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Verbesserung der Ergebnisqualität im Gesundheitssektor

Betrachtung von patient-reported outcome Measures im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung

Title: Verbesserung der Ergebnisqualität im Gesundheitssektor

Master's Thesis , 2021 , 99 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jennifer Dähn (Author)

Health - Miscellaneous
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Zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung gehört auch die Betrachtung der Ergebnisqualität einer Behandlung, die ein Patient erhält. Diese Patientenorientierung, als ein Qualitätskriterium der Krankenversorgung, gewinnt zunehmend an Bedeutung. So wird immer deutlicher, dass sie als eine zentrale Handlungsmaxime für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens gesehen wird. Zur Erhebung werden sogenannte PROMs verwendet, die als faktenorientiere Befragungsansätze, den Krankheitsverlauf der Patienten vor, während und langfristig nach der Behandlung abbilden. Dadurch kann eine patientenorientierte Behandlung gefördert werden, in dem durch die verbesserte Kommunikation zwischen Patient und Arzt eine bessere Symptombeurteilung und damit gleichzeitig eine zielgerichtetere und bedarfsgerechtere Behandlung ermöglicht wird. Dies zielt somit nicht nur auf die Patienten selbst ab, sondern auch auf die Ärzte, Gesundheitsversorgungsanbieter
und Entscheidungsträger. Dieses Potenzial zeigt sich auch anhand einer Übertragung der bisherigen Erfahrungen der Anwendung von PROMs in die innovative Versorgungsform der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung.

Die Aufteilung eines Systems in viele Bereiche wirft naturgemäß Fragen nach Zuständigkeiten und Verantwortung auf und führt zu Problemen beim Informationsaustausch zwischen den Sektoren, die die Zusammenführung und effektive Nutzung von Fähigkeiten und Expertisen aus unterschiedlichen Sektoren erschweren. Patienten navigieren zudem nicht als sektorenspezifische Akteure durch das Gesundheitssystem, sondern nehmen meist Versorgungsangebote in beiden Sektoren in Anspruch. Auch die demografisch bedingte Zunahme von Patienten mit komplexen Erkrankungen sowie eine Verbesserung
der Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen stellen zusätzliche Herausforderungen dar und erhöhen den Bedarf an besonders qualifizierter Diagnostik und Therapie und interdisziplinär abgestimmten Versorgungskonzepten. Dies wurde
vom Gesetzgeber erkannt und die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (§ 116b SGB V) eingeführt. Der Gesetzgeber verspricht sich durch diese Reform eine qualitative Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Relevanz

1.2 Zielsetzung der Arbeit und zentrale Fragestellung

1.3 Aufbau und Gliederung der Arbeit

1.4 Stand der Forschung

2. Theoretische und empirische Grundlagen

2.1 Gesundheitsversorgung in Deutschland

2.1.1 Ambulante Versorgung

2.1.2 Stationäre Versorgung

2.1.3 Ambulante und stationäre Rehabilitationseinrichtungen

2.1.4 Misch- und Sonderformen medizinischer Leistungen

2.2 Ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V

2.2.1 Teilnahme- und Zugangsvoraussetzungen

2.2.2 Patientenspektrum

2.2.3 Vergütungsstruktur

2.3 Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

2.3.1 Qualitätsbegriff im Gesundheitswesen

2.3.2 Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

2.3.3 Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

2.3.4 Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

2.4 Patientenperspektive in der Gesundheitsversorgung

2.4.1 Patientenbefragungen als Erhebungsinstrument der Patientenperspektive

2.4.2 Faktenorientierte Befragungsansätze

2.4.3 Patient-reported outcome measures

2.4.4 Patient-reported experience measures

2.5 Zusammenfassung

3. Methodisches Vorgehen

3.1 Empirische Sozialforschung

3.2. Datenerhebung

3.2.1 Vorgehen der Fragebogenentwicklung und Gestaltung des Interviewleitfadens

3.2.2 Auswahl der Befragten

3.2.3 Leitfadengestütztes Experteninterview

3.2.4 Durchführung und Transkription

3.3. Datenauswertung

3.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse

3.3.1.1 Bestimmung der Analysetechnik

3.3.1.2 Festlegung des konkreten Ablaufmodells

3.3.1.3 Bestimmung der Analyseeinheiten

3.3.1.4 Zusammenstellung des Kategoriensystem

3.4. Gütekriterien qualitativer Forschung

4. Darstellung der Ergebnisse

5. Diskussion

5.1 Interpretation der Ergebnisse

5.2 Kritische Reflexion

5.3 Fazit

5.4 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht wissenschaftlich, ob und wie Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) zur Verbesserung der Ergebnisqualität beitragen können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration dieser Instrumente in eine sektorenübergreifende Versorgungsform unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Herausforderungen.

  • Analyse des aktuellen Stands der Ergebnisqualitätsmessung in der ASV.
  • Untersuchung der technischen und implementierungsbezogenen Barrieren bei sektorübergreifenden PROMs.
  • Evalution des Nutzens von PROMs für Patienten, Ärzte und die Praxisorganisation.
  • Darstellung der Rolle von Patientenorientierung im modernen Qualitätsmanagement.
  • Ableitung von Empfehlungen für eine optimierte Versorgungsstruktur.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung und Relevanz

Das deutsche Gesundheitssystem steht seit mehreren Jahren vor einigen Herausforderung. So gelten seit langer Zeit die einzelnen Sektoren, mit ihren jeweils eigenen Planungs-, Zulassungs-, Qualitätssicherungs-, und Vergütungssystematiken als ein Grund für die geltende Über-, Unter- und Fehlversorgung. Zu nennen ist ebenso die demografisch bedingte Zunahme von Patienten mit komplexen chronischen und seltenen Erkrankungen, die einen erhöhten Bedarf an besonders qualifizierter Diagnostik, Therapie und interdisziplinär abgestimmten Versorgungskonzepten aus einer Hand verlangen.

