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Verortung von Eliten in der Gesellschaft. Mechanismen und Funktionen

Titel: Verortung von Eliten in der Gesellschaft. Mechanismen und Funktionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Monique Rudolf (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die im Bewusstsein eines jeden als "Mächtige und Reiche" betitelten Eliten, bleiben in ihren Funktionen, Merkmalen sowie in ihren Rekrutierungsverfahren sehr amorph. Das führt zu der Frage, wer die Eliten sind und welche Funktionen und Bedeutungen sie innehaben?

Dies wird im ersten Teil der Hausarbeit, durch die Entwicklung eines einheitlichen Verständnisses des Terminus unter Berücksichtigung der Historizität, beantwortet. Das Paradigma Leistung und Bildung durch die jährliche PISA-Studie sowie durch die Studien des Elitensoziologen Michael Hartmann infrage gestellt. Mit Hilfe von Bourdieus Kulturtheorie wird daher im zweiten Teil der Arbeit eine übergreifende Betrachtung der bewussten als auch unbewusste Rekrutierungsmechanismen der Eliten in Deutschland vorgenommen, um die Frage danach beantworten können. Bourdieu bietet mit seinem mehrdimensionalen Model die Möglichkeit, verborgene Mechanismen aufzudecken. Im letzten Schritt wird ergründet, welche Bedeutung die Eliten für das Funktionieren der deutschen Gesellschaft haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Prolog

2 Die Theorie der Eliten

2.1 Der Begriff der Eliten im historischen Kontext

2.2 Die Psychologie der Massen (Gustav Le Bon)

2.3 Die Eliten als politisch herrschende Klasse

2.4 Oligarchie – das eherne Gesetz

2.5 Funktionseliten

2.6 Elitendiskussion der 1960er-Jahre

2.7 Nach der deutschen Vereinigung

3 Bourdieus Konzept

3.1 Habitus

3.2 Bourdieus Kapitalien

3.3 Das Feld der Macht

4 Deutschlands Eliten und Ihre Macht

4.1 Demokratie und Eliten

4.2 Die unproportionale Spanne zwischen Armut und Eliten

4.3 Besonderheit der Wirtschaftseliten

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rekrutierungsmechanismen von Eliten in Deutschland und analysiert, inwieweit bewusste und unbewusste Prozesse die soziale Selbstverortung der Massen determinieren. Dabei steht die theoretische Verankerung durch Bourdieus Feldtheorie im Zentrum der Untersuchung, um Machtstrukturen und Reproduktionsmechanismen offen zu legen.

  • Historische Entwicklung des Elitenbegriffs und soziologische Theorien
  • Anwendung von Bourdieus Konzepten (Habitus, Kapitalien) auf Elitenstrukturen
  • Analyse der Elitenrekrutierung in Politik, Exekutive und Judikative
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Ungleichheit und der Machtverteilung

Auszug aus dem Buch

3.1 Habitus

Der Begriff Habitus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Gehabe oder Haltung. In Bourdieus Schriften ist der Habitus, der Vermittler zwischen der Stellung im sozialen Raum, also seinem direkten Umfeld mit all seinen objektiven Bedingungen und „strukturierenden Strukturen“ (Bourdieu, 1987/2021, S. 281), und der allgemeinen Grundhaltung beziehungsweise des Lebensstils; kurz: der Habitus ist der Manager zwischen Theorie und Praxis. Dabei kovariiert er mit einer Position in der Gesellschaft. Der Habitus konstruiert das Handeln, weswegen Verhaltensweisen, Einstellungen und Bewertungen zum Ausdruck der sozialen Lage werden. Es handelt sich hierbei um ein System von Dispositionen, wie grundsätzliche Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsschemata, die „[…] als Kunst im eigentlichen Sinne der praktischen Meisterschaft – und insbesondere als ars inveniendi“ (Bourdieu & Wacquant, 1996, S. 154f.) angelegt sind. Es ist innerhalb der Grenzen des jeweiligen Habitus ein modifiziertes Handeln durch Erfindungsreichtum und Kreativität möglich. Gleichzeitig ist der Habitus durch die Historie der tradierten Werte, die im Unterbewusstsein verankert sind, ein opus operatum, ein strukturiertes Produkt (Bourdieu, 1987/2021, S. 281). Er vereint die Gesamtheit aller Erfahrungen aus Familien und Klassen, die sich in unbewussten, individuellen und kollektiven Praktiken niederschlagen, und macht die gesellschaftliche Alltagswelt sichtbar (Bourdieu, 1987/2021, S. 101). Diese manifestierten instinktiven Interaktionen unterbinden ein rationales Handeln. Das bedeutet, dass Aktionen zwar systematisch und zweckmäßig sind, jedoch auf keinen expliziten Verhaltensregeln basieren (El-Mafaalani et al., S. 30).

