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Der olympische Festfrieden. Machtpolitischer Missbrauch oder friedensstiftende Funktion der Ekecheiria?

Titel: Der olympische Festfrieden. Machtpolitischer Missbrauch oder friedensstiftende Funktion der Ekecheiria?

Bachelorarbeit , 2022 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christopher Boes (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Immer wieder kam es in der Geschichte des antiken Griechenlands dazu, dass verschiedene Akteure sich gegenseitig einen Bruch der Ekecheiria vorwarfen. Gleichzeitig finden sich in den antiken Quellen mehrere Fälle, in denen die Ekecheiria keine Erwähnung
findet, obwohl ein Bezug zu derselben ohne Zweifel ist. Teilweise wirkt es gar so, als sei der sog. Festfriede zweckentfremdet worden, um Ziele verfolgen zu können, die in keinem Zusammenhang mit den Wettkämpfen in Olympia stehen. Eben diese Fälle
gaben den Anlass eine nähere Untersuchung zu dem Thema durchzuführen. Im Fokus steht dabei die Frage, ob die Ekecheiria als panhellenische Vereinbarung machtpolitisch missbraucht, oder sie ihrem eigentlichen Zweck gerecht wurde.
Einzelne Fälle sollen miteinander verglichen werden, um daraufhin ein Fazit zu der Frage ziehen zu können, ob die Ekecheiria tatsächlich eine friedensstiftende Funktion hatte, oder machtpolitisch von den Poleis und anderen Akteuren missbraucht
wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Der Ursprung der Ekecheiria in archäologischen und literarischen Quellen

4. Verstöße, Machtmissbräuche und die friedensstiftende Funktion der Ekecheiria

4.1 Putschversuch und „Kylonischer Frevel“ in Athen

4.2 Instrumentalisierungsversuch der Hellanodiken?

4.3 Bündnisverhandlungen im Schutz des Festfriedens

4.4 Offener Bruch der Ekecheiria durch die Spartaner?

4.5 Themistokles und Lysias als Besucher des Festes

5. Vergleich der einzelnen Vorfälle

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung des olympischen Festfriedens (Ekecheiria) im antiken Griechenland, wobei der Fokus auf der Forschungsfrage liegt, ob die Ekecheiria als panhellenische Vereinbarung machtpolitisch missbraucht wurde oder ihren angestrebten Zweck einer friedensstiftenden Institution erfüllte.

  • Analyse der Ursprungsmythen und deren politischer Instrumentalisierung.
  • Systematische Untersuchung historischer Ereignisse, in denen Brüche oder Instrumentalisierungsversuche der Ekecheiria vermutet wurden.
  • Untersuchung der Rolle der Eleer als Veranstalter und deren Einflussnahme.
  • Vergleich verschiedener Vorfälle zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. und der klassischen Zeit.
  • Bewertung des Spannungsfeldes zwischen religiösem Friedensgebot und realpolitischer Nutzung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Putschversuch und „Kylonischer Frevel“ in Athen

Bei den 35. olympischen Spielen, im Jahr 640, siegte der Athener Kylon im Doppelstadionrennen. Bei den 36. oder 37. Spielen nahm er nicht Teil, sondern wagte in Athen einen Putschversuch in Abwesenheit zahlreicher einflussreicher Athener, welche sich beim Fest in Olympia befanden. Als die Athener vom Fest zurückkehrten, soll Megakles dazu angestiftet haben, die Putschisten, die sich auf der Akropolis befanden, anzugreifen. Wenngleich Herodot und Thukydides, welche von diesem Ereignis berichten, die Tat zwar nicht als Bruch betiteln, so könnten hier doch zwei Verstöße gegen die Ekecheiria vorliegen. Die erste Tat ist die Ausnutzung des Festfriedens durch Kylon, von welcher Herodot berichtet:

„Nachdem er eine Schar von Altersgenossen für sich gewonnen hatte, versuchte er sich der Akropolis zu bemächtigen. Aber der Versuch mißlang, und er setzte sich schutzflehend unter das Standbild der Göttin [...].“

Ferner berichtet Thukydides:

„Nun bot er seine Freunde auf und Verstärkungen von Theagenes, und als die Olympien im Peloponnes gekommen waren, besetzte er die Burg [...] und meinte, dies sei das größte Zeusfest und passe zu ihm, dem Olympiensieger.“

Kylon hatte es sich offenbar zu Nutze gemacht, dass ein wesentlicher Teil der adeligen Athener unter dem Schutz des Festfriedens nach Olympia gereist waren und in dieser Zeit die Stadt erobert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung des Spannungsfeldes zwischen Sport und Politik im antiken Griechenland sowie Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Forschungsstand: Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Literatur zur Ekecheiria und Identifikation von Forschungslücken.

