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Die Rolle des IWF in Wirtschafts- und Währungskrisen

Título: Die Rolle des IWF in Wirtschafts- und Währungskrisen

Trabajo de Seminario , 2009 , 25 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Burkhard Heling (Autor)

Economía - Teoría y política monetaria
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Der Zusammenbruch des weltweiten Systems fester Wechselkurse, des Bretton-Woods-Systems, raubte dem IWF seine Kernaufgabe. Obwohl immer noch einige Länder ihre Wechselkurse an andere Währungen gebunden haben, war das umfassende System fixierter Wechselkurse hinfällig. Es schien, als sei dem IWF seine Existenzgrundlage entzogen. Schnell übernahm er zusätzlich zahlreiche weitere Aufgaben. Internationaler Krisenmanager, Entwicklungshelfer, Währungsüberwacher, Umweltschützer und Datenanalyst und -verteiler sowieso, soll er sein. Ursprünglich dazu gedacht, kurzfristige Ausgleichskredite zu vergeben, gewährt der Fonds zunehmend längerfristige Unterstützung mit zunehmend schärferen Bedingungen und Eingriffen in souveränen Staaten. Dabei sieht er sich seit jeher wachsender Kritik ausgesetzt. Spätestens jedoch mit den Krisendebakeln der 80er und 90er Jahre (Lateinamerikakrise, Mexikokrise, Asienkrise, Argentinienkrise) hat der Handlungsdruck auf den IWF stark zugenommen. Es scheint häufig so, als läge die Ursache für den mäßigen Erfolg, im Verlust einer präzisen und eindeutigen Definition und Abgrenzung der Aufgaben und Ziele genauso wie einer exakten Bestimmung der Mittel und deren Verwendung einerseits und dem Fehlen flexiblen und auf Kreditnehmer individuell angepassten Handelns andererseits. Diesem Zielkonflikt ausgesetzt, befindet sich der Fonds seit längerem in einer Identitätskrise, deren Ausweg noch immer nicht ganz klar ist. Einige Reformvorschläge sehen einen stärkeren Schwerpunkt in der Rolle des Kreditgebers der letzten Instanz, der statt mit langfristiger Strukturhilfe durch kurzfristiges Krisenmanagement Unterstützung leistet. Ausgelöst durch die momentane Finanzkrise, sieht Europa (angeführt von Deutschland und Frankreich) die Zukunft des Fonds eher in einer „Überwachungs- und Kontrollinstanz“ internationaler Finanzmärkte. Um die Auswirkungen auf Krisenentwicklungen und die möglichen neuen Perspektiven besser beurteilen zu können, lohnt eine Betrachtung des IWF und seiner Aufgaben und Tätigkeiten in der Vergangenheit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Institution IWF

2.1 Geschichtlicher Hintergrund des IWF

2.2 Struktur des IWF

2.2.1 Finanzierungsquellen

2.2.2 Kreditarten

2.3 Aufgaben und Wandel des IWF

3. Die Kreditvergabepolitik des IWF

4. Abgrenzung von Wirtschaftskrisen

4.1 Verschuldungskrisen

4.2 Währungskrisen

5. Beispiele bedeutender Wirtschafts- und Währungskrisen

5.1 Asienkrise 1997 / 1998

5.2 Argentinienkrise 1998-2002

6. Anreizwirkungen durch den IWF (moral hazard)

6.1 Anreizwirkung auf Kreditnehmer

6.2 Anreizwirkung auf (private) Kreditgeber

7. Reformvorschläge und Ausblick (vom Krisenmanager zum Krisenverhinderer?)

8. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bewältigung von Wirtschafts- und Währungskrisen, um zu analysieren, inwiefern sich die Tätigkeit des Fonds von einem Krisenmanager zu einer Kontrollinstanz gewandelt hat und welche Auswirkungen diese Interventionen auf betroffene Nationen haben.

  • Historische Genese und institutionelle Struktur des IWF
  • Analyse der Kreditvergabepolitik und deren ökonomische Auswirkungen
  • Fallstudien zur Asien- und Argentinienkrise
  • Untersuchung von Anreizproblemen (Moral Hazard)
  • Diskussion über Reformansätze und zukünftige Ausrichtung

Auszug aus dem Buch

5.1 Asienkrise 1997 / 1998

Die wirtschaftliche Entwicklung in Südost- und Ostasien war in der Zeit zwischen 1965 und 1996 beeindruckend. Durchschnittliche Wachstumsraten des Bruttoinlandproduktes pro Kopf von über 7,2 Prozent waren zu verzeichnen. Auch die Verteilung des Wohlstandes war überwiegend relativ gerecht, die Inflationsraten konnten auf nahezu westliches Niveau reduziert werden, und einige öffentliche Haushalte verzeichneten 1996 sogar Überschüsse. Infolge der stabilen wirtschaftlichen Lage und der langen Aufschwungphase hatte sich in Bezug auf Investitionen eine gewisse Sorglosigkeit entwickelt. Überdies konnten die Strukturen von Unternehmen und des Finanzsektors nicht mit dem raschen Wachstum Schritt halten (Dieter, 1998, S. 58).

