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Gegenüberstellung der Körper-Geist-Beziehung bei Descartes und Leibniz

Titre: Gegenüberstellung der Körper-Geist-Beziehung bei Descartes und Leibniz

Thèse de Bachelor , 2020 , 46 Pages , Note: 1.3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Beziehung von Körper und Geist bei den Philosophen Descartes und Leibniz herauszuarbeiten und zu erörtern und diese miteinander zu vergleichen.

Heutzutage beschäftigen sich Hirnforscher unter anderem mit der Frage, inwiefern das Gehirn beziehungsweise der Geist den Körper beeinflusst. Obwohl in der Hirnforschung unklar ist, worum genau es sich bei dem Geist handelt – ob er zum Beispiel nur eine Umschreibung von Phänomenen ist, die durch neurobiologische Prozesse beschrieben werden können – wird ihm große Aufmerksamkeit zuteil. Spätestens seit Sigmund Freud ist bekannt, dass die Psyche massive Auswirkungen auf die körperliche Verfassung haben kann. Der Geist wird mit mentalen Eigenschaften wie dem Denken, der Wahrnehmung, der Empfindung und insbesondere dem Bewusstsein in Verbindung gebracht. All diese Eigenschaften zeichnen uns als Menschen aus und konstituieren unsere eigene innere Welt, die erfahrungsgemäß in permanenter Verbindung mit der Außenwelt steht.
Das Thema Körper-Seele wird seit Jahrtausenden erforscht, doch bis heute ist unklar, worum genau es sich bei dem Geist oder seinen mentalen Attributen handelt. Auch die Frage, wie die Verbindung zum Körper funktioniert bzw. auch umgekehrt, wie im Einzelnen körperliche Prozesse, z.B. chronische Schmerzen, sich in Gehirn, der Psyche widerspiegeln, können durch die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts trotz ihrer modernen Methoden nicht zufriedenstellend beantwortet werden.

Schon im 17. Jahrhundert haben sich die Philosophen René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz intensiv mit dem Körper-Geist-Problem bzw. Leib-Seele-Problem auseinandergesetzt und eine neue Ära der Philosophie des Geistes eingeleitet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Teil I – Descartes

