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Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach

Titre: Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach

Dossier / Travail , 2005 , 26 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Florian Schiegl (Auteur)

Politique - Région: Russie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Kaukasus entwickelte sich seit dem Zusammenbruch der UdSSR in den letzten Tagen des Jahres 1991 von einem genuin sowjetischen Herrschaftsbereich zu einem Gebiet, das die außenpolitischen Agenden zahlreicher Staaten beeinflusst. Im „Great Game“ um das kaspische Öl, im Kampf gegen islamistische Terroristen oder im Konfliktmanagement ethnischer und territorialer Konflikte sind mittlerweile nicht nur der sowjetische Rechtsnachfolger Russland und die neuen unabhängigen Staaten Armenien, Aserbaidschan und Georgien involviert. Auch die Supermacht USA, die regionalen Akteure Türkei und Iran, sowie multilaterale Organisationen wie EU, NATO und OSZE zeigten ihr zunehmendes Interesse am Kaukasus mit all seinen Ressourcen und Konflikten.
Als bedeutender kaukasischer Brennpunkt erwies sich eine Auseinandersetzung zwischen Armenien und Aserbaidschan. Bereits zu Sowjetzeiten trat dieser Streit um das zu ca. 75% von Armeniern besiedelte Nagornij-Karabach offen zu Tage. Karabach wurde im Zuge der sowjetischen Nationalitätenpolitik Anfang der 1920er Jahre als Autonomes Gebiet in die Aserbaidschanische SSR eingegliedert. Doch die Karabach-Armenier beklagten seit dieser Zeit eine kulturelle, wirtschaftliche und soziale Diskriminierung und Vernachlässigung durch die aserbaidschanische Obrigkeit. Der latente Konflikt zwischen Armeniern und Aseris eskalierte im Jahr 1988, als es auf beiden Seiten zu Massendemonstrationen, Ausschreitungen und Pogromen gegenüber der jeweils anderen Volksgruppe kam. Beide Parteien berufen sich auf völkerrechtliche Prinzipien: Die armenische Seite verlangt mit dem Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker die Unabhängigkeit bzw. den Anschluss an Armenien, Aserbaidschan beharrt auf der Grundlage der territorialen Integrität auf dem Verbleib des Gebietes im aserbaidschanischen Staatsverband. Dieses Konfliktpotenzial kam in der Folgezeit voll zum Ausbruch und beide Seiten reagierten mit Vertreibungen und ethnischen Säuberungen. Letztlich entwickelte sich ein blutiger Krieg zwischen Aserbaidschan und der von Armenien unterstützten karabachischen Armee.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Fragestellung

II. Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach

1. Das Engagement der USA

1.1. US-amerikanische Interessen und Aktivitäten im Konflikt um Nagornij-Karabach

1.2 US-Bemühungen zur Lösung des Konflikts

1.3. Eine Bewertung der Rolle der USA

2. Die Rolle Russlands

2.1 Die russische Politik gegenüber dem Südkaukasus

2.2. Konfliktbearbeitung von russischer Seite

2.3 Eine Bewertung der Rolle Russlands

3. Die OSZE im Konflikt um Nagornij-Karabach

3.1Multilaterale Vermittlung durch die OSZE

3.2 Eine Bewertung der Rolle der OSZE

III. Ergebnisse und Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

Aufsätze und Monographien:

Zeitungsartikel:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle externer Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach nach dem Zerfall der Sowjetunion, mit dem Ziel zu klären, ob unzureichende Vermittlungsbemühungen oder die bewusste Instrumentalisierung des Konflikts für eigene Interessen ursächlich für dessen langjährige Unlösbarkeit sind.

  • Analyse des US-amerikanischen Engagements und dessen Interessenlage in der Kaukasusregion
  • Untersuchung der russischen Politik als regionale Hegemonialmacht und deren Einflussnahme
  • Evaluation der multilateralen Vermittlungsansätze durch die OSZE
  • Bewertung der Effizienz und Konsistenz externer Lösungsversuche
  • Diskussion des Einflusses innenpolitischer Faktoren und Interessensgruppen auf den Friedensprozess

Auszug aus dem Buch

1.3. Eine Bewertung der Rolle der USA

Die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber der südkaukasischen Konfliktregion zeichnete sich durch eine relativ enge Bindung an beide Konfliktparteien aus. Armenien und Aserbaidschan konnten wichtige politische Akteure in der US-Politik als Fürsprecher für ihre Interessen gewinnen, waren aber auch von Hilfsleistungen der USA bzw. vom Investitionspotenzial der Weltmacht beim Ausbau der Ölindustrie abhängig. Gleichzeitig wurden die USA von beiden Kontrahenten – zumindest im Vergleich zu anderen Akteuren wie Russland und der Türkei – als unparteiischer Vermittler akzeptiert.

Ungeachtet dieser guten Voraussetzungen gelang es aber auch den Vereinigten Staaten nicht eine Lösung für den Konflikt zu vermitteln. Die amerikanischen Instrumente konzentrierten sich vor allem auf wirtschaftliche und politische Mittel. Die USA zeigten weitreichendes Engagement im Vermittlungsprozess, konnten aber weder Armenien dazu bringen die Regierung in Stepanakert zu Konzessionen zu bewegen, noch genügend Druck auf Baku auszuüben um z.B. Karabach als Verhandlungspartner zu akzeptieren. Innenpolitische Interessensgruppen begrenzten die volle Ausschöpfung des außenpolitischen Instrumentariums. Die armenische Lobby verhinderte den Einsatz der humanitären Hilfe als Druckmittel gegenüber Jerewan, die Interessensvertreter des Energiesektors protektierten Baku.

