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List im Nibelungenlied. Gute Absichten oder hinterhältiger Betrug?

Titel: List im Nibelungenlied. Gute Absichten oder hinterhältiger Betrug?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sabrina Hoffmann (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Nibelungenlied ist besonders im ersten Teil von allen möglichen List-Handlungen durchzogen. Manche davon sind strittig. Andere sind im Fortgang der Handlung eher nebensächlich. Anhand von zwei Erzählsträngen des Nibelungenliedes, bei denen das List-Geschehen klar ersichtlich ist (Werbung Brünhilds auf Isenstein und Hagens Listen zur Ermordung Siegfrieds), wird untersucht, inwiefern sich List mit Betrug gleichsetzen lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Definition von „List“

II. Analyse zweier List-Handlungen im Nibelungenlied

1. Werbung um Brünhild auf Isenstein

1.1 Voraussetzungen für die Werbung

1.2 Standeslüge und Steigbügeldienst Siegfrieds

1.2.1 Standeslüge

1.2.2 Steigbügeldienst und Farbe der Kleidung

1.3 Wettkampf gegen Brünhild

1.4 Folgen der Werbungslisten

2. Hagens Listen zur Ermordung Siegfrieds und Hagens Betrug an Kriemhild

2.1 Hagens Motivation und Einberufung des Mordrates

2.1.1 Hagens Motivation für den Mord an Siegfried

2.1.2 Der Mordrat der Burgunden

2.2 Vorgetäuschter Kriegszug und anschließende Jagd

2.3 Hagens Betrug an Kriemhild

2.3.1 Kreuzmarkierung der verwundbaren Stelle

2.3.2 Raub des Hortes

III. Fazit: List im Nibelungenlied als gute Absicht oder hinterhältiger Betrug?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die moralische Ambivalenz des Begriffs „List“ im Nibelungenlied anhand der Brautwerbung Gunthers und der Machenschaften Hagens, um zu klären, inwieweit List als legitime strategische Handlungsweise oder als verwerflicher Betrug einzuordnen ist.

  • Begriffliche Herleitung und Definition von „List“ im Mittelalter und der Neuzeit.
  • Analyse der werbungsbezogenen Täuschungen an Brünhild auf Isenstein.
  • Untersuchung der Motive Hagens und der Inszenierung des Mordes an Siegfried.
  • Dekonstruktion von Hagens Betrug an Kriemhild und die Rolle des Nibelungenhortes.
  • Abschließende ethische Bewertung des Spannungsfeldes zwischen höfischer Strategie und hinterhältigem Verrat.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Standeslüge

Die erste Täuschung, die für die Werbung eingefädelt wird, ist der Steigbügeldienst, den Siegfried an Gunther bei der Ankunft auf Isenstein leistet. Dieser Plan wird nicht explizit geschildert, doch er geht aus Siegfrieds Bitte hervor, dass alle vier Reisenden das Gleiche behaupten sollen: Gunthêr sî mîn herre und ich sî sîn man. [Gunther sei mein Herr und ich sei sein Gefolgsmann.] (386,3) Hier muss besonders auf die Formulierung man geachtet werden. Dessen Bedeutung scheint wohl für die Rezipienten des Nibelungenlieds zur Entstehungszeit klar verständlich gewesen zu sein oder es wurde offengelassen, was genau mit man impliziert wird. Während des Königinnenstreits wird deutlich, dass Brünhild damit einen eigenman verbindet, also einen Leibeigenen Gunthers (821,2f.). Sie sieht Siegfried zu dieser Zeit nicht mehr als Gleichgestellten Gunthers (anders bei der Begrüßung auf Isenstein, dazu später mehr). Dass Kriemhild nichts von der Standeslüge weiß, geht aus ihrer Reaktion darauf hervor. Sonst wäre ihr klar, dass sie lügen müsste, um Siegfried und Gunther zu schützen. Denn würde Brünhild die Wahrheit kennen, wäre der Vertrag, den sie mit den Werbern geschlossen hat (423ff.), nichtig. Das könnte Kriemhild gar nicht zulassen, da sie sonst Siegfried als ihren Mann verlieren würde, weil auch der Eid zwischen ihm und Gunther nicht erfüllt wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Definition von „List“: Untersuchung des Bedeutungswandels des Begriffs „List“ vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei die Vielschichtigkeit zwischen strategischer Klugheit und negativer Täuschung herausgearbeitet wird.

II. Analyse zweier List-Handlungen im Nibelungenlied: Detaillierte Betrachtung der Brautwerbung Gunthers sowie der Mordkomplotte Hagens, um die spezifischen Täuschungsmechanismen und die beteiligten Konstellationen zu beleuchten.

III. Fazit: List im Nibelungenlied als gute Absicht oder hinterhältiger Betrug?: Synthese der Ergebnisse, in der argumentiert wird, dass trotz positiver Motivation in der Werbung die Konsequenzen der List in den Betrug und letztlich in eine tragische Katastrophe münden.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, List, Betrug, Siegfried, Gunther, Brünhild, Kriemhild, Hagen, Standeslüge, Minne, Täuschung, Mord, höfische Werte, Nibelungenhort, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Verwendung und die moralische Bewertung von „List“ im Nibelungenlied, wobei untersucht wird, wo eine List als kluge Strategie endet und in einen hinterhältigen Betrug übergeht.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die höfische Brautwerbung, die Auswirkungen von Täuschungen auf die Figurenkonstellation, die Motive Hagens sowie die ethische Einordnung von Mord und Verrat in der mittelalterlichen Epik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die zahlreichen List-Handlungen des Nibelungenliedes moralisch rechtfertigbar sind oder ob sie zwangsläufig zur Zerstörung der Protagonisten führen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes, unter Einbeziehung der Forschungsliteratur, wobei primär die Handschrift 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen (Fassung B) zugrunde gelegt wird.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Brautwerbung an Brünhild – inklusive der Standeslüge und des Steigbügeldienstes – sowie die Untersuchung von Hagens Listen, die zur Ermordung Siegfrieds und zum Raub des Schatzes führen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Neben dem zentralen Begriff „List“ prägen Begriffe wie „Minne“, „Standeslüge“, „Verrat“, „Triuwe“ und die „Re-Mythisierung“ des Helden die Untersuchung.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen „guter List“ und „Betrug“?

Die Autorin differenziert anhand der Taten und deren Folgen: Während manche Taten als notwendige, wenn auch moralisch grenzwertige Hilfsmittel erscheinen, wird die rücksichtslose Missachtung der Wahrheit, die Brünhild zum Opfer macht, konsequent als Betrug gewertet.

Welche Rolle spielt die „Standeslüge“ bei der Eskalation der Katastrophe?

Die Standeslüge bildet den Ursprung der Täuschung, da sie die Wahrheit über Siegfrieds Stand verschleiert. Diese dauerhafte Lüge schafft einen Informationsabstand zwischen den Figuren, der den späteren Konflikt zwischen den Königinnen und den Mord an Siegfried erst möglich macht.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
List im Nibelungenlied. Gute Absichten oder hinterhältiger Betrug?
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
ÄdL Text und Kultur: Nibelungenlied
Note
1,7
Autor
Sabrina Hoffmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V1331407
ISBN (eBook)
9783346828477
ISBN (Buch)
9783346828484
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nibelungenlied ÄdL Ältere deutsche Literatur Mediävistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabrina Hoffmann (Autor:in), 2015, List im Nibelungenlied. Gute Absichten oder hinterhältiger Betrug?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331407
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Leseprobe aus  28  Seiten
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