Da im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) eine breite Kundenschicht verschiedensten Alters erreicht werden kann, stellt sich die Frage, welche Motive verschiedene Generationen zum Kauf von nachhaltigen Produkten im LEH leiten.
Diese Fragestellung ist nicht nur für Unternehmen relevant, um eine erfolgreiche Vermarktung von umweltschonenden Produkten zu verbessern. Mit der vorliegenden Studie wird das Kaufverhalten durch eine qualitative Inhaltsanalyse von sinnreichen Interviews genauer erforscht, um neue Motive zu entdecken und generationenspezifisch zuzuordnen. Im Zuge dessen können Unternehmen und politische Entscheidungsträger eine nachhaltige Ernährungswirtschaft für alle Altersgruppen fördern. Hierzu wird jeweils eine Person aus der Generation X, Y und Z interviewt, die regelmäßig im LEH Einkäufe tätigt. Vorerst werden die aktuelle Situation des Lebensmittelmarktes und die Erkenntnisse der Wissenschaft über das Kaufverhalten erörtert. Nach der anschließenden Beschreibung des methodischen Vorgehens folgt die Ergebnisdarstellung der Interviews. Anschließend werden die Ergebnisse unter Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen interpretiert. Zuletzt werden in einem abschließenden Fazit die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst. Im nachfolgenden Kapitel werden die theoretischen Grundlagen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand
2.1 Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum
2.2 Nachhaltigkeit in Bezug zum Lebensmittelkonsum
2.2.1 Umweltfaktor Nahrung
2.2.2 Biologische Lebensmittel
2.2.3 Fair Trade
2.2.4 Food Waste
2.3 Kaufmotive nachhaltiger Produkte
3 Forschungsfrage
4 Methodik
4.1 Erhebungsmethode
4.2 Leitfaden
4.3 Fallauswahl
4.4 Auswertungsvorgehen
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Generation X
5.2 Generation Y
5.3 Generation Z
6 Interpretation der Ergebnisse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Nachhaltigkeitsgedankens auf das Kaufverhalten bei Lebensmitteln, um Motive zu identifizieren, die verschiedene Generationen zum Kauf nachhaltiger Produkte im Lebensmitteleinzelhandel bewegen.
- Analyse der Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökonomie, Soziales, Ökologie) im Konsumkontext.
- Vergleich der Kaufmotive zwischen den Generationen X, Y und Z.
- Untersuchung der Rolle von Gütesiegeln und Produktmerkmalen.
- Identifikation von Kaufbarrieren, wie Preis und mangelnde Transparenz.
- Qualitative Auswertung durch Leitfadeninterviews.
Auszug aus dem Buch
2.1 Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum
Im Jahr 1987 definierte die Brundtland Commission den Begriff der Nachhaltigkeit. Durch ihren Abschlussbericht wurde das heutige Verständnis des Nachhaltigkeitskonzepts maßgeblich geprägt. Der Fokus liegt auf der Bedeutsamkeit der intra- und intergenerativen Gerechtigkeit. Eine dauerhafte Entwicklung, welche die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt, ohne zu gefährden, dass folgende Generationen ihre Bedürfnisse ebenso befriedigen können, gilt als eine nachhaltige Entwicklung. Hieraus entstand das sogenannte Drei-Säulen-Konzept, welches die wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimension von Nachhaltigkeit zusammenführt.
Die drei Säulen werden in einem Querschnitt von oben als Kreise dargestellt. Das teilweise Überschneiden der Kreise stellt die Wechselbeziehungen der drei Dimensionen dar. Ferner geht aus der Abbildung hervor, dass nur bei einer vollständigen Symbiose im Mittelpunkt dieser Dimensionen das Ziel der Nachhaltigkeit erreicht wird.
