Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist zweierlei. Einerseits werden verfügbare Studien zu den Themen der Höflichkeit im Allgemeinen und der Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation zusammengefasst. Im zweiten Schritt wird erörtert, welche Möglichkeiten bestehen, Höflichkeit in der E-Mail-Kommunikation im Rahmen des Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterrichts für Erwachsene effizient zu vermitteln.
Um dies zu ermöglichen, soll im theoretischen Teil der Arbeit zunächst auf die Begrifflichkeit eingegangen werden. In diesem Rahmen werden die wichtigsten Definitionen und Merkmale von Höflichkeit und E-Mails eruiert. Der praktische Teil beschäftigt sich mit der Höflichkeit in einem Deutsch-als-Fremdsprache (DaF)-Unterricht. Im dritten Kapitel werden Zielgruppe und Lernziele genauer betrachtet. Abschließend wird das Didaktisierungsbeispiel einer DaF-Stunde mit Schwerpunkt auf Höflichkeit in der E-Mail-Kommunikation vorgeschlagen. Im vierten Kapitel wird über die Ergebnisse reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Definition von Höflichkeit
2.2. Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation
3. Praktischer Teil
3.1. Zielgruppe und Lernziele
3.2. Vermittlung der Höflichkeit in einem DaF-Unterricht
3.3. Unterrichtsentwurf
4. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Konzept der Höflichkeit in der E-Mail-Kommunikation im Kontext des Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterrichts für Erwachsene effizient vermittelt werden kann. Ziel ist es, Sprachlernenden Kompetenzen zu vermitteln, um in akademischen Kontexten angemessen und höflich mit Lehrenden zu kommunizieren.
- Theoretische Grundlagen der Höflichkeitsforschung
- Herausforderungen der E-Mail-Kommunikation für Nicht-Muttersprachler
- Analyse von Höflichkeitsstandards im universitären Kontext
- Didaktisches Konzept für den DaF-Unterricht
- Praktischer Unterrichtsentwurf zur Förderung der E-Mail-Kompetenz
Auszug aus dem Buch
2.2. Besonderheiten der E-Mail-Kommunikation
Bei dem Medium E-Mail handelt es sich um ein personenbezogenes Kommunikationssystem für den Versand von elektronischen Mitteilungen in Form von Briefen, Memos und anderen Texten, an die ein Anhang angefügt werden kann (vgl. IT-Wissen). Die E-Mail ist nicht nur eine einzigartige Form von Kommunikation, sondern auch ein zunehmend gebräuchliches Kommunikationsmittel, das sowohl in professionellen als auch in persönlichen computerorientierten Gesellschaften weit verbreitet ist (vgl. Schnitzer, 2012: 37). Dieser Verbreitungsgrad bietet eine einzigartige Gelegenheit, zu untersuchen, wie sich Menschen an die neue Kommunikationsform angepasst haben.
Das Schreiben elektronischer Nachrichten, die eine effektive Kommunikation ermöglichen bzw. erleichtern, ist ein Bereich, der sowohl Muttersprachler als auch diejenigen betrifft, die in einer Fremdsprache schreiben. In einer Studie über interkulturelle elektronische Kommunikation (s. Murphy, 2006) wurde jedoch eine gewisse Unsicherheit in Anbetracht solcher Fragen festgestellt.
Die Verwendung von E-Mails kann aufgrund des Mangels an sofortiger verbaler Anleitung und Rückmeldung, wie wir sie normalerweise bei persönlichen Treffen erfahren, ein Kommunikationsproblem darstellen. Zudem können wir Gebärdensprache oder Tonfall nicht zur Unterstützung der Bedeutungsbildung einsetzen. Hinzu kommt, dass kulturelle Aspekte der E-Mail-Kommunikation im Fremdsprachenunterricht kaum behandelt werden (s. Murphy, 2003; Walther, 1992, 1996). Wie Murphy (2006: 2) postuliert, sind viele nicht-muttersprachliche E-Mail-Autoren unsicher, wie sie das angemessene Maß an Höflichkeit für die Schaffung eines effektiven E-Mail-Dialogs erreichen können. Auch die Wahl des Formalitätsgrads bei der Kommunikation per E-Mail zu wählen ist ein Unsicherheitsfaktor (vgl. Chen, 2006: 35), da man vermeiden möchte, den Empfänger zu beleidigen oder vor den Kopf zu stoßen (wie z.B. „Du“ und „Sie“ in deutschsprachigem Raum).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Höflichkeit als linguistisches Phänomen zu definieren, und stellt das Ziel der Arbeit vor, Möglichkeiten zur Vermittlung von Höflichkeit in E-Mails im DaF-Unterricht aufzuzeigen.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert wissenschaftliche Ansätze zur Höflichkeit und analysiert die spezifischen kommunikativen Herausforderungen, die durch die E-Mail als Medium entstehen.
3. Praktischer Teil: Hier wird ein konkretes Konzept zur Vermittlung von E-Mail-Kompetenzen im DaF-Unterricht entwickelt, das Zielgruppe, Lernziele und einen detaillierten Unterrichtsentwurf umfasst.
4. Reflexion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zur didaktischen Vermittlung von Höflichkeit in spezifischen beruflichen Kontexten hin.
Schlüsselwörter
Höflichkeit, E-Mail-Kommunikation, Deutsch als Fremdsprache, DaF-Unterricht, Pragmatik, Soziolinguistik, E-Mail-Etikette, Sprachlernende, Didaktisierung, interkulturelle Kommunikation, universitäres Umfeld, Sprachgebrauch, Höflichkeitsstrategien, Fremdsprachenerwerb, Kommunikationstraining.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung von Höflichkeit in der E-Mail-Kommunikation im Kontext des Deutsch als Fremdsprache-Unterrichts für junge Erwachsene.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Höflichkeit in der Sprachwissenschaft, die Besonderheiten der E-Mail als Kommunikationsmedium sowie die didaktische Planung des Fremdsprachenunterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines didaktischen Vorschlags, mit dem internationale Studierende lernen können, formelle E-Mails an deutsche Professoren in angemessener und höflicher Weise zu verfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Studien zur Höflichkeitsforschung und Fremdsprachenpragmatik, die in einen praxisorientierten Didaktisierungsvorschlag überführt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Höflichkeit und die Probleme bei der E-Mail-Kommunikation erörtert, gefolgt von der direkten Anwendung in einer beispielhaften Unterrichtseinheit für B1-Lerner.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören E-Mail-Kompetenz, DaF, Höflichkeitsstandards, interkulturelle Pragmatik und universitäres Umfeld.
Warum ist das Thema für internationale Studierende besonders relevant?
Internationale Studierende sind häufig mit den spezifischen deutschen Konventionen und Erwartungshaltungen in der akademischen Korrespondenz unsicher, was das Verhältnis zu Lehrenden belasten kann.
Welche Rolle spielt die "Panne" in der E-Mail-Kommunikation im Unterricht?
Das Konzept der "Panne" dient als didaktisches Werkzeug, um Schülern durch Reflexion über misslungene interkulturelle Kommunikation ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Form und Höflichkeit zu vermitteln.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Höflichkeit als sprachlicher und kulturkundlicher Gegenstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331372