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Émile Durkheims Selbstmordtheorie. Ein Vergleich mit der soziologischen Suizidforschung der Moderne

Titel: Émile Durkheims Selbstmordtheorie. Ein Vergleich mit der soziologischen Suizidforschung der Moderne

Hausarbeit , 2019 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marie Goerz (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl der Suizid einen nicht unerheblichen Teil der Todesursachen ausmacht, wurde er lange öffentlich tabuisiert. Mit der modernen Suizidforschung änderte sich der Umgang mit der Thematik. Für die Erforschung des Suizids in der Soziologie war dabei die bahnbrechende Studie des französischen Soziologen Émile Durkheim „Le Suicide“(1897) maßgebend, die international Anerkennung fand und auch noch heute als Säule der modernen Suizidforschung gilt. In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich Émile Durkheims Selbstmord Theorie auf die Gegenwart anwenden lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Selbstmordbegriffs bei Durkheim und Einführung in seine Selbstmordtheorie

3. Grundtypen des Selbstmords

3.1 Der egoistische Selbstmord

3.2 Der altruistische Selbstmord

3.3 Der anomische Selbstmord

4. Die soziologische Suizidforschung der Moderne

4.1 Karl Marx „Vom Selbstmord“ (1846)

4.2 „Soziologie des Selbstmords“ von Christa Linder-Braun (1990)

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der soziologischen Selbstmordtheorie von Émile Durkheim auf die moderne Gesellschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit sein Ansatz ein taugliches Instrument zur Erklärung heutiger suizidaler Phänomene darstellt, indem seine zentralen Thesen mit neuerer soziologischer Forschung verglichen werden.

  • Grundlagen der soziologischen Selbstmorddefinition nach Durkheim
  • Differenzierung der Typologie: egoistischer, altruistischer und anomischer Selbstmord
  • Kritischer Vergleich mit Karl Marx’ historischem Ansatz zum Suizid
  • Analyse der modernen Rezeption durch Christa Linder-Braun
  • Einschätzung der Validität von Durkheims Thesen in der Gegenwart

Auszug aus dem Buch

3.1 Der egoistische Selbstmord

Als ersten Grundtypen führt Durkheim den des egoistischen Selbstmords auf. Für seine Untersuchung zieht er die stark variierenden Selbstmordraten in unterschiedlichen Konfessionen heran, wobei er aber betont, dass dabei dieselbe Gesellschaft verglichen werden muss (vgl. Durkheim, 1897: 162). Als Grund für die höhere Selbstmordanfälligkeit bei Protestanten als bei Katholiken nennt er, dass es bei den Protestanten weniger allgemeingültige Glaubensvorstellungen gibt und den Individuen mehr Platz geboten wird. Diese Überlegung wird gestützt durch die niedrigere Selbstmordrate bei Juden, die durch die Verfolgung einen höheren Zusammenhalt erfahren (vgl. ebd.: 164).

Im Besonderen geht Durkheim auch auf die Einbindung in Familie und Staat ein, um die Wirkung eines kollektiven Zusammenhalts auf die Selbstmordrate weiter zu untersuchen. „Die Familie ist ein mächtiger Schutz gegenüber dem Selbstmord und wirkt umso nachhaltiger, je fester sie gefügt ist“ (ebd.: 224). Durkheim sieht in der Bindung an eine Gemeinschaft wie Religion, Familie oder Staat auch eine Bindung ans Leben (vgl. ebd.: 232).