Die US-Politik gegenüber der Konfliktregion ist deutlich von den Eigeninteressen amerikanischer Akteure gekennzeichnet. Entscheidend ist aber, dass die ungelöste Auseinandersetzung um Nagornij-Karabach genau diesen Interessen etwa seitens der Öl Industrie zuwiderläuft. Deshalb zeichnete sich Washington in den vergangenen zehn Jahren als phasenweise motivierter und potenter Vermittler aus. Wie beschrieben entwickelte man immer wieder Vorschläge für die Region und brachte die Widersacher an den Verhandlungstisch. Auch wenn sich die US-Außenpolitik nicht immer als konsistent und durchgehend zielstrebig auszeichnete, ist eine fehlende Konfliktlösung nicht unmittelbar den USA anzulasten. Die US-Ziele in der Region erwiesen sich nicht als hinderlich und der Einsatz außenpolitischer Ressourcen führte einige Male bis kurz vor eine Einigung. Dass die Gespräche trotzdem immer wieder scheiterten, lag vielmehr an der Unfähigkeit beider Seiten Kompromisse innenpolitisch zu verkaufen als an einer ineffizienten Vermittlung durch die USA.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Fragestellung: Das Kapitel führt in den historischen Kontext des Konflikts ein, skizziert dessen Eskalation nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Rolle externer Akteure.

II. Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Interessen, Strategien und Vermittlungsbemühungen der USA, Russlands und der OSZE, wobei deren spezifische Motivationen und politische Konzepte für die Region untersucht werden.

III. Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, stellt fest, dass weder die USA, noch Russland oder die OSZE eine Lösung herbeiführen konnten, und betont, dass ein friedlicher Ausgleich maßgeblich von einer höheren Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien selbst abhängt.

IV. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die für die wissenschaftliche Analyse verwendeten Quellen, bestehend aus Aufsätzen, Monographien und Zeitungsartikeln, systematisch auf.

Schlüsselwörter

Nagornij-Karabach, Konflikt, Außenpolitik, USA, Russland, OSZE, Vermittlung, Südkaukasus, Interessenpolitik, Instrumentalisierung, Waffenstillstand, Friedensprozess, Geopolitik, Energiepolitik, Armenien, Aserbaidschan

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle externer Akteure – spezifisch den USA, Russland und der OSZE – bei dem Versuch, den eingefrorenen Konflikt um die Region Nagornij-Karabach politisch zu lösen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die geopolitischen Interessen, die Einflussnahme der Großmächte, die Effektivität multilateraler Vermittlungsversuche und die Auswirkungen von Innenpolitik auf die Außenbeziehungen der beteiligten Staaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob das Ausbleiben einer Konfliktlösung primär auf eine ineffiziente Vermittlungsstrategie der internationalen Akteure zurückzuführen ist oder ob diese den Konflikt bewusst für ihre eigenen geostrategischen oder wirtschaftlichen Interessen instrumentalisiert haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Zeitraum von Ende 1991 bis in die frühen 2000er Jahre betrachtet und dabei diplomatisches Handeln, Strategiepapiere und den Einfluss von Interessensgruppen evaluiert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung des US-amerikanischen Engagements, der russischen Einflussnahme auf Basis der Doktrin des „nahen Auslands“ und der multilateralen Bemühungen im Rahmen der Minsker Gruppe der OSZE.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nagornij-Karabach, Geopolitik, Instrumentalisierung, Vermittlungseffizienz, Konfliktbearbeitung und die Rollenprofile von USA, Russland und OSZE.

Warum gelang es den USA trotz ihres Einflusses nicht, den Konflikt zu lösen?

Laut der Analyse lag dies weniger an fehlender Vermittlungsbereitschaft, sondern an der Unfähigkeit der Konfliktparteien, innenpolitisch tragfähige Kompromisse zu vermitteln, kombiniert mit Phasen einer nachrangigen Priorisierung der Kaukasusregion durch Washington.

Welche Rolle spielt Russland in diesem Konflikt laut dem Autor?

Russland wird als Akteur beschrieben, der den ungelösten Konflikt als Instrument zur Sicherung seines Einflusses in der Region nutzt, wobei ein stabiler Kaukasus im russischen Interesse liegt, eine endgültige Konfliktlösung jedoch strategisch die Abhängigkeit Armeniens von Russland schwächen würde.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach
Université
University of Regensburg
Note
1,7
Auteur
Florian Schiegl (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
26
N° de catalogue
V132960
ISBN (ebook)
9783640397327
ISBN (Livre)
9783640396986
Langue
allemand
mots-clé
Armenien Aserbaidschan Berg-Karabach Nagornij-Karabach externe Akteure Politikwissenschaft Internationale Politik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Schiegl (Auteur), 2005, Die Rolle der externen Akteure im Konflikt um Nagornij-Karabach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132960
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Extrait de  26  pages
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