Diese Arbeit befasst sich mit der Sterbehilfe im Kontext der Sozialen Arbeit. Was ist in der Sterbehilfe erlaubt? Was ist human? Ethisch vertretbar? Und wer entscheidet darüber was „richtig“ oder „falsch“ sein soll?
Im ersten Kapitel wird ein kurzer Einblick in die unterschiedlichen Arten der Sterbehilfe gegeben. Dies dient als Orientierungsansatz für den folgenden Diskurs der ethischen und rechtlichen Grundlagen. Was man in der viel diskutierten Thematik der Sterbehilfe ebenfalls nicht außer Acht lassen darf, sind die aktuellen Rechtslagen in Deutschland und den umliegenden europäischen Ländern, auf welche unter 3.ff eingegangen wird.
Inwiefern sich die Soziale Arbeit im Bereich der Sterbehilfe engagieren und etablieren kann, sowie bereits hat, wird in Kapitel 4.ff erörtert. Hierbei muss zunächst ein Blick auf die Profession des Berufsbildes der Sozialen Arbeit geworfen werden. In 4.1 wird die Soziale Arbeit in Hospizen und Palliativ Care betrachtet. Danach folgen die Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Sterbehilfe/-begleitung, sowie der Trauerbegleitung von Angehörigen und Hinterbliebenen.
Nachdem die Grundlagen der Sterbehilfe in den ersten Kapiteln betrachtet wurden, folgen in Kapitel 5.ff ethische Betrachtungsweisen der Sozialen Arbeit in der Sterbehilfe als kompakter Einblick in den ethischen Diskurs. Hierbei wird versucht, die grundlegenden ethischen Blickwinkel objektiv zusammenzufassen und verständlich zu erläutern. Am Ende wird ein Blick auf Ethik im Kontext der Sozialen Arbeit im Berufsfeld der Sterbebegleitung/-hilfe geworfen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Begriffsverwendung
2.1 Passive Sterbehilfe oder sterben lassen
2.2 Indirekte Sterbehilfe als eine Form von Behandlung am Lebensende
2.3 Aktive Sterbehilfe oder Tötung auf Verlangen
2.4 Assistierte Sterbehilfe oder Beihilfe zur Selbsttötung
3. Rechtliche Grundlagen
3.1 Rechtslage in Deutschland
3.2 Rechtslage im europäischen Ausland
3.2.1 Niederlande
3.2.2 Belgien und Luxemburg
3.2.3 Schweiz
4. Soziale Arbeit in der Sterbehilfe
4.1 Soziale Arbeit in Hospiz und Palliativ Care
4.2 Soziale Arbeit in der Sterbehilfe/ -begleitung
4.3 Soziale Arbeit in der Trauerbegleitung und Angehörigenarbeit
5. Ethik in der Sozialen Arbeit
5.1 Alltagsethik
5.2 Berufsethik
5.3 Ethik im beruflichen Kontext der sozialen Arbeit
6.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der Sterbehilfe, indem sie die rechtlichen Rahmenbedingungen und ethischen Diskurse beleuchtet, um ein fundiertes Verständnis für die notwendige professionelle psychosoziale Unterstützung am Lebensende zu entwickeln.
- Grundlagen der Sterbehilfe und Differenzierung der Begriffe
- Rechtliche Situation in Deutschland und im europäischen Ausland
- Aufgabenfelder der Sozialen Arbeit in Hospiz, Palliativ Care und Sterbebegleitung
- Verknüpfung von Alltagsethik und Berufsethik in der Sterbehilfe
- Unterstützung von Angehörigen und Trauerbegleitung
Auszug aus dem Buch
4.1 Soziale Arbeit in Hospiz und Palliativ Care
Viele Menschen leben in Angst vor dem unwürdigen Sterben. Ziel der Palliativmedizin ist es, Schwerkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg zu begleiten und Leiden zu mindern. Bereits Ende der 1960er Jahre wurden die ersten Hospize und Palliativstationen eingerichtet. Heute wird unterschieden zwischen stationärer-, Tages und ambulanter Hospizarbeit (vgl. Woellert/Schmiedebach, 2008, S.80ff).
