Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Other International Politics Topics

Erschwert das US-Raketenabwehrprogramm die Kooperation zwischen den USA und Russland bezogen auf das Sicherheitsdilemma von John H. Herz?

Title: Erschwert das US-Raketenabwehrprogramm die Kooperation zwischen den USA und Russland bezogen auf das Sicherheitsdilemma von John H. Herz?

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jan Tröster (Author)

Politics - Other International Politics Topics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die These: Der Raketenabwehrschild löst die nukleare Pattsituation zugunsten der USA auf und wirkt zugleich als Hindernis einer bilateralen Kooperation mit Russland.

Um eine Antwort auf diese Fragestellung zu finden, wird zunächst die Theorie des Sicherheitsdilemmas erläutert und ein Überblick über Lösungsansätze in Form von Rüstungskontroll- und Limitationsverträgen gegeben. Anschließend wird der Auslöser der andauernden Krise, der Raketenabwehrschild der USA, betrachtet, um die Bedenken Russlands besser zu verstehen und ein Gesamtbild von der Situation zu bekommen.

Nachfolgend wird gezeigt, inwiefern sich die Kooperationsmöglichkeiten zwischen den USA und Russland in den letzten Jahren und Monaten geändert haben und vermutlich noch weiter ändern werden. Dies soll an der Schwächung verschiedener
Rüstungskontrollabkommen sichtbar gemacht werden.

Der zweite Ansatzpunkt geht mehr auf die materielle, sprich die nuklearstrategische Ebene ein, indem die Zusammenhänge zwischen dem Sicherheitsdilemma und dem Verschieben der nuklearen Pattsituation verdeutlicht werden. Die Schlussfolgerungen und mein eigenes Fazit werden die Arbeit abrunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Sicherheitsdilemma und Ansätze zur Überwindung

3. Das National-Missile-Defense-Program

4. Raketenabwehrprogramm als Kooperationshindernis

4.1 Schwächung von Rüstungskontrollregimen

4.2 Aufhebung der nuklearen Pattsituation

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das US-Raketenabwehrprogramm die Kooperation zwischen den USA und Russland beeinträchtigt und ob es durch eine erneute Verschärfung des Sicherheitsdilemmas nach John H. Herz die Rüstungskontrollregime destabilisiert.

  • Analyse des Sicherheitsdilemmas und dessen theoretischer Einordnung
  • Untersuchung des US-Raketenabwehrprogramms (NMD) als zentralem Konfliktpunkt
  • Bewertung der Auswirkungen auf existierende Rüstungskontrollverträge
  • Diskussion der nuklearen Pattsituation und der russischen Zweitschlagfähigkeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Aufhebung der nuklearen Pattsituation

Ein momentanes Hauptargument Russlands bezüglich des Raketenabwehrprogramms ist die Bedrohung der eigenen Zweitschlagkapazität. Diese ist gestützt durch Verträge und durch technische Möglichkeiten wie zum Beispiel SSBNs der Garant dafür, auch nach einem erfolgten nuklearen Erstschlag noch in der Lage zu sein, einen atomaren Gegenschlag auszuführen. Insbesondere wurde dies im ABM-Abkommen manifestiert, welches Raketenabwehrsysteme, wie bereits erwähnt, stark reglementiert hat. Durch die Kündigung des Abkommens und den Bau eines Abwehrsystems an Russlands Westgrenze wird ein mögliches Abfangen russischer Raketen befürchtet. Um dieses Argument zu widerlegen, genügt ein Blick auf die Zahlen der russischen Nuklearraketen und die bis heute vorhandenen Abfangkomponenten des weltweiten US-Raketenabwehrsystems.

