Die Frage, die diese Arbeit beantworten möchte, lautet: Warum gibt es (noch) Protektionismus?
Abgeleitet aus dem lateinischen Wort "protectio" wird Protektionismus im Deutschen mit "Schutz" übersetzt. Im wirtschaftlichen Zusammenhang gehört der Protektionismus zu einer Maßnahme der Außenhandelspolitik und ist als solche konträr zum Freihandel. Der aktuelle Handelsstreit zwischen den USA und China, sowie aktuelle Berichte der WTO zur Vervielfachung von Importrestriktionen innerhalb der letzten Jahre signalisieren ein Szenario von stetig wachsenden protektionistischen Maßnahmen. Diese Entwicklung gibt zum Anlass die Hintergründe und Mechanismen des globalen Protektionismus zu analysieren.
Hierfür wird zuerst ein Einblick in die neoklassische Theorie gegeben und die Thematik des Freihandels als Gegenstück zum Protektionismus dargestellt. Die Darstellung der Ziele und Instrumente der Außenhandelspolitik sind als essenzielle Strukturen gewählt worden, um diese kritisch zu analysieren (Kapitel 4).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Freihandel
2.2 Protektionismus
3. Instrumente
4. Kritik
5. Fazit und Aussicht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Hintergründe und Mechanismen des globalen Protektionismus fundiert zu analysieren und die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, warum Protektionismus trotz der Vorteile des Freihandels weiterhin existiert.
- Theoretische Fundierung durch die neoklassische Lehrmeinung
- Gegenüberstellung von Freihandel und protektionistischen Ansätzen
- Detaillierte Analyse der Ziele und Instrumente der Außenhandelspolitik
- Kritische Beleuchtung ökonomischer Auswirkungen und politischer Motive
Auszug aus dem Buch
2.1 Freihandel
Der Prozess der Globalisierung ist ein seit Jahrzehnten stetig wachsendes Erfolgskonzept, welches auf kontinuierlich wachsendem internationalem Handel basiert. Ausschlaggebende Maßnahmen sind hierbei die Freihandelsabkommen, die den uneingeschränkten internationalen Güterverkehr regeln. Das Konzept des Freihandels lässt sich gut anhand von spieltheoretischen Analysen erklären, welche aufzeigen, dass das Pareto-Optimum sich stets im Freihandel befindet (vgl. Siebert, 1994, S. 181; Krugmann & Obstfeld, 2015, S. 340-342). Anders ausgedrückt greift auch die Beschreibung der bekannten „win-win-Situation“; das Abschließen von multilateralen Freihandelsabkommen führt zu gesamtwirtschaftlichen Vorteilen aller teilnehmenden Parteien. In der globalen Betrachtung steigt sogar der Wohlstand der Welt insgesamt (vgl. Haberler, 1936, S. 221-226; Heller, 1975, S. 213-228; Broll, 1997, S. 97 f.). Nach der neoklassischen Freihandelslehre wird dieser Zustand dadurch begründet, dass in der Vielfalt aller Nationen unterschiedliche Produktionstechniken, Faktorausstattungen und soziale Präferenzen existieren. Dadurch entsteht ein divergierendes reales Austauschverhältnis zweier identischer Güter „i“ und „j“ zwischen zwei Nationen. Durch Spezialisierung auf die Produktion des Gutes mit dem geringeren Faktoraufwand und Import des anderen Gutes wird die Wohlfahrt gesteigert (vgl. Gerken, 1999, S. 11-16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Definition von Protektionismus ein, beleuchtet den aktuellen globalen Kontext, wie den Handelsstreit zwischen den USA und China, und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Das Kapitel erläutert die neoklassische Theorie des Freihandels als Wohlstandsmodell und definiert den Protektionismus als gegenläufige wirtschaftspolitische Maßnahme.
3. Instrumente: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung zwischen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen sowie deren spezifische Wirkungsweisen auf den internationalen Güterverkehr.
4. Kritik: Hier werden die ökonomischen Nachteile, der Missbrauch von Schutzklauseln und die Problematik staatlicher Eingriffe in den Wettbewerb kritisch analysiert.
5. Fazit und Aussicht: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und erklärt mittels politökonomischer Ansätze, weshalb Protektionismus trotz seiner tendenziell wohlfahrtsmindernden Wirkung weiterhin ein relevantes Instrument globaler Handelspolitik bleibt.
Schlüsselwörter
Protektionismus, Freihandel, Außenhandelspolitik, Wohlfahrtsverlust, Handelshemmnisse, Neoklassische Theorie, Weltwirtschaft, Zölle, Nicht-tarifäre Maßnahmen, Politische Ökonomie, Globalisierung, Importrestriktionen, Handelsbilanz, Wettbewerbsfähigkeit, Marktregulierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit der Thematik des globalen Protektionismus, dessen Zielen, den angewandten Instrumenten sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der neoklassischen Theorie des Freihandels, der Kategorisierung von Handelsbeschränkungen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der politischen Motivation hinter protektionistischen Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Mechanismen des Protektionismus zu durchleuchten und eine Antwort auf die Frage zu finden, warum protektionistische Tendenzen trotz theoretischer Wohlfahrtsgewinne durch freien Handel weiterhin bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse volkswirtschaftlicher Theorien, insbesondere der neoklassischen Außenhandelstheorie, sowie Erkenntnisse aus der politischen Ökonomie, um staatliches Handeln zu erklären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Untersuchung der Instrumente der Handelspolitik und eine kritische Auseinandersetzung mit den realen Auswirkungen und dem potenziellen Missbrauch von Protektionismus.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Protektionismus, Freihandel, Wohlfahrtsverlust, Handelshemmnisse und Außenhandelspolitik geprägt.
Welche Rolle spielen tarifäre im Vergleich zu nicht-tarifären Maßnahmen?
Während klassische Zölle als tarifäre Maßnahmen zunehmend durch internationale Abkommen abgebaut wurden, gewinnen nicht-tarifäre Handelshemmnisse aufgrund ihrer komplexeren und teils verdeckten Anwendbarkeit an Bedeutung.
Wie bewertet der Autor den Einfluss politischer Entscheidungsträger?
Der Autor führt aus, dass Politiker oft kurzfristige Wahlperioden-Ziele verfolgen und durch den Einfluss von Lobbygruppen dazu bewegt werden, protektionistische Maßnahmen als vermeintliche Lösung für wirtschaftliche Probleme einzusetzen.
Was wird unter „Gefühlsprotektionismus“ verstanden?
Dies bezeichnet eine Form der Handelsbeschränkung, bei der Staaten durch gezielte Appelle an die Bürger, wie beispielsweise „national first“-Aufrufe, den Konsum von Importwaren beeinflussen und reduzieren.
Welche Schlussfolgerung zieht die Publikation zum aktuellen Handelsstreit zwischen den USA und China?
Die Publikation kommt zu dem Schluss, dass der reaktionäre Zyklus von Handelshemmnissen in diesem Konflikt zu einem gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsverlust führt, der selbst das agierende Land, in diesem Fall die USA, langfristig schädigt.
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- Tom Scheffler (Author), 2020, Globaler Protektionismus. Ziele, Instrumente und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334547