Destination Millstätter See zugreifen, auf welcher sie spezielle Angebote für junge Gäste finden.

Ein anderer Schüler geht kurz vor den Sommerferien in ein Sportartikelgeschäft in der Maria-Hilfer-Straße in Wien. Er kauft sich eine Markenbadehose um 40 Euro. Ein großer Anhänger ist an der Badehose angebracht. Auf trendige Art wird dem jungen Mann gesagt, dass er mit dem Kauf dieser Badehose einen Gutschein für eine Übernachtung, sowie eine Ermäßigung auf einen Sportkurs in der Destination Millstätter See erhält, welchen er ab sofort einlösen kann!

Wenn einer von 30 Schülern (30 Schüler ist etwa die Größe einer Schulklasse), der sich eine solche Jugendzeitschrift oder eine Badehose kauft, sich für einen Urlaub mit Freunden oder Familie in der Destination entscheidet wäre auf jeden Fall eine Nachhaltigkeit erreicht, die es in den letzten Jahren nicht gegeben hat. Jugendliche sollen im Rahmen der Sportwochen in die Destination gebracht werden – der nachhaltige Nutzen und der Wiedererkennungswert werden aber im Augenblick kaum gefördert oder wahrgenommen. (M.d.Verf.)

Aus dieser Darstellung heraus leitet sich folgende zusammengefasste Forschungsfrage ab:

Welche Möglichkeiten für die Nutzung von Cross-Selling als Distributionsweg gibt es für die Destination Millstätter See, welche Veränderungen haben sich bei den Jugendreisemotiven ergeben und auf welche Weise kann Web 2.0 als Kommunikationstool zum Erreichen der Zielgruppe Jugendliche eingesetzt werden?

In den nachfolgenden Kapiteln möchte der Autor nun genauer darauf eingehen, wie es möglich sein könnte, den Jugendtourismus auszubauen und nachhaltig zu festigen!

2. Die Destination Millstätter See

Die Destination Millstätter See liegt im südlichsten Bundesland Österreichs - in Kärnten – eingebettet zwischen den Nockbergen im Norden und dem Drautal im Süden. Der Millstätter See, welcher das natürliche Herzstück der Destination bildet, hat Trinkwasserqualität und ist 12 km lang und 2 km breit. (vgl. Millsätter See Tourismus GmbH, 2008)

Eine entsprechende und gute Erreichbarkeit ist einerseits mit dem Autobahnkreuz Spittal Nord / Millstätter See, welches sich direkt am geographischen Ortseingang von Seeboden zentral in Mitten der Destination befindet und dem Bahnhof Spittal-Millstätter See welcher 4,5 km vom See entfernt ist, gegeben. Beherbergungsbetriebe in allen Kategorien sind rund um den See vorhanden. In den nicht direkt am Seeufer liegenden Orten grenzt es sich auf Betriebe bis maximal 4 Sterne ein. Gastronomiebetriebe und Einzelhandel sind in jedem Ort in ausreichender Anzahl vorhanden und bieten ein breitgefächertes Angebot. Rund um den See gibt es öffentliche kostenpflichtige Strandbäder – kostenloses Baden ist an manchen Orten noch möglich. Außerdem gibt es einen Radrundweg, welcher am Südufer durch ein Naturschutzgebiet führt und am Nordufer auf einem asphaltierten Radweg entlang der Millstätter Bundestrasse den See umrundet. Neu ist der Höhenwanderweg welcher im Jahr 2008 im Zuge der Veranstaltungsreihe „wasser:reich“ eröffnet wurde.

Folgende Orte bilden die Destination Millstätter See:

- Baldramsdorf
- Döbriach / Radenthein
- Ferndorf
- Fresach
- Lendorf
- Millstatt
- Seeboden
- Spittal an der Drau

Schulsportgruppen beziehen meist in den Orten Döbriach, Millstatt und Seeboden ihr Quartier, da diese Orte direkt am Seeufer liegen. Um das Sport und Freizeit Angebot zu nutzen, bewegen sich die Jugendgruppen jedoch in der gesamten, beschriebenen Region.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lageplan Millstätter See (Quelle: Millsätter See Tourismus GmbH, 2008) Sportarten, welche in der Region ausgeführt werden können:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Sportarten der Region

Die Gesamtnächtigungszahlen in der Destination, d.h. in allen Orten gemeinsam, betrug im Jahr 2006 1.223.163 Nächtigungen und hat sich im Jahr 2007 auf 1.233.804 Nächtigungen erhöht. (vgl. Millsätter See Tourismus GmbH, 2008) Wie viele Prozent dieser Nächtigungen auf Gäste der Gruppe Schulsport fielen, ist mehrmaligen Rückfragen des Autors bei der Millstättersee Tourismus GmbH nicht ermittelt.