Aus dieser Annahme der fehlenden Integration als Ursache des egoistischen Selbstmord Typen lässt sich auch Durkheims Integrationshypothese ableiten (vgl. Wolter, 1983: 77). „Der Selbstmord steht im umgekehrten Verhältnis zum Integrationsgrad der Kirche, der Familie und des Staats“ (Durkheim, 1897: 231). Löst sich die Verbundenheit eines Individuums zu einer sozialen Gemeinschaft auf, entfremdet es sich und verfolgt persönliche Ziele. Es formt eine bestimmte Unabhängigkeit und stellt das individuelle Ich über das soziale Ich. Persönliche Niedergeschlagenheit und Misserfolge werden in diesem Zustand des Egoismus nicht mehr von einem Kollektiv aufgefangen (vgl. ebd.: 237f.). Die Gesellschaft lässt den Menschen normativ im Stich, es fehlt dem Menschen ein Ziel seines Strebens und das Leben erscheint somit sinnlos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema gesellschaftlich und wissenschaftlich, führt in Durkheims Bedeutung ein und formuliert die Forschungsfrage zur Anwendbarkeit seiner Theorie auf die Gegenwart.

2. Definition des Selbstmordbegriffs bei Durkheim und Einführung in seine Selbstmordtheorie: Dieses Kapitel erläutert Durkheims wissenschaftliche Herangehensweise und stellt seine Definition des Suizids als soziales Phänomen vor.

3. Grundtypen des Selbstmords: Hier werden die drei Kernkategorien – egoistischer, altruistischer und anomischer Selbstmord – detailliert dargelegt und deren soziologische Bedingtheit analysiert.

4. Die soziologische Suizidforschung der Moderne: Dieses Kapitel vergleicht Durkheims Ansätze mit der historischen Perspektive von Karl Marx sowie mit der modernen soziologischen Arbeit von Christa Linder-Braun.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die heutige Gültigkeit von Durkheims Thesen unter Berücksichtigung moderner gesellschaftlicher Krisen.

Schlüsselwörter

Émile Durkheim, Selbstmordtheorie, Soziologie, Suizidforschung, Integration, Anomie, Egoismus, Altruismus, Gesellschaft, soziale Ursachen, Karl Marx, Christa Linder-Braun, Moderne, soziale Fakten, kollektiver Zusammenhalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Suizidtheorie von Émile Durkheim und prüft, ob seine klassische Analyse aus dem Jahr 1897 auch auf heutige gesellschaftliche Verhältnisse übertragbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Suizids als soziales Phänomen, der Klassifizierung in drei Grundtypen (egoistisch, altruistisch, anomisch) und dem Abgleich dieser Theorie mit anderen soziologischen Perspektiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Tauglichkeit von Durkheims Thesen zur Erklärung gegenwärtiger Suizidraten und individueller gesellschaftlicher Krisen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der Durkheims Werk mit historischen Quellen (Karl Marx) und moderner fachwissenschaftlicher Literatur (Christa Linder-Braun) verglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Durkheims Begriffen, die detaillierte Beschreibung seiner drei Suizidtypen sowie einen kritischen Vergleich mit zwei ausgewählten soziologischen Forschungsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Anomie, soziale Integration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Suizidprävention und die soziologische Klassifizierung nach Durkheim.

Wie unterscheidet sich der anomische Selbstmord von den anderen beiden Typen bei Durkheim?

Während beim egoistischen Typ die mangelnde Integration im Vordergrund steht, ist beim anomischen Typ ein Zusammenbruch der gesellschaftlichen Normen und Werte – oft durch ökonomische Krisen ausgelöst – die Ursache.

Welche Kritik übt der Autor an Durkheims Ansatz im Hinblick auf die Gegenwart?

Der Autor weist darauf hin, dass Durkheims strikte Ablehnung psychologischer Erklärungsmodelle eine Schwachstelle darstellt, da psychische Gesundheit in der heutigen Gesellschaft eine bedeutende Rolle bei der Suizidproblematik spielt.

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Details

Titel
Émile Durkheims Selbstmordtheorie. Ein Vergleich mit der soziologischen Suizidforschung der Moderne
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,7
Autor
Marie Goerz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V1330650
ISBN (PDF)
9783346823434
ISBN (Buch)
9783346823441
Sprache
Deutsch
Schlagworte
durkheims selbstmordtheorie vergleich suizidforschung moderne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Goerz (Autor:in), 2019, Émile Durkheims Selbstmordtheorie. Ein Vergleich mit der soziologischen Suizidforschung der Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330650
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Leseprobe aus  18  Seiten
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