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Aufbau, Ablauf und Lösungen von Schlichtungsgesprächen

Titel: Aufbau, Ablauf und Lösungen von Schlichtungsgesprächen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maida Kreimendahl (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Schlichtungsgespräche sind eines der gesellschaftlich etablierten Verfahren der Konfliktlösung“ und werden von verschiedenen Institutionen in unterschiedlichen Bereichen angewendet. Zum einen ist Schlichtung ein juristisch definiertes Verfahren der außer bzw. vorgerichtlichen Regelung von Konflikten. Zum anderen gehört Schlichtung, häufig unter den Termini „Mediation“ oder „Streitschlichtung“, in vielen Unternehmen und Schulen zu den unerlässlichen Elementen der Konfliktregelung.

In beiden Bereichen kann der Schlichter das Gespräch, anders als z.B. beim Typus „Kritikgespräch“, nicht verlangen. Es basiert auf Freiwilligkeit der Konfliktbeteiligten und wird in der Regel von einer der streitenden Parteien angeregt. Zurückzuführen ist das Konzept der Schlichtung auf die Idee, die Gerichte zu entlasten und leichtere Streitfälle schon im Vorfeld einer gerichtlichen Verhandlung einvernehmlich beilegen zu können. Im Laufe der Zeit sind diese außergerichtlichen Einrichtungen zu obligatorischen Instanzen geworden, die besonders bei Bagatellanliegen, wie Nachbarschaftsstreitigkeiten und kleineren Delikten des Kraftfahrtwesens durchlaufen werden müssen, bevor die streitenden Parteien Zugang zu einem Gerichtsverfahren erhalten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen zum Thema „Schlichtung“

2. Die Beteiligten eines Schlichtungsgesprächs

3. Die Rolle des Schlichters

4. Aufbau und Ablauf des Schlichtungsverfahrens

5. Die Anschuldigung

6. Die Stellungnahme zur Anschuldigung

7. Die Entwicklung kooperativer Handlungsangebote

8. Schlichtung in der Schule

9. Unterschiedliche Handlungskonstellationen

10. Transskriptanalyse zweier Beispiele

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und kommunikativen Aspekte von Schlichtungsgesprächen in verschiedenen institutionellen Kontexten. Sie fokussiert dabei insbesondere auf den professionellen Ablauf sowie die Herausforderungen an die Rolle des Schlichters, um Konflikte konstruktiv zu lösen.

  • Grundprinzipien der außergerichtlichen oder vorgerichtlichen Konfliktlösung.
  • Die spezifische Rolle und Aufgabenverteilung innerhalb eines Schlichtungsverfahrens.
  • Kommunikationsstrategien bei Anschuldigungen und Stellungnahmen.
  • Vergleich zwischen juristischer Schlichtung und Schlichtung im schulischen Kontext.
  • Analyse und Dekonstruktion von realen Schlichtungstranskripten.

Auszug aus dem Buch

3. Die Rolle des Schlichters

Der Schlichter ist in aller Regel ein nicht geschulter Bürger, der sich der Aufgabe des Schlichtens gewachsen fühlt. Da er nicht in Lehrgängen und Kursen ausgebildet wurde, ist er der fachlichen Definition nach kein professioneller Schlichter. Daher wird das Schiedsverfahren oftmals als „Laien-Schlichtung“ bezeichnet. Ein professioneller Schlichter zeichnet sich durch Überparteilichkeit und Empathie aus. Je besser er sich in die Situationen beider Parteien hineinversetzten kann, desto leichter wird es für ihn, den Konflikt durch die Entwicklung einer dritten, beidseitig anerkannten Perspektive zu lösen. Die bereits erwähnte fehlende Ausbildung des Schlichters ist dem Gespräch in allen Phasen anzumerken, da Laien-Schlichter oftmals „aus dem Bauch heraus“ agieren und die Schlichtungsgespräche nach ihren eigenen Vorstellungen leiten.

Schon vor Beginn der eigentlichen Verhandlung können Probleme auftreten, die das Schlichtungsgespräch negativ beeinflussen. Häufig wählen Schlichter ihre Privatwohnung als Verhandlungsort, um eine gütliche Einigung durch die persönliche Atmosphäre zu forcieren. Dieses Vorgehen kann aber als Erschleichung von Bedingungen aufgefasst werden und die Beteiligten zu einem Trotzverhalten verleiten.

Vor dem eigentlichen Zusammentreffen sollte der Schlichter Einzelgespräche mit beiden Parteien führen. In diesen Gesprächen hat der Schlichter die Möglichkeit, den Parteien im Einzelgespräch einige Zugeständnisse für die eigentliche Verhandlung abzuringen, da sich der Raum für mögliche Schuldzugeständnisse mit der Zusammenführung der Parteien verliert.