3. Cross-Selling

Cross-Selling ist ein Oberbegriff für die Zusammenarbeit zwei oder mehrerer Partner bei Verkaufsaktivitäten (Meyer & Schade, 2007, S. 1). Durch die durchgeplante Zusammenarbeit können für jeden Partner interessante Zusatznutzen entstehen: Einerseits kann eine Aktualisierung des Markenimages erreicht werden, eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades umgesetzt und dem Kunden ein Zusatznutzen geboten werden, andererseits können neue Zielgruppen erreicht und neue Vertriebswege erschlossen werden. Nur wenige Produkte und Services werden für sich allein genutzt, überwiegend beeinflussen andere Produkte und Dienstleistungen ihren Nutzwert. In den meisten Branchen konzentriert sich der Wettbewerb ausschließlich auf die jeweils brancheneigenen Produkte und Serviceangebote. (Chan Kim & Mauborgne, 2000, S. 49) Weiters können durch Cross-Selling die Verkaufszahlen erhöht werden und bei entsprechender Umsetzung Marketingkosten für alle Partner eingespart werden. Der Gedanke hinter Cross-Selling ist eigentlich sehr einfach – alle Partner profitieren wechselseitig von den Stärken des Anderen und erreichen Ihre Ziele so schneller. (Meyer & Schade, 2007, S. 1) Der Spalt, der zwischen Branchen mit substituiven Angeboten klafft, gibt oft den Blick frei auf Chancen für eine neue Wertorientierung. (Chan Kim & Mauborgne, 2000, S. 44) Vor allem im Tourismus ist Cross-Selling als Vertriebstool noch nicht etabliert, weshalb hier ungeahnte Potentiale stecken. (M. d. Verf.) Bevor diese Potentiale allerdings abgerufen werden können, muss man ein geeignetes Produkt für die Zusammenarbeit finden.

Die wohl beste Art für dem Tourismus, im Speziellen, für den Jugendtourismus, das Cross-Selling als Vertriebsweg zu nutzen ist das Couponing. Es handelt sich dabei um Preismaßnahmen, bei denen Kunden eines Unternehmens bei einem anderen Partnerunternehmen Preisnachlässe erhalten. (vgl. Meyer & Schade, 2007, S. 2)

Gerade durch die Kooperation mit einer Marke welche über große Bekanntheit in einer noch nicht oder wenig erschlossenen Zielgruppe verfügt, kann ein hoher Nutzen durch Steigerung der Bekanntheit des eigenen Produktes erreicht werden. (vgl. Meyer & Schade, 2007, S. 2) Ungewöhnliche Partnerschaften geben dem Kunden hier ein Zeichen, dass man innovativ denkt und regen zum Kauf an.

3.1 Schritte um ein erfolgreiches Cross-Selling-Produkt zu erhalten

Um ein ansprechendes und auch vom Kunden akzeptiertes Produkt zu kreieren bedarf es einer gewissen Vorbereitung und der Einhaltung einiger wesentlicher Punkte.

(1)Vorerst sollten im Unternehmen selbst Grundlagen geschaffen werden um überhaupt in einer Kooperation arbeiten zu können. Diese Grundlagen beinhalten auf der Managementebene die Definition der Ziele. (Meyer & Schade, 2007, S. 3) Speziell im Fall der Destination Millstätter See sollte das wesentliche Ziel die Erschließung der Zielgruppe „Jugendliche“ sein. Desweiteren muss auf Personalebene eine Person aufgestellt werden, welche das Projekt Cross-Selling betreut und bearbeitet. Am Wichtigsten ist aber, folgende Frage zu beantworten: „Was können wir unserem Kooperationspartner bieten?“ (Meyer & Schade, 2007, S. 3) Die Antwort auf diese Frage ist elemtar, denn nur so kann dem möglichen Partner die Win-Win Situation dargestellt und er für eine Kooperation gewonnen werden!