Ende 2006 war Russland noch im Besitz von 503 landgestützten Interkontinentalraketen und 1.853 nuklearen Sprengköpfen. Demgegenüber standen 24 landgestützte und 21 seegestützte Abfangraketen der USA gegen Interkontinentalraketen und 500 PAC3-Raketen gegen taktische Raketen und Marschflugkörper. Da die letztgenannten Systeme rein technisch nicht zum Abschuss von ICBMs in der Lage sind haben wir also ein Verhältnis von 503: 45, wobei erwähnt werden muss, dass man mit dem heutigen Stand der Technik sogar zehn Abwehrraketen zum Abschuss einer ICBM benötigt. Auch die zusätzliche Stationierung von zehn Raketen in Polen im Rahmen des NMD-Programms kann nicht als Bedrohung für die russische Zweitschlagkapazität herangezogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sicherheitspolitische Entwicklung nach dem Zerfall der Sowjetunion und identifiziert den US-amerikanischen Vorstoß zur Errichtung eines Raketenschilds als Ursache für neue Spannungen.

2. Das Sicherheitsdilemma und Ansätze zur Überwindung: Dieses Kapitel erläutert die Theorie von John H. Herz und zeigt auf, wie rüstungsbegrenzende Verträge historisch als Lösungsansätze gegen den Teufelskreis der Machtanhäufung fungierten.

3. Das National-Missile-Defense-Program: Hier wird der Ursprung und die Zielsetzung des US-Raketenabwehrprogramms sowie die geplante Stationierung von Komponenten in Europa dargestellt.

4. Raketenabwehrprogramm als Kooperationshindernis: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen des Programms auf die Stabilität durch die Schwächung von Rüstungskontrollregimen und die mögliche Gefährdung der nuklearen Pattsituation.

Schlüsselwörter

Sicherheitsdilemma, John H. Herz, Raketenabwehr, National Missile Defense, USA, Russland, Rüstungskontrolle, KSE-Vertrag, ABM-Vertrag, Pattsituation, Zweitschlagkapazität, Abrüstung, Interkontinentalraketen, Kalter Krieg, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des US-Raketenabwehrprogramms auf die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Russland und untersucht, ob dieses Projekt das Sicherheitsdilemma verschärft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Theorie des Sicherheitsdilemmas, die Geschichte der Rüstungskontrollverträge sowie die strategischen Implikationen des US-Raketenschilds für Osteuropa.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwiefern das US-Raketenabwehrprogramm als Hindernis für bilaterale Kooperationen fungiert und die nukleare Pattsituation zu Ungunsten Russlands verschiebt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis der Theorie von John H. Herz sowie eine Untersuchung aktueller sicherheitspolitischer Verträge und Rüstungsdaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?

Der Hauptteil behandelt die Schwächung wichtiger Rüstungskontrollregime wie des KSE- und des ABM-Vertrags sowie die technische Machbarkeit der Bedrohung der russischen Zweitschlagfähigkeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sicherheitsdilemma, Raketenabwehr, Rüstungskontrolle, Zweitschlagkapazität und die sicherheitspolitische Dynamik zwischen den USA und Russland.

Wie bewertet der Autor die russischen Sorgen bezüglich der Raketenabwehr?

Der Autor legt dar, dass rein technisch gesehen die aktuellen US-Kapazitäten die russische Zweitschlagfähigkeit nicht unmittelbar gefährden, räumt jedoch ein, dass die russischen Bedenken politisch und strategisch (aufgrund potenzieller zukünftiger Ausbaustufen) nachvollziehbar sind.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung hinsichtlich der Vertragskündigungen?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die einseitigen Vertragskündigungen und der damit verbundene Vertrauensverlust das Sicherheitsdilemma weiter eskalieren lassen, anstatt mehr Sicherheit oder Stabilität zu schaffen.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Erschwert das US-Raketenabwehrprogramm die Kooperation zwischen den USA und Russland bezogen auf das Sicherheitsdilemma von John H. Herz?
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Politik)
Course
Einführung in die Theorien der IB
Grade
2,3
Author
Jan Tröster (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V133197
ISBN (eBook)
9783640400249
ISBN (Book)
9783640400072
Language
German
Tags
USA Russland ICBM Sicherheitsdilemma NMD Nukleare Pattsituation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Tröster (Author), 2008, Erschwert das US-Raketenabwehrprogramm die Kooperation zwischen den USA und Russland bezogen auf das Sicherheitsdilemma von John H. Herz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133197
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint