Das Thema dieser Arbeit ist ,,Die Kontinuität und der Wandel der orientalischen Stadt“ und der Schwerpunkt soll es sein, die stadtmorphologischen Charakteristika der orientalischen Stadt zu analysieren und beispielhaft darzustellen.
Seit wann können im alten Orient mit einer gewissen Sicherheit Städte nachgewiesen werden? Im nächsten Schritt muss die Frage beantwortet werden ob und wie weit diese Städte denn orientalische Städte sind? Die nächste Frage wäre: Gibt es überhaupt so etwas wie einen orientalischen Typ von Stadt? Es gibt drei Hypothesen, die belegt oder wiederlegt werden können. Erstens: Die Kulturen des alten Orients haben die Stadt geschaffen, als eine global- universelle Erscheinung. Zweitens: Die von den Kulturen des alten Orients geschaffenen Städte haben zwar eine Kulturraumspezifisch orientalische Prägung mitbekommen. Diese könnte aber unlösbar mit der Stadt als einer Globalen Erscheinung verbunden sein, sie würde also bis heute allen Städten der Erde anhaften. Die dritte Hypothese geht davon aus, dass es einen kulturraumspezifischen Spezialtyp von Stadt gibt, den wir ,,orientalische Stadt“ nennen können, die sich von anderen kulturraumspezifischen Städten unterscheidet. Die Antworten auf diese Fragen und Hypothesen können erst nach der Analyse folgender Kapitel formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
2. Die Anfänge der Stadt im Orient
3. Die starke Prägung durch Herrschaft, Macht und elitäre Selbstdarstellung
4. Das Gefüge der räumlichen Ordnung
4.1 Die Städte des alten Orients
4.2 Die Städte des islamischen Orients
5. Die Unterschiede im Gefüge der sozialen Ordnung
6. Die Charakteristika der orientalischen Stadt im Vergleich zu den Charakteristika der islamisch-orientalischen Stadt
7. Das Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kontinuität und den Wandel der orientalischen Stadt im Zeitraum von 3500 v. Chr. bis 500 n. Chr. Ziel ist es, die stadtmorphologischen und sozialen Charakteristika zu analysieren, um zu überprüfen, ob sich ein spezifischer „orientalischer Typ“ von Stadt definieren lässt, der sich von anderen Kulturräumen abhebt.
- Analyse der stadtmorphologischen Merkmale im Alten Orient und im islamischen Orient.
- Untersuchung der Bedeutung von Macht, Herrschaft und elitärer Selbstdarstellung für die Stadtstruktur.
- Vergleich der räumlichen und sozialen Organisationsstrukturen beider Epochen.
- Diskussion über die Rolle der „Privatheit“ als dominantes Ordnungsprinzip islamisch-orientalischer Städte.
- Gegenüberstellung der gefundenen Merkmale mit klassischen und abendländischen Stadtmodellen.
Auszug aus dem Buch
Die starke Prägung durch Herrschaft, Macht und elitäre Selbstdarstellung
„Im Alten Orient waren vermutlich zu Beginn des Städtewesens die religiösen Funktionen dominant.“ Im Gegensatz dazu erscheinen in den darauf folgenden Jahrtausenden die Städte des alten Orients durch drei andere dominante Merkmale geprägt. „Zum einen ist es die abschreckende Wehrhaftigkeit und einschüchternde Zwangsgewalt des Kriegsherren, zum zweiten das demonstrative zur schaustellen herausgehobenen Prestiges durch prunkvolle Bauwerke, zum dritten die höfisch-heitere Selbstinszenierung und Lebensgenuss der Oberschicht.“ Diese drei Merkmale sind mit der Grundfunktion der Herrschaft verbunden und von besonderer Bedeutung für die Städte des Alten Orients.