In Deutschland existiert für Soziale Arbeit noch kein anerkanntes, explizites Berufsprofil für die Arbeit in Hospizen und Palliativ Care. Jedoch bemüht sich u.a. die DGP (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin) darum, dieses in Deutschland zu etablieren. Sie beschreiben den Aufgabenbereich der Sozialen Arbeit im Hospiz/ Palliativ Care wie folgt:
• Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben und Tod sowie die Integration dieser Prozesse in die Behandlungsplanung
• Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit
• Minimierung der Gefahr von Isolierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung
• Achtung vor dem besonderen Wert und der Würde aller Menschen und Unterstützung bei der Wahrnehmung der Rechte, die sich daraus ergeben
• Entwicklung und Förderung von Solidarität, mitmenschlicher Beistand und Entlastung durch ehrenamtliche Begleitung
(vgl. www.dgpalliativmedizin.de/sektionen/sektion-soziale-arbeit.html)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Sterbehilfe im Kontext der Sozialen Arbeit ein und umreißt den Aufbau sowie die Zielsetzung der Hausarbeit.
2.Begriffsverwendung: In diesem Kapitel werden die verschiedenen Formen der Sterbehilfe wie passive, indirekte, aktive und assistierte Sterbehilfe definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Rechtslage in Deutschland unter Berücksichtigung des Grundgesetzes und betrachtet beispielhaft die Gesetzgebungen in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der Schweiz.
4. Soziale Arbeit in der Sterbehilfe: Es wird die historische und aktuelle Bedeutung der Sozialen Arbeit im Sterbeprozess dargelegt, wobei insbesondere die Palliativmedizin sowie die Begleitung von Sterbenden und Angehörigen im Fokus stehen.
5. Ethik in der Sozialen Arbeit: Die ethische Dimension der Sterbehilfe wird durch die Trennung in Alltagsethik, Berufsethik und spezifische berufliche Ethikkonzepte analysiert.
6.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die wachsende Bedeutung der Sozialen Arbeit als unverzichtbare Profession in der Sterbebegleitung hervor.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Ethik, Palliativ Care, Hospiz, Berufsethik, Würde des Menschen, Lebensende, Selbstbestimmung, Trauerbegleitung, Assistierter Suizid, Rechtliche Grundlagen, Patientenverfügung, Psychosoziale Unterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Sterbehilfe und Sozialer Arbeit, wobei ein besonderer Fokus auf den ethischen und rechtlichen Aspekten liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition der verschiedenen Sterbehilfeformen, die rechtliche Situation sowie die Rolle sozialarbeiterischer Fachkräfte in der Sterbe- und Trauerbegleitung.
Was ist das Hauptziel dieser Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer fachlich fundierten psychosozialen Begleitung am Lebensende aufzuzeigen und die Rolle der Sozialen Arbeit als ideale Profession für diesen Bereich zu untermauern.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Dokumentenanalyse, um bestehende Definitionen, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Diskurse objektiv zusammenzuführen.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung, eine Analyse der Rechtslage in Deutschland und dem europäischen Ausland sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den ethischen Anforderungen an die Soziale Arbeit.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Soziale Arbeit, Sterbehilfe, Palliativ Care, Ethik und Selbstbestimmung am Lebensende maßgeblich charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die "Tötung auf Verlangen" von der assistierten Sterbehilfe?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Tatherrschaft: Bei der Tötung auf Verlangen wird die tödliche Dosis durch eine fremde Person verabreicht, während bei der assistierten Sterbehilfe der Patient das Mittel selbstständig einnimmt.
Warum wird die Soziale Arbeit im Kontext der Sterbehilfe bisher unterschätzt?
Obwohl die Begleitung Sterbender einen enormen psychosozialen Beratungsbedarf aufweist, ist in Deutschland noch kein explizites, anerkanntes Berufsprofil für die Soziale Arbeit in der Palliativmedizin fest etabliert.
Welche Rolle spielt die Würde des Menschen in der ethischen Betrachtung?
Die Würde des Menschen gilt als oberster Orientierungspunkt und Kernaspekt der ethischen Intervention, insbesondere wenn kognitive oder physische Kräfte am Lebensende schwinden.
- Arbeit zitieren
- Moana Flamme (Autor:in), 2020, Soziale Arbeit in der Sterbehilfe. Eine ethische Betrachtungsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330320