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Von der Konkordanzdemokratie zur Konkurrenzdemokratie? Die Niederlande und Israel im Vergleich

Title: Von der Konkordanzdemokratie zur Konkurrenzdemokratie? Die Niederlande und Israel im Vergleich

Thesis (M.A.) , 2002 , 85 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Mareike Finck (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

In den 70er Jahren klassifizierte Arend Lijphart in seinem Buch „Democracy in Plural Societies: A Comparative Exploration“ die Niederlande als Konkordanzdemokratie (Consociational Democracy) und Israel als Halb-Konkordanzdemokratie (Semiconsociational Democracy). In jener Arbeit zeigt Lijphart für diese Länder eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bezüglich der von ihm formulierten Konkordanzdemokratie begünstigenden Faktoren und der Anwendung der konkordanzdemokratischen Prinzipien auf. Er kommt zu dem Schluss, dass in Israel nicht alle konkordanzdemokratischen Prinzipien Anwendung fanden; daher die Bezeichnung Israels als Halb-Konkordanzdemokratie.
In der vorliegenden Arbeit sollen die Niederlande und Israel nun anhand der von Lijphart entwickelten Kriterien hinsichtlich der Frage untersucht werden, ob sie heute noch als Konkordanzdemokratie bzw. Halb-Konkordanzdemokratie bezeichnet werden können, oder ob es angemessener ist, sie als Konkurrenzdemokratien zu bezeichnen. Dabei sollen auch die heute bestehenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

1.2 Theoretische Grundlage und Begriffsklärung

1.3 Fragestellungen und Vorgehensweise

2. Lijpharts Prinzipien der Konkordanzdemokratie

2.1 Große Koalitionen

2.2 Das Vetorecht der Minderheiten

2.3 Das Proporzprinzip

2.4 Die Autonomie der Subkulturen

3. Lijpharts Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren

3.1 Isolation der Subkulturen

3.2 Repräsentatives Mehrparteiensystem

3.3 Minderheitsstatus aller Subkulturen

3.4 Die Nation verbindende Elemente

3.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten

3.6 Die Größe des Landes und der Bevölkerung

4. Die Niederlande

4.1 Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren in den Niederlanden

4.1.1 Isolation der Säulen in den Niederlanden

4.1.2 Das Parteiensystem der Niederlande

4.1.3 Minderheitsstatus aller Säulen der Niederlande

4.1.4 Die niederländische Nation verbindende Elemente

4.1.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten in den Niederlanden

4.1.6 Die Größe der Niederlande und der niederländischen Bevölkerung

4.2 Die Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien in den Niederlanden

4.2.1 Koalitionsbildung in den Niederlanden

4.2.2 Vetorecht der Minderheiten in den Niederlanden

4.2.3 Die Anwendung des Proporzprinzips in den Niederlanden

4.2.4 Autonomie der Säulen in den Niederlanden

5. Israel

5.1 Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren in Israel

5.1.1 Isolation der Lager in Israel

5.1.2 Das Parteiensystem Israels

5.1.3 Minderheitsstatus aller Lager Israels

5.1.4 Die jüdisch-israelische Nation verbindende Elemente

5.1.5 Traditionell kooperatives Verhalten der Eliten

5.1.6 Die Größe Israel und der israelischen Bevölkerung

5.2. Die Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien in Israel

5.2.1 Koalitionsbildung in Israel

5.2.2 Vetorecht der Minderheiten in Israel

5.2.3 Die Anwendung des Proporzprinzips in Israel

5.2.4 Autonomie der Lager in Israel

6. Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend, ob die Niederlande und Israel, die Arend Lijphart ursprünglich als Konkordanz- bzw. Halb-Konkordanzdemokratien klassifizierte, ihre systemischen Merkmale beibehalten haben oder sich hin zu Konkurrenzdemokratien entwickelt haben. Ziel ist die Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen und Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien.

  • Konkordanzdemokratie nach Lijphart
  • Strukturelle Bedingungen in den Niederlanden (Versäulung)
  • Strukturelle Bedingungen in Israel (Lagerbildung)
  • Koalitionsverhalten und Vetorechte
  • Wandel zur Konkurrenzdemokratie

Auszug aus dem Buch

3.1 Isolation der Subkulturen

Wie bereits dargestellt wurde, dient Konkordanzdemokratie der Beibehaltung und Festigung der Einheit und politischen Stabilität in Ländern mit sozial segmentierten Gesellschaften. Das Bestehen einer sozial segmentierten Gesellschaft macht die Anwendung der konkordanzdemokratischen Prinzipien gleichsam erst notwendig. Für die Anwendung von Konkordanzdemokratie ist es vorteilhaft, wenn die Subkulturen einer sozial segmentierten Gesellschaft voneinander isoliert leben. So werden Kontakte zwischen Mitgliedern der verschiedenen Subkulturen eingeschränkt, was die Wahrscheinlichkeit mindert, dass es zwischen den Subkulturen zu feindlichen Auseinandersetzungen kommt. Denn anders als in allgemein homogenen Gesellschaften, wo Kontakte zwischen verschiedenen Gruppen gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufbauen können, haben Kontakte zwischen den verschiedenen Gruppen einer segmentierten Gesellschaft das Potential, Feindlichkeiten auszulösen.

