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Tod und Grab Konstantins

Title: Tod und Grab Konstantins

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarah-Katrin Haskamp (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Am 22.Mai 337 starb Kaiser Konstantin der Große auf einem Landsitz bei Nikomedia. Sein Leichnam wurde nach Konstantinopel gebracht und in der Apostelkirche beigesetzt - im Zentrum von zwölf Apostelkenotaphen. Die Arbeit behandelt vor allem Architektur und Bedeutung dieses Bauwerks und geht detailliert auf Quellen und Forschungsdiskussion ein. Es wird aber auch auf den eigentlich geplanten Bestattungsort - das Helenamausolem in Rom - und auf die kaiserlichen Begräbnistraditionen und den Kaiserkult vor und nach Konstantin eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. TAUFE UND TOD KONSTANTINS

2. DER KAISERTOD VOR KONSTANTIN

3. DAS HELENA-MAUSOLEUM

4. DIE APOSTELKIRCHE IN KONSTANTINOPEL

4.1 EHEMALIGE LAGE UND HEUTIGE SITUATION

4.2 QUELLEN ZUM BAU

4.3 FORSCHUNGSGESCHICHTE UND FORSCHUNGSDISKUSSION

4.4 INTERPRETATION DES INNENRAUMS

5. DIE JUSTINIANISCHE APOSTELKIRCHE

6. DER KAISERTOD NACH KONSTANTIN

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel und die Kontinuität im kaiserlichen Bestattungskult beim Übergang von der heidnischen Tradition zur christlichen Ära unter Konstantin dem Großen, mit einem besonderen Fokus auf die Konzeption und Bedeutung der Apostelkirche in Konstantinopel.

  • Analyse der rituellen Veränderungen beim Kaisertod von der Divinisierung zur christlichen Auffahrt.
  • Untersuchung der architektonischen und symbolischen Inszenierung von Konstantins Grablege.
  • Darstellung der kontroversen Forschungsdiskussion zur Rekonstruktion der konstantinischen Apostelkirche.
  • Interpretation des Innenraums als Ausdruck eines konstantinischen Herrschaftsanspruchs (Christus-Gleichheit).
  • Bewertung des Einflusses des Christentums auf den kaiserlichen Totenkult.

Auszug aus dem Buch

4.4 Interpretation des Innenraums

Den von Euseb beschriebenen, inneren Aufbau der Apostelkirche, also das Grab Konstantins mit den 12 Apostel-Kenotaphen, kann man in zwei verschiedenen Weisen verstehen. Teils wird die Ansicht vertreten, Konstantin habe sich als 13. Apostel unter die anderen gereiht, teils wird ihm die Absicht unterstellt, sich selbst als christusgleich inszeniert zu haben. Klar ist, dass Konstantins Sarkophag an herausragender Position, im Zentrum der Apostel stand. Dies teilt Euseb mit, der die Situation allerdings möglichst unproblematisch darstellen möchte und Konstantin somit als dreizehnter Apostel interpretiert. Dass Euseb seinen „Star“ in möglichst tadellosem, christlichem Licht darstellen möchte und zu diesem Zweck die Wahrheit des Öfteren etwas „uminterpretiert“, hat sich schon mehrfach gezeigt; ein Beispiel wäre die Aufstellung heidnischer Götterstatuen durch Konstantin, wozu Euseb bemerkt, er täte dies, um sie zu verspotten. Dass Konstantin wirklich nur an der Verehrung der Apostel teilhaben wollte, wie Euseb schreibt, muss man also nicht glauben. Es ist natürlich die naheliegendste Möglichkeit, dies anzunehmen und viele Forscher schlossen sich der These des „Apostelgleichen“ an. Die Gegenposition begründete Heisenberg, der für eine Christusgleichheit argumentiert. Im Folgenden sollen die dafür sprechenden Argumente, vorwiegend nach Rebenich, vorgestellt werden.

Ein erster Punkt wäre die Anordnung der Kenotaphe: obwohl die genaue Anordnung völlig unklar ist, ist durch Euseb zumindest klar, dass Konstantin eindeutig eine zentrale Position einnimmt. Diese Tatsache konnte auch Euseb nicht relativieren. Als dreizehnter Apostel unter den übrigen zwölf hätte er sich aber eigentlich in die Reihe einfügen müssen, anstatt eine Vorrangstellung zu beanspruchen. Mit zwölf plus einem asoziiert der christliche Betrachter immer Christus und die Apostel. Und selbst der nichtchristliche Betrachter musste dabei an die zwölf obersten Götter denken, zwischen denen sich der Kaiser traditionell gerne darstellen ließ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. TAUFE UND TOD KONSTANTINS: Schilderung der letzten Lebensmonate Konstantins, seiner Taufe durch Euseb von Nikomedia und der feierlichen Überführung seines Leichnams nach Konstantinopel.

