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Ausübung von machtbezogenen Grenz- und Kontrollpraktiken gegenüber Migrant*innen durch die EU. Eine kritische Diskursanalyse

Titel: Ausübung von machtbezogenen Grenz- und Kontrollpraktiken gegenüber Migrant*innen durch die EU. Eine kritische Diskursanalyse

Hausarbeit , 2022 , 37 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sayra Latif (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird folgender Forschungsfrage nachgegangen: Wie werden machtbezogene Grenz- und Kontrollpraktiken der EU gegenüber Migranten*innen ausgeübt? Im ersten Teil der Arbeit erfolgt eine terminologische Begriffsklärung von "Macht" nach Michel Foucault und den "Dimensionen der Macht" von Steven Lukes Power. Darauf anschließend erfolgt die methodische Heranführung an die Diskursanalyse, indem das Vorgehen in Bezug auf Wissen und Macht vorgestellt wird, das sich explizit auf die kritische Diskursanalyse und auf die visuelle Diskursanalyse bezieht. Der Einbezug von audiovisuellem Material hat demnach Relevanz, da in den Kultur- und Sozialwissenschaften die Visualität im Zuge einer kritischen Revision des Sprach- und Textfokus zunehmend qualitativ empirische Zugänge zur Wirklichkeit bietet und etabliert werden kann.

Im dritten Teil wird der Grenzraum in Europa und den Akteur*innen dargelegt, indem die ausführende Instanz der machtbezogenen Strategien der EU juridisch und anhand der technologischen Ausstattung der EU thematisiert wird. Anschließend werde ich den Datenkorpus der Materialaufbereitung darlegen, der sich hauptsächlich von Veröffentlichungen von Aktivist* innen Gruppen aus ganz Europa bezieht. Dies sind vordergründig visuelle Inhalte, die die diskursanalytische Untersuchung auf einen Beitrag auf der Instagram Seite Now you see me Moria vom 07. Mai 2021 zum Anlass des Europe Day bezieht. Unter now_you_see_memoria veröffentlicht ein Paar aus Afghanistan mediale Beiträge um ihr Alltagsgeschehen und explizit den Forderungen an die EU, dass sich aktuell im griechischen Lager Moria befindet. Die Bilder sowie die Textinhalte zeigen einerseits die Alltagshandlung und sollen zum anderen, die Grenzpraktiken der EU und der Lagerzustände beschreiben. Es werden einzelne Aufnahmen, Berichterstattungen und Stellungnahmen zu illegalen Pushbacks thematisiert, die das Verständnis von machtbezogenen Grenzpraktiken und ihren Auswirkungen zeigen soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Relevanzbegründung

1.1 Fragestellung

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Der Machtbegriff „Foucaults“

2.2 Der Machtbegriff „Lukes“

2.2.1 Die erste Dimension der Macht

2.2.2 Die zweite Dimension der Macht

2.2.3 Die dritte Dimension der Macht

3. Methodische Heranführung

3.1 Die visuelle Diskursanalyse

4. Die Grenzen der EU

4.1 Schengen

4.2 Rechtsinstrumente zur gemeinsamen Steuerung der europäischen Grenzpolitik

4.3 Exkurs: Frontex

4.4 Smart Borders

5. Zwischenfazit Machtaushandlungen EU und Steven Lukes

6. Die Grenze als Diskursort

6.1 Die Grenze als Diskursort

6.2 Lager als Raum

6.3 Homo sacer

7. Diskursanalyse

7.1 Exkurs: Moria

7.1.1 Now You See Me Moria

7.2 Institutioneller Rahmen

7.3 Shadowgame

7.4 Textoberfläche

7.5 Institutioneller Rahmen des Videos

7.6 Sprachlich rhetorische Mittel. (Bild und Text)

7.7 Feinanalyse

7.8 Bildlichkeit

7.9 Sprachliche Besonderheiten

8. Fazit und kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verflechtung von Macht und den daraus resultierenden Handlungsmustern der Europäischen Union im Bereich der Migration. Dabei wird analysiert, wie Grenzpraktiken und Kontrollinstrumente visuell dargestellt und auf Migrant*innen wirken, unter besonderer Berücksichtigung der Mechanismen in griechischen Lagern wie Moria sowie der filmischen Dokumentation „Shadowgame“.

  • Foucaults Machtbegriff und Lukes' Dimensionen der Macht als theoretischer Rahmen.
  • Die europäische Grenzpolitik, Schengen und Rechtsinstrumente der Steuerung.
  • Visuelle Diskursanalyse als methodischer Zugang zur Untersuchung von Machtverhältnissen.
  • Mediale Repräsentationen von Flucht und Grenzkontrollen auf Instagram und im Film.
  • Kritische Würdigung der Entmenschlichung und Exklusionsprozesse an europäischen Außengrenzen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung und Relevanzbegründung