(2) Der wohl wichtigste Punkt für ein erfolgreiches Cross-Selling ist die Wahl des richtigen Partners. Die zusätzlich angebotenen Leistungen müssen zum Kernprodukt passen (Schäfer, 2002, S. 38). Um die Partnersuche zu vereinfachen sollte zu allererst ein Profil erstellt werden und im Fall der Destination Millstätter See, sollte der Partner eine starke Stellung bei der Zielgruppe Jugendliche haben. Bei ersten Gesprächen mit dem Mitstreiter sollte auf eine emotionale Übereinstimmung geachtet werden, da in weiterer Folge eine persönliche Beziehung und Ehrlichkeit sehr wichtig werden. Auch ein Zielgruppenfit[3] sollte gegeben sein, da zu große Unterschiede von den Zielgruppen abgelehnt werden und die Absatzzahlen so sinken lässt. (Meyer & Schade, 2007, S. 4)

(3) Ist ein Partner gefunden, so sollte ein Cross-Selling-Konzept erstellt werden. Dies geschieht am Besten durch einen proaktiven Austausch von Ideen in entsprechenden Workshops. Um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu steigern sollten Maßnahmen beider Partner miteinander kombiniert werden und weitere gemeinsame Aktionen bei Werbung und Marketing angestrebt werden. (vgl. Meyer & Schade, 2007, S. 4) Der Cross-Selling Erfolg kann durch Preisbündelung, Individualisierung der Marktbearbeitung (d.h. innovative Vertriebswege nutzen) und durch Interaktion von Kunden und Unternehmen gesteigert werden (Schäfer, 2002, S. 38). Diese drei Faktoren sollten in einem Konzept unbedingt beachtet werden, um eine optimale Umsetzung zu ermöglichen. Ein weiterer Punkt ist die genaue Kalkulierung der Kosten und die einvernehmliche Teilung auf beide Partner. Bei einem Weglassen der Kostenteilung im Konzept sind Probleme in einem späteren Stadium vorprogrammiert. (Meyer & Schade, 2007, S. 4) Im Cross-Selling-Konzept soll auch eine Vertragsgestaltung inkludiert sein, welche die rechtlichen Abläufe genau klärt. Folgende Punkte sollte die Vertragsgestaltung beinhalten: geplante Maßnahmen und Aufgaben beider Partner, Verteilung der Kosten, Laufzeit des Cross-Selling- Vertrages, Regelungen zur außerordentlichen Kündigung, Vertretungsbefugnis und eine Haftungsfreistellung, falls Produkte des Partners nicht rechtskonform sind.(vgl. Meyer & Schade, 2007, S. 4)

(4) Umsetzung und Erfolgskontrolle gehören auch zu den wichtigen Punkten bei einem erfolgreichen Cross-Selling-Produkt. Bei der Umsetzung sollten beide Partner ständig in Kontakt bleiben und wichtige Entscheidungen sollten gemeinsam, zentral und offen getroffen werden (eine solche Entscheidung wäre etwa die Auswahl der richtigen Medien für das Marketing). (Meyer & Schade, 2007, S. 5) Auf jeden Fall sollten durch gezieltes Reporting die Erfolgsergebnisse von jedem Partner von Anfang an dokumentiert werden und diese, etwa 2-mal jährlich, bei einem Workshop abgeglichen werden.(vgl. Meyer & Schade, 2007, S. 5) So erhalten beide Partner Feedback und mögliche Probleme können rechtzeitig erkannt und behoben werden.

3.2 Beispiele für Cross Selling durch die Destination Millstätter See

Die im folgenden Abschnitt dargestellten Szenarien über mögliche Zusammenarbeit der Destination Millstätter See mit anderen Unternehmen sind vom Autor frei erfunden und gelten lediglich als theoretische Fallbespiele. Sie sollen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Partnern von Produktunterschiedlichen Sparten veranschaulichen. Jegliche Produktnamen und Verbindungen von Markennamen untereinander stehen in keinem Bezug zur Realität.