Zusammenfassung der Kapitel

Prolog: Führt in die Bedeutung der sozioökonomischen Forschung ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Elitenbildung und der sozialen Realität.

Die Theorie der Eliten: Erläutert die historische Entwicklung des Elitenbegriffs von klassischen Soziologen wie Mosca und Pareto bis zu modernen Ansätzen.

Bourdieus Konzept: Detaillierte Darstellung des Habitus-Konzepts, der verschiedenen Kapitalformen und des sozialen Raums als Analysewerkzeuge für gesellschaftliche Macht.

Deutschlands Eliten und Ihre Macht: Analysiert die Rekrutierungspraxen in verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren wie Politik, Verwaltung und Justiz unter Berücksichtigung der Machtverteilung.

Fazit: Resümiert die Erkenntnisse zur Elitenrekrutierung und betont die Persistenz unbewusster Mechanismen sowie die Bedeutung der Machtstruktur.

Schlüsselwörter

Eliten, Habitus, Kapitalien, Macht, Sozialstruktur, Sozioökonomie, Rekrutierung, Ungleichheit, Feldtheorie, Bourdieus, Symbolische Gewalt, Klassengesellschaft, Funktionseliten, Politische Elite, Wirtschaftseliten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wer Eliten in der deutschen Gesellschaft sind und durch welche bewussten sowie unbewussten Mechanismen sie sich rekrutieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Elitensoziologie, Pierre Bourdieus Theoriekonzept und die Analyse der deutschen Machtstrukturen in Politik und Wirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die verborgenen Mechanismen hinter der Elitenrekrutierung sichtbar zu machen und das Leistungsversprechen der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte, insbesondere der Feldtheorie und des Habitus-Begriffs nach Pierre Bourdieu, sowie der Auswertung bestehender Elitenstudien.

Welche Bereiche werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Eliten und Bourdieu sowie eine konkrete Untersuchung der deutschen Verhältnisse inklusive Politik, Justiz und Wirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Elitenrekrutierung, kulturelles/soziales/ökonomisches Kapital, Machtgefüge, soziale Ungleichheit und Habitus.

Wie spielt das symbolische Kapital bei der Elitenrekrutierung eine Rolle?

Das symbolische Kapital verleiht Führungspositionen ihre gesellschaftliche Legitimität und dient dazu, Herrschaftsverhältnisse zu verschleiern bzw. diese als Normalität zu etablieren.

Warum spielt die familiäre Sozialisation für Eliten eine so bedeutende Rolle?

Sie prägt den Habitus frühzeitig. Dies führt dazu, dass bestimmte Verhaltensweisen und Wertvorstellungen unbewusst als Grundlage für das Handeln in elitären Kreisen dienen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verortung von Eliten in der Gesellschaft. Mechanismen und Funktionen
Hochschule
Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam
Veranstaltung
Geschichte der Soziologie
Note
1,3
Autor
Monique Rudolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
34
Katalognummer
V1333838
ISBN (PDF)
9783346827876
ISBN (Buch)
9783346827883
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elite Kulturtheorien Bourdieu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Monique Rudolf (Autor:in), 2022, Verortung von Eliten in der Gesellschaft. Mechanismen und Funktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333838
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Leseprobe aus  34  Seiten
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