Häufig haben die verschiedenen Subkulturen einer sozial segmentierten Gesellschaft vielerlei „eigene” Organisationen, was sich günstig auf die Anwendung von Konkordanzdemokratie auswirkt. Andererseits ermutigt und erleichtert ein konkordanzdemokratisches Prinzip, die Autonomie der Subkulturen, die Etablierung „eigener” Organisationen der Subkulturen. Das Bestehen „eigener” Organisationen der Subkulturen ist also sowohl ein Konkordanzdemokratie begünstigender Faktor als auch Konsequenz der Anwendung eines konkordanzdemokratischen Prinzips.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Theorie der Konkordanzdemokratie nach Arend Lijphart ein und formuliert die Forschungsfrage, ob die Niederlande und Israel diesen Typus heute noch erfüllen.

2. Lijpharts Prinzipien der Konkordanzdemokratie: Hier werden die vier zentralen Säulen des Modells – große Koalitionen, Vetorecht der Minderheiten, Proporzprinzip und Autonomie der Subkulturen – definiert.

3. Lijpharts Konkordanzdemokratie begünstigende Faktoren: Dieses Kapitel erläutert die förderlichen Bedingungen wie Isolation, Mehrparteiensystem, Minderheitsstatus, nationale Identität und kooperatives Verhalten der Eliten.

4. Die Niederlande: Eine detaillierte Analyse der niederländischen Versäulungsstruktur und der Anwendung konkordanzdemokratischer Prinzipien im Wandel der Zeit.

5. Israel: Die Untersuchung der israelischen Lagerbildung und deren Entwicklung sowie die Überprüfung der Prinzipienanwendung in einem anderen gesellschaftlichen Kontext.

6. Ergebnisse: Der abschließende Vergleich zeigt, dass sich beide Länder vom ursprünglichen Modell entfernt und Züge von Konkurrenzdemokratien angenommen haben.

Schlüsselwörter

Konkordanzdemokratie, Konkurrenzdemokratie, Arend Lijphart, Niederlande, Israel, Versäulung, Minderheitenschutz, Proporzprinzip, politische Stabilität, Parteiensystem, Regierungsbildung, politische Eliten, Integration, gesellschaftliche Segmentierung, Vetorecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die Stabilität und Entwicklung des Konkordanzdemokratie-Modells in den Niederlanden und Israel im Vergleich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Versäulung in den Niederlanden und die Lagerbildung in Israel sowie die Anwendung der von Lijphart formulierten demokratischen Prinzipien.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist festzustellen, ob beide Länder noch als Konkordanzdemokratien gelten können oder ob sie sich in Richtung einer Konkurrenzdemokratie entwickelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer Systeme auf Basis der Kriterien von Arend Lijphart.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden für beide Länder die begünstigenden Faktoren und die tatsächliche Anwendung der Konkordanz-Prinzipien detailliert überprüft und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Konkordanzdemokratie, Versäulung, Minderheitenschutz, politische Kooperation und gesellschaftliche Segmentierung.

Hat das Vetorecht der Minderheiten in den Niederlanden noch heute Bestand?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das informelle Vetorecht in den Niederlanden weitgehend an Bedeutung verloren hat.

Warum wird Israel als "Halb-Konkordanzdemokratie" bezeichnet?

Lijphart wählte diesen Begriff, da in Israel nicht alle Prinzipien der Konkordanzdemokratie vollständig zur Anwendung kamen.

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Details

Title
Von der Konkordanzdemokratie zur Konkurrenzdemokratie? Die Niederlande und Israel im Vergleich
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Politikwissenschaft I)
Grade
Sehr gut
Author
Mareike Finck (Author)
Publication Year
2002
Pages
85
Catalog Number
V13326
ISBN (eBook)
9783638190121
ISBN (Book)
9783638698689
Language
German
Tags
Israel Niederlande Demokratie Politik Konkordanzdemokratie Konkurrenzdemokratie Veränderungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Finck (Author), 2002, Von der Konkordanzdemokratie zur Konkurrenzdemokratie? Die Niederlande und Israel im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13326
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