Der Forschungsschwerpunkt dieser Masterarbeit liegt auf der Analyse der Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen im Hinblick auf die Verteilung der Flächenangebote der Verkehrsarten fließender Kraftfahrzeugverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Radverkehr, Fußverkehr und ruhender Pkw-Verkehr sowie weiteren ausgewählten straßenquerschnittsbestimmenden Nutzungen. Daraus ergibt sich folgende forschungsleitende Frage: Wie groß ist das Flächenangebot für die verschiedenen Nutzungen an Hauptverkehrsstraßen und gibt es Unterschiede in der Straßenquerschnittsgestaltung der Untersuchungsstädte?
Die Debatten um das Verkehrsflächenangebot an Hauptverkehrsstraßen haben sich in den letzten Jahren nicht zuletzt aufgrund der durch die Bundesregierung erklärten Zielsetzung zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor auch in der öffentlichen Auseinandersetzung verfestigt. Die heute bestehenden Zielvorgaben einer nachhaltigen Verkehrsplanung bestehen in Fachkreisen jedoch bereits seit den 1970er Jahren. Diese postuliert insbesondere ein adäquates Verkehrsangebot zu Gunsten umweltverträglicher Verkehrsträger. Diese Masterarbeit untersucht mittels einer quantitativen Analyse des Verkehrsangebotes an Hauptverkehrsstraßen, inwiefern sich diese Vorsätze im Straßenquerschnitt manifestieren. Dabei wird die Straßenquerschnittsgestaltung von acht deutschen Städten, die im Rahmen eines Forschungsprojektes der Technischen Universität Dortmund ausgewählt wurden, miteinander verglichen.
Mit der durchgeführten sekundärstatischen Datenanalyse können nur bedingt Aussagen zur Verteilung des Verkehrsangebotes an Hauptverkehrsstraßen getroffen werden. Dies liegt zum einen an der grundsätzlichen Komplexität des Straßenentwurfes der untersuchten Straßen, die per se die Qualität einer quantitativen Studie einschränken, und zum anderen an den Auswertungsmöglichkeiten bezüglich der Datengrundlage.
Trotzdem ist eine Vorgehensweise entwickelt worden, die Gestaltung der Straßenquerschnitte an Hauptverkehrsstraßen in den Untersuchungsstädten vergleichend zu analysieren. Dabei konnten wesentliche Unterschiede herausgestellt werden. Zusätzlich wurde jedoch auch die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung eines jeden Straßenzuges unterstrichen, die in weiteren Forschungsarbeiten berücksichtigt werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Entwicklung der Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Historisches Erbe der Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen
2.3 Die Hauptverkehrsstraße innerhalb der Systematik der RIN und der RASt
2.4 Gestaltung von Hauptverkehrsstraßen
2.4.1 Grundsätze und Zielsetzung
2.4.2 Entwurfsprinzipien
2.4.3 Nutzungsansprüche und Entwurfsparameter
2.4.4 Typische Entwurfssituationen
2.5 Zwischenfazit
3 Forschungsdesign
3.1 Datenerhebungstechnik
3.2 Möglichkeiten und Grenzen der Datengrundlage
3.2.1 Beschreibung des Datensatzes
3.2.2 Datenbereinigung
3.2.3 Umgang mit Problematiken des Datensatzes
3.2.4 Schlussfolgerungen für die Datenauswertung
3.3 Datenauswertungstechnik
3.4 Kritische Betrachtung der Methodik
4 Vorstellung der untersuchten Städte
5 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5.1 Straßenquerschnittsbreiten an Hauptverkehrsstraßen im Städtevergleich
5.2 Relative Verteilung der Nutzungsangebote an Hauptverkehrsstraßen im Städtevergleich
5.2.1 Vorbemerkung
5.2.2 Relative Verteilung der Nutzungsangebote – eine Gesamtsicht
5.2.3 Relative Verteilung der Nutzungsangebote in Abhängigkeit der Breitenklasse
5.3 Durchschnittliche Breite der Nutzungsangebote für den Fuß- und Radverkehr an Hauptverkehrsstraßen im Städtevergleich
6 Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse
6.1 Charakteristika der Straßenquerschnittsgestaltung in den Untersuchungsstädten
6.1.1 Straßenquerschnittsgestaltung in Alfter
6.1.2 Straßenquerschnittsgestaltung in Darmstadt
6.1.3 Straßenquerschnittsgestaltung in Leverkusen
6.1.4 Straßenquerschnittsgestaltung in Freiburg
6.1.5 Straßenquerschnittsgestaltung in Mönchengladbach
6.1.6 Straßenquerschnittsgestaltung in Münster
6.1.7 Straßenquerschnittsgestaltung in Bonn
6.1.8 Straßenquerschnittsgestaltung in Dortmund
6.2 Vereinbarkeit mit den Entwurfsprinzipien der Gestaltung von HVS
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht mittels einer quantitativen Analyse des Verkehrsangebotes an Hauptverkehrsstraßen, inwieweit sich verkehrspolitische Vorsätze zur nachhaltigen Verkehrsentwicklung im tatsächlichen Straßenquerschnitt manifestieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie groß ist das Flächenangebot für die verschiedenen Nutzungen an Hauptverkehrsstraßen und gibt es Unterschiede in der Straßenquerschnittsgestaltung der Untersuchungsstädte?