In den letzten Jahrzehnten hat sich tausende Kilometer von Grenzen primär durch die Erweiterung und der politischen Vertiefung der Europäischen Union umgedeutet (Vgl. Klepp 2011: 73). Grenzen wurden zu Binnengrenzen und neue Außengrenzen wurden zu gemeinsam bewachten Schengen Grenzen (Vgl. Klepp 2011: 73).) Rechnet man die See- und Landaußengrenzen zusammen, so summieren sich in etwa 14.000. km und bilden die Einreisepunkte von internationalen Flug- und Seehäfen sowie offizielle Grenzübertritte (Vgl. Dreyer-Plum 2020: 45). Die Kontrollregime sind an den Binnen und Außengrenzen demnach sehr unterschiedlich, dennoch können EU-Bürger*innen zumeist alle Grenzen unproblematisch überqueren (Vgl. Klepp 2011: 73). Zudem ist die öffentliche und mediale Repräsentation von physisch-materiellen Härtungen von Grenzen, Abwehrmaßnahmen von geflüchteten Menschen, irregulärer Migration und Intensivierungen von Kontrolle erfolgen zunehmend durch Formeln wie „Wall around the West“, „Festung Europa“ oder „Mauerbaufieber“ durchgehend medial präsent. (Vgl. Mau 2021: 47). Zeitgleich werden vielfältige Entwicklungen der Versicherheitlichung von Mobilität und Verlagerung von Grenzkontrollen und der Smartifizierung von Grenzen sichtbar und prägen der derzeitigen globalen Diskurs um Migrationsprozesse. (Vgl. Mau 2021: 47) Die vorliegende Diskursanalyse soll in erster Linie die Verflechtung von Macht und die resultierenden Handlungsmuster der EU im Hinblick auf Migration anhand von visuellen Beiträgen von Migrant*innen, die sich aktuell im griechischen Lager Moria befinden und anhand der aktivistischen Dokumentarfilmer*innen Gruppe um „Shadowgame“ untersuchen. Hierbei spielen vordergründig die unterschiedlichen Akteur*innen eine zentrale Rolle, die unter dem Machtbegriff die Strategien der EU zu Zeugen und zu Opfern von illegalen Pushbacks werden. Mein Interesse an der Thematik ist, wie Migration als Menschenrecht zunehmend durch Grenzpraktiken wie „illegalen Pushbacks“ und Abschiebungen in Lager entmenschlicht wird und wie strukturelle Ungleichheiten aufgrund von differenten Staatsangehörigkeiten und prekären

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Relevanzbegründung: Diese Einführung legt den Fokus auf die Umdeutung von Grenzen durch die EU und definiert die Forschungsfrage bezüglich Machtstrukturen in der Migrationspolitik.

2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Machtbegriffe von Michel Foucault und Steven Lukes erörtert, um die produktive und strategische Natur von Macht zu verstehen.

3. Methodische Heranführung: Die Arbeit nutzt die visuelle Diskursanalyse nach Jäger und Jäger, um Machtverhältnisse in medialen und gesellschaftlichen Diskursen zu untersuchen.

4. Die Grenzen der EU: Dieses Kapitel behandelt die rechtliche und strukturelle Steuerung der Grenzpolitik, einschließlich Schengen und technischer Instrumente wie Eurodac.

6. Die Grenze als Diskursort: Der Fokus liegt auf der Rolle von Grenzen als Orte der administrativen Kontrolle und der Konstruktion von Ausnahmezuständen.

7. Diskursanalyse: In diesem Hauptteil erfolgt die konkrete Anwendung der Diskursanalyse auf Fallbeispiele wie den Brand in Moria, „Now You See Me Moria“ und „Shadowgame“.

8. Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit kritisiert die Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen und fasst die Machtinstrumente der EU zusammen.

Schlüsselwörter

Machttheorie, Grenzpraktiken, Frontex, Migration, Europäische Union, Diskursanalyse, visuelle Medien, Pushbacks, Menschenrechte, Lager, Bio-Macht, Gouvernementalität, Shadowgame, Moria, Versicherheitlichung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Machtstrukturen und Grenzpraktiken der Europäischen Union im Umgang mit Migration und Migrant*innen im Kontext visueller Repräsentationen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Machttheorien (Foucault/Lukes), europäische Grenzpolitik, die visuelle Kommunikation und die Auswirkungen von Kontrollpraktiken auf geflüchtete Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie machtbezogene Grenz- und Kontrollpraktiken der EU gegenüber Migrant*innen ausgeübt werden und welche visuellen Diskurse dabei entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet die kritische visuelle Diskursanalyse, um die Verflechtung von Macht und Wissen anhand von Bildmaterial und Texten zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen dargelegt, die EU-Grenzpolitik sowie konkrete Fallbeispiele wie das Lager Moria und Dokumentarmaterial der Gruppe „Shadowgame“ analysiert.

Wie lässt sich die Arbeit inhaltlich charakterisieren?

Sie ist eine politikwissenschaftlich-diskursanalytische Untersuchung, die den Fokus auf die Entmenschlichung durch Grenzregime und deren mediale Aufarbeitung legt.

Wie reagieren now_you_see_me_moria auf Frontex-Aktionen?

Sie initiierten eine Gegenbewegung und starteten eine eigene digitale Aktion, um die Realität der Menschen in Moria sowie die Kritik an der EU-Grenzpolitik durch visuelle Inhalte öffentlich zu machen.

Welche Rolle spielt der Begriff „Homo sacer“?

Er dient zur Beschreibung von Personen an der Grenze, die der Rechtsordnung entzogen oder ihr schutzlos ausgeliefert sind, was die totale Entrechtung durch souveräne Macht symbolisiert.

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Details

Titel
Ausübung von machtbezogenen Grenz- und Kontrollpraktiken gegenüber Migrant*innen durch die EU. Eine kritische Diskursanalyse
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Diskursanalyse
Note
1,3
Autor
Sayra Latif (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
37
Katalognummer
V1330923
ISBN (PDF)
9783346830470
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frontex Soziologie Macht Moria Shadowgame Diskursanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sayra Latif (Autor:in), 2022, Ausübung von machtbezogenen Grenz- und Kontrollpraktiken gegenüber Migrant*innen durch die EU. Eine kritische Diskursanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330923
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Leseprobe aus  37  Seiten
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