2. DER KAISERTOD VOR KONSTANTIN: Erläuterung der antiken Praxis der Divinisierung und Apotheose, die Konstantin in modifizierter Form in den christlichen Kontext übertrug.

3. DAS HELENA-MAUSOLEUM: Beschreibung der ursprünglichen, in christlicher Tradition stehenden Grablege für seine Mutter Helena in Rom.

4. DIE APOSTELKIRCHE IN KONSTANTINOPEL: Umfassende Untersuchung der Lage, der spärlichen Quellenlage sowie der komplexen wissenschaftlichen Debatte zur architektonischen Rekonstruktion und symbolischen Bedeutung der Kirche.

5. DIE JUSTINIANISCHE APOSTELKIRCHE: Kurzer Exkurs zum Nachfolgebau unter Justinian, der die Anlage grundlegend veränderte und später abgebrochen wurde.

6. DER KAISERTOD NACH KONSTANTIN: Resümee über die Transformation des kaiserlichen Totenkults, wobei Konstantin als entscheidendes Bindeglied zwischen antiken Traditionen und dem christlichen Endzustand fungiert.

Schlüsselwörter

Konstantin der Große, Apostelkirche, Kaisertod, Divinisierung, Apotheose, Christliche Archäologie, Herrscherkult, Konsekrationsmünzen, Konstantinopel, Grablege, Christus-Gleichheit, Euseb, Mausoleum, Spätantike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit behandelt die Veränderungen im kaiserlichen Totenkult während der Regierungszeit Konstantins des Großen und untersucht insbesondere die Architektur und Symbolik der Apostelkirche als Ort seiner Grablege.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Transformation antiker Divinisierungsrituale in einen christlichen Kontext, die Rekonstruktionsversuche der Apostelkirche sowie die Interpretation der kaiserlichen Selbstdarstellung als „Apostelgleicher“ oder „Christusgleicher“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Konstantin durch geschickte Adaption heidnischer Traditionen an christliche Anforderungen eine neue Form der kaiserlichen Inszenierung schuf, die den Übergang zur christlichen Ära markierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen Auswertung antiker Quellen (u.a. Euseb, Hieronymus, Johannes Chrysostomos) im Abgleich mit moderner Forschungsdiskussion und architektonischen Rekonstruktionsversuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kaisertods vor Konstantin, das geplante Mausoleum in Rom, die detaillierte baugeschichtliche und symbolische Analyse der Apostelkirche sowie das Schicksal der Anlage nach Konstantin.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Konstantin der Große, Apostelkirche, Divinisierung, Apotheose, Herrscherkult, Konsekrationsmünzen und die Auseinandersetzung mit christusgleicher Selbstdarstellung.

Welche Rolle spielt die Konsekrationsmünze in Konstantins Konzept?

Die Konsekrationsmünze fungiert als Beispiel für ein bewahrtes antikes Ritual, das Konstantin beibehielt, aber inhaltlich christlich umdeutete, um die Aura des Göttlichen ohne den Bruch mit alten Traditionen zu bewahren.

Warum wird die Apostelkirche als „problematisch“ in der Forschung diskutiert?

Da keine archäologischen Überreste des konstantinischen Baus existieren, basiert die Rekonstruktion rein auf Quelleninterpretationen, was zu extrem unterschiedlichen Theorien über die Bauform (Basilika, Rundbau oder Kreuzkirche) geführt hat.

Wie interpretierte Konstantin sein Grab in der Apostelkirche?

Die Arbeit diskutiert, ob Konstantin sich lediglich als „dreizehnter Apostel“ einordnen wollte oder ob die zentrale Positionierung seines Sarkophags eine bewusste Inszenierung seiner Gleichheit mit Christus darstellte.

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Details

Title
Tod und Grab Konstantins
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Christliche Archäologie)
Course
Hauptseminar "Konstantin der Große"
Grade
1,0
Author
Sarah-Katrin Haskamp (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V132917
ISBN (eBook)
9783640391844
ISBN (Book)
9783640391813
Language
German
Tags
Konstantin Konstantinopel Apostelkirche Grab Kaisertod Constantin Kaiserkult
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah-Katrin Haskamp (Author), 2007, Tod und Grab Konstantins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132917
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