- Vergleichende Analyse der Straßenquerschnittsgestaltung in acht deutschen Städten.
- Untersuchung der Flächenverteilung für verschiedene Verkehrsträger (Fußverkehr, Radverkehr, MIV, ÖPNV, ruhender Verkehr).
- Kritische Reflexion der Vereinbarkeit von Bestandsgestaltungen mit regelwerkbasierten Entwurfsprinzipien (RASt, RIN).
- Entwicklung eines methodischen Rahmens zur sekundärstatistischen Auswertung von Verkehrsinfrastrukturdaten.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Grundsätze und Zielsetzung
Die Zielsetzung der Gestaltung von Stadtstraßen wird in der RASt wie folgt definiert:
„Das Hauptziel bei Planung und Entwurf von Stadtstraßen ist die Verträglichkeit der Nutzungsansprüche untereinander und mit den Umfeldnutzungen, die auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit einschließt. Diese Verträglichkeit muss in der Regel auf vorgegebenen Flächen unter Wahrung der städtebaulichen Zusammenhänge und unter Berücksichtigung gestalterischer und ökologischer Belange angestrebt werden“ (FGSV 2006, S. 15).
Neben dieser ausgewogenen Berücksichtigung aller Nutzungen sowie gestalterischer, ökologischer und städtebaulicher Aspekte, wird in der RASt explizit die Reduktion an Geschwindigkeit und Komfort für den motorisierten Verkehr zugunsten der Verträglichkeit aller Nutzungen sowie gleichzeitiger Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Personenverkehrs gefordert (FGSV 2006, S. 15). Dieser genannte Anspruch manifestiert sich heute vor allem unter der verkehrspolitischen Zielsetzung zur Förderung des Umweltverbunds und gleichzeitigen Schwächung des Angebotes für den motorisierten Individualverkehr.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die klimapolitische Relevanz einer nachhaltigen Verkehrsplanung und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Flächenverteilung an Hauptverkehrsstraßen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, erläutert die historische Entwicklung der Straßenplanung und stellt die relevanten Regelwerke wie RIN und RASt vor.
3 Forschungsdesign: Hier wird die Methodik der Datenerhebung und -bereinigung beschrieben, wobei insbesondere auf die Herausforderungen bei der Nutzung sekundärstatistischer Daten eingegangen wird.
4 Vorstellung der untersuchten Städte: Die untersuchten Städte werden anhand raumstruktureller Daten und ihrer Funktion im zentralörtlichen System kurz skizziert.
5 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Dieser Hauptteil analysiert die Straßenquerschnittsbreiten und die relative Flächennutzungsverteilung in den verschiedenen Städten und Breitenklassen.
6 Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden städtespezifisch diskutiert und die Vereinbarkeit der Bestandsgestaltung mit den Entwurfsprinzipien der RASt reflektiert.
7 Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die methodischen Grenzen sowie Perspektiven für die zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Straßenquerschnittsgestaltung, Hauptverkehrsstraßen, Verkehrsplanung, Flächenverteilung, Nachhaltige Mobilität, Städtevergleich, Regelwerke, RASt, RIN, Umweltverbund, Infrastrukturanalyse, Verkehrsangebote, Stadtmobilität, Verkehrsentwicklung, Quantitative Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die vergleichende Untersuchung, wie Hauptverkehrsstraßen in verschiedenen deutschen Städten gestaltet sind und wie der vorhandene Straßenraum zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern aufgeteilt wird.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung des Straßenquerschnitts, der Flächennutzung für Rad-, Fuß-, Kfz- und ruhenden Verkehr sowie der Anwendung von planerischen Richtlinien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie groß das Flächenangebot für verschiedene Nutzungen ist und ob sich Unterschiede in der Straßenquerschnittsgestaltung zwischen den Untersuchungsstädten identifizieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative, sekundärstatistische Datenanalyse von Verkehrsinfrastrukturdaten, ergänzt durch eine deskriptive Statistik zur Auswertung von Häufigkeitsverteilungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die gesammelten Daten städteübergreifend interpretiert, Breitenklassen analysiert und die tatsächliche Flächenverteilung in den Städten Alfter, Bonn, Darmstadt, Dortmund, Freiburg, Leverkusen, Mönchengladbach und Münster diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Straßenquerschnittsgestaltung, Hauptverkehrsstraßen, Flächenverteilung, RASt (Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen) und Umweltverbund.
Warum spielt die Stadt Alfter eine besondere Rolle in der Analyse?
Alfter ist die einzige untersuchte Gemeinde, die Straßenquerschnitte mit weniger als 10 Metern Breite aufweist, was zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit mit anderen, größeren Städten führt.
Welche Herausforderungen behinderten die Analyse in Freiburg?
In Freiburg konnten nicht alle ursprünglich vorgesehenen Hauptverkehrsstraßen erhoben werden, und ein hoher Anteil an Datenfehlern führte zu einer reduzierten Grundgesamtheit für die statistische Auswertung.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Die Straßenquerschnittsgestaltung von Hauptverkehrsstraßen. Eine vergleichende Untersuchung ausgewählter deutscher Städte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333342