3.2.1 Beispiel 1: We have the beach – bring your ball

Die Destination Millstätter See hat sich als Kooperationspartner für ein Cross- Selling-Produkt für die Zielgruppe der Jugendlichen den Beachvolleyballhersteller Mikasa ausgesucht. Zum Einen stehen laut einer Jugendstudie aus dem Jahr 2004 die Sympathiewerte für Beachvolleyball bei Jugendlichen sehr gut. So liegt Beachvolleyball bei den trendigen Sportarten hinter Snowboard und Skateboard auf Platz 3 (Großegger, 2004, S. 11). Folgendes Produkt wurde in Zusammenarbeit mit Mikasa[4] auf den Markt gebracht: Ein qualitativ hochwertiger Beachvolleyball im mittleren Preissegment mit dem Branding der Destination Millstätter See, sowie den Untertitel „we have the beach“. Weiters erhält jeder Kunde beim Kauf eines Beachvolleyballs einen gebrandeten Coupon, mit welchem er bei einer Buchung über eine eigens dafür erstellte beach@millstättersee-Homepage verschiedene Beachvolleyball[5]- und Actionpackages buchen kann und 30% Rabatt erhält! Im Frühjahr ist eine Schwerpunktmarketingaktion in den großen österreichischen Sportartikelkaufhäusern geplant. Im Kassenbereich betreibt die Destination Millstätter See gemeinsam mit Mikasa einen Infostand! Hier werden die Plätze der Region vorgestellt, der Lifestyle Faktor wird hervorgehoben und die potenziellen Kunden werden von hübschen trainierten Beachgirls und –boys angesprochen. Weiters werden über die gemeinsame Beach@Millstättersee-Homepage Trainingspläne und Spielzüge-Informationen von Mikasa an interessierte User weitergegeben. Auf der Site gibt es außerdem ein Partnerforum, bei dem sich einzelne Spieler zu Teams zusammenfinden können und jeder Beachvolleyplatz in der Destination kann bewertet werden. In einer Veranstaltungsrubrik werden kleinere Turniere oder auch Trainingseinheiten publiziert. Zuständig für Wartung der Homepage ,sowie der Produktauswahl und –erstllung, ist ein Team, bestehend aus einem Mikasa-Mitarbeiter, einem Mitarbeiter der Destination und einem Vertreter der heimischen Beachvolleyballszene, der sich in der Destination auskennt.

3.2.2 Beispiel 2: your ticket to activity

Bei diesem Beispiel geht es um eine Cross-Selling-Kooperation der ÖBB[6] mit der Destination Millstätter See. So bieten die ÖBB spezielle Packages für Aktivurlaub an ihre jugendlichen Kunden an. Dieses Produkt, bestehend aus Bahnfahrt, Bustransfer und Unterkunft, kann sowohl über die ÖBB-, als auch über die Millstätter See Homepage gebucht werden. Spezielle gemeinsame Marketingaktivitäten beider Partner an allen österreichischen Hauptbahnhöfen, sowie Medienberichte im ÖBB Jugendmagazin bilden die Spitze der Marketingaktivitäten. Jugendliche, welche in der Destination eine Unterkunft buchen, werden auf das Package hingewiesen, erhalten Infos über die entspannende Anreise mit der Bahn bis zum Bahnhof Spittal Millstätter See, sowie den Transfer an den Millstätter See. Ein Zielgruppenfit ist bei diesen beiden Unternehmenspartnern durchaus gegeben. Diese Idee entspricht folgendem Zitat: „Relativ einfach ist das Verfahren, einmal darüber nachzudenken, was vor, während und nach Gebrauch eines Produktes passiert!“ (Chan Kim & Mauborgne, 2000, S. 49) Das hier angeführte Beispiel erfüllt die Kausalität dieses Zitates: (M. d. Verf.)

„vor“: Die Anreise mit den ÖBB, sowie der Transfer in der Destination.

„während“: Die Unterbringung, evtl. in all-inclusive Form, in der Region.

„nach“: Die Heimreise inklusive aller Transfers bis vor die eigene Haustür

[...]


[1] Auflagenstärkste Jugendzeitschrift im deutschsprachigen Raum

[2] Blog: siehe Abschnitt 5.1.1

[3] Die Zielgruppen beider Marken sollten Übereinstimmungen aufweisen (Meyer & Schade, 2007, S. 4)

[4] Führender Hersteller von Volleyballartikeln, insbesonderen Bällen und Bekleidung, weltweit.

[5] Beispiel ein Packages: 3 Nächtigungen/Frühstück, Besuch Weltcupfinale Klagenfurt am Finaltag, Mikasa Beachvolleyball

[6] Österreichische Bundesbahnen

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Jugendtourismus in der Destination Millstätter See
Untertitel
Bezugnehmend auf Cross-Selling als Distributionstool, Web 2.0 als Marketingtool und die neuen Jugendtrends
Hochschule
Fachhochschule Salzburg  (Studiengang Innovation und Management im Tourismus)
Veranstaltung
Destinationsmanagement
Note
1
Autor
Jahr
2009
Seiten
65
Katalognummer
V132914
ISBN (eBook)
9783640386567
ISBN (Buch)
9783640387014
Dateigröße
1274 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendtourismus, Web 2.0, Cross-Selling, Tourismus, Millstätter See, Reisemotive, Jugendreisemotive, Destinationsmanagement, Destination, Reisen, Jugendtrends, Kärnten, Österreich, Seeboden, Sportwochen, Freizeit, Facebook
Arbeit zitieren
BA Florian Santner (Autor), 2009, Jugendtourismus in der Destination Millstätter See, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132914

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