Die Arbeit beleuchtet, auf welche Art und Weise die Digitalität mit der skizzierten Chancenungleichheit im schulischen Rahmen zusammengeführt werden kann. In der Bundesrepublik Deutschland ist es gesetzlich verankert, dass jedem Menschen das Recht auf Bildung zusteht. Ebenfalls besteht für jeden Einwohner und jede Einwohnerin eines bestimmten Alters eine gesetzlich festgelegte Schulpflicht, welcher nachzugehen ist. Wird diese Gesetzlage betrachtet, könnte rückschlüssig der Gedanke entstehen, dass jeder Schüler und jede Schülerin, die eine Schule in Deutschland besuchen, die gleichen Chancen auf Bildungserfolg haben.
Zieht man an dieser Stelle die Ergebnisse aus verschiedenen PISA-Studien hinzu, so fällt ins Auge, dass trotz der Gesetzeslage, eine große Leistungsheterogenität in der Schülerschaft besteht. Diese Heterogenität ist von multifaktoriellem Charakter, lässt sich jedoch unteranderem dadurch erklären, dass jeder Schüler und jede Schülerin die jeweilige Schullaufbahn mit unterschiedlichen Startbedingungen beginnen. Dies erschwert die Chancengleichheit.
Eine Facette der Heterogenität ist die des sozioökonomischen Hintergrundes eines jeden Menschen. Dieser ist in direkte Verbindung zu den schulischen Leistungen zu setzten. Mit der Heterogenität des sozioökonomischen Hintergrundes, folgen verschiedene Gerechtigkeitsproblematiken, welche auch im schulischen Kontext Einfluss nehmen.
Diese skizzierte Problematik kann mit der sich zunehmend weiterentwickelnden Digitalität zusammengeführt werden. Denn digitalen Medien können ihren Einsatz auch im schulischen Kontext finden. In diesem bieten sie weitreichende Vorteile auf verschiedensten Ebenen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Auseinandersetzung
2.1 Heterogenität
2.2 Sozioökonomischer Hintergrund
2.3 Digitale Medien
2.4 Hybride Lehre
3 Praktische Auseinandersetzung
3.1 Schulische Leistung und sozioökonomischer Hintergrund
3.1.1 Bourdieu
3.2 Digitale Medien in Schule
3.3 Digitale Medien und der sozioökonomische Hintergrund
4 Reflexion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der digitalen Lehre auf die schulischen Folgen des sozioökonomischen Hintergrunds. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie digitale Medien zur Minderung von Benachteiligungen im Bildungsbereich beitragen und unter welchen Voraussetzungen sie die Chancengleichheit fördern können.
- Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Schulleistungen
- Bedeutung von Bourdieu's Kapitaltheorie im schulischen Kontext
- Potenziale und Risiken digitaler Medien für die Bildungsgerechtigkeit
- Konzept und Herausforderungen der hybriden Lehre
- Förderung notwendiger Medienkompetenzen für alle Lernenden
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Bourdieu
Zur Erläuterung der Korrelation zwischen den Schulleistungen und dem sozioökonomischen Hintergrund, lässt sich unteranderem Bourdieu hinzuziehen. Jener nennt drei Ressourcen, welche verschiedene Disparitäten zwischen beispielsweise Familien beschreiben. Hierbei handelt es sich um ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital. Das ökonomische Kapital umfasst alle in Geld konvertierbare Gegenstände. Hierzu lassen sich Produktionsmittel, Geldvermögen, Aktien und Ähnliches zählen. Unter dem sozialen Kapital lassen sich Ressourcen zählen, die sich aus dem Netz sozialer und familiärer Beziehungen ergeben, wie Vereinen oder Freunden. Die letzte Ressource ist die des kulturellen Kapitals. Jenes umfasst die Grundlage für eine regelmäßige Teilnahme an bürgerlicher Kultur. Dieses lässt sich wiederum dreiteilen in das objektivierte, institutionalisierte und inkorporierte Kapital. Das objektivierte umfasst den generellen Besitz von Kulturgütern, das institutionalisierte die Bildungsabschlüsse innerhalb der Familie und das inkorporierte den Habitus eines Menschen. Unter diesem lassen sich die Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen eines Menschen verstehen. Die einzelnen Kapitale beeinflussen sich gegenseitig. Dies wird ebenfalls im anschließenden Absatz erkennbar (vgl. Rolff et al. 2008: 283f.).