Das Zusammenwirken und gegenseitige Verstärken der drei Säulen nachhaltiger Entwicklung wurde durch John Elkington im Jahre 1994 mit dem Begriff Triple Bottom Line (TBL) begründet und auf das nachhaltige Handeln von Unternehmen bezogen. Die ökonomische Dimension des TBL-Konzepts fokussiert sich auf die langfristige Sicherung der effizienten Wirtschaftsweise eines Unternehmens, unter Berücksichtigung der Verantwortung gegenüber aller Stakeholder. Hierzu gehört die Schaffung einer angemessenen Arbeits- und Lebenssituation aller Mitarbeiter, beispielsweise durch eine faire Entlohnung. Im Mittelpunkt der sozialen Dimension steht die Schaffung einer sozialen Gerechtigkeit. Durch die Förderung sozialer Projekte können alle Menschen in einer Gesellschaft annähernd die gleichen Möglichkeiten besitzen. Die ökologische Dimension umfasst den Schutz der natürlichen Ressourcen. Nachhaltiges wirtschaftliches Handeln schützt den natürlichen Bestand und beansprucht diesen nur in einem Maße, in welchem die Umwelt sich wieder regenerieren kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Nachhaltigkeit im Konsum ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Motive für den Kauf nachhaltiger Produkte.
2 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand: Hier werden das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit sowie Konzepte wie die Triple Bottom Line und die Definition von nachhaltigem Konsum erläutert.
3 Forschungsfrage: In diesem Kapitel wird das Untersuchungsziel, den Einfluss von Nachhaltigkeit auf das Kaufverhalten zu klären, präzisiert.
4 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign mittels Leitfadeninterviews und die systematische Auswertung der Daten.
5 Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Interviewdaten werden hier für die Generationen X, Y und Z tabellarisch aufbereitet und strukturiert dargestellt.
6 Interpretation der Ergebnisse: Die Resultate werden hier zusammengeführt, um generationenübergreifende Gemeinsamkeiten und spezifische Unterschiede zu kontextualisieren.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Untersuchungsergebnisse und gibt einen Ausblick auf notwendige Entwicklungen im Bereich der Konsuminformationen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Lebensmittelkonsum, Drei-Säulen-Modell, Kaufverhalten, Generation X, Generation Y, Generation Z, Bio-Lebensmittel, Kaufmotive, Triple Bottom Line, Food Waste, Fair Trade, Markentransparenz, ökologisches Bewusstsein, Kundenbedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Seminararbeit?
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Generationen Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Kaufentscheidungen bei Lebensmitteln einbeziehen und welche spezifischen Motive dabei eine Rolle spielen.
Welche Generationen werden im Generationenvergleich betrachtet?
Die Analyse fokussiert sich auf Vertreter der Generationen X, Y und Z, um deren unterschiedliche Ansätze zum nachhaltigen Konsum zu vergleichen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, die spezifischen Kaufmotive sowie Einflussfaktoren für den Kauf nachhaltiger Lebensmittel innerhalb der verschiedenen Altersgruppen zu identifizieren.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem Leitfadeninterviews geführt und mittels Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit besonders im Fokus?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Nachhaltigkeitskonzepte (wie das Drei-Säulen-Modell) als auch die empirischen Ergebnisse der Interviews zu Kaufmotiven und Barrieren diskutiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Nachhaltigkeit, Konsumverhalten, Generationenvergleich, Lebensmittelwahl sowie soziale und ökologische Verantwortung.
Welche Rolle spielt die Verpackung für die Interviewten?
Viele Befragte kritisieren unnötigen Kunststoffverpackungsmüll und wünschen sich transparentete Kennzeichnungen oder verpackungsfreie Alternativen.
Wie bewerten die Teilnehmer das Thema Transparenz und Information?
Die Teilnehmer fordern mehr Klarheit bei Siegeln, da eine Überflutung mit Informationen („Customer Confusion“) am Point of Sale oft zu Verwirrung führt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Nachhaltigkeit als Einflussfaktor auf das Kaufverhalten im Generationenvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334175