Die Proseminararbeit soll die Entwicklungsgeschichte der Seniorinnen- und Seniorenbetreuung in einer kleinen Vorarlberger Gemeinde überwiegend zusammenzufassen. Im ersten Abschnitt soll die Entstehung der Armenhäuser besprochen und das Haus in Hard näher beschrieben werden. Im nächsten Abschnitt werden die einzelnen Zwecke der Nutzung erläutert. Letztlich werden die Unterschiede von damals zu heute aufgelistet und die heutige Seniorinnen- und Senioreneinrichtung SeneCura Haus am See kurz dargestellt. Der gleiche Teil soll auch die momentane Lage der stationären Pflege, Aufnahmeverfahren, Kosten etc. widerspiegeln. Abschließend wird der Pflegenotstand angesprochen. Als Quellenmaterial dienen Dokumente aus dem Harder Gemeindearchiv, wie Hausordnungen, Berichte, Bescheide, Protokolle, Tagesordnungen, Küchenzettel, Verträge, Akten der bereits verstorbenen betreuten Personen oder auch Personenverzeichnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Entstehung und Dienste der Armenhäuser
3. Nutzung des Hauses in der Seestraße
3.1. Erziehungsinstitution und Kinderbewahranstalt
3.2. Entbindungsheim
3.3. Auffangstelle für Familien / Reisende ohne Unterkunft
3.4. Altenpflege
3.5. Wen konnte man in diesen Häusern anfinden?
4. Wie ging die Entwicklung weiter?
4.1. Bau des „Hauses am See“
4.2. Sozialzentrum in der Wirke
4.3. Von öffentlicher Gemeindeeinrichtung zur privaten SeneCura GmbH
4.3.1. Qualität der SeneCura GmbH
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Proseminararbeit untersucht die historische Entwicklung der Alten- und Seniorenbetreuung in der Vorarlberger Marktgemeinde Hard, wobei der Schwerpunkt auf der Umnutzung des historischen Gebäudes in der Seestraße liegt.
- Historische Entstehung und Aufgaben der Armenhäuser
- Die vielfältige Nutzung des Hauses in der Seestraße über das 20. Jahrhundert
- Übergang von der kommunalen Verwaltung zur privaten Trägerschaft (SeneCura)
- Qualitätsmanagement und gesellschaftliche Wahrnehmung der stationären Langzeitpflege
Auszug aus dem Buch
3. Nutzung des Hauses in der Seestraße
Das Armenhaus konnte als Erziehungsinstitution gesehen werden für die bereits genannten Punkte. Jedoch wollte man vorsorgen, sodass die verwahrlosten Kinder als Erwachsene in die Gesellschaft eingliedern konnten. Sie sollten nicht nur verpflegt werden, sondern auch zur Arbeit gehen und somit der Gemeinde helfen. Dieser Erziehungsauftrag wurde wie folgt von Nikolaus Ferdinand Högwein beschrieben: „Durch die Armenanstalten werden die physischen, moralischen und außerzuständlichen Anlagen und Kräfte bey den untersten Klassen von Unterthanen zu entwickeln und in Tätigkeit zu setzen versucht.“ Diese Erziehung sollte vor allem dazu führen, dass die Kinder dem Christentum beitraten, „die Haltungen der Sittlichkeit, Anständigkeit, Reinlichkeit“ und eine sinnvolle Beschäftigung aneigneten. Auch das Armenhaus in der Marktgemeinde Hard wurde als Fürsorge- und Erziehungsanstalt genutzt.
Dies kann aus der Hausordnung aus dem Jahre 1935 herausgelesen werden. Dort wurde unter dem fünften Punkt angeführt, dass die Kinder von den anderen einquartierten Personen in diesem Haus abgesondert werden sollten. Ebenfalls liege die Aufsicht und Erziehung Schwester Oberin und den Krankenschwestern zugrunde. Schulpflichtige Kinder sollten an den religiösen Übungen in der Hauskapelle teilnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der stationären Altenbetreuung und den Wandel der gesellschaftlichen Einstellung zum „demographischen Altern“.
2. Entstehung und Dienste der Armenhäuser: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Armenpflege und die vielfältigen sozialen Aufgaben, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in diesen Einrichtungen zentralisiert wurden.
3. Nutzung des Hauses in der Seestraße: Hier werden die verschiedenen Funktionen des Objekts beschrieben, darunter als Kinderbewahranstalt, Entbindungsheim, Unterkunft für Reisende sowie als Stätte der Altenpflege.
4. Wie ging die Entwicklung weiter?: Das Kapitel beschreibt den baulichen Wandel, die Errichtung moderner Sozialzentren und die Privatisierung der Pflegeeinrichtung unter der Marke SeneCura.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz des zweihundertjährigen Wandels der Harder Seniorenbetreuung und reflektiert die mit der Privatisierung einhergehenden Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Armenhaus, Altenpflege, Hard, Vorarlberg, Kinderbewahranstalt, SeneCura, Sozialgeschichte, Langzeitpflege, Sozialzentrum, Gemeindegeschichte, Fürsorge, stationäre Betreuung, 20. Jahrhundert, Krankenpflege, Privatisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Senioren- und Armenbetreuung an einem konkreten Beispiel in der Gemeinde Hard, ausgehend von traditionellen Armenhäusern bis hin zu modernen privaten Pflegeorganisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Armenfürsorge, die Entwicklung erzieherischer Maßnahmen für Kinder in sozialen Einrichtungen und den Strukturwandel im Pflegesektor hin zu privaten Betreibern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wechselhafte Nutzungsgeschichte des Hauses in der Seestraße in Hard aufzuzeigen und zu dokumentieren, wie sich die pflegerischen Angebote über die Jahrzehnte gewandelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer historischen Fallstudie unter Verwendung lokaler Archivmaterialien, wie Hausordnungen, Berichten und Protokollen, ergänzt durch relevante Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die multifunktionale Nutzung des historischen Gebäudes sowie den späteren Neubau und die institutionellen Veränderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Hard, Armenhaus, Altenpflege, SeneCura und die historische Entwicklung der sozialen Fürsorge in Österreich.
Warum wurde das Haus in der Seestraße ursprünglich genutzt?
Es diente als multifunktionale Einrichtung für Bedürftige, unter anderem als Erziehungsinstitution für Kinder, Entbindungsheim für Frauen und Unterkunft für Reisende oder Familien ohne eigenen Wohnraum.
Welche Rolle spielten die Barmherzigen Schwestern?
Die Barmherzigen Schwestern aus Zams waren maßgeblich in die Erziehung, Pflege und tägliche Organisation der Armenanstalten in Vorarlberg eingebunden, um sowohl die physische Versorgung als auch die religiöse Erziehung sicherzustellen.
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- Anonym (Author), 2023, Vom Armenhaus zum modernen Sozialzentrum für Seniorinnen und Senioren am Beispiel der Vorarlberger Marktgemeinde Hard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331027