„Wie das Beispiel von Mari zeigt, drängen im Alten Orient vom 2. Jahrtausend v.Chr. an Palastbauten die Tempel zurück und bei den assyrischen Hauptstädten steigert sich die Palastarchitektur ins Einschüchternd-Monumentale.“ Fast überall wird jetzt der Sitz des Herrschers in einen eigenen Thronsaal ritualisiert herausgehoben und seit etwa 1500 v.Chr. spielen dann in den Städten des Alten Orients Palastgärten eine wichtige Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentralen Forschungsfragen zur Kontinuität und zum Wandel der orientalischen Stadt vor und definiert die zugrunde liegenden Arbeitshypothesen.
2. Die Anfänge der Stadt im Orient: Das Kapitel erläutert die Kriterien, nach denen frühe Siedlungen archäologisch als Städte eingestuft werden, und nutzt Habuba Kabira als Fallbeispiel.
3. Die starke Prägung durch Herrschaft, Macht und elitäre Selbstdarstellung: Hier wird der historische Wandel von religiös dominierten Städten hin zu einer Architektur, die Macht durch Paläste und herrschaftliche Repräsentation demonstriert, untersucht.
4. Das Gefüge der räumlichen Ordnung: Dieses Kapitel analysiert das Stadtbild und die Planungsgrundlagen sowohl der altorientalischen als auch der islamisch-orientalischen Städte.
5. Die Unterschiede im Gefüge der sozialen Ordnung: Der Fokus liegt hier auf dem Prinzip der „Privatheit“, welches die Abschottung von Quartieren und die soziale Struktur in orientalischen Städten prägt.
6. Die Charakteristika der orientalischen Stadt im Vergleich zu den Charakteristika der islamisch-orientalischen Stadt: Es erfolgt eine finale Gegenüberstellung, die Gemeinsamkeiten und spezifische Unterschiede zwischen antiken und islamischen Stadtbegriffen hervorhebt.
7. Das Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These eines speziellen orientalischen Stadttyps unter Verweis auf ein Modell der Grundfunktionen.
Schlüsselwörter
Orient, Stadtgeschichte, Stadtmorphologie, Habuba Kabira, Macht, Herrschaft, Privatheit, Stadtplanung, Islamische Stadt, Altorientalistik, Architektur, Sozialstruktur, Stadtgrundriss, Fernhandel, Stadtentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den städtischen Charakteristika der orientalischen Stadt in einer Zeitspanne von ca. 3500 v. Chr. bis 500 n. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der stadtmorphologischen Untersuchung, dem Einfluss von Herrschaftsstrukturen auf das Stadtbild und der sozio-räumlichen Organisation.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Hypothese eines „orientalischen Typs“ von Stadt zu prüfen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zur abendländischen Stadtgeschichte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse stadtarchäologischer Befunde und schriftlicher Quellen, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer Modelle.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Siedlungsanfänge, die bauliche Repräsentation von Macht, räumliche Ordnungsstrukturen und das soziale Grundprinzip der Privatheit detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der „orientalischen Stadt“ auch Begriffe wie Stadtmorphologie, Privatheit, Machtrepräsentation, Palastarchitektur und soziale Schichtung.
Warum spielt die Stadt „Habuba Kabira“ eine besondere Rolle?
Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine frühstädtische Siedlung, an der sich soziale Differenzierung und wirtschaftliche Handelsfunktionen archäologisch belegen lassen.
Welche Auswirkung hat die „Privatheit“ auf die Stadtstruktur?
Privatheit äußert sich in der Abschottung von Wohnquartieren durch Sackgassen und Mauern, was die räumliche Trennung und informelle soziale Regelungen innerhalb der Stadt bedingt.
Wie unterscheidet sich die orientalische Stadt von der antiken abendländischen Stadt?
Der Autor argumentiert, dass es sich um graduelle Unterschiede handelt, wobei die dominante Rolle der Privatheit und die herrschaftliche Repräsentation spezifische Trennlinien ziehen.
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- Anonym (Author), 2018, Die stadtmorphologischen Charakteristika der orientalischen Stadt. Kontinuität und Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330398