Ein kurzer Überblick soll die Umstände der Krise erklären: Mit der Liberalisierung der asiatischen Finanzmärkte kam es zu einem Kreditboom. Die asiatischen Banken haben Kredite bei ausländischen Investoren und Banken aufgenommen, die ihnen großzügig gewährt wurden, da auch die ausländischen Investoren am rasanten Aufschwung partizipieren wollten. Private Investoren haben sich Geld geliehen um überwiegend Aktien und Immobilien zu kaufen, die ihnen als Sicherheiten für weitere Kredite dienten. Durch die gestiegene Nachfrage stiegen sowohl die Kurse für Aktien als auch die Immobilienpreise. Überbewertete Kapitalanlagen dienten den Banken als Sicherheit für immer größere Kredite. Dieser Kreislauf entwickelte sich zu einer riskanten Spirale.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Aufgaben des IWF vor und erläutert das Ziel der Arbeit, die Rolle des Fonds als Krisenmanager und dessen Handlungsspielraum zu analysieren.

2. Die Institution IWF: Dieses Kapitel behandelt den historischen Ursprung, die Struktur, die Finanzierungsquellen sowie die Entwicklung der Aufgaben des IWF seit Bretton Woods.

3. Die Kreditvergabepolitik des IWF: Es wird die Strategie der Kreditvergabe erläutert, wobei insbesondere die Konditionalität und die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf die Mitgliedsländer im Fokus stehen.

4. Abgrenzung von Wirtschaftskrisen: Hier werden Verschuldungs- und Währungskrisen theoretisch definiert und voneinander abgegrenzt.

5. Beispiele bedeutender Wirtschafts- und Währungskrisen: Anhand der Asienkrise und der Argentinienkrise wird das konkrete Krisenmanagement des IWF und dessen Auswirkungen kritisch beleuchtet.

6. Anreizwirkungen durch den IWF (moral hazard): Das Kapitel diskutiert das Moral-Hazard-Problem und die Frage, ob Hilfsprogramme des IWF Fehlanreize für Schuldner und private Kreditgeber schaffen.

7. Reformvorschläge und Ausblick (vom Krisenmanager zum Krisenverhinderer?): Es werden verschiedene Reformansätze diskutiert, wie der IWF seine zukünftige Rolle als Überwachungsinstanz gestalten könnte.

8. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende kritische Würdigung der Rolle des IWF sowie ein Ausblick auf die Notwendigkeit von Reformen.

Schlüsselwörter

IWF, Internationaler Währungsfonds, Wirtschaftskrise, Währungskrise, Finanzmärkte, Kreditvergabepolitik, Asienkrise, Argentinienkrise, Moral Hazard, Konditionalität, Reformvorschläge, Bretton Woods, Zahlungsbilanz, Weltwirtschaft, Finanzstabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kontext globaler Wirtschafts- und Währungskrisen und untersucht, wie sich die Institution von einem Krisenmanager zu einem Akteur entwickelt hat, der heute verstärkt als Überwachungsinstanz wahrgenommen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte und Struktur des IWF, seine Kreditvergabepolitik, die theoretische Abgrenzung von Krisentypen, Fallbeispiele (Asien und Argentinien) sowie die Diskussion um Moral Hazard und zukünftige Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel der IWF-Funktionen zu verstehen und zu bewerten, inwieweit die bisherigen Interventionsstrategien des Fonds erfolgreich waren oder ob sie durch Fehlanreize und zu starre Auflagen zur Verschärfung von Krisen beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung von Wirtschafts- und Währungskrisen, ergänzt durch die Analyse von Reformberichten und aktuellen finanzpolitischen Diskussionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Krisenabgrenzung insbesondere die Fallstudien zur Asien- und Argentinienkrise detailliert untersucht und die Problematik der Anreizwirkungen (Moral Hazard) auf Kreditnehmer und Banken diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Internationaler Währungsfonds, Krisenmanagement, Finanzmärkte, Moral Hazard, Kreditvergabepolitik und Washington Consensus.

Wie bewertet der Autor das Handeln des IWF in der Asienkrise?

Der Autor legt dar, dass dem IWF vorgeworfen wird, durch radikale Standardinstrumente und unpassende Auflagen den wirtschaftlichen Abschwung in den betroffenen Ländern, insbesondere in Südkorea, deutlich verschärft zu haben.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Argentinienkrise?

Dem IWF wird vorgeworfen, den Staatsbankrott Argentiniens durch kontinuierliche Milliardenhilfen lediglich hinausgezögert zu haben, anstatt rechtzeitig eine Anpassung an die Realität oder einen flexibleren Kurswechsel zu fordern.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle des IWF in Wirtschafts- und Währungskrisen
Universidad
University of Heidelberg
Calificación
1,7
Autor
Burkhard Heling (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
25
No. de catálogo
V132982
ISBN (Ebook)
9783640397440
ISBN (Libro)
9783640397884
Idioma
Alemán
Etiqueta
IMF IWF Wirtschaftskrise Reform Währungskrise Argentinienkrise Asienkrise Strukturanpassungsprogramm
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Burkhard Heling (Autor), 2009, Die Rolle des IWF in Wirtschafts- und Währungskrisen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132982
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