Im Verlauf des Gesprächs muss sich der Schlichter konsequent seiner Rolle entsprechend verhalten und darf seine Rolle als Gesprächsleiter nicht abgeben. Zusätzlich sollte der Schlichter die Aussagen und den Verlauf des Gesprächs ab und an für die Parteien zusammenfassen, damit diese die Möglichkeit zum Nachdenken erhalten. Sollte es am Ende des Gesprächs zu Einigungs-Verhandlungen kommen, darf der Schlichter keine der beiden Parteien unter Druck setzen, die im Raum stehenden Lösungsangebote anzunehmen. Ein unfreiwilliges Einlenken löst den Konflikt nicht, sondern verlagert ihn.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen zum Thema „Schlichtung“: Definition der Schlichtung als Verfahren der außergerichtlichen Konfliktlösung und Erläuterung ihrer Funktion zur Entlastung von Gerichten.

2. Die Beteiligten eines Schlichtungsgesprächs: Vorstellung der Hauptakteure, nämlich Schlichter, Antragsteller und Antragsgegner, sowie deren Rollen in einem rechtlich gerahmten Konflikt.

3. Die Rolle des Schlichters: Analyse der Anforderungen an den Schlichter, insbesondere in Abgrenzung von Laien-Schlichtung zu einer professionellen Moderationsrolle.

4. Aufbau und Ablauf des Schlichtungsverfahrens: Darstellung der Phasen, beginnend bei der Eröffnung bis hin zur Entwicklung von Lösungsansätzen.

5. Die Anschuldigung: Untersuchung, wie Konflikte als Anschuldigungen formuliert werden und welche Rolle die sogenannte „Klage-Formel“ dabei spielt.

6. Die Stellungnahme zur Anschuldigung: Analyse der Reaktionen beschuldigter Parteien, von knappen Antworten bis hin zu detaillierten Darstellungen der eigenen Sichtweise.

7. Die Entwicklung kooperativer Handlungsangebote: Beschreibung des Prozesses der Konsensfindung und der Problematik fehlender Nachsorge nach dem Schlichtungsgespräch.

8. Schlichtung in der Schule: Erörterung der besonderen Herausforderungen für Schulleiter, die zwischen Erziehungsauftrag und Konfliktmediation vermitteln müssen.

9. Unterschiedliche Handlungskonstellationen: Vergleich struktureller Voraussetzungen bei schulinternen Konflikten gegenüber der Beteiligung schulexterner Personen.

10. Transskriptanalyse zweier Beispiele: Praktische Auswertung von zwei Fallbeispielen zur Illustration der typischen Eröffnungsphasen und Rollen des Schlichters.

Schlüsselwörter

Schlichtung, Konfliktlösung, Mediation, Schulleitung, Anschuldigung, Klage-Formel, Laien-Schlichtung, Gesprächsanalyse, Konfliktbearbeitung, Konsens, institutionelle Schlichtung, Verhandlungskonstellation, Schiedsverfahren, Rollenkonflikt, Gesprächsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem professionellen Aufbau und Ablauf von Schlichtungsgesprächen als Instrument der Konfliktlösung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Prozess der Schlichtung, die psychologisch-kommunikative Dynamik zwischen den Beteiligten und die strukturellen Rahmenbedingungen in juristischen versus institutionellen (schulischen) Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Phasen des Schlichtungsprozesses transparent zu machen und aufzuzeigen, welche Anforderungen an den Schlichter gestellt werden, um eine nachhaltige Einigung zu erzielen.

Welche methodische Vorgehensweise wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine gesprächsanalytische Untersuchung von Transkripten, um reale Kommunikationsverläufe und Problemstellen in Schlichtungssituationen zu objektivieren.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt?

Im Mittelpunkt steht die Analyse der Kommunikation während der Anschuldigung und Stellungnahme sowie der Einfluss der Schlichterrolle auf den Ausgang des Gesprächs.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlichtung, Mediation, Konfliktdynamik, institutionelle Kommunikation und Rollenkompetenz.

Warum ist die Schlichtung in der Schule komplexer als in juristischen Verfahren?

Der Schulleiter agiert oft in einer Doppelrolle als Vorgesetzter und Moderator ohne rechtliche Sanktionsgewalt, was die Entwicklung einer neutralen Vermittlungsposition erschwert.

Wie beeinflusst die Eröffnungsphase das weitere Schlichtungsgespräch?

In der Eröffnungsphase werden die Rahmenbedingungen, Normen und die Rollen definiert; Fehler hier, wie etwa durch unpassende Wortwahl, können das Klima des restlichen Gesprächs negativ prägen.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Aufbau, Ablauf und Lösungen von Schlichtungsgesprächen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Maida Kreimendahl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V1330168
ISBN (PDF)
9783346820990
ISBN (Buch)
9783346821003
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufbau ablauf lösungen schlichtungsgesprächen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maida Kreimendahl (Autor:in), 2010, Aufbau, Ablauf und Lösungen von Schlichtungsgesprächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330168
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Leseprobe aus  13  Seiten
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