3. Der Ursprung der Ekecheiria in archäologischen und literarischen Quellen: Analyse der mythologischen und historischen Datierungsversuche der Ekecheiria sowie der Bedeutung der elischen Herrschaft.

4. Verstöße, Machtmissbräuche und die friedensstiftende Funktion der Ekecheiria: Systematische Untersuchung von sechs konkreten Verdachtsfällen auf Festfriedensbruch oder Instrumentalisierung.

5. Vergleich der einzelnen Vorfälle: Synthese der untersuchten Fälle hinsichtlich gemeinsamer Intentionen, juristischer Streitigkeiten und der panhellenischen Bedeutung des Instituts.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei konstatiert wird, dass die Ekecheiria sowohl instrumentalisiert wurde als auch friedensstiftende Aspekte aufwies.

Schlüsselwörter

Ekecheiria, antikes Griechenland, Olympia, Festfrieden, Machtpolitik, Instrumentalisierung, Elische Herrschaft, Spondophoren, Perserkriege, Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Herodot, Heiligtum, panhellenische Vereinbarung, Personenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundsätzliche Forschungsziel dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob der olympische Festfrieden lediglich als religiöse Institution respektiert wurde oder ob akteurspezifische Interessen zu machtpolitischem Missbrauch führten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entstehung der Ekecheiria, ihre Anwendung im Kontext von Konflikten zwischen Stadtstaaten sowie die Reaktion der Beteiligten auf vermeintliche Brüche des Friedens.

Welche Forschungsfragen werden primär verfolgt?

Es wird der Frage nachgegangen, ob die Ekecheiria als panhellenische Vereinbarung in der Praxis eher friedensstiftend wirkte oder ob sie gezielt zur Durchsetzung machtpolitischer Ziele instrumentalisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Hierbei werden literarische Überlieferungen von Autoren wie Thukydides und Herodot systematisch in ihren historischen Kontext eingeordnet und mit archäologischen Erkenntnissen und Diskursergebnissen der Altertumswissenschaften verknüpft.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert sechs konkrete, historisch überlieferte Ereignisse – von kylonischen Putschversuchen bis hin zu Bündnisverhandlungen im Peloponnesischen Krieg –, um Verstöße und Instrumentalisierungen des Festfriedens zu verifizieren oder zu hinterfragen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ekecheiria, Machtpolitik, Instrumentalisierung, Heiligkeit des Ortes und panhellenische Akzeptanz geprägt.

Inwiefern beeinflussten die Perserkriege die Bedeutung der Ekecheiria?

Die Arbeit zeigt, dass in der Zeit der Perserkriege die olympischen Kampfrichter versuchten, den Festfrieden als politisches Sanktionsinstrument gegen „perserfreundliche“ Städte einzusetzen, was zu Spannungen innerhalb der griechischen Staatenwelt führte.

Können Bündnisverhandlungen während des olympischen Festfriedens als Erfolg gewertet werden?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Möglichkeit zum friedlichen Zusammentreffen von Kriegsparteien am neutralen Ort Olympia zwar als Erfolg der Institution gewertet werden kann, die Verhandlungen selbst jedoch oft der Verschärfung militärischer Strategien dienten, statt den Frieden zu fördern.

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Details

Titel
Der olympische Festfrieden. Machtpolitischer Missbrauch oder friedensstiftende Funktion der Ekecheiria?
Hochschule
Universität Münster
Note
1,0
Autor
Christopher Boes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
36
Katalognummer
V1334510
ISBN (PDF)
9783346831620
ISBN (Buch)
9783346831637
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Olympischer Festfrieden Ekecheiria Olympia Gottesfriede Olympische Spiele Heiligtum Heiligtum von Olympia Kylonischer Frevel Hellanodiken Themistokles Lysias
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Boes (Autor:in), 2022, Der olympische Festfrieden. Machtpolitischer Missbrauch oder friedensstiftende Funktion der Ekecheiria?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334510
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Leseprobe aus  36  Seiten
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