Auf welche Art und Weise diese Kapitale ausgeprägt sind, nimmt einen großen Einfluss auf die Bildungschancen des Kindes. Wie dies vorzustellen ist, wird im folgenden Beispiel zu erläutern versucht. Bei dem Beispiel handelt es sich um eigene Überlegungen der Ausprägung mit ihren jeweiligen Effekten auf ein Kind. Angedacht ist eine Familie mit einem geringen sozioökonomischen Hintergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesetzliche Schulpflicht in Deutschland und hinterfragt die tatsächliche Chancengleichheit angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie sie etwa in PISA-Studien dokumentiert sind.
2 Theoretische Auseinandersetzung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Heterogenität und der sozioökonomische Hintergrund definiert sowie die Rolle digitaler Medien und das Konzept der hybriden Lehre theoretisch fundiert.
3 Praktische Auseinandersetzung: Dieses Hauptkapitel analysiert den Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf Schulleistungen unter Einbeziehung von Bourdieus Kapitaltheorie und untersucht kritisch die Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule.
4 Reflexion: Der Autor reflektiert die theoretischen Erkenntnisse vor dem Hintergrund eigener Praxiserfahrungen in Hospitationsschulen und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher fachlicher Weiterbildung für Lehrkräfte.
Schlüsselwörter
Digitale Lehre, Sozioökonomischer Hintergrund, Heterogenität, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Hybride Lehre, Bourdieu, Kulturelles Kapital, Medienkompetenz, Schulleistung, Bildungsförderung, Digitale Medien, Unterrichtsplanung, Schulerfolg, Chancengleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie digitale Medien im Unterricht zur Überbrückung von bildungsbezogenen Benachteiligungen beitragen können, die durch den sozioökonomischen Hintergrund von Schülerinnen und Schülern entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Heterogenität in Schulklassen, dem Einfluss sozialer Ressourcen auf den Bildungserfolg nach Bourdieu sowie dem Potenzial digitaler Werkzeuge zur Differenzierung und Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ergründen, unter welchen Bedingungen digitale Lehre dazu beitragen kann, die durch den sozioökonomischen Hintergrund verursachte Chancenungleichheit abzumildern, anstatt sie durch fehlende Ausstattung weiter zu verschärfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Fachliteratur und PISA-Ergebnisse, ergänzt durch eine Reflexion auf Basis eigener Hospitationserfahrungen im schulischen Umfeld.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Verknüpfung von Schulleistung mit dem sozioökonomischen Status, eine theoretische Einbettung durch Bourdieu sowie eine differenzierte Untersuchung der Vor- und Nachteile digitaler Medien im (hybriden) Schulunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind soziale Disparitäten, digitale Teilhabe, kulturelles Kapital, Medienkompetenz und Bildungsgerechtigkeit.
Inwiefern beeinflusst der sozioökonomische Hintergrund laut der Arbeit das Lernen mit digitalen Medien zu Hause?
Der Autor zeigt auf, dass Kinder aus Familien mit niedrigerem Status häufiger über weniger digitale Endgeräte und ggf. über ein geringeres elterliches Unterstützungsangebot verfügen, was den Zugang zu digitalem Lernmaterial erschwert.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Rolle der Schule bei der Implementierung digitaler Medien?
Die Schule trägt die zentrale Verantwortung, für eine gerechte Hardware-Ausstattung zu sorgen, um sicherzustellen, dass nicht die häuslichen finanziellen Mittel den technologischen Bildungserfolg bestimmen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Digitale Lehre und die Chancengleichheit im Bildungssystem. Folgen des sozioökonomischen Hintergrundes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333979