Eine aktuelle Studie der Robert Bosch Stiftung zeigt, dass sich, nach einer Befragung des RKI, aktuell 43 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer als chronisch krank bezeichnen. Die Anzahl der seltenen Erkrankungen wird, bei ca. 7000-8000 Krankheiten, die als selten eingestuft werden, insgesamt auf mindestens 4 bis 6 Prozent der Gesamtbevölkerung geschätzt.

Um diesen Herausforderungen an besonders qualifizierter und interdisziplinärer Versorgung bewerkstelligen zu können, wurde Krankenhäusern in Deutschland die Möglichkeit durch vielfältige gesetzliche Reformen im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) gegeben, ambulant tätig zu sein. Dies betrifft die vor- und nachstationäre Versorgung, Ermächtigungen, Hochschul- und Institutsambulanzen, Spezialambulanzen an Kinderkliniken sowie die besondere Versorgung nach § 140a. Die Zulassung zur ambulanten Versorgung haben Krankenhäuser erstmals seit dem 01. Januar 2004, mit in Kraft treten des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG). Es entstand der § 116b SGB V (ABK-RL), mit dem Ziel, einen Zugang zu besonders qualifizierter, interdisziplinär abgestimmter Diagnostik und Therapie zu schaffen. Dies führte in Folge zu mehr Wettbewerb im ambulanten Sektor. Zu einer Überwindung der Sektorengrenzen führte er allerdings nicht, weshalb die Politik 2007 mit einer Neufassung des § 116b im GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) reagierte. Dieser sollte den Leistungserbringern mehr Wettbewerb ermöglichen, was sich jedoch im Verlauf nicht ausreichend umsetzen ließ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung der Sektorentrennung im Gesundheitssystem und leitet die Relevanz der ASV sowie die Forschungsfrage zur Ergebnisqualität her.

2. Theoretische und empirische Grundlagen: Bietet einen Überblick über das deutsche Gesundheitswesen, die ASV-Strukturen, den Qualitätsbegriff sowie die wissenschaftlichen Hintergründe von PROMs und PREMs.

3. Methodisches Vorgehen: Erlert das Design der qualitativen Expertenbefragung sowie die Anwendung der strukturierten Inhaltsanalyse zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Daten.

4. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die aus den Experteninterviews gewonnen strukturierten Erkenntnisse entlang der definierten Hauptkategorien.

5. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Theorie, reflektiert das methodische Vorgehen kritisch und leitet ein Fazit sowie einen Ausblick für zukünftige Versorgungsformen ab.

Schlüsselwörter

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung, ASV, Ergebnisqualität, Patientenorientierung, PROMs, Qualitätsmanagement, Gesundheitsversorgung, Sektorenübergreifende Versorgung, Patientenbefragung, Versorgungsforschung, Interdisziplinarität, Qualitätssicherung, Outcome-Messung, Digitale Gesundheitsversorgung, Patientenberichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Ergebnisqualität in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) durch den Einsatz von patientenbezogenen Messinstrumenten, sogenannten PROMs.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themenfelder sind die ASV als innovative Behandlungsform, das Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, die Patientenperspektive und die Möglichkeiten zur Messung von patientenreportierten Ergebnissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob die Anwendung von PROMs im Kontext der ASV dazu führen kann, die Versorgungsqualität gezielter und patientenzentrierter zu gestalten und zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die empirische Sozialforschung, konkret werden leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt und deren Ergebnisse mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über das deutsche Gesundheitssystem und bestehende Qualitätssicherungsmechanismen sowie einen methodischen Teil, der das Vorgehen der Experteninterviews darlegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ergebnisqualität, ASV, PROMs, Patientenorientierung und sektorenübergreifende Versorgung definiert.

Warum spielt die technische Infrastruktur bei der Implementierung von PROMs eine so große Rolle?

Die Arbeit zeigt, dass die mangelnde Interoperabilität zwischen verschiedenen IT-Systemen in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten derzeit eine der größten Hürden für eine nahtlose, sektorenübergreifende Anwendung von PROMs darstellt.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die ASV?

Obwohl PROMs in der Theorie ein großes Potential für die Qualitätssteigerung in der ASV aufweisen, zeigt die Untersuchung, dass sie aktuell in diesem Bereich noch keine flächendeckende Anwendung finden.

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Details

Title
Verbesserung der Ergebnisqualität im Gesundheitssektor
Subtitle
Betrachtung von patient-reported outcome Measures im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung
College
SRH - Mobile University
Grade
1,3
Author
Jennifer Dähn (Author)
Publication Year
2021
Pages
99
Catalog Number
V1331451
ISBN (PDF)
9783346842886
ISBN (Book)
9783346842893
Language
German
Tags
verbesserung ergebnisqualität gesundheitssektor betrachtung measures rahmen versorgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Dähn (Author), 2021, Verbesserung der Ergebnisqualität im Gesundheitssektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331451
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