2. Der cartesianische Substanzbegriff

2.1 ego sum ego existo

2.2 res cogitans

2.3 res extensa

2.3.1 Die res extensa – eine Maschine

2.4 Der Unterschied zwischen Mensch und Maschine

3. Der Substanzdualismus

3.1 Beweise für den Substanzdualismus

3.1.1 Der metaphysische Beweis

3.1.2 Der Naturphilosophische Beweis

3.2 Die Interaktion von Körper und Geist

3.2.1 Die Zirbeldrüse

3.2.2 Die vier Interaktionsmöglichkeiten

3.2.2.1 res extensa – res extensa

3.2.2.2 res extensa – res cogitans

3.2.2.3 res cogitans – res extensa

3.2.2.4 res cogitans – res cogitans

4. Das Interaktions-Problem

4.1 Der Verstoß gegen die Erhaltungssätze der Physik

4.2 Die Problematik der Zirbeldrüse als Interaktionsmedium

5. Die Folge des Cartesianismus – Der Okkasionalismus

Teil II – Leibniz

6. Die Monadologie

6.1 Die Gemeinsamkeiten der Monaden

6.2 Die Individualität der Monaden

6.2.1 Klassifizierung von Monaden und ihre Perzeptionen

6.2.2 Die Abgrenzung des Geistes

6.2.3 Die Repräsentation des Universums

6.3 Die innere Erfahrung

6.4 Das Mühlenargument

7. Die Natur der materiellen Körper

7.1 Exkurs – Leibniz’ Kritik des Wesens der res extensa bei Descartes

7.2 Vis viva – Die immaterielle Natur der Substanzen

8. Die Interaktion der Monaden

8.1 Die Interaktion und Einwirkung von Zentralmonaden

8.2 Das System der prästabilierten Harmonie

8.2.1 Der Körper – Nur eine Vorstellung des Geistes

9. Einwände gegen Leibniz’ System der prästabilierten Harmonie

9.1 Das autonome Schiff

9.2 Die Schwierigkeiten des inneren Prinzips

9.3 Kritik am Uhrengleichnis

10. Schlussbetrachtung – Die Gegenüberstellung von Descartes und Leibniz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leib-Seele-Problem aus der Perspektive der Philosophie des 17. Jahrhunderts. Das Ziel besteht darin, die Ansätze von René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz zur Beziehung von Körper und Geist tiefgehend herauszuarbeiten, ihre jeweiligen Konzepte kritisch gegenüberzustellen und die Relevanz dieser klassischen Debatte für heutige wissenschaftliche Methoden zu reflektieren.

  • Der cartesianische Substanzdualismus: res cogitans vs. res extensa.
  • Leibniz’ Monadologie und das System der prästabilierten Harmonie.
  • Die Problematik der Interaktion zwischen immateriellen und materiellen Substanzen.
  • Historische Rezeption und zeitgenössische Kritik (z. B. durch Pierre Bayle).
  • Vergleich der Lösungsansätze im Kontext des modernen Körper-Geist-Problems.

Auszug aus dem Buch

2.1 ego sum ego existo

In der ersten Meditation versetzt sich Descartes in die Lage eines radikalen Skeptikers und zweifelt alle Meinungen sowie sein Wissen ebenso wie jene Dinge, die er seit seiner Kindheit als wahr hingenommen hat, an. Descartes ist allerdings kein notorischer Skeptiker. Er versucht durch methodischen Zweifel einen Ausweg aus dem weit verbreiteten Skeptizismus der pyrrhonischen Skeptiker seiner Zeit zu finden, indem er versucht eine Erkenntnis ausfindig zu machen, die den radikalen Zweifeln der Pyrrhoneer standhält. Weder über die Sinne, noch über die Prinzipien der Logik – speziell der Geometrie und der Arithmetik – kann mit Gewissheit gesagt werden, dass sie wahr sind. Denn es könnte, so Descartes, einen bösen Dämon geben, der den Mensch täuscht.

Zu Beginn der zweiten Meditation stellt Descartes fest, dass er trotz all der Zweifel mit Sicherheit sagen kann, dass er existieren muss. Daraus gewinnt er eine erste sichere Erkenntnis:

„Aber es gibt einen, ich weiß nicht welchen, Betrüger, höchst mächtig, höchst schlau, der mich mit Fleiß immer täuscht. Ohne Zweifel bin also auch ich, wenn er mich täuscht. Und möge er mich täuschen, soviel er kann, niemals wird er es dennoch bewirken, dass ich nichts bin, solange ich denken werde, dass ich etwas bin. So dass, nachdem ich alles mehr als genug durchdacht habe, schließlich festzustellen ist, dass dieser Satz Ich bin, ich existiere, sooft er von mir ausgesprochen oder vom Geist begriffen wird, notwendigerweise wahr ist.“

Unabhängig davon, ob ein möglicher böser Dämon die Realität eines Subjekts durch dessen Vorstellungen und Wahrnehmungen manipuliert, kann das Subjekt gewiss sein, dass es in dem Moment, in dem es sich irgendetwas vorstellt oder wahrnimmt, d.h. im Akt des Denkens, tatsächlich existiert. Anstatt den Gegenstand der Erkenntnis auf die Dinge in der Außenwelt zu beziehen, richtet Descartes seinen Blick auf die Innenwelt und findet dort die Gewissheit, dass er ein denkendes Wesen ist. Damit ist er sich seiner selbst bewusst geworden. Dies ist die erste unzweifelbare Erkenntnis für Descartes und bildet das Fundament seiner Philosophie des Geistes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Fragestellung der Arbeit vor dem Hintergrund der aktuellen Hirnforschung und der historischen Relevanz des Leib-Seele-Problems.

2. Der cartesianische Substanzbegriff: Hier werden die fundamentalen Begriffe des cartesianischen Systems, wie das denkende Ich und die ausgedehnte Materie, analysiert.

3. Der Substanzdualismus: Das Kapitel erläutert Descartes’ metaphysische und naturphilosophische Beweise für die Trennung von Geist und Körper sowie seine Theorie der Interaktion über die Zirbeldrüse.

4. Das Interaktions-Problem: Hier wird die Problematik beleuchtet, wie eine immaterielle Substanz kausal auf die physische Welt einwirken kann, ohne Erhaltungssätze zu verletzen.

5. Die Folge des Cartesianismus – Der Okkasionalismus: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Okkasionalismus als Reaktion auf die Schwierigkeiten des cartesianischen Interaktionsmodells entstand.

6. Die Monadologie: Das zentrale Kapitel zu Leibniz führt die Theorie der Monaden als kleinste, unteilbare Einheiten ein, die die Welt konstituieren.

7. Die Natur der materiellen Körper: Hier wird Leibniz’ Kritik an Descartes’ Auffassung der Materie als reine Ausdehnung diskutiert.

8. Die Interaktion der Monaden: Dieses Kapitel führt das System der prästabilierten Harmonie ein, um die Interaktion innerhalb eines monadischen Systems zu erklären.

9. Einwände gegen Leibniz’ System der prästabilierten Harmonie: Kritische Stimmen, insbesondere die von Pierre Bayle, werden hier aufgearbeitet und Leibniz’ Verteidigung seiner Theorie präsentiert.

10. Schlussbetrachtung – Die Gegenüberstellung von Descartes und Leibniz: Zum Abschluss werden die Philosophien beider Denker kritisch verglichen und ihr Erbe im Hinblick auf moderne wissenschaftliche Ansätze bewertet.

Schlüsselwörter

René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz, Leib-Seele-Problem, Substanzdualismus, Monadologie, res cogitans, res extensa, prästabilierte Harmonie, Zirbeldrüse, Okkasionalismus, Interaktionsproblem, Metaphysik, Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie, Mentale Substanzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historische Leib-Seele-Problem durch eine vergleichende Analyse der Philosophien von René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Substanzdualismus bei Descartes, die Rolle der Zirbeldrüse, das Interaktionsproblem sowie die Leibnizsche Monadologie und das Prinzip der prästabilierten Harmonie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Konzepte beider Philosophen zur Beziehung von Körper und Geist herauszuarbeiten und zu erörtern, ob ihre Ansätze zufriedenstellende Antworten auf diese fundamentale philosophische Frage liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische philosophische Untersuchung, die auf der Analyse von Primärtexten und der kritischen Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke, die jeweils die Positionen von Descartes und Leibniz sowie deren jeweilige Probleme und Lösungsansätze behandeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind etwa Substanzen, Monaden, Interaktionsproblem, prästabilierte Harmonie, Dualismus und monistische Ansätze.

Wie unterscheidet Descartes zwischen Mensch und Maschine?

Descartes sieht den Menschen durch den Besitz eines Geistes (res cogitans) und die Fähigkeit zur sprachlichen Artikulation sowie zum kultivierten Handeln ausgezeichnet, während Tiere als rein mechanische Automaten ohne Geist betrachtet werden.

Was besagt das Mühlenargument von Leibniz?

Leibniz vergleicht den Körper mit dem Inneren einer Mühle, um zu verdeutlichen, dass man durch mechanische Betrachtung zwar Einzelteile sehen kann, aber niemals das Denken oder die Seele selbst als mechanischen Prozess erklären kann.

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Résumé des informations

Titre
Gegenüberstellung der Körper-Geist-Beziehung bei Descartes und Leibniz
Université
University of Cologne
Note
1.3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
46
N° de catalogue
V1333866
ISBN (PDF)
9783346827791
ISBN (Livre)
9783346827807
Langue
allemand
mots-clé
gegenüberstellung körper-geist-beziehung descartes leibniz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2020, Gegenüberstellung der Körper-Geist-Beziehung bei Descartes